Silber: Silberpreis hängt in den kommenden Wochen vom chinesischen Aktienmarkt ab

Dan Norcini, Traderdan.com, 09.07.2015

Das Schicksal von Silber wird in den nächsten paar Wochen von den Ereignissen rund um den chinesischen Aktienmarkt bestimmt werden.

Sollte sich der chinesische Aktienmarkt stabilisieren und der Eindruck entstehen, dass das Schlimmste vorbei ist, wird sich auch Silber stabilisieren. Sollte dem nicht so sein, wird sich Silber nicht stabilisieren.

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Umso stärker der chinesische Aktienmarkt fällt, desto stärker werden auch die Sorgen bezüglich einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums werden, speziell des Wachstums in China, und China ist der weltgrößte Konsument der meisten Rohmaterialien und zahlreicher Rohstoffe. Eine schwache Nachfrage ist immer ein unheilvolles Zeichen für Rohstoffe gewesen, und Silber ist da keine Ausnahme.

Aktuell notiert Silber innerhalb eines nach unten hin verlaufenden Preiskanals. Das jüngste Hoch dieses Abwärtskanals liegt im horizontalen Stützungsbereich bei USD 15,40 bis USD 15,50 pro Unze. Bevor Silber überhaupt eine Chance hat, irgendetwas nach oben hin zu unternehmen, muss es zunächst erst einmal den Abwärtskanal und das horizontal verlaufende Stützungsniveau nach oben hin durchbrechen und über diesem Niveau aus dem Handel gehen.

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Sollte die Erholung bei Silber schwach bleiben, so wie es gegenwärtig der Fall ist, könnte es durchaus sein, dass das weiße Metall die obere Linie des Abwärtskanals kurzzeitig touchiert und daraufhin einen weiteren Abwärtsschub einleitet, der das Metall auf USD 14,50 und womöglich sogar USD 14,25 pro Unze treibt.

Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass Silber ein inflationäres Umfeld braucht, um Kursgewinne zu verbuchen. In einem Umfeld schwachen Wachstums, das von Deflationssorgen dominiert wird, entwickelt sich Silber nicht gut. Und das hat auch nichts mit irgendwelchem lächerlichen „Der Preis ist nur deshalb so niedrig, weil er von den bösen Edelmetallbanken gedrückt wird.“-Müll zu tun.

Ich nehme mal an, dass es dieselben „bösen Edelmetallbanken“ sind, die auch den Preis von Kupfer, Platin, Palladium, Erdöl, Erdgas und Kaffee drücken. Ja, diese Edelmetallbanken sind mit Sicherheit vollauf damit beschäftig, den gesamten Rohstoffkomplex in die Tiefe zu drücken, oder etwa nicht! Und wenn ich dann daran denke, dass es da draußen tatsächlich Leute gibt, die dafür zahlen, dass sie diese Art von Unsinn zu lesen und zu hören bekommen …

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