Grusel-Gold: Fällt der Goldpreis auf den niedrigsten Wochenschlusskurs der letzten 5 Jahre?

Propagandafront.de, 16.07.2015

Die Entwicklung ist gespenstisch. Gold fällt und fällt und droht nun auch noch, mit dem niedrigsten Wochenschlusskurs seit April 2010 aus dem Handel zu gehen.

Im bisherigen Goldbärenmarkt liegt der niedrigste Wochenschlusskurs bei USD 1.158,23 pro Unze. Würde das gelbe Metall am Freitag unterhalb dieser Marke aus dem Handel gehen, wäre das der tiefste Wochenschlusskurs seit April 2010. Dadurch würde der Ausblick von Gold mittelfristig noch bärischer, denn die Masse der Anleger und Investoren wird ja von steigenden Preisen angezogen.

Auf Tagesbasis ist der Goldpreis genauso gruselig. Das Tief im aktuellen Bärenmarkt liegt bei USD 1.130,02 pro Unze. Gold hält sich aktuell also nur wenige Dollars über dieser Marke. Sollte sie unterschritten werden, wäre Gold so billig wie seit dem 19.04.2010 nicht mehr.

Und auch der gleitende exponentielle 8-Wochenschnitt – die schwarze Linie auf dem nachfolgenden Chart – zeigt deutlich, dass Gold heute bereits im mittelfristigen Schnitt so schwach ist wie seit Mai 2010 nicht mehr.

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Netdania.com – Goldpreis auf Wochenbasis in US-Dollars. Zum Vergrößern anklicken.

Unterdessen machen natürlich auch Grusel-Goldgeschichten die Runde. Hier ein paar Beispiele:

Der starke US-Dollar: Der US-Dollar-Index notiert nach wie vor auf 12-Jahreshochs, obwohl er aktuell eine kleine Verschnaufpause eingelegt hat. Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden weltwirtschaftlichen Entwicklung, des EU-Staatsschuldendebakels und der Eurokrise gibt es Befürchtungen, dass der Dollarbullenmarkt weiter anhalten könnte. Zahlreiche Analysten haben für den Währungsreinfall namens Euro bereits Preisziele von USD 1,00 oder auch USD 0,80 ausgegeben. Gold wird in US-Dollars gehandelt. Ein steigender Dollar, so die Befürchtungen, könnte einen weiteren Goldpreisverfall begünstigen.

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Netdania.com – US-Dollar-Index auf Monatsbasis. Zum Vergrößern anklicken.

Die EU-Staatsschuldenkrise: Wie immer, wenn die Staatsschuldenkrise hochkocht, werden auch Befürchtungen laut, dass die europäischen Pleiteländer ihre Goldreserven abstoßen müssen. Wahrscheinlich sind das nur Gerüchte – vielleicht werden sie eines Tages ja Realität, aber bisher sind es halt nur Gerüchte. Nichtsdestotrotz ist das der Stimmung am Goldmarkt nicht gerade dienlich. Beispielsweise meldete Godmodetrader.com am 22.06.2015:

„Ohne Einigung droht Griechenland Ende des Monats die Zahlungsunfähigkeit und unter Umständen der Austritt aus der Eurozone. Um dem zu entgehen, könnte Griechenland auch seine Goldreserven anzapfen, wie die Analysten der Commerzbank im aktuellen ´Rohstoffe kompakt Edelmetalle` schreiben.“

stockcharts.com---Shanghai-Composite---16072015

Der Crash am chinesischen Aktienmarkt: Dank des Crashs am chinesischen Aktienmarkt, der innerhalb von 6 Wochen um rund 45% eingebrochen ist, gibt es Befürchtungen, dass viele Chinesen ihre Goldinvestments aufgrund von Nachschusspflichten bei ihren Spekulationen am Aktienmarkt veräußern müssen. Caseyresearch.com, ein auf Gold, Silber und Edelmetallminen spezialisiertes Beratungshaus, schrieb am 08.07.2015 unter der Überschrift „Warum Millionen von Menschen ihr Gold und ihr Silber vielleicht verkaufen müssen“:

„Die weltgrößten Goldkäufer leiden derzeit unter einer Kreditklemme. Viele haben nicht einmal das Geld, um sich irgendwas zu kaufen, geschweige denn Gold. Noch schlimmer: Hunderte von chinesischen Aktien sind vom Handel ausgesetzt worden und es gibt eine riesige Zahl an Investoren, bei denen Nachschusspflichten drohen. Und das heißt, dass viele von ihnen, die Gold besitzen, das Gold verkaufen werden, weil es ein Wert ist, für den tatsächlich noch Gebote reinflattern.

Wenn eine große Zahl an Käufern gezwungenermaßen zu Verkäufern wird … ja dann können unlogische Tage wie heute plötzlich Sinn machen.

Sollte ich damit richtig liegen, werden die Edelmetalle im Preis fallen, bis die Kreditkrise in China vorüber ist. Dasselbe sahen wir in 2008. Doch wenn es dann zur Umkehr kommt, dürfte die Erholung nur noch drastischer ausfallen. Im Gegensatz zu Amerikanern oder Europäern erachten die Chinesen Gold als eine wichtige Form des Vermögensschutzes.“

Es gibt also eine ganze Reihe von Aspekten, die auf die Marktstimmung drücken, und solange die Anleger und Investoren in Amerika und Europa nicht kontinuierlich und in bedeutendem Umfang in Gold und Silber stürmen, dürfte sich an der jetzigen Entwicklung auch nicht viel ändern.

Trost verspricht das Analysehaus Princeton Economics von Martin Armstrong. Laut der Zyklen-Theorie dieses Hauses dürfte der Goldbärenmarkt irgendwann innerhalb der nächsten 9 Monate vorbei sein. Solange können die Fans von Gold und Silber jetzt sicherlich auch noch warten. Irgendwann können wir uns dann wieder über steigende Edelmetallpreise freuen.

Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: Der Staatsschulden-Big-Bang könnte so schlimm werden, dass Gold und Silber im späteren Krisenverlauf nur noch in der Untergrundwirtschaft verwendet werden. Armstrong schrieb dazu am 16.07.2015:

„Gold wird ein schmutziges Wort – Als Louisiana der erste US-Bundesstaat wurde, der mit einem Gesetz namens R.S. 37:1866 den Krieg gegen Bargeld einleitete, verboten es die Politiker, Garagenverkäufe durchzuführen und irgendetwas davon gegen Bargeld zu verkaufen. Als Ausrede erklärten sie, dass es Verbrechern durch die Verkäufe von Gebrauchtwaren gegen Bargeld ermöglicht würde, ihre Beute zu verkaufen. Das ist aber bereits seit biblischen Zeiten so.

Darüber hinaus erklärten es die Politiker für illegal, Bargeld gegen Gold oder irgendwelche anderen Edelmetalle zu tauschen. Das geht natürlich in exakt dieselbe Richtung wie in Frankreich, und ich hatte ja über meine Reise nach Spanien berichtet, wo ich aufgrund der Auflagen – kein Gold gegen Bargeld – niemanden fand, der Goldmünzen öffentlich verkaufte.
Zum Krieg gegen das Bargeld gehört auch der Krieg gegen Gold. Heutzutage kann man nicht mehr einfach so mit einem Koffer voller Gold ins Flugzeug springen. Wir haben es hier mit einer Steuerhatz und Bestrebungen zu tun, Bargeld abzuschaffen – und dazu gehören auch Bargeschäfte mit Gold.“

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