Euro-Krise & US-Dollar: Über den bevorstehenden Wertverfall und Crash der europäischen Einheitswährung

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 03.02.2016

Wir hatten ja auf unseren Konferenzen gesagt, dass es im Hinblick auf den Euro vor Mai keinen Einbruch geben dürfte. Nichtsdestotrotz scheint es so zu sein, dass die richtig verrückte Phase, die vor uns liegt, das Zeitfenster von 2017 bis 2020 ist. Der Euro konnte zum Jahresende über seiner bärischen Jahresumkehrmarke im Bereich von USD 1,03 aus dem Handel gehen. Stattdessen ging er unterhalb der nächsthöheren bärischen Umkehrmarke von USD 1,16 aus dem Handel. Normalerweise ist es so, dass es nun zunächst zu einer Rally kommen würde, bei der der Preisbereich von USD 1,16 abermals getestet wird, bevor es dann wieder nach unten geht.

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Und auch aus technischer Sicht wird das Modell der Umkehrmarken derzeit gestützt. Als wir die Stützungslinie nach unten hin durchbrochen hatten, gab es keinen Backtest dieser Marke. Der Euro brach einfach nach unten hin weg. Wir sollten daher mit irgendeiner Art von abermaligen Test rechnen. Und was das Preisziel des Euros von USD 0,80 anbelangt, hatte ich ja bereits in der Vergangenheit erklärt, dass es sich dabei nicht um ein kurzfristiges, sondern um ein langfristiges Preisziel handelt. Diese Art von Kursbewegung wird den US-Dollar nach 2017 in die Höhe treiben.

Jedes Mal, wenn sich der US-Dollar in Richtung neuer Rekordhochs aufmacht, bekommen wir eine bedeutende geldpolitische Reform. Roosevelt wertete den US-Dollar 1934 ab, und 1985, als der US-Dollar auf Allzeithochs gedrückt wurde, entstand die G5, die heute die G20 ist. Als der US-Dollar 1971 einbrach, kam es zum System freier Wechselkurse. Extreme Kursbewegungen beim US-Dollar entfachen also wirtschaftspolitische Reformen. Die Staaten sehen diese Entwicklung auf sich zukommen und bereiten sich derzeit darauf vor, in Richtung elektronischen Geldes zu gehen.

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Das ist also die Art von Kursbewegung, die es braucht, damit es zu einer abermaligen Veränderung des Geldsystems kommt. Wahrscheinlich wird es am Ende darin münden, dass der US-Dollar nicht mehr länger die Weltreservewährung ist. Vielleicht wird es dann eine Art elektronische Währung geben, die auf einem Währungskorb basiert.

Bisher hat sich also nichts geändert. Wir stehen jetzt am Anfang eines langen, harten Weges in Richtung 2020. Die US-Notenbank Federal Reserve ist sich im Klaren darüber, dass es hier ein Problem gibt und durch die Zinserhöhungen unter Umständen zu viele Kapitalströme in die USA gelockt werden könnten. Sie sprechen sich für negative Zinssätze aus, um die Kapitalzuflüsse abzuwehren. Natürlich würde eine solche Maßnahme einen massiven Zusammenbruch der landesweiten Pensionskassen nach sich ziehen. Die meisten Pensionskassen wären dann pleite.

Ich bin zwar kein Fan von Chris Christie, da ich nicht erkennen kann, dass er darauf aus ist, dass Steuersystem in New Jersey zu reformieren, aber wenigstens gibt er zu, dass es hier ein Problem gibt. Die staatliche Rentenkasse wird 2017 pleite sein. Negativzinsen würden sie komplett vernichten.

Christie kommentierte die Krise mit den Worten:

„Lassen Sie mich ehrlich zu den Menschen sein, die das gerade von zu Hause aus sehen: Die Regierung hat Sie angelogen und Sie bestohlen. Die Regierung hat Ihnen erklärt, dass Ihre Renteneinzahlungen in einem Treuhandfonds seien. Doch alles, was sich in diesem Treuhandfonds befindet, ist ein Haufen Schuldscheine für Geld, das sie vor langer Zeit für irgendwelches Zeug ausgeben haben. Und sie haben es von Ihnen gestohlen, und sie sind sich jetzt darüber im Klaren, dass sie diese Leistungen nicht auszahlen können und die Rentenkasse in sieben bis acht Jahren pleite ist.“

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