Der Aufstieg von Gold ist nicht aufzuhalten

Der Unterschied zwischen gerissenen Investoren (Smart Money) und theoriegläubigen Fachidioten mit falsch verstandener Risikoaversion ist erheblich und kostet richtig Geld. Wenn Gold durch die Stratosphäre schießt, werden die Menschen nicht mehr in der Lage sein, auf den Zug aufzuspringen

Moses Kim, Expected Returns, 17.12.2010

Die dem Goldhandel zugrunde liegenden Fundamentaldaten werden gewöhnlich nur sehr oberflächlich verstanden. Ein Goldpreis von USD 3.000 pro Feinunze hätte nur sehr wenig mit Inflation zu tun. Dieser Goldpreis hätte auch nur sehr wenig damit zu tun, dass die Wirtschaft „schlecht“ läuft – es gab auch Rezessionen mit einem einbrechenden Goldpreis.

Worum es hier in Wirklichkeit geht, ist bei Weitem bedrohlicher. Es geht darum, dass sich das Kapital in Deckung flüchtet. Wir sprechen hier von einem beispiellosen Skeptizismus gegenüber der Regierung. Wir sprechen hier von der seit langem überfälligen Selbstzerstörung eines Systems, in welchem die Torheiten der Menschen verherrlicht werden. Im Grunde geht es um einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel.

Im Investmentbereich gibt es eine ganze Reihe von Sachverhalten, die „offenkundig“ sind, aber aus welchem Grund auch immer von der Allgemeinheit nicht anerkannt werden. Denken Sie nur an folgende Fragestellung: „Was ist die beste Herangehensweise, um zu investieren?“ Was mich betrifft, gibt es nur einen Ansatz, der Sinn macht, und das ist der wertorientierte Ansatz.

Um fortwährend Profite zu generieren, ist es notwendig Vermögenswerte zu kaufen, deren Preis unter dem ihnen innewohnenden Wert liegt. Wenn Ihnen das nicht umgehend einleuchten sollte, ist es vielleicht besser, die Finger von Investments zu lassen.

Investoren werden nicht nur von Emotionen in die Irre geführt, sondern auch durch Theorien, die an den Wirtschaftsschulen gelehrt werden. Die Effizienzmarkthypothese und das Kapital-Anlagen-Preis-Modell (CAPM) sind derartige Theoriemodelle, denen, so viel ist sicher, kein seriöser Investor Glauben schenken sollte.

Derartige Theorien versagen in einer Vielzahl von Bereichen, im Folgenden werde ich mich jedoch auf einen Aspekt beschränken. Bei der CAPM-Theorie geht man beispielsweise davon aus, dass es einen direkt proportionalen Zusammenhang zwischen den Risikoaufschlägen bei Aktien und ihren relativen Umsätzen im Verhältnis zum Gesamtmarkt gibt.

Wendet man dieses Modell bei seinen Investments an, ist man mental überhaupt nicht darauf vorbereitet, an der kommenden Goldpreisexplosion zu partizipieren. Wenn es bei Gold zu einer Preiskorrektur von 30% kommt, werden die CAPM-Gläubigen umgehend erklären, dass man unbedingt aus Gold raus muss, da es nun eine riskantere Anlage geworden sei.

Die gerissenen Investoren, das Smart Money, glauben jedoch genau das Gegenteil – im Falle von Marktkorrekturen sind sie die größten Käufer. Die größere Investmentgemeinde erkennt dabei nicht, dass derart offensichtliche Investmentfehler ein entscheidender Grund dafür sind, warum die gerissenen Investoren ein ums andere Mal höhere Gewinne realisieren. Das hat überhaupt nichts mit Zufall zu tun.

Bei Panikabverkäufen und während eines Klimas der Angst agiere ich als Investor erfolgreich, da ich mich auf den Wert der Vermögensanlagen konzentriere. Von den dauerhaft pessimistisch gestimmten Gold-Perma-Bären kann das jedoch nicht behauptet werden, wenngleich es sich bei dieser Spezies unzweifelhaft um die amüsanteste Lebensform auf dem Planeten handelt.

Wie hat sich Gold in den vergangenen 3 Jahrzehnten im Vergleich zu Aktien entwickelt? Was ist mit der Staatsverschuldung? Was ist mit der Geldmengenversorgung? Am Ende handelt es sich bei Gold um ein Investment, dessen Kursentwicklung durch Wirtschaftsdaten getrieben wird. Es interessiert mich nicht, wenn Leute anderes behaupten – sie sind nur zu faul, sich die Daten eigenständig anzusehen.

Die Dummheit der US-Notenbank

Jetzt, wo sich die Mehrheit der Amerikaner offiziell gegen die Federal Reserve ausspricht, habe ich keine Lust mehr, sie zu kritisieren. Aber mal im Ernst: Die US-Notenbank ist so unfähig, dass ich mich moralisch verpflichtet fühle, ihre Verfehlungen darzulegen.

Die FED ist kurzsichtig auf die Aufrechterhaltung einer willkürlich festgelegten Inflationsrate fixiert. Großartig. Aber während diese Genies sich auf manipulierte Regierungsstatistiken konzentrieren, brennt Rom gerade ab. Sicherlich entwickelt sich die Kerninflation zurzeit mit einer stabilen Rate, aber die Kosten für Nahrungsmittel und Energie steigen, die Zinssätze heben ab, die US-Staatsverschuldung nimmt ebenfalls weiter zu – und Gold schießt durch die Decke.

Das angebliche Heilmittel für die Krankheit, soll nun also die Schaffung noch größerer Probleme sein. Irgendjemand sollte die Jungs bei der FED mal wachrütteln, bevor es zu spät ist.

Aktien

Es gibt eine große Gruppe pessimistisch gestimmter Marktbeobachter, die der Meinung sind, dass der Aktienmarkt zusammenbrechen wird. Eine Sache, welche von diesen Leuten übersehen wird, ist, dass das Mandat der US-Notenbank einem fortwährenden Wandel ausgesetzt ist. In den 30er Jahren hat die FED überhaupt keine Staatspapiere aufgekauft – ihr einziger Daseinszweck bestand in der Aufrechterhaltung des Aktienmarktes.

Heute leben wir jedoch in ganz anderen Zeiten. Die US-Notenbank verfügt nun über wesentlich mehr Spielraum, um mit ihrer Dummheit die Wirtschaft zum Einsturz zu bringen. Ich erinnere mich noch ziemlich genau daran, wie die FED an einem Wochenende im Januar 2008 die Zinssätze um 75 Basispunkte senkte, da es zu diesem Zeitpunkt ungewöhnliche Schwächen in ausländischen Märkten gab, die drohten in US-amerikanischen Futures-Märkten Unheil anzurichten.

Hatten diese Typen irgendeine Ahnung, was den Rückgang im Aktienmarkt ausgelöst hatte? Nein, hatten sie nicht. Stattdessen haben sie ganz einfach die Aktienmärkte gestützt. Aber wenn die FED derart auf die Aktienpreise fixiert ist, dann werden sie mit Sicherheit auch in Zukunft weiter ansteigen.

Anstatt sich bezüglich dieses Punktes mit mir herumzustreiten, sollte man vielmehr versuchen, sich darauf zu konzentrieren, welche unbeabsichtigten Begleiterscheinungen diese Politik des leichten Geldes haben wird.

In dieser Phase des Spiels rufen Schulden nur noch mehr Schulden hervor. Niedrigere Aktienpreise sorgen für höhere Liquiditätsspritzen, was wiederum zu einem Anstieg bei den Aktien führt.

Gold

Es gibt zwei Szenarien, die ich bei Gold erkennen kann, wobei man beide Szenarien als „extrem“ beschreiben könnte. Das eine Szenario ist ein steiler Abverkauf bis auf ein Niveau von USD 1.000 – USD 1.200 pro Unze, dem danach eine massive Rally folgt. Das andere Szenario ist eine Monsterrally auf USD 1.600 – USD 1.800 pro Feinunze, der eine gesunde Korrektur folgt.

Ja nun raten Sie mal, welches Szenario ich als Investor mit wertorientiertem Ansatz befürworten würde. Bei einem Goldpreis von USD 1.000 pro Unze pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass man es kaufen sollte.

Einer der Gründe, warum ich mit derart extremen Preisbewegungen rechne, ist, weil es sich bei Gold um einen Vermögenswert handelt, bei dem die Leidenschaften der Menschen offen zum Vorschein kommen. Letztendlich stellen die Schwankungen bei Gold nicht mehr und nicht weniger als die wahrgenommenen Veränderungen der Fundamentaldaten unseres gesamten Geldsystems dar.

Wenn Gold sich dann tatsächlich in die Stratosphäre aufmacht, werden die Menschen keine Möglichkeit mehr haben, noch an Bord zu springen. Ob Sie es nun glauben wollen oder nicht, mit USD 1.370 pro Feinunze befinden wir uns immer noch in der Phase, in der man weiter Gold anhäufen sollte.

Es ist völlig egal, wie massiv ich auf die wahrscheinlichen Ereignisse in der Zukunft verweise, nur wenige von Ihnen werden hören, und noch weniger werden überhaupt danach handeln. Das Einzige, was ich mir von unseren politischen Führern wünsche, ist, dass sie begreifen, was los ist, und endlich mit diesem verrückten Schneeball-Finanzierungssystem aufhören, bevor es zu spät ist.

Bis es soweit ist, bin ich gezwungen, alles in meiner Macht stehende zu tun, um mich auf intelligente Weise zu schützen. Ich hoffe, sie tun das auch.

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