The Economic Collapse, 27.12.2010

Während die Mittelschicht der Vereinigten Staaten immer weiter zerstört wird, nimmt auch die Zahl der Erwerbsarmen zu. Man geht davon aus, dass nun jede dritte Familie in den Vereinigten Staaten zu den „Geringverdienern“ zählt. Millionen amerikanische Familien kommen Monat für Monat kaum noch über die Runden, und das obwohl beide Elternteile so viel arbeiten, wie sie können.

Landesweit hatten normale amerikanische Arbeitnehmerfamilien mit Gehaltskürzungen zu kämpfen, und das zu einer Zeit, in der die Kosten buchstäblich jeden Monat weiter ansteigen. Bedauerlicherweise deutet alles darauf hin, dass sich die Situation nur noch weiter verschlechtern wird und die amerikanischen Familien in den kommenden Monaten und Jahren finanziell noch stärker ausbluten werden.

Das „Working Poor Families Project“ veröffentlichte jetzt seine Stellungnahme für den Winter 2010/2011. Sie stellten fest, dass die Zahl der Erwerbsarmen in den Vereinigten Staaten aktuell ein Rekordhoch erreicht hat und sich dieser Trend in atemberaubender Geschwindigkeit weiter fortsetzt. Im Folgenden finden Sie einige wichtige Erkenntnisse, die direkt diesem Bericht entnommen wurden:

  • Im Jahre 2009 zählten mehr als 10 Millionen Familien in den Vereinigten Staaten zur Kategorie der Geringverdiener, ein Anstieg um fast 250.000 Familien im Vergleich zu 2008.
  • 45 Millionen Menschen, darunter auch 22 Millionen Kinder, leben in Arbeitnehmerfamilien mit geringem Einkommen, ein Anstieg um 1,7 Millionen Menschen im Vergleich zu 2008.
  • 43% der Arbeitnehmerfamilien, in denen wenigstens ein Elternteil einer Minderheit angehörte, zählten zur Kategorie einkommensschwacher Familien. Dieser Anteil ist fast doppelt so hoch wie unter weißen Familien (22%).
  • Die Einkommensunterschiede nehmen weiter zu. Die obersten 20% der Arbeitnehmerfamilien tragen 47% des Gesamteinkommens der Vereinigten Staaten nach Hause und verdienen das 10-fache einkommensschwacher Familien.

Bedauerlicherweise wird die Situation für die Erwerbsarmen auch in Zukunft nicht besser werden. In der neuen „Eine-Welt-Wirtschaft“, von der unsere Politiker beteuern, dass sie gut für uns sei, stehen nun zig Millionen Amerikaner mit Arbeitnehmer auf der ganzen Welt in direktem Wettbewerb. Diese fremdländischen Arbeitnehmer sind gewillt, für Sklavenlöhne arbeiten zu gehen, was dafür sorgt, dass Millionen Arbeitsplätze die USA verlassen und die Gehälter gedrückt werden.

Millionen Amerikaner finden sich jetzt in einer Situation wieder, wo sie bedeutend weniger Geld verdienen, als sie gewohnt waren. Wenn Ihnen das auch widerfahren ist, vielleicht beruhigt es Sie dann zu wissen, dass Sie damit in nicht alleine dastehen. Ja vielleicht ist es dann doch nicht so beruhigend. Wie dem auch sei – die amerikanischen Arbeitnehmer stehen jetzt nicht mehr nur miteinander im Wettbewerb, heutzutage gibt es auch die fortwährende Bedrohung, dass die Arbeitsplätze ganz einfach ins Ausland verlagert werden.

Während die Gehälter gedrückt werden, sind immer mehr arbeitende Amerikaner gezwungen, sich um Lebensmittelmarken zu bemühen und bei anderen Armutsbekämpfungsprogrammen der Regierung anzumelden. Millionen Amerikaner müssen einer Teilzeitarbeit nachgehen, um ihre Einkommen ein wenig aufzubessern. Millionen weitere Arbeitnehmer sind gezwungen Teilzeitarbeit anzunehmen, da dies die einzige Art von Beschäftigung ist, die sie noch finden können.

Das ist alles Teil eines Langzeittrends. Die Zahlen lügen nicht. Die einzigen Leute, denen es zurzeit richtig gut geht, sind jene an Wall Street und die extrem Reichen. Zur selben Zeit wird praktisch jeder andere Bereich der Gesellschaft immer ärmer.

Die nachfolgenden 10 Statistiken beleuchten sehr anschaulich, in welcher Misere sich die Erwerbsarmen in den USA gegenwärtig befinden:

1. Im Jahre 2009 ging das Gesamteinkommen und mittlere Einkommen in den USA zurück.

2. Seit dem Jahre 2000 haben die USA insgesamt 10% aller Mittelschicht-Arbeitsplätze verloren. Im Jahr 2000 gab es in den Vereinigten Staaten rund 72 Millionen Arbeitsplätze für die Mittelschicht, heute sind es nur noch 65 Millionen. Währenddessen nimmt die Größe der US-amerikanischen Bevölkerung weiter zu.

3. Anfang 2007 erhielten gerade einmal 26 Millionen Amerikaner Lebensmittelmarken – mittlerweile sind es jedoch bereits über 42 Millionen Menschen, wobei diese Zahl Monat für Monat immer weiter anwächst.

4. Seit 2001 wurden über 42.000 US-amerikanische Fabriken für immer geschlossen.

5. Aktuell befindet sich jeder 6. US-Bürger in mindestens einem Armutsbekämpfungsprogramm der Bundesregierung.

6. Die Hälfte aller US-amerikanischen Arbeitnehmer verdient gegenwärtig weniger als USD 505 pro Woche.

7. Die Zahl der Amerikaner, die „aus wirtschaftlichen Gründen“ einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, befindet sich auf dem höchsten Stand seit mindestens 50 Jahren.

8. Bei dem durchschnittlichen Pro-Kopf-Vermögen lagen die USA vor 10 Jahren weltweit auf Rang 1. Im Jahre 2010 sind die USA auf Platz 7 abgerutscht.

9. Im Jahre 1976 erhielt das oberste Prozent der Einkommensbezieher 8,9% des Gesamteinkommens. Bis 2007 ist dieser Anteil auf 23,5% angestiegen.

10. Laut einer jüngst durchgeführten Untersuchung leben heute 21% aller Kinder in den Vereinigten Staaten unterhalb der Armutsgrenze.

Die Vereinigten Staaten werden insgesamt immer ärmer, ungeachtet der Tatsache, dass sich die Jungs an Wall Street eifrig immer mehr in die eigene Tasche stecken. Die USA verwandeln sich gerade mit schneller Geschwindigkeit in ein Land, wo es eine sehr kleine privilegierte Klasse Ultrareicher und eine sehr große Klasse von „Arbeitern“ gibt, die gerade so über die Runden kommen.

Und liegt die die Antwort auf diese Probleme nun in einer Erhöhung der staatlichen Zuwendungen und in noch mehr staatlichen Sozialprogrammen? Natürlich nicht. Was die Mittelschicht-Amerikaner brauchen, sind Arbeitsplätze für die Mittelschicht.

Ich hatte jedoch bereits in der Vergangenheit eingehend darauf hingewiesen, dass die Mittelschicht-Arbeitsplätze zusehends das Land verlassen, und bei diesem Trend auch kein Ende abzusehen ist. Der Globalismus hat die Spielregeln nachhaltig verändert. Der Lebensstil der Mittelschicht, den so viele Millionen Amerikaner über Jahrzehnte hinweg genossen haben, verschwindet gerade.

Nur weil die Dinge gestern noch gestern noch eine Gewissheit darstellten, heißt dass noch lange nicht, dass dies auch in Zukunft der Fall sein muss. Die langfristigen Wirtschaftstrends, über die auf The Economic Collapse tagtäglich berichtet wird, zeichnen ein Bild wirtschaftlich düsterer Zeiten.

Aber anstatt der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, nehmen Bundesregierung, die Regierungen der Bundesstaaten und die Lokalregierungen weiter riesige Mengen an Krediten auf, um all unsere Probleme einfach zu übertünchen.

Das wird aber nicht funktionieren. Solange nichts getan wird, um die strukturellen wirtschaftlichen Probleme zu lösen, wird sich auch der wirtschaftliche Niedergang immer weiter verschärfen, bis die Schulden am Ende unser ganzes Finanzsystem zum Einsturz bringen.

Sollten Sie selbst zu den Erwerbsarmen gehören, hätte ich gerne bessere Neuigkeiten für Sie. Die Situation wird sich jedoch nicht verbessern, und bedauerlicherweise werden sich Ihnen schon bald Millionen weitere Amerikaner hinzugesellen.