Extrem hohe Nachfrage nach physischem Gold und Silber sorgt für steigende Preise

Die ältesten Währungen der Welt werden immer teurer, während sich Zentralbanken, Staaten, Privatanleger und institutionelle Investoren im Kaufrausch ergehen

Propagandafront.de, 04.12.2010

Gold und Silber gingen in der ersten Dezemberwoche mit neuen Bestmarken aus dem Handel. Noch nie erreichte Gold eine so hohe Schlussnotierung wie am 03.12.2010. Das gelbe Metall verabschiedete sich mit USD 1.414,50 pro Feinunze ins Wochenende.

Auch Silber konnte sich am Freitag durchsetzen und kletterte mit USD 29,34 pro Feinunze auf die höchste Schlussnotierung seit über 30 Jahren. In der europäischen Einheitswährung errang Silber am Freitag die höchste Schlussnotierung aller Zeiten in Höhe von EUR 21,87 pro Feinunze.

Unterdessen ist die extrem hohe weltweite Nachfrage nach physischen Edelmetallen ungebrochen, was den massiven Preisdruck bei Gold und Silber nur noch verstärken dürfte.

Bloomberg.com berichtete am 02.12.2010, dass sich die chinesischen Goldimporte in den ersten 10 Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 45 Tonnen auf 209 Tonnen verfünffacht haben. 209 Tonnen hören sich schon gigantisch an, sind jedoch nur die halbe Wahrheit. Der Edelmetallanalyst Julian D. W. Phillips geht davon aus, dass die chinesische Regierung und chinesische Privatinvestoren in 2010 insgesamt mindestens 620 Tonnen Gold aufsaugen werden.

China ist gegenwärtig der weltgrößte Goldproduzent, und die chinesische Zentralbank kauft bereits seit ein paar Jahren die gesamte inländische Produktion – die für 2010 mit rund 340 Tonnen veranschlagt wird – vollständig auf, um Gold in seine Währungsreserven zu integrieren, ein Verhalten, das in den vergangenen Jahren auch bei Russland und anderen Ländern der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit beobachtet werden konnte.

Die chinesischen Sparer haben immer mehr Angst vor der Inflation, weshalb sie in den vergangenen 7 Jahren in zunehmendem Maße in die sicheren Häfen von Gold und Silber flüchteten. Bloomerberg.com zitierte den geschäftsführenden Direktor Fernost des World Gold Council, Albert Cheng, bezüglich der Explosion der Goldimporte Chinas mit den Worten:

„Es könnte sein, dass die Zentralbank nun alle Goldimporte bewilligt. Die Regierung hat offiziell zwar nicht gesagt, dass China private Gold-Investments fördert, in der Branche gehen wir jedoch davon aus. Und es ist ja auch ein großer Anstieg bei den über die Börse ausgelieferten Goldimporten zu erkennen, welche durch sie bewilligt worden sein müssen.“

Im kommunistisch/maoistischen China, der mit Abstand brutalsten und bittersten kollektivistischen Diktatur des 20. Jahrhunderts (alleine von 1958 bis 1962 wurden über 45 Millionen Menschen abgeschlachtet, ausgehungert, lebendig begraben usw.), war der Goldbesitz für Privatinvestoren zwischen 1945 und 2003 verboten:

„Als der Goldbesitz erlaubt wurde, förderte man ihn anfangs nur zögerlich. Zunächst musste – wie dies bei so vielen Finanzbranchen Chinas der Fall ist – das westliche Finanzsystem der Entwicklung von Fachwissen und den Strukturen angepasst werden, um diese Veränderungen bewältigen zu können. Im Falle von Gold musste der Shanghaier Goldmarkt eingerichtet und ein Goldhandelssystem der Banken ins Leben rufen werden, was 2003 begann und alles seine Zeit brauchte, um ein ausreichend leistungsfähiges System für ihre Goldmärkte zu schaffen.

Im vergangenen Jahr erlebten wir, wie die chinesische Regierung es einer wesentlich größeren Zahl an Banken und Importeuren erlaubte, Gold ins Land einzuführen. Das Goldhandelssystem der Chinesen hat immer noch einen langen Weg vor sich, ebenso wie dies bei der Gesamtentwicklung des Landes der Fall ist. Das Handelssystem hat sich langsam und schrittweise entwickelt – zunächst in den Hauptzentren der Neureichen, und später mithilfe der 5 größten chinesischen Banken und ihrer bedeutendsten Filialzentren. Mittlerweile ist es allen Banken erlaubt, Gold zu vertreiben, was im Rahmen der Entwicklung Chinas langsam auch bis in die entlegenen westlichen Regionen vordringen wird…

Darüberhinaus gab die Regierung vor zwei Jahren bekannt, dass die chinesische Zentralbank ihren Goldreserven 400 Tonnen hinzufügte. Dabei wurde deutlich, dass von 2002 bis 2007 irgendeine andere Regierungsbehörde im Auftrag der Zentralbank Gold aufgekauft haben musste.

Wir sind der Meinung, dass dieselbe Behörde auch weiterhin Gold für die Zentralbank aufkauft. Das wird jedoch erst bekannt gegeben, wenn es der Regierung genehm ist, wahrscheinlich in drei Jahren, da sie dann alle 5 Jahre berichten würde.

Wir gehen nun jedoch immer mehr davon aus, dass es durchaus eine Fehleinschätzung gewesen sein könnte, anzunehmen, dass diese 400 Tonnen in dem fünfjährigen Zeitraum vor 2008 mit einer gleichmäßigen Rate gekauft worden sind. Es könnte auch gut sein, dass es sich bei dem Betrag um den Anstieg der chinesischen Goldproduktion während dieses Zeitraumes handelt. Schließlich haben die Chinesen selbst erklärt, dass sich der Kauf auf dem internationalen Markt als schwierig herausstellen könnte, ohne den Goldpreis dadurch nach oben zu treiben…Es macht also viel mehr Sinn die einheimische Produktion außerhalb des Marktes aufzukaufen.

Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Regierung immer noch auf dem internationalen Markt kauft und auch die inländische Produktion aufkauft, aber es ist unmöglich zu ermitteln, was das für Beträge sind, solange die Regierung keine Zahlen dazu liefert. Es ist darüberhinaus auch sehr schwierig festzustellen, was Zukäufe der Regierung sind, und welche Menge seitens der chinesischen Schmuck- und Investmentbranche gekauft wird.

Da sich die diesjährige Inlandsproduktion auf 340 Tonnen beläuft und die Importe für dieses Jahr mit rund 280 Tonnen veranschlagt werden, wir jedoch nicht wissen, wie viel Gold für die Regierungsbehörde vielleicht noch in Lagerstätten in Hong Kong verwahrt wird, können wir davon ausgehen, dass China in 2010 auf eine Gesamtmenge von mindestens 620 Tonnen kommt…“, schrieb Julian D. W. Phillips am 01.12.2010

Die Silbernachfrage ist ebenfalls auf einem rekordverdächtigen Niveau. Die US-Bürger haben große Ängste vor einem vollständigen Wirtschaftszusammenbruch und einer sich weiter verschärfenden Kaufkraftentwertung des US-Dollars, weshalb sie damit begonnen haben, immer größere Mengen an Silber zu horten. So explodierten die Verkäufe für die 1-Unze-Anlagemünze „U.S. Silver Eagle“ der US-Münzprägeanstalt im November dieses Jahres auf ein Allzeithoch von 4,26 Millionen Stück.

Alleine im Jahre 2010 konnte der Silberpreis um 60% zulegen. Der Chef der Analyseabteilung von Bank of America-Merill Lynch, Francisco Blanch, erklärte gegenüber CNBC, dass die industrielle Nachfrage nach Silber – dem Metall mit der besten Wärmeleitfähigkeit, höchsten Lichtreflektion und besten elektrischen Leitfähigkeit – alleine in diesem Jahr um rund 20% gestiegen ist.

Wie German.china.org.cn am 03.12.2010 meldete, ist der Silberhandel in China in den ersten 10 Monaten des Jahres 2010 um gigantische 290% explodiert. China – eines der weltgrößten Silberproduzenten – wird daher dieses Jahr praktisch kein Silber ausführen und den überwiegenden Teil der Inlandsproduktion an chinesische Investoren ausgeben.

Das Gold/Silber-Verhältnis liegt aktuell bereits bei 48,2 – viele Edelmetallanalysten gehen davon aus, dass sich der Silberpreis im weiteren Verlauf des Edelmetallbullenmarktes dem Goldpreis noch bis auf ein Verhältnis von 1:20 annähern könnte.

Dank der Staatsschuldenkrise der westlichen Industrieländer, von denen die meisten nun hoffnungslos überschuldet sind, kann mathematisch überhaupt keine Preisobergrenze für den Edelmetallrausch der kommenden Jahre ermittelt werden, meint zumindest Edelmetallanalyst Jerry Western, der am 01.12.2010 noch einmal eindringlich davor warnte, dass aufgrund des westlichen Zentralbankwesens die reale Gefahr bestünde, für Papierfetzen bald überhaupt kein Gold zu bekommen:

„Wir verwenden solche Formulierungen wirklich ungerne, und wollen uns auch nicht angstreiberisch anhören, aber es liegt in der Natur der Märkte und des Lebens, dass von Zeit zu Zeit Überraschungen eintreten. Wie viele Menschen haben den Marktzusammenbruch des Jahres 1929, den Angriff von Pearl Harbor oder das Goldverbot von 1933 vorhergesagt? Nur sehr wenige, wenn überhaupt. Und wir sind der Meinung, dass dies auch bei der kommenden Entwicklung des US-Dollars und von Gold und Silber der Fall sein wird.

Die Geldmenge muss fortwährend erhöht werden, da in einem Fiatgeldsystem – also einem kreditbasierten Geldsystem wie dem unseren – das gesamte Geld durch Kredite geschaffen wird. Es muss daher eine immer weiter anwachsende Zahl an Dollars geben, die geschaffen werden, um die bestehenden Kredite abzubezahlen. Wenn ein Kredit mit 10% Zinsen vergeben wird, dann muss 10% mehr Geld ins System eingebracht werden, um den Kredit wieder abzuzahlen. Mit dem zurückgezahlten Geld werden dann noch mehr Kredite geschaffen, und so schreitet das System immer weiter voran.

Um dies zu verdeutlichen, betrachten wir ein ganz einfaches Beispiel: Man vergibt einen Kredit in Höhe von USD 100 zu 10% Zinsen. Der zurückgezahlte Betrag beläuft sich auf USD 110. Diese USD 110 werden dann wiederum für 10% Zinsen weiterverliehen. Der zurückgezahlte Betrag ist USD 121 und wird dann erneut zu 10% weiterverliehen. Es müssen daraufhin USD 133,10 zurückgezahlt werden, usw.

Sehen Sie, wie die Geldmengenversorgung hier ausgeweitet wird?

Aber es wird nicht nur die Geldmenge ausgeweitet, sondern es kommt mit jeder neuen Runde auch zu einer Erhöhung der im Umlauf befindlichen Geldmenge. Würden wir dieses Wachstum in Form eines Diagrammes darstellen, dann stellten wir fest, dass die Linie nicht linear verläuft, sondern im Laufe der Zeit in einem immer spitzeren Winkel ansteigt. Nach einer Reihe von Wiederholungen kommt es dann zu einem vertikalen Anstieg, und eine vertikale Linie kann auf Dauer nicht gehalten werden.

Da die weltweite Goldmenge relativ stabil ist, und ihr Preis in US-Dollar ausgewiesen wird, während zur selben Zeit die Menge des US-Dollars zunimmt, ist auch der Anstieg des Goldpreises unvermeidlich.“

Western rechnet jedoch nicht damit, dass dies tatsächlich eintritt, sondern erklärt, es käme zuvor zu Schuldenabwertungen und einem Währungsschnitt. Die Notwendigkeit für eine multilaterale Schulden- und Währungsabwertung wird aufgrund der riesigen Gesamtverschuldung der Länder zu einem immer dringlicheren Thema.

Großbritannien, Spanien, die Schweiz, Frankreich, Italien, die USA und Deutschland – um nur einige wenige zu nennen – dürfte es aller Voraussicht nach mit voller Wucht umreißen. All diese Länder weisen eine gigantische Gesamtverschuldung auf, die sich aus Verbindlichkeiten der Regierungen, Finanzinstitutionen, Unternehmen und Privathaushalte zusammensetzt.

In Deutschland – dem Musterknaben Sowjeteuropas – belief sich die Gesamtverschuldung beispielsweise bereits im Jahre 2008 auf über 250% des Bruttosozialprodukts. Die kollektivistische Einheitspartei Deutschlands, die dem deutschen Volk die EU-Despotie und die verhasste europäische Einheitswährung aufgezwungen hat, sieht sich in den nächsten Jahren massiven, praktisch unlösbaren Finanzierungsproblemen gegenüber.

Jeder Bürger sollte sich daher ernsthaft überlegen, inwiefern es noch Sinn macht, Papierfetzen der sowjeteuropäischen Zwangswährung zu halten, die laut Meinung zahlreicher Analysten vor einer bedeutenden Abwertung, wenn nicht sogar gänzlich vor dem Zusammenbruch steht.

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