Chapman: Goldstandard führt sich selbst wieder ein

Die Eurozone bricht auseinander, und Deutschland ist auch nicht in der Lage, alle Pleiteländer zu retten. Die PIIGS-Staaten, Osteuropa, Großbritannien, die USA und viele weitere Länder sind bankrott. Wenn die Panik ausbricht, wird es zu spät sein, sich noch in Sicherheit zu bringen

Bob Chapman, The International Forecaster, 01.12.2010

70% der US-Staatsschulden werden von Privatinvestoren gehalten, und wenn diese zu begreifen beginnen, dass die USA tatsächlich am Ende sind, ist das Spiel aus.

Und bei den Europäern ist es so, dass Deutschland überhaupt nicht in der Lage ist, die Rettungen der anderen europäischen Länder zu zahlen, ohne dabei selbst pleite zu gehen. Deutschland versinkt gerade in den Schulden anderer Länder.

Dass China und Russland die Verwendung des US-Dollars einstellen werden, ist ein sehr wichtiges Ereignis, ja in der Tat eine Riesenneuigkeit. Obwohl es beim US-Dollar-Index gegenwärtig eine Rally gibt, wird dies dazu führen, dass die Nachfrage nach US-Dollars weiter zurückgeht und sich der Verfall des Dollars beschleunigt.

Wenn die durch die europäischen Probleme verursachte Dollar-Rally erst einmal vorüber ist, sollte der US-Dollar-Index auch wieder die Marke von 74 durchbrechen. Die Insolvenz der Vereinigten Staaten wird gegenwärtig einfach ignoriert, da man sich zurzeit lieber die 5 Eurozonenländer Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien vornimmt.

Darüberhinaus fragen wir uns auch, ob das stärkste Eurozonenland, Deutschland, den Anschlag der 5 PIIGS-Länder sowie ihre Finanzprobleme überhaupt überleben kann. Das deutsche Volk ist sehr besorgt, dass es diese Club-Med Länder retten muss.

Aufgrund einer großen Zahl an liberalen US-Bundesstaaten, in denen riesige Mengen an illegalen Einwanderern leben, und die allesamt pleite und auf fortwährende Finanzierung seitens der Bundesregierung angewiesen sind, befinden sich die Vereinigten Staaten in derselben Misere wie die Eurozone. Durch diese Bezuschussung kommt es auch zu einer Abtretung der Kontrolle und Entscheidungsgewalt der US-Bundesstaaten an die US-Bundesregierung.

Die beiden Situationen sind sich also sehr ähnlich.

Ein Auseinanderbrechen der Eurozone und ein Auseinanderbrechen der unnatürlichen Allianz, die unter dem Namen Europäische Union bekannt ist, halten wir bereits seit dem Jahre 1997 für unabwendbar. In den USA können ähnliche Umstände zu einer Verstärkung der Unabhängigkeitsbestrebungen der US-Bundesstaaten führen, die sich immer mehr von der US-Bundesregierung absetzen wollen. In beiden Fällen, in Europa wie den USA, dürfte es interessant sein zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Es könnte durchaus sein, dass am Ende jeder für sich selbst kämpft.

Auf der ganzen Welt gibt es eine riesige Zahl an Banken, Personen und Unternehmen, die pleite sind. Die Banken, Wall Street und die City of London sind die Wurzel dieser Probleme gewesen – und dadurch, dass die Länder sie gerettet haben und dem Steuerzahler die Schulden aufbürdeten, zerstörten sie den Wert ihrer Währungen gegenüber Gold. Das Problem ist nicht der Kurs einer Fiatwährung gegenüber einer anderen, sondern der Kurs aller Währungen gegenüber Gold.

Die wirkliche Flucht aus den Währungen hat noch nicht einmal begonnen, da 95% der Welt das Problem noch garnicht erkannt hat. Wenn die Schuldenmärkte erst einmal feststellen, was los ist, dann wird die Massenpanik ihren Lauf nehmen, und nicht jeder wird in der Lage sein, zum Ausgang zu gelangen. Alle werden es gleichzeitig versuchen, und es wird buchstäblich das Chaos ausbrechen. Die Gold uns Silbermärkte zeigen einem dies bereits an.

Diejenigen, die jetzt handeln, können ihr Vermögen retten, der Rest wird fast alles verlieren, so wie wir es bereits in der Vergangenheit erlebten. Nächstes Jahr werden sich immer mehr Menschen an der Flucht in Richtung Qualität beteiligen, während es gleichzeitig zu starken Preisanstiegen kommen wird. Das Vertrauen gegenüber allen Währungen wird immer weiter abnehmen, da sich diese auf direktem Wege in Richtung eines massiven Zusammenbruchs befinden.

Ein hier noch hinzukommender Faktor ist, dass die Börsen wie die LBMA in London und die COMEX in New York City bedeutend mehr Gold- und Silberkontrakte verkauften, als sie überhaupt zu liefern in der Lage sind. Das wird zu einer Versorgungskrise führen, und zwar nicht nur bei ihnen, sondern auch im Derivatemarkt. In einem Szenario, wo alle Geld verlieren, könnte das durchaus zu einem Zusammenbruch der börsennotierten Fonds GLD und SLV führen.

Die Manipulation im Gold- und Silbermarkt wird bereits seit August 1988 kontinuierlich aufrecht erhalten, und jetzt bemühen sie sich noch nicht einmal mehr darum zu verheimlichen, welches Spiel sie hier treiben. Sie tun es nun auf auffällige und arrogante Art. Dank der US-Regierung, der US-Aufsicht für Options- und Terminhandel (CFTC) und der US-Börsenaufsicht (SEC) – die als Ordnungshüter im Sinne der Regierung und derjenigen, die die Regierung kontrollieren, handeln – gibt es bereits seit vielen Jahren überhaupt keine freien Märkte mehr. Es ist eine absolute Schande für eine Demokratie. Offensichtlich haben wir nun auch keine Demokratie oder Republik mehr, vielmehr hat der korporativistische Faschismus jetzt diesen Platz eingenommen.

Hoffnungslose Menschen tun hoffnungslose Dinge, und das gilt auch für Regierungen. Zahlreiche Regierungen sind pleite. Wir kennen bereits die unter dem Namen PIIGS bekannten europäischen Regierungen. Dann gibt es aber noch viele osteuropäische Länder, England und die USA sind ebenfalls hinzuzuzählen.

Diese Länder befinden sich alle in einer hoffnungslosen Verfassung, was auch der Grund dafür ist, dass die USA und Großbritannien den Preis für Gold und Silber drücken. Wenn Gold und Silber weiter im Wert steigen, dann werden immer mehr Menschen begreifen, dass hier gerade etwas richtig schief läuft. Der Dreh- und Angelpunkt des weltweiten Finanzsystems, die USA, sind am Ende, und der US-Dollar ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt ist.

Das letzte Mal, als wir uns die Devisenbestände aller Länder anschauten, wurden davon 59,5% in US-Dollar gehalten, was bedeutet, dass alle Länder darunter zu leiden haben, wenn der Dollar weiter fällt. Die Länder, Personen und Konzerne, welche die Nebelkerzen durchblicken und die Wahrheit erkennen, können sich retten, indem sie den US-Dollar abstoßen, und sich Gold und Silber dafür kaufen. Wenn die Panik erst einmal einsetzt, wird es zu spät sein.

In letzter Zeit kam es seitens offizieller Quellen zu Stellungnahmen bezüglich eines Goldstandards. Wir sind der Meinung, die Elitisten begreifen langsam, dass ein weltweiter Handel ohne Golddeckung künftig nicht mehr möglich sein wird. Die Länder werden sich nicht mehr länger aussaugen lassen, so wie es unter dem Fiat-Dollar der Fall gewesen ist. Wir wissen auch, dass die meisten Ökonomen die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Systems befürworten, damit sich nichts über wirkliche Ökonomie dazulernen müssen.

Selbst die sogenannten konservativen Ökonomen und Analysten glauben an das gegenwärtige System, bei dem es sich schlichtweg um eine abgrundtiefe Katastrophe gehandelt hat. Es war aus zwei Depressionen heraus geboren, und die Bevölkerungsexplosion ist kein Grund dafür, warum es keine goldgedeckten Währungen geben sollte.

Gold hat wenig mit der Geld- und Kreditschaffung der Zentralbanken und Regierungen gemein. In Wirklichkeit geht die Goldproduktion gegenwärtig zurück, und jährlich kommen gerade einmal 1,5% hinzu, was Gold rar und wertvoll macht. Das Vorhandensein einer Golddeckung würde dabei helfen, dass die Nachfrage nach dem gelben Metall erhöht wird, was wiederum die Goldversorgung ankurbelt.

Die Keynesianer vergessen ganz gerne die durch sie angerichteten Kriege und Verwerfungen, wie die Staatsverschuldung und die Geldmengenausweitung durch das fraktionale Reservesystem. Inmitten eines Umfelds einer abnehmenden Weltbevölkerung, haben wir heutzutage immer noch Kriege – das ist eine Art von Doppelschlag, der die Begründung, mehr Geld und Kredit zu schaffen, gewissermaßen einschränkt.

Das wirkliche Problem ist doch, dass Gold die Zentralbanken und die Banken in ihren Handlungsspielräumen einschränkt. Gold schränkt auch die Fremdfinanzierung ein, was der Grund dafür ist, warum die Elitisten Gold hassen, und warum uns eine Aufwärtsbewegung beim Goldpreis anzeigt, dass etwas mit dem System nicht stimmt.

Immer wenn das System erneut in Schwierigkeiten gerät, wird neues Geld und neuer Kredit geschaffen. Dadurch kann das System durchaus eine Weile am Leben erhalten werden, aber hierbei handelt es sich auch um die Schaffung von Schulden, was im Gegenzug zu einer Abwertung des Dollars führt.

Es ist nicht möglich, Schulden und die sich daraus ergebenden Implikationen von einer Währung zu isolieren, so wie es die deutsche Kanzlerin Angela Merkel vergangene Woche probierte. Sie machte sich dabei bloß zum Narren. So kommt eins zum andern: Jeden Tag wird die Glaubwürdigkeit ein wenig mehr beschädigt, und jeden Tag steigt Gold ein wenig höher.

Deshalb tauchen in Europa nun auch die ersten goldgedeckten Konten auf, vor allem in Österreich. Und unter diesen Umständen wird sich dieser Trend auch weiter verfestigen, weil die Flucht in Richtung Qualität immer weiter zunehmen wird. Da die Regierungen bei der Zerstörung ihrer Währungen gerade untereinander im Wettstreit liegen, sind derartige Reaktionen durchaus nachvollziehbar.

Jedes Mal, wenn die Staaten den Wert ihrer Währungen verringern wollen, kaufen sie Dollars, um so ihre eigene Währung zu verbilligen. Mit diesen Dollars kaufen sie sich dann US-Staatsanleihen – also mit einer Währung, die gegenüber anderen Währungen ebenfalls abwertet, und vor allem gegenüber Gold an Wert verliert. Wir sollten uns hier noch einmal vergegenwärtigen, dass in den vergangenen 10 Jahren alle Währungen gegenüber Gold gefallen sind. Daher wird dieser erbarmungslose Wettkampf der Währungen, die sich dabei selbst ins Aus manövrieren, auch weitergehen.

In der abschließenden Analyse stellt es eine natürliche Weiterentwicklung dar, wenn die Exporteure verlangen, in Gold oder in einer goldgedeckten Währung bezahlt zu werden – ansonsten werfen sie die Fremdwährungen einfach auf den Markt, tauschen sie gegen ihre eigene Währung ein oder kaufen damit Gold, Rohstoffe und andere physische Dinge. Und genau da geht die Reise hin.

Es könnte künftig auch zu einer vermehrten Verwendung von Gold-, Silber- und Rohstoffanleihen sowie Aktien von Edelmetall- und Rohstoffproduzenten kommen. Auf alle Fälle wird es gold- und silbergedeckte Konten geben, genauso, wie es in Österreich angeboten wird. Solange die Fiatwährungen weiter abwerten, wird es auch eine wachsende Nachfrage nach derartigen Konten geben, bei denen sich Gold im schlimmsten Falle auf einem kontinuierlichen Niveau hält. Der Wert von Gold und Silber wird auch weiterhin stabil bleiben.

Es könnte sogar sein, dass goldgedeckte Kreditkarten zu einem gewöhnlichen Zahlungsmittel werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass eine Geldpolitik Gold mit einbezieht, wenn das Vertrauen in den Köpfen der Menschen auf der gesamten Welt jemals wieder hergestellt werden soll.

Man sollte hier auch berücksichtigen, dass die Goldpreisdrückung nicht funktioniert hat und über längere Zeiträume auch garnicht funktionieren kann. Es gibt jene, die der Meinung sind, dass die Wiedereinführung von Gold bedeutende Aufschläge mit sich brächte. Wir glauben, dass es zunächst einmal eine substantielle Veränderung bedeuten würde.

Was die Ökonomen und Analysten absolut nicht begreifen, ist die Geschichte des Geldes. Die Golddeckung dient nicht nur der Stützung des Vertrauens, sondern hat auch zeitliche, örtliche, soziale und politische Auswirkungen. Die Keynesianer werden schon bald gemeinsam mit der Welt der Fiatwährungen untergehen. Gold und seine Rolle in der Geld- und Fiskalpolitik werden sich selbst wieder Geltung verschaffen, und man wird Gold wieder als einen vertrauenswürdigen Vermögensspeicher erachten.

Der Aufstieg des Goldes bringt für die Regierungen Probleme mit sich, da die Seigniorage-Gewinne bei einer Weltreservewährung wie dem US-Dollar ebenso wie die Weiterverbreitung von Geld und Kredit dadurch stark eingeschränkt würden. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre sind wir bereits Zeugen der Wiederauferstehung von Gold geworden, und das ist erst der Anfang in einem Prozess, in dem Gold bzw. die Golddeckung wieder universell werden wird.

Für die Nationen ist es extrem nachteilig, wenn sie die Kriegsfanfare des Goldes einfach ignorieren. Wenn sie Gold nicht wieder in ihre Währungsreserven einbinden, werden sich private Systeme entwickeln, ob sie das nun wollen oder nicht.

Der Abbau von Fremdkapital hat bereits begonnen, und für die Banken gibt es kein Zurück mehr. Banken und Regierungen werden ernsthafte Schwierigkeiten bekommen und viele werden bankrott gehen. Seien Sie vorsichtig, bedeutende Veränderungen und Verwerfungen sind gerade im Gange. Wenn Sie kein Gold und Silber besitzen, werden Sie mit einer ganzen Menge an Problemen zu kämpfen haben.

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