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Goldrausch: Warum kaufen die Chinesen wie verrückt Gold, so als gäbe es kein Morgen mehr?

Goldmünzen kaufen

The American Dream, 17.12.2010

Ja, warum kaufen die Chinesen so viel Gold? In 2010 war die Goldnachfrage aus China einer der Hauptfaktoren für den dramatischen Goldpreisanstieg. Gold ist dieses Jahr um rund 26% im Preis gestiegen, und die meisten Analysten gehen davon aus, dass Gold in 2011 sogar noch weiter steigen dürfte.

Also warum kauft China in derart atemberaubender Geschwindigkeit Gold? Ist es, weil die Chinesen es als gutes Investment ansehen, oder gibt es hier noch andere Faktoren, die eine Rolle spielen? Erachten die Chinesen Gold als Inflationsschutz oder wollen sie aus den US-Staatsanleihen? Ist Gold vielleicht einfach nur attraktiver geworden, als Papierwährungen wie der Euro oder der US-Dollar? Könnte es sein, dass sich China vielleicht auf den kommenden Finanzzusammenbruch vorbereitet, den zahlreiche Analysten vorhersagen?

Es ist immer recht schwierig, genau zu erklären, was China in Wirklichkeit treibt, aber eine Sache ist sicher – die Chinesen kaufen gerade Gold, als gäbe es kein Morgen mehr.

Vor kurzem wurde bekanntgegeben, dass China während der ersten 10 Monate in 2010 insgesamt 209,7 Tonnen Gold importiert hat. Das ist das Fünffache von dem, was China innerhalb der ersten 10 Monate des Jahres 2009 importierte. Was ist für diesen dramatischen Anstieg der Goldimporte verantwortlich? Braucht China das ganze Gold für den inländischen Bedarf?

Zweifellos wird Gold in China immer populärer, aber es ist ja nun nicht so, als würde China nicht selbst genügend Gold produzieren. In Wirklichkeit ist China seit 2007 sogar die Nummer 1 unter den weltweiten Goldproduzenten. Man kann also nicht sagen, dass die Chinesen eine Goldknappheit hätten.

Was könnte also erklären, das China seine Goldbestände derart rasant aufstockt? Nun ja, es scheint hier vier Haupttheorien zu geben, warum China sich gerade Unmengen an Gold einverleibt:

1. Inflationsschutz

In China kommt es gegenwärtig bereits zu sehr ernsthaften inflationären Entwicklungen. Besonders die Nahrungsmittelinflation droht außer Kontrolle zu geraten. In einem inflationären Umfeld, hat sich Gold immer als ein gutes Investment bezahlt gemacht.

2. Eine Alternative zu US-Staatsanleihen

Innerhalb der vergangenen 10 Jahre hat China massiv in US-Staatsanleihen investiert. Die US-Regierung schuldet China gegenwärtig rund USD 1 Billion. In den letzten ein bis zwei Jahren hat China seine Käufe von US-Staatsanleihen jedoch zurückgefahren und stattdessen aktiv nach alternativen Investitionsmöglichkeiten Ausschau gehalten. Gold ist immer ein sicheres Investment gewesen, und da sich das Weltfinanzsystem gegenwärtig in einem derart instabilen Zustand befindet, macht es jede Menge Sinn, in Gold zu investieren.

3. Ein Mangel an Vertrauen in Papierwährungen

Innerhalb der vergangenen 10 Jahre hat China einen gigantischen Berg an Devisenreserven angehäuft, wobei die Papierwährungen wie der Euro und der US-Dollar jedoch seit geraumer Zeit zunehmend an Stabilität verlieren.

Aufgrund der europäischen Staatsschuldenkrise läuft der Euro Gefahr, jeden Moment zusammenzubrechen. Die zweite Runde der quantitativen Lockerung der Federal Reserve und die Steuererleichterungen, die Barack Obama und die Republikaner gegenwärtig durch den Kongress bringen wollen, sorgen beim Rest der Welt für einen tiefgreifenden Vertrauensverlust gegenüber dem US-Dollar.

In einem solchen Umfeld wird das Halten von Papierwährungen immer unattraktiver.

4. Vorbereitung auf den kommenden Finanzzusammenbruch

Man muss kein Genie sein, um herauszufinden, dass wir uns zurzeit in der allergrößten Schuldenblase der Menschheitsgeschichte befinden, und das Weltfinanzsystem irgendwann zusammenbrechen wird. Wenn das passiert, sind die sichersten Bereiche, in denen man investiert sein kann, Gold, Silber und viele andere Rohstoffe.

Ob die Chinesen dies nun absichtlich machen oder auch nicht – im Hinblick auf den bevorstehenden Finanz-Tsunami positionieren sie sich durch ihre aktuellen Goldkäufe jedenfalls bedeutend besser als die meisten anderen Länder.

Noch einmal: Es ist wirklich schwer, genau zu sagen, was China hier treibt. Vielleicht werden sie ihren Kurs in 6 bis 12 Monaten wieder ändern. Aktuell verschlingt China jedoch riesige Goldmengen, und wenn sich dieser Trend weiter fortsetzt, wird dies an den weltweiten Finanzmärkten für beträchtliche Ungleichgewichte sorgen. Fakt ist, wenn die chinesischen Goldkäufe lange genug anhalten, dürfte es einige, die heute bedeutende Short-Positionen im Goldmarkt halten, von der Bildfläche fegen.

Aber die chinesische Regierung steht mit ihrem „Goldfieber“ beileibe nicht alleine da. Die Bürger des Landes kaufen ebenfalls Gold, und zwar in nie zuvor dagewesenen Mengen. So ist das Handelsvolumen an der Shanghaier Goldbörse innerhalb der ersten 10 Monate dieses Jahres um 43% explodiert.

Da die chinesische Mittelklasse immer weiter anwächst, wird auch Gold immer beliebter. Erstaunlicherweise haben die chinesischen Haushalte seit Mitte 2007 fast halb so viel Gold gekauft wie alle westlichen Investoren zusammengenommen.

Das ist ein weiterer Hinweis darauf, wie weit es China bereits gebracht hat. China ist auf der Weltbühne kein kleiner Akteur mehr. Fakt ist, dass China mittlerweile zu den großen wirtschaftlichen Supermächten zählt.

In einem vorangegangenen Artikel mit dem Titel „China Nr. 1, Vereinigte Staaten Nr.2? 25 Fakten, die beweisen, dass der Übergang tatsächlich stattfindet“, habe ich einige der Statistiken beleuchtet, die beweisen, dass sich China in eine absolute Kraftmaschine verwandelt hat. Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele dieser Statistiken:

Und was ist mit den Vereinigten Staaten? Nun ja, die Wahrheit ist, dass die Amerikaner mittlerweile so verblödet sind, dass gerade einmal 70% der US-Bürger China überhaupt auf der Weltkarte finden können. Wie traurig ist das denn?

Auf dem globalen Schachbrett scheint China den USA heutzutage kontinuierlich 4 oder 5 Züge voraus zu sein. Wenn China also in derart fieberhafter Geschwindigkeit Gold kauft, dann deshalb, weil sie genau wissen, was sie tun.

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