INFOKRIEG.TV: Update zur DDoS-Attacke

Alexander Benesch, INFOKRIEG.TV, 18.06.2010

Man fühlt sich jedesmal schuldig, wenn die großartigen Leser und Unterstützer von INFOKRIEG.TV eine Weile lang rätseln müssen, weshalb unsere Arbeit stockt, warum die Seite mal wieder nicht erreichbar ist oder was mit mir persönlich passiert.

Vielleicht die wichtigste Frage vorweg: Habe ich noch Lust auf meine Arbeit? Antwort: Absolut, gar keine Frage. Ich liebe meine Arbeit. Sie ist zwar äußerst anstrengend, miserabel bezahlt, riskant und man muss sich mit massenhaft furchtbaren Leuten herumschlagen, aber trotzdem liebe ich meine Arbeit. Durch meine Arbeit fand ich glücklicherweise Sonja und am 13. Juni wurde meine Tochter Isabella geboren. Unsichere Zeiten? Ja. War das schon jemals anders? Nein.

Wenn es um das eigene Kind geht, wäre man dann bei der Geburt mit der Hilfe von einem naiven Amateur zufrieden der eigentlich noch nie eine Geburt miterlebt hat? Würde man einen billigen Kindersitz aus China kaufen der ungefähr soviel Vertrauen erweckt wie der Vorstand von Goldman Sachs? Würde man Autoreifen kaufen die den Bremsweg bis ins Nirvana verlängern und deren Aquaplaning-Verhalten an ein Surfbrett erinnert? Man will Profis. Leute mit Erfahrung. Leute die jeden Tag in ihrem Element sind.

Ich habe einem Arzt viel zu danken der über 60 Jahre alt und eigentlich schon im Ruhestand ist, aber trotzdem Sonntagsschichten arbeitet weil er seinen Job liebt. Ist er deshalb perfekt und makellos? Nein, weil seine gesamte Profession, sein gesamter Informationsstand nun mal im Kreuzfeuer von unzähligen Interessengruppen steht. In meinem eigenen Beruf ist auch praktisch restlos alles umstritten und umkämpft. Der Anspruch den man an sich selbst stellt, wächst parallel mit dem sich ständig vergrößernden Wissen.

Ich wälze derzeit in jedem freien Moment die Geschichte der Spionage und versuche zum Beispiel zu ergründen, ob ein US-Generalstabschef Lemnitzer in den 1960er Jahren mit all seinen illegalen Plänen gegen die Sowjets überhaupt wusste was ein Harriman wusste: Dass das angloamerikanische Establishment aus Gruppierungen wie Skull&Bones überhaupt erst die notwendige Technologie an die Sowjetunion geliefert hatte, damit der Ostblock zu einem ernstzunehmenden Gegner wurde. Warum ist es so wichtig zu wissen, wieviel jemand wie Lemnitzer wusste? Weil vielleicht in diesem ganzen globalen, tyrannischen Apparat viel weniger Leute als wir dachten wirklich verstehen, was die Neue Weltordnung ist und einige wichtige Funktionäre sich gegen dieses System wenden werden wenn sie endlich merken, wer die tatsächliche Bedrohng ist.

Ohne die Geschichte der Spionage und Kryptografie fehlt einem auch der Kontext für Kriegsführung, Überwachung der Bevölkerung, die Aufklärung der Bevölkerung und hundert andere Sachen. Jetzt kann ich mich auch ein wenig besser in US-General Stubblebine hineinversetzen, der als Panzeroffizier und Munitionsexperte plötzlich abberufen wurde für eine nachrichtendienstliche Mission. Für ihn galt der Nachrichtendienst als eine für richtige Soldaten unwürdige Schreibtischarbeit. Später hat er dann begriffen wie praktisch alles von Informationen entschieden wird. Gegen Ende seiner Karriere war er schließlich ein aussichtsreicher Kandidat für den Posten des NSA-Direktors.

Während Bert Stubblebine von früh an eine durchorganisierte Ausbildung und die vom Steuerzahler finanzierten Ressourcen erhalten hatte, schlägt man sich in meiner Lage so durch wie es gerade geht. Während er mit festem Mandat plante und per Befehl dirigierte, bin ich für viele einfach eine Leinwand, auf die projeziert wird wie man mich gerne sehen würde. Wenn man wie Barack Obama in seiner Wahlkampane praktisch das blaue vom Himmel verspricht, es rhetorisch jedem Recht macht und einfache Slogans verwendet, dann kann einem dieses Leinwand-Prinzip viel Zulauf verschaffen. Es kann aber auch schnell gegen einen wirken.

Für manche bin ich eine materialistische Analysier-Maschine der jegliche positive Emotion fehlt. Liegt das daran dass es so wenige Leute gibt, die logisch denken und handeln und gleichzeitig in einem vernünftigen Rahmen die ganze Bandbreite an Emotionen ausleben? Für andere gelte ich als Geld scheffelnder Narzisst mit Star-Allüren. Liegt das daran dass es so wenige Leute mit Publikum gibt, die einfach ihren Job machen und auf dem Teppich bleiben? Ich wünschte ich könnte an dieser Stelle richtig ausladend erzählen, wie unmöglich manche bekannten Autoren, Aktivisten, Whistleblower und Experten sich hinter den Kulissen verhalten.

Es wird viele überraschen, dass in rund 5 Jahren INFOKRIEG die eigentlichen Probleme nicht von außerhalb der Bewegung ausgingen, sondern von innerhalb. Auch ganz normale Bürger, die über die Neue Weltordnung Bescheid wissen und lautstark gegen diese Agenda schimpfen, werden schnell zu riesigen Problemen, weil sie keinen Sinn für Moral haben. Ihr eigentliches Problem mit der neuen Weltordnung ist, dass sie nicht Teil davon sind und ihre primitiven Wünsche nicht ungestört ausleben können. Die wirklich einflussreichen Kreise können sich lange Zeit zurücklehnen und abwarten, bevor tatsächlich offen vorgegangen wird gegen unliebsame Bürger.

Nach einem Serverproblem am 10. Juni folgte laut meinem Hosting-Service am Montag darauf eine „ernstzunehmende“ DDoS-Hackerattacke, quasi eine lähmende Überflutung mit Traffic, die tagelang anhielt. An dieser Stelle könnte jemand glatt versuchen, ein Maximum an Publicity aus der Angelegenheit zu melken:

„Hey, schaut mich an, ich wurde das Opfer von gewaltigen Bot-Netzen und SynFlood-Attacken! Weil ich angegriffen werde, heißt das automatisch, dass meine Arbeit wertvoll ist!“

In Wirklichkeit könnte ich auch völligen Unfug fabrizieren und trotzdem angegriffen werden. Das Internet hat sich soweit verändert, dass selbst die banalsten und langweiligsten Auseinandersetzungen mit den Methoden der Internetkriminalität ausgetragen werden. Welcher Webseiten- und Forenbetreiber hat noch nicht E-Mails bekommen von irgendwelchen völlig unmöglichen Typen mit Drohungen wie „Ey ich w3rd dich sowas von hacken alter, ich kenn den besten HAcker in Bonn!“

Ich frage mich, wie viele DDoS-Attacken aus blanker Rachsucht passieren und nicht aus politischen oder epresserischen Motiven.

Wer wollte uns also loswerden? Jemand den ich kenne und der es sich mit mir gründlich verscherzt hat? Eine Antifa-Gruppe? Der Verfassungsschutz? Die Vereinigte Eso-Front? Die Hamer-Untergrundarmee? Das Pentagon? Mein eigener Hosting-Provider? Dummerweise sind diese Attacken so konstruiert, dass der Urheber möglichst nicht erkannt werden kann. Während Unbedarfte den Namen INFOKRIEG zu martialisch finden, rüsten Regierungen, Lobbygruppen, Geheimdienste, Konzerne und jeder x-beliebige Computer-Nerd was das Zeug hält, um unliebsame Stimmen im Netz zum Verstummen zu bringen.

Eine ernsthafte Verteidigung gegen DDoS-Maneuver ist teuer aber alternativlos. So manchen Spezialisten-Provider wird das freuen. Das Infokrieg-Forum war von einem auf den anderen Moment verschwunden nach einem völligen Reset des Servers in der Schweiz. Auch hier ist der Täter unbekannt. Letztendlich nahm das Forum anderen Bereichen zeitliche und personelle Ressourcen weg und man ist gezwungen, streng hauszuhalten. Das heißt nicht, dass das Forum auf ewig Geschichte ist.

Auf jede Attacke, ob nun von innen oder außen, reagiere ich prinzipiell mit noch mehr Einsatz und noch mehr Konzentration.

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