Ron Paul: Inflationsängste sorgen für wilde Flucht ins Gold

Ron Paul, Daily Paul, 18.10.2010

Diese Woche haben sich die Inflationsängste weiter verstärkt, da der Vorsitzende der Federal Reserve Ben Bernanke am Freitag eine Rede in Boston hielt, die bei denjenigen zu einer wilden Flucht ins Gold führte, die Angst vor der kommenden „quantitativen Lockerung“ der FED haben, welche im November stattfinden soll. Andere sehen Gold als kurzfristiges Investment und beteiligten sich an unmittelbaren Gewinnmitnahmen nach der von Bernanke gehaltenen Rede.

Es ist jedoch korrekter Gold als Versicherung gegen schlechte geldpolitische Entscheidungen zu betrachten, welche die Zerstörung des Werts der Ersparnisse zur Folge haben. Diese schlechten Entscheidungen werden heutzutage in immer schnellerer Abfolge fortgesetzt und wir hören immer mehr vom Währungskrieg, besonders zwischen dem US-Dollar und dem chinesischen Yuan, dem japanischen Yen, dem australischen Dollar und dem Euro. Da die weltweiten Wirtschaften weiterhin stagnieren oder zurückgehen, werden auch die geldpolitischen Entscheidungen für Menschen immer wichtiger, die einst dachten, dieses Thema sei für sie zu undurchsichtig. Wir haben diese Woche einige Beispiele dafür, dass die US-Zentralbank blind im Dunkeln umhertastet:

Während die großen Akteure bei diesen Währungsspielchen allesmögliche auseinanderklamüsern, sind die Menschen, die am meisten darunter zu leiden haben, die Sparer, Arbeiter und jene mit festen Einkommen, da sie mit ihrem Geld immer weniger kaufen können. Täuschen Sie sich nicht – die FED und das US-Finanzministerium treiben hier Spielchen mit unserem Geld, besonders wenn es darum geht über Statistiken wie die Arbeitslosigkeit und die Inflation zu berichten. Diese Spielchen zerstören unseren Lebensstandard und verstecken lediglich, wie viel Schaden durch ihre inflationäre Politik angerichtet wird.

Die offizielle Kerninflation in den USA beläuft sich auf gerade einmal 1,14%, doch sind hiervon solch bedeutende alltägliche Güter wie Lebensmittel und Energie ausgenommen. Die wirkliche Inflation ist mit Sicherheit höher, vielleicht sogar wesentlich höher. John Williams von Shadow Government Statistics errechnete eine wirkliche Inflation von gigantischen 8,48%! Aber die manipulierten Inflationsstatistiken bescheren der Regierung Rückendeckung, wenn sie den Senioren eine Anpassung an die Lebenshaltungskosten ihrer staatlichen Rentenzahlungen verweigert. Sie dienen auch dazu die Öffentlichkeit zu überzeugen, dass eine weitere Ausdehnung der Geldmenge die Wirtschaft ankurbeln werde, ohne dass es dabei zu irgendwelchen Nebenwirkungen käme, was in den vergangenen 20 Jahren im Grunde genommen das Kernargument der Greenspan-Bernanke Politik der US-Zentralbank gewesen ist.

Natürlich stehen die Vereinigten Staaten mit ihren katastrophalen geldpolitischen Entscheidungen nicht alleine da. Dieser Problemdruck wohnt jedem Fiatgeldsystem inne, bei dem Geld nach Gutdünken und zum Wohle von Sonderinteressen geschaffen wird. Während all diese Währungen in einem Abwärtswettlauf den inflationären Weg einschlagen, wird, wenn das System auseinanderfällt, die einzige Sicherheit in stabilem Geld wie Gold liegen. Meine Hoffnung ist, dass wir zur Weisheit der US-Verfassung zurückkehren und wieder stabiles, Rohstoff-gedecktes Geld bekommen können, bevor der Dollar einen umfassenden Zusammenbruch erleidet.

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