Der Niedergang der US-Wirtschaft: Russland und China werfen US-Dollar über Bord

Dr. Paul Craig Roberts, Infowars.com, 29.11.2010

An Thanksgiving berichteten die englischsprachigen Zeitungen China Daily und People´s Daily Online, dass Russland und China eine Vereinbarung getroffen haben, die Verwendung des US-Dollars in ihrem bilateralen Handel aufzugeben und stattdessen ihre eigenen Währungen zu nutzen. Die Russen und die Chinesen erklärten, dass sie diesen Schritt ergriffen haben, um ihre Wirtschaften vor den Risiken zu schützen, die ihr Vertrauen in den US-Dollar als eine Weltreservewährung untergraben hätten.

Das ist eine Riesengeschichte, besonders zu Thanksgiving, wo es sonst nicht allzu viel zu berichten gibt, aber ich konnte auf Bloomberg, CNN, in der New York Times oder sonstwo in den US-Printmedien oder im Fernsehen keine Meldungen darüber finden. Der Kopf von Vogel Strauß bleibt im Sand.

Zuvor hatte China bereits dieselbe Vereinbarung mit Brasilien abgeschlossen.

Während China über große und weiter anwachsende Dollarbestände aus Handelsüberschüssen verfügt, mit denen das Land Handel treiben kann, signalisiert es zur selben Zeit, dass es den russischen Rubel und den brasilianische Real weiteren US-Dollars vorzieht.

Die amerikanische Finanzpresse findet Trost durch die Staatsschulden-Schreckensepisoden in der Europäischen Union, die den US-Dollar gegenüber dem Euro und dem britischen Pfund steigen lassen. Aber diese Währungsbewegungen sind lediglich eine Maßeinheit für Finanzakteure, die in Schwierigkeiten befindliche in Euro denominierte Schulden abverkaufen. Dadurch wird jedoch nicht die Stärke des Dollars bestimmt.

Die Rolle des US-Dollars als Weltreservewährung ist eines der Hauptinstrumente amerikanischer Finanzherrschaft. Uns ist nichts darüber berichtet worden, wie viel Schaden die Wall Street Betrügereien bei Finanzinstitutionen in der Europäischen Union angerichtet haben, aber die EU-Länder brauchen den US-Dollar nun ebenfalls nicht mehr, wenn sie Handel untereinander treiben, da die sie dieselbe Währung haben. Wenn die OPEC-Länder erst einmal damit aufhören, ihre Dollars zu halten, die sie für ihre Öllieferungen bekommen, wird die Dollarvorherrschaft Geschichte sein.

Ein weiteres Instrument amerikanischer Finanzherrschaft ist der Internationale Währungsfonds. Wann immer ein Land seine Schulden nicht bedienen kann und nicht in der Lage ist, US-amerikanische Banken zu bezahlen, tritt der IWF mit einem Austeritätspaket auf den Plan, durch das die Bevölkerung des Landes mit höheren Steuern, Ausgabenstreichungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie bei Gehaltsbeihilfen solange ausgequetscht wird, bis die Banker ihr Geld zurückbekommen.

Genau das passiert gerade in Irland und wird wahrscheinlich auch auf Portugal, Spanien und vielleicht sogar Frankreich übergreifen. Nach der durch die USA verursachten Finanzkrise wird die Rolle des IWF als Werkzeug des US-amerikanischen Imperialismus immer weniger annehmbar. Es wird der Zeitpunkt kommen, an dem die Regierungen ihr Volk nicht mehr länger zum Wohle amerikanischer Banken verraten können.

Es gibt Anzeichen dafür, dass einige Länder den unverantwortlichen Machtgebrauch der USA nicht mehr länger hinnehmen wollen. Die türkischen Zivilregierungen standen lange unter Kontrolle des durch Amerika beeinflussten türkischen Militärs. Jüngst ging die türkische Zivilregierung jedoch gegen zwei Spitzengeneräle vor, die verdächtigt wurden, einen Putsch zu planen.

Die türkische Regierung setzte sich ebenfalls durch, als sie an Thanksgiving verkündete, dass die Türkei darauf vorbereitet sei, auf jegliche israelischen Offensiven gegen den Libanon zu reagieren. Wir haben hier also einen amerikanischen NATO-Verbündeten, der sich von der amerikanischen Oberherrschaft, die durch das türkische Militär ausgeübt wird, befreit. Wer weiß, vielleicht sind die Deutschen die nächsten.

Unterdessen sind die amerikanischen Bürger weiterhin einverstanden mit bzw. blind bezüglich ihrer Rolle als Schafe, die zu Füßen der Reichen geschlachtet werden sollen. Die Obama-Regierung hat es geschafft, mit einer Defizit-Kommission hervorzukommen, deren Mitglieder für Multi-Billionen-USD-Kriege zahlen wollen, die den militärisch-industriellen Komplex bereichern, und die Multi-Billionen-USD-Rettungspakete für das Finanzsystem schnüren wollen, indem sie die jährlichen Rentenerhöhungen des staatlichen Rentensystems zurückfahren, das Rentenalter auf 69 Jahre anheben, der steuerlichen Absetzbarkeit von Hypothekenzinsen ein Ende bereiten, Steuererlässe für arbeitgeberseitig bereitgestellte Krankenversicherungen streichen und eine 6,5%ige bundesweite Mehrwertsteuer einführen, während sie gleichzeitig die Spitzensteuersätze für die Reichen senken.

Selbst die niedrigen Zinssätze der Federal Reserve zielen darauf ab, den Bankstern zu helfen.

Durch die niedrigen Zinssätze werden die Pensionäre und diejenigen, die von den Zinsen ihrer Ersparnisse leben, ausgeraubt. Die niedrigen Zinssätze haben auch den Pensionsfonds der Firmen die Möglichkeit genommen sich zu finanzieren. Die Verschuldung der Unternehmen steigt weiter an, wobei die aufgenommen Gelder jedoch nicht in neue Fabriken und Anlagen fließen, wodurch Einnahmen generiert würden, mit denen man die Schulden abbezahlen könnte. Da sich die Wirtschaft weiter verschlechtert, wird auch die Bedienung dieser zusätzlichen Schulden zu einem Problem werden.

Darüberhinaus finden die älteren Amerikaner immer weniger Ärzte, die sie als Patienten akzeptieren, da bei den ohnehin bereits geringen Vergütungen der Ärzte durch die staatliche Krankversicherung jetzt auch noch weitere Einschnitte in Höhe von 23% drohen.

Die amerikanische Regierung hat nur noch Ressourcen für Angriffskriege, polizeistaatliche Übergriffe und Rettungspakete für die reichen Bankster. Das amerikanische Volk ist nur noch dafür da, für die herrschende Oligarchie zu bluten.

Die polizeistaatliche Einstellung der US-Transportsicherheitsbehörde gegenüber Flugreisenden ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Amerikaner nicht mehr länger Bürger mit Rechten sind, sondern Untergebene ohne Rechte. Vielleicht wird irgendwann einmal der Tag kommen, an dem die unterdrückten Amerikaner wie die Franzosen, Griechen, Iren und Briten auf die Straße gehen werden.

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