Obama erklärt Pakistan den Krieg

Webster G. Tarpley, Infowars.com, 14.12.2009

Obamas West Point Rede stellt bei Weitem mehr dar, als lediglich die offenkundig brutale Eskalation in Afghanistan – sie ist nichts weniger als eine radikale Kriegserklärung der Vereinigten Staaten gegen Pakistan. Bei Pakistan, einem Land mit 160 Millionen Einwohnern und Nuklearwaffen, handelt es sich um einen brandneuen und viel weiter gefassten Krieg. Im Verlauf dieses Krieges soll Afghanistan planmäßig zerstückelt werden. Hier geht es sich nicht mehr um den Afghanistankrieg von Bush und Cheney, den wir aus der Vergangenheit kennen. Das hier ist wesentlich größer: Der Versuch die pakistanische Zentralregierung in Islamabad zu zerstören und das Land im Chaos und Bürgerkrieg versinken zu lassen, Balkanisierung, Aufteilung und allgemeines Durcheinander. Die Strategie, für die man sich entschieden hat, ist der massive Export des afghanischen Bürgerkriegs nach Pakistan und darüberhinaus die Teilung Pakistans entlang ethnischer Grenzen. Es ist ein verdeckter Krieg unter Verwendung von Guerilla-Kriegs-Techniken der neuesten Generation um ein Land anzugreifen, für dessen direkten Angriff die USA und ihre Verbündeten Aggressoren viel zu schwach sind. In diesem Krieg fungieren die Taliban als Stellvertreter der USA. Diese Aggression gegen Pakistan ist Obamas Versuch das Great Game gegen die Drehscheibe Zentralasiens oder, allgemeiner gesprochen, Eurasiens zu wagen.

DIE USA SCHEUT SICH VOR DIREKTEM KRIEG WEGEN PAKISTANS ATOMWAFFEN

Der anhaltende Bürgerkrieg in Afghanistan ist lediglich das Vorspiel, die Titelgeschichte, um den Vereinigten Staaten als Sprungbrett für die geopolitische Destabilisierungskampagne der gesamten Region, die öffentlich nicht eingestanden werden kann, zu dienen. In der offenen zynischen Welt imperialistischer Aggression à la Bush und Cheney, wäre wohl ein Vorwand für den direkten Angriff auf Pakistan erfunden wurden. Aber Pakistan ist viel zu groß und die Vereinigten Staaten sind viel zu schwach und viel zu bankrott für so eine Unternehmung. Außerdem ist Pakistan eine Nuklearmacht mit Atombomben und Mittelstreckenraketen. Was wir hier sehen ist ein neuer Fall nuklearer Abschreckung in Aktion. Die USA können keine Invasionsflotte entsenden oder einen Luftwaffenstützpunkt nahe Pakistan aufbauen, da sie von pakistanischen Nuklearwaffen zerstört werden könnten. In diesem Sinne haben sich die Anstrengungen von Ali Bhutto und A. Q. Khan, Pakistan mit einem Abschreckungspotential auszustatten, bezahlt gemacht. Die Antwort der USA darauf ist es jedoch ein Möglichkeit für einen Angriff unter der Schwelle des Einsatzes von Atomwaffen zu finden, sogar unter der Schwell konventioneller Kriegsführung. Hier setzt dann auch die Taktik des Exports des afghanischen Bürgerkriegs nach Pakistan ein.

Der Architekt des neuen pakistanischen Bürgerkriegs ist der US-General der Spezialkräfte, Stanley McChrystal, der auch das berüchtigte Netzwerk von US-Folterkammern im Irak organisierte. McChrystalls besondere Eignung für den pakistanischen Bürgerkrieg ist seine Rolle bei der Entfesselung des irakischen Bürgerkriegs der Sunniten gegen die Schiiten durch die Schaffung einer „Al-Qaeda im Irak“, unter Zuhilfenahme des berüchtigten und mittlerweile verstorbenen Doppelagenten Zarkawi. Wenn sich die irakische Gesellschaft als Ganzes gegen die US-Invasoren erhoben hätte, wären die Besatzer schon längst aus dem Land gejagt worden. Die als „Al-Qaeda im Irak“ bekannte Verbrecherbande sorgte durch die Ermordung von Schiiten dafür, dass dies nicht passierte und garantierte damit massive Vergeltungsschläge in Form eines Bürgerkrieges. Diese Taktiken schaute man sich vom britischen General Frank Kitson ab, der darüber in seinem Buch „Low Intensity Warfare“ schrieb. Wenn die USA ein modernes Gegenstück zu Heinrich Himmler von der SS besitzen, so ist es sicherlich der von Obama sorgfältig ausgewählte General McChrystal. McChrystals Vorgesetzter, General Petraeus, möchte der neue Feldmarschall von Hindenburg sein – mit anderen Worten, er möchte der nächste US-Präsident werden.

Pakistans Verwundbarkeit, welche die USA und ihren NATO-Verbündeten ausbeuten wollen, kann am besten unter Zuhilfenahme einer Karte der vorherrschenden ethnischen Gruppen in Afghanistan, Pakistan, Iran und Indien verstanden werden. Auf den meisten Karten sieht man nur die politischen Grenzen, die auf die Zeit des britischen Imperialismus zurückzuführen sind und daher untauglich sind die großen ethnischen Gruppen der Region abzubilden. Für die Analyse müssen wir damit anfangen uns einer Reihe von Gruppen gewahr zu werden. Zunächst ist da das Volk der Paschtunen, das hauptsächlich in Afghanistan und Pakistan lebt. Dann haben wir die Belutschen, die hauptsächlich in Pakistan und im Iran leben. Die Pandschabis bewohnen Pakistan, wie auch die Sindis. Die Familie Bhutto stammt von den Sindis.

PASCHTUNISTAN

Die Strategie der USA und der NATO beginnt mit den Paschtunen, einer ethnischen Gruppe aus der sich zum großen Teil die sogenannten Taliban rekrutieren. Die Paschtunen stellen einen entscheidenden Anteil der afghanischen Bevölkerung, haben sich jedoch von der Zentralregierung in Kabul unter dem Präsidenten Karzai entfremdet und das obwohl die US-Marionette Karzai sich selbst als Paschtune ausgibt. Das Thema umfasst ebenso die afghanische Nationalarmee, die von den USA nach der Invasion 2001 geschaffen wurde. Der afghanische Offiziersstab setzt sich zu großen Teilen aus Tadschiken der Nordallianz zusammen, die sich mit den Vereinigten Staaten gegen die paschtunischen Taliban verbündet haben. Die Tadschiken sprechen Dari, manchmal auch bekannt als Neupersisch. Andere afghanische Offiziere kommen vom Volk der Hazara. Wichtig ist, dass sich die Paschtunen ausgeschlossen fühlen.

Die US-Strategie kann am besten als das absichtliche Bestreben verstanden werden die Paschtunen zu verfolgen, zu drangsalieren, zu unterdrücken, zu bekämpfen und zu ermorden. Die 40.000 zusätzlich von Obama verlangten US- und NATO-Kräfte werden sich auf die Provinz Helmand und andere Gebiete, in denen die Paschtunen die Mehrheit bilden, konzentrieren. Das Endergebnis wird ein Zunahme von Aufständen der extrem unabhängigen Paschtunen gegen Kabul und die ausländische Besatzung sein und zur gleichen Zeit werden viele dieser neu radikalisierten Mujaheddin-Kämpfer über die Grenze nach Pakistan drängen, wo sie gegen die Zentralregierung in Islamabad Krieg führen können. Die US-Hilfe wird direkt zu den Warlords gehen, was die Fliehkräfte noch erhöht.

Auf pakistanischer Seite sind die Paschtunen der Zentralregierung ebenfalls entfremdet. Islamabad und die Armee werden von ihnen zu sehr als Werk der Pandschabis, mit ein wenig Einfluss der Sindis, angesehen. Auf der pakistanischen Seite des paschtunischen Territoriums beinhalten die Operationen der USA Massenermordungen durch unbemannte Flugzeuge oder Drohnen, Morde durch die CIA und angeblich durch Blackwater Scharfschützen sowie terroristische Massaker, wie kürzlich in Peshawar, deren Schuld die pakistanischen Taliban Blackwater als Vertragsnehmer der CIA zuschrieben. Diese Aktionen sind für einen stolzen souveränen Staat nicht zu tolerieren und demütigend. Jedes Mal, wenn die Paschtunen die Mütze voll bekommen, beschuldigen sie die Pandschabis in Islamabad wegen dreckiger Geschäfte mit den USA, die das erst ermöglichen würden. Das wichtigste mittelfristige Ziel für Obamas Afghanistan-Pakistan-Eskalation ist daher die allgemeine Sezessionsbewegung im gesamten paschtunischen Volk unter Schirmherrschaft der Taliban zu befeuern, was bereits die Wirkung mit sich brächte, die nationale Einheit von Kabul und Islamabad zu zerstören.

BELUTSCHISTAN

Die andere ethnische Gruppe, die Obama in den Aufstand und die Sezession treiben möchte, ist die der Belutschen. Die Belutschen haben ihre eigenen Vorbehalte gegen die iranische Zentralregierung in Teheran, die sie von den Persern dominiert sehen. Ein integraler Bestandteil Obamas neuer Strategie ist die Ausweitung tödlicher Konflikte durch CIA Predator-Drohnen und andere Tötungsdrohnen auf Territorien von Belutschistan. Ein Vorwand hierfür ist der Bericht, mit dem zum Beispiel auch Michael Ware von CNN hausiert, dass sich Obama bin Laden und sein MI-6 Handlanger Zawahiri in der belutschischen Stadt Quetta verschanzt hätten, von wo aus sie als Chefs der sogenannten „Quetta Shura“ agierten. Blackwater Teams sind ihnen bestimmt schon auf den Fersen. Im belutschischen Teil Irans finanziert die CIA die mörderische Jundullah Organisation, die kürzlich von Teheran für eine Reihe von Morden an hochrangigen Beamten der Iranischen Revolutionsgarden verurteilt wurde. Die Rebellion von Belutschistan würde die nationale Einheit von Pakistan und dem Iran zerstören und somit einen Beitrag zur Zerstörung der zwei hauptsächlichen Ziele der US-Politik leisten.

OBAMAS RUBE GOLDBERG STRATEGIE

Selbst Chris Matthews von MSNBC, normalerweise ein treuer Gefolgsmann von Obama, wies darauf hin, dass die in West Point verkündete US-Strategie in weiten Teilen dem Rube Goldberg Modell ähnelt. (In Wirklichkeit ist „Al Qaeda“ natürlich die arabische Terroristentruppe des CIA.) In der Welt offizieller US-Mythen ist der Feind angeblich „Al-Qaeda“. Aber selbst nach Darstellung der US-Regierung sind auch ein paar wertvolle „Al Qaeda“-Kämpfer in Afghanistan verblieben. Warum sonst, fragt Matthews, konzentrieren sich die US-Streitkräfte in Afghanistan, wo „Al Qaeda“ sich also überhaupt nicht aufhält, und nicht in Pakistan, wo „Al Qaeda“ nun angeblich sein soll.

Ein gewählter Vertreter, der diese Ungereimtheiten kritisierte, ist der Abgeordnete der Demokraten Russ Feingold aus Wisconsin, der in einem TV-Interview sagte: „Pakistan, in der Grenzregion zu Afghanistan, ist wahrscheinlich des Epizentrum [des weltweiten Terrorismus], obwohl Al Qaeda überall auf der Welt operiert, in Jemen, in Somalia, in Nordafrika, mit Zweigstellen in Südostasien. Warum sollten wir 100.000 oder mehr Soldaten in Afghanistan stationieren, auch in Gebieten die noch nicht einmal in der Nähe der Grenze liegen? Ich meine den Truppenaufbau in der Provinz von Helmand. Das liegt gleich neben Wasiristan. Ich wundere mich also, was das eigentlich für eine Strategie sein soll, in Anbetracht der Tatsache, dass wir nur eine minimale Präsenz von Al-Qaeda in Afghanistan erkennen konnten, eine beträchtliche Präsenz jedoch in Pakistan? Es widerspricht dem gesunden Menschenverstand und ist auch nicht die richtige Strategie, eine riesige Truppenpräsenz an einem Ort zu haben, wo diese Leute überhaupt nicht sind. Das macht in meinen Augen überhaupt keinen Sinn.“ In der Tat. Der Demokrat aus Wisconsin warnte auch davor, dass die US-Politik in Afghanistan Terroristen und Extremisten nach Pakistan drängen könnte, was in der Konsequenz zu einer weiteren Destabilisierung der Lage in der Region führt: „Wissen Sie, ich hatte vor einer Weile die Vorsitzenden der Vereinigten Generalstabschefs, Admiral Mullen und Herrn Holbrooke, unsere Gesandten dort drüben, gefragt, ob es ein Risiko gibt, dass, wenn wir die Truppen in Afghanistan aufstocken würden, dies mehr Extremisten nach Pakistan drängen würde.“ sagte er ABC. „Sie konnten das nicht verneinen und diese Woche sagte der pakistanische Premierminister ausdrücklich, dass es seine Sorge bezüglich der Aufstockung ist, dass dies mehr Extremisten nach Pakistan treiben wird. Ich denke also, dass genau das Gegenteil von dem erreicht wird, was unser nationales Interesse ist, dass dieser Ansatz, Truppen am Boden zu haben, uns der Bevölkerung Afghanistans entfremdet und besonders die Taliban dazu ermutigt sich noch mehr mit Al-Qaeda zu verbünden.“ (1) Natürlich ist dies alles Absicht und motiviert durch US-imperialistische Staatsräson…

MALICK: „HAT OBAMA PAKISTAN DEN KRIEG ERKLÄRT?“

Obamas Rede hat ihr möglichstes dazu geleistet die Unterscheidung zwischen Afghanistan und Pakistan zu verwischen, beides immerhin zwei souveräne Staaten und Mitgliedsländer der Vereinten Nationen. Sajid Malick, US-Korrespondent für Samaa TV, einem der größten pakistanischen Fernsehnetze, wies auf diese List hin: „Während Obama seine Rede an eine Halle voll mit Kadetten der US-Militärakademie West Point richtete, schien er fast so, als würde er Pakistan den Krieg erklären. Jedes Mal, wenn er Afghanistan erwähnte, ging dem Pakistan voraus…Ich saß hinten auf den Bänken der Halle und fiel fast vom Stuhl als er sagte. „im nuklear bewaffneten Pakistan steht noch mehr auf dem Spiel, weil wir wissen, dass Al-Qaeda und andere Extremisten versuchen an Nuklearwaffen zu gelangen und wir jeden Grund zur Annahme haben, dass sie diese auch benutzen würden.“ Ich war schockiert, weil eine Gruppe amerikanischer Beamter erst kürzlich bestätigte, dass das pakistanische Arsenal sicher ist.“ (2) Dieser Artikel hat den Titel „Hat Obama Pakistan den Krieg erklärt?“ und wir können die Formulierung des Titels in Form einer Frage als diplomatische Höflichkeit ansehen. Während der Kongressanhörungen, an denen auch General McChrystal und US Botschafter Eikenberry teilnahmen, wurden Afghanistan und Pakistan einfach zu einer bösen Einheit, bekannt unter dem Namen „Afpak“ oder sogar „Afpakia“, verschmolzen.

Im Sommer des Jahres 2007 war Obama – der von Zbigniew Brzezinksi und anderen Aufsehern trainiert wurde – der Ideengeber für eine unilaterale US-Strategie, welche die Nutzung von Predator Drohnen für politische Ermordungen innerhalb Pakistans vorsah. Die Ermordungspolitik ist, wie auch die Truppenstärke, massiv ausgeweitet worden: „Vor zwei Wochen haben Scharfschützen der CIA in Pakistan 8 Menschen erschossen, die verdächtigt wurden den Taliban und Al-Qaeda anzugehören. Zwei Weitere wurden auf dem Gelände verletzt, von dem gesagt wird, dass es für Terroristentraining genutzt wird…Das Weiße Haus bewilligte die Ausweitung des CIA Drohnenprogramms in den gesetzlosen Regionen Pakistans, sagten Beamte diese Woche, was auch mit der Entscheidung des Präsidenten einhergeht…30.000 weitere Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Amerikanische Beamte sprechen gerade mit Pakistan über die Möglichkeit erstmalig Belutschistan anzugreifen, weil man glaubt, dass sich dort afghanische Talibananführer verstecken – ein kontroverser Schritt, da dies außerhalb der Stammesregionen ist.“ (3) Die USA trainiert mittlerweile mehr Predator-Piloten als Kampfpiloten.

BLACKWATER WIRD DES MASSAKERS AN FRAUEN UND KINDERN IN PESCHAWAR BESCHULDIGT

Die CIA, das Pentagon und ihre zahlreichen Vertragsnehmer unter den privaten Militärfirmen haben überall in Pakistan ihre Mordorgien und greifen unter Anderem friedliche Dörfer und Hochzeitsfeiern an. Die Firma Blackwater, die sich nun XE Services und Total Intelligence Solutions nennt, ist stark involviert: „Auf einer verdeckt operierenden Basis des US Joint Special Operations Command (JSOC) in der pakistanischen Hafenstadt Karachi sind die Mitglieder einer Eliteeinheit von Blackwater im Zentrum eines geheimen Programms, bei dem sie zielgerichtete Ermordungen von vermuteten Taliban- und Al-Qaeda-Agenten, Entführungen von Zielen mit hohem Wert und andere sensible Aktivitäten in und außerhalb Pakistans planen, wie eine Untersuchung von The Investigation herausfand. Die Blackwater Agenten assistieren auch beim Sammeln nachrichtendienstlicher Informationen und helfen bei geheimen Drohnenbombardierungen des US-Militär direkt mit, einer Kampagne, die gleichzeitig zu den gut dokumentierten Angriffen der CIA durch Predator-Drohnen stattfindet, so eine gut eingebettete Quelle innerhalb des militärischen US-Nachrichtendienstapparates.“ (4)

So schockierend wie Scahills Bericht auch ist, man muss ihn dennoch als einen begrenzten Einblick ansehen, da mit keinem Wort die fortwährenden Anschuldigungen erwähnt werden, dass große Teile der tödlichen Bombenanschläge in Peschawar und anderen pakistanischen Städten durch Blackwater ausgeführt werden, wie dieser Nachrichtenbericht nahelegt: „ISLAMABAD, 29.10.200 (Xinhua) – Der Chef der Talibanbewegung in Pakistan, Hakimullah Mehsud, beschuldigte die umstrittene amerikanische Privatfirma Blackwater der Bombenanschläge in Peschawar, bei denen 108 Menschen getötet wurden, so die Nachrichtenagentur NNI am Donnerstag.“ (5) Das war blinder Terrorismus mit dem Ziel maximaler Brutalität unter Frauen und Kindern.

DIE USA AUCH IM KRIEG MIT USBEKISTAN?

Scahills Bericht legt auch nahe, dass auch in Usbekistan, einem postsowjetischem Land mit 25 Millionen Einwohnern, welches im Süden an Afghanistan angrenzt, verdeckte US-Operationen Einzug gehalten haben: „Zusätzlich zu den geplanten Drohnenangriffen und Operationen des CIA und des JSOC gegen verdächtige Al-Qaeda- und Taliban-Kämpfer in Pakistan, hilft das Blackwater-Team in Karachi auch bei Planungen für Missionen des JSOC gegen die Islamische Bewegung Usbekistans innerhalb von Usbekistans mit, so eine Quelle des Militärgeheimdienstes. Blackwater führt die Operationen eigentlich nicht selbst aus, sagt er. Diese werden durch Kräfte des JSOC vom Boden aus erledigt. „Das weckte mein Interesse und macht mir wirklich Sorgen, weil mir nicht bekannt ist, vielleicht haben Sie es mitbekommen, dass wir uns mit Usbekistan im Krieg befinden.“ „Ich hab wohl was verpasst. Ist Rumsfeld wieder an die Macht gekommen?“ (6) Das sind die Wege von Hope und Change.

Die Rolle der US-Geheimdienste bei der Schaffung von Unruhen in Belutschistan zum Zwecke des Aufbrechens Pakistans wurde auch von Professor Chossudovsky bestätigt: „Bereits 2005, wurde in einem Bericht des US National Intelligence Council und der CIA für Pakisten „ein Schicksal, dem Jugoslawien gleich…nach einem Jahrzehnt eines durch Bürgerkrieg, Blutvergießen und Rivalitäten zwischen den Provinzen zerrissenen Landes, wie kürzlich in Belutschistan gesehen.“ vorausgesagt. (Energy Compass, 02.05.2005). Nach Angaben des NIC-CIA Berichts ist Pakistan dazu verdammt bis 2015 ein „gescheiterter Staat“ zu werden „da er durch Bürgerkrieg, vollständige Talibanisierung und dem Kampf um die Kontrolle über ihre Nuklearwaffen betroffen sein würde.“ (Zitiert vom früheren pakistanischen Hochkommissar für Großbritannien, Wajid Shamsul Hasan in der Times of India, 13.02.2005)…Washington bevorzugt die Schaffung eines „Großbelutschistans“, das die belutschischen Gebiete Pakistans mit jenen von Iran und möglicherweise denen an der Südspitze Afghanistans vereinen würde, was zum Prozess politischer Zersplitterung des Irans und Pakistans führen würde.“ (7)

Die Iraner sind felsenfest davon überzeugt, dass die USA auf ihrem belutschischen Territorium Kriegsverbrechen begeht: „TEHERAN, 29.10.2009 (Xinhua) – Der iranische Parlamentssprecher, Ali Laridschani, sagte…,dass es einige konkrete Beweise gibt, das die USA an den jüngsten tödlichen Bombenexplosionen in der Provinz Sistan-Belutschistan beteiligt waren, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA…Die tödlichen Selbstmordanschläge der sunnitischen Rebellengruppe Jundullah (Krieger Gottes) fanden am 18.10.2009 in der Provinz Sistan-Belutschistan nahe der pakistanischen Grenze statt, als örtliche Behörden eine Feier vorbereiteten, bei der sich örtliche Stammesführer mit Militärkommandeuren der Iranischen Revolutionsgarden treffen sollten.“ (8)

DAS ZIEL DER USA: ABSCHNEIDEN DES PAKISTANISCHEN ENERGIEKORRIDORS ZWISCHEN IRAN UND CHINA

Warum sind die Vereinigten Staaten so darauf aus Pakistan zu zerstören? Ein Grund ist, dass Pakistan traditionell Verbündeter und strategischer Partner Chinas ist, wobei die USA und Großbritannien entschlossen sind China auf der Weltbühne entgegenzutreten und es einzudämmen. Besonders Pakistan könnte mit einer Pipeline als Energiekorridor und Verbindung der iranischen Ölfelder, vielleicht sogar der im Irak befindlichen Ölfelder, zu dem chinesischen Markt dienen. Diese Pipeline würde das Himalaya-Gebirge bei Kaschmir durchqueren. Das ist das sogenannte „Pipelineistan“-Thema. Dies würde China eine Ölversorgung auf dem Landweg garantieren und wäre somit nicht der angloamerikanischen Vorherrschaft zur See ausgeliefert. Zusätzlich würde man 12.000 Meilen Wegstrecke der Öltanker, die den südlichen Rand Asiens entlang fahren, einsparen. Wie kürzlich in den Nachrichten mitgeteilt wurde: „Peking hat bezüglich Chinas Teilnahme am Pipelineprojekt Druck auf Teheran ausgeübt und Islamabad, das bereit ist mit Iran ein bilaterales Abkommen zu unterzeichnen, begrüßt Chinas Teilnahme. Nach einer Schätzung würde solch eine Pipeline Pakistan allein an Transportgebühren jährlich USD 200 Millionen bis USD 500 Millionen bescheren. China und Pakistan arbeiten bereits an einem Vorschlag für den Bau einer durch den Himalaya verlaufenden Pipeline um das Rohöl aus dem Nahen Osten in den westlichen Teil Chinas zu transportieren. Pakistan würde China die kürzeste Route für den Ölimport aus den Golfländern bieten…Die Pipeline, die von Pakistans südlichen Hafen Gwadar die Karakoram-Straße entlang verlaufen würde, würde zum Teil durch Peking finanziert. Die Chinesen bauen auch eine Raffinerie in Gwadar. Importe über die Pipeline würden es Peking ermöglichen, weniger Öltanker durch die enge und unsichere Straße von Malakka führen zu müssen, durch die gegenwärtig 80 % aller chinesischen Ölimporte gehen. Islamabad plant auch die Erweiterung der Bahnstrecken nach China um eine Verbindung zu Gwadar zu schaffen. Zum Export in Weltmärkte wird der Hafen auch der wahrscheinliche Endpunkt der vorgeschlagenen Milliarden USD schweren Gaspipelines sein, welche sich von den südlichen Gasfeldern des Irans oder von Katar aus bis zu den Daulatabad Feldern in Turkmenistan erstrecken.“ so Syed Fazl-e-Haider im Artikel „Pakistan, Iran sign gas pipeline deal“, Asia Times, 27.05.2009. (9) Das ist der normale, friedfertige, wirtschaftliche Fortschritt und die Zusammenarbeit, welche die Angloamerikaner mit allen Mitteln verhindern wollen.

Öl- und Gaspipelines vom Iran über Pakistan nach China würden die Energieressourcen in die Mitte des Reiches tragen und würden als Förderbänder chinesischen Einflusses im Nahen Osten dienen. Das würde die angloamerikanische Vorherrschaft in diesem Teil der Welt zunehmend schwächen, dort wo London und Washington traditionell als Teil ihrer Gesamtstrategie der Weltherrschaft nach Kontrolle strebten.

Die US-Inlandspropaganda portraitiert Pakistan bereits als die neue Heimat des Terrorismus. Die vier erbärmlichen Sündenböcke, die wegen einem angeblich geplanten Bombenanschlag auf eine Synagoge in Riverdale, in Nachbarschaft zur Bronx in New York, vor Gericht kommen, wurden sorgfältig angeschwärzt um sie mit der düsteren und verdächtigen Jaish-e-Mohammad in Verbindung zu bringen, einer angeblich pakistanischen Terrorgruppe. Das gleiche gilt für die 5 Muslime aus Nord-Virginia, welche erst kürzlich in der Nähe von Lahore in Pakistan festgenommen wurden.

INDIEN UND IRAN

Was die angrenzenden Staaten anbelangt, scheint Indien unter dem glücklosen Manmohan Singh im Namen der USA und Großbritanniens die Rolle des kontinentalen Widersachers zu akzeptieren. Das ist das Rezept für eine kolossale Tragödie. Indien sollte vielmehr einen anhaltenden Frieden mit Pakistan eingehen, indem man aus dem Kaschmirtal abzieht, wo 95 % der Bevölkerung muslimisch sind, und mit Pakistan gemeinsame Sache machen. Ohne eine Lösung dieses Themas wird es auf dem Subkontinent keinen Frieden geben.

Bezüglich des Iran sagte George Friedmann, Chef von Stratfor, einem Ableger der US-Geheimdienstgemeinde, dem Fernsehsender Russia Today, dass die große Neuheit im nächsten Jahrzehnt die gegen Russland gerichtete Allianz der Vereinigten Staaten mit dem Iran sein wird. In diesem Szenario würde Iran China komplett den Ölhahn zudrehen. Das ist die Essenz der Brzezinski Strategie. Es ist dringend notwendig, dass sich die Antikriegsbewegung in den Vereinigten Staaten umorganisiert und eine neue Mobilisierung gegen die zynische Heuchelei von Obamas Kriegs- und Eskalationspolitik beginnt, die selbst die Kriegsverbrechen der Bush-Cheney Neocons überbietet. In dieser neuen Phase des Great Game ist nicht abzusehen, was dabei auf dem Spiel steht.

1 http://www.huffingtonpost.com/2009/12/06/feingold-why-surge-where_n_381729.html

2 Ibrahim Sajid Malick, “Did Obama Declare War On Pakistan?,” Pakistan for Pakistanis Blog, 2 December 2009.

3 Scott Shane, “C.I.A. to Expand Use of Drones in Pakistan,” New York Times, December 3, 2009. See also David E. Sanger and Eric Schmitt, “Between the Lines, an Expansion in Pakistan,” New York Times, 1 December 2009.

4 Jeremy Scahill, “The Secret US War in Pakistan,” The Nation, November 23, 2009

5 “Taliban in Pakistan blame U.S. Blackwater for deadly blast,” Xinhua News Agency, 29 October 2009,

6 Jeremy Scahill, “The Secret US War in Pakistan,” The Nation, November 23, 2009

7 Michel Chossudovsky, The Destabilization of Pakistan, Global Research, December 30, 2007

8 “Iran says having evidences of U.S. involvement in suicide bomb attacks,” Xinhua, 29 October 2009.

9 http://www.atimes.com/atimes/South_Asia/KE27Df03.html