Die Macht des Bösen: Das Zentralbankwesen ist während farbiger Revolutionen um jeden Preis zu schützen

The Daily Bell, 15.02.2011

„Ashraf Abdel-Wanis hat eine Vielzahl von Gründen, sich den zehntausenden von Ägyptern bei ihren erfolgreichen Anstrengungen zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak anzuschließen. 39 Jahre alt, arbeitete er die vergangenen 5 Jahre in einer Zuckerfabrik und kommt nun hauptsächlich mit dem Monatsgehalt seiner Frau in Höhe von USD 50 und der Rente ihrer Mutter über die Runden.

´Die Ernährung der ägyptischen Familie setzt sich aus Bohnen, Linsen und Bohnen zusammen.` erklärt er in einem Interview auf dem Tahrir Platz in Kairo, dem Platz, der für drei Wochen zum Zentrum der Proteste wurde. ´Wenn wir Glück haben, dann kochen sie einmal in der Woche Gemüse.`

Jetzt, wo Mubarak weg ist, veranlasste die Misere von Abdel-Wanis und 40% seiner Landsleute, die nahe der Armutsgrenze leben, den Finanzminister Samir Radwan zur Ausarbeitung eines Konjunkturprogramms, das darauf abzielt, neue Arbeitsplätze zu schaffen, um weitere soziale Unruhen zu vermeiden.

Radwan erklärte, dass jegliche neuen Fiskalplanungen auch ein ´massives und realistisches Beschäftigungsprogramm` beinhalten sollten, das ´unter Kontrolle des Staates stehendes Geld und Vermögen [nutzt], um die Privatwirtschaft zu beleben.`“ – Bloomberg, 14.02.2011

Vorherrschendes gesellschaftliches Thema: Die Finanziers und andere weise Männer eilen zu Hilfe.

Freimarktanalyse: Wenn wir auf die verschiedenen farbigen Revolutionen schauen – die jetzigen und die in den 90er Jahren in Osteuropa – dann kommt es uns in der Tat so vor, als wären diese speziell so entwickelt worden, dass die angestammte Position der Geldmacht erhalten bleibt.

Hosni Mubarak wurde gemeinsam mit einigen seiner Kumpane der Macht enthoben, die STRUKTUR Ägyptens – also die wirklich entscheidende Geldstruktur – bleibt jedoch weiterhin intakt. Das hat nichts mit Politik oder dem Militär zu tun, also nichts mit all den Bereichen, die so große Aufmerksamkeit erfuhren. Wie wir anhand des oben stehenden Artikelauszugs deutlich erkennen können, bleiben die Finanzinstrumentarien von den Ereignissen völlig unberührt.

Vielmehr deutet der Bloomberg-Artikel darauf hin, dass das Geldsystem inmitten all des Chaos rund um die ägyptische Politik sogar noch als eine Kraft des Guten erachtet werden könne, die das Staatsschiff während der rauen See zur Ruhe zu bringen weiß.

Es ist eine erstaunliche Darbietung angesichts der Tatsache, dass bis zu 50% aller arbeitsfähigen männlichen Ägypter entweder arbeitslos oder massiv unterbeschäftigt sind. Was das für eine Art von Finanzsystem sein soll, das eine Beschäftigungsrate von fast 50% generiert, findet aber praktisch überhaupt keine Erwähnung.

Wir suchten bei Google nach Meldungen bezüglich der ägyptischen Zentralbank, fanden jedoch nur einige wenige Berichte. Eine dieser Meldungen stammte von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, wobei es um eine Interventionsmaßnahme der ägyptischen Zentralbank ging, mit der man versuchte, die Abwertung des ägyptischen Pfunds gegenüber dem US-Dollar aufzuhalten. Die ägyptische Zentralbank hatte hierfür offensichtlich US-Dollars genutzt, mit denen sie zu Stützungszwecken das ägyptische Pfund aufkaufte:

„Der stellvertretende Gouverneur der ägyptischen Zentralbank, Hisham Ramez, erklärte gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur MENA, dass die Interventionen der Bank das ägyptische Pfund gegenüber dem Dollar stärkten.“

Am Ende fanden wir noch einen Kommentar von Steve Forbes von Forbes Media zu Ägyptens Geldsystem. Er erklärte gegenüber Fox News, dass Ägypten ein Währungsgremium ins Leben rufen müsse, um den Zusammenbruch des ägyptischen Pfunds zu verhindern. Das wäre ein ziemlich bedeutender Schritt, da Währungsgremien – so wie wir dies verstehen – oftmals einen Ersatz für das Zentralbankwesen darstellen.

Forbes schlägt vor, das ägyptischen Pfund direkt an den US-Dollar zu koppeln, um sicherzustellen, dass die ägyptischen Führer nicht der Widersuchung erliegen, sich aus den Problemen und einer möglichen Finanzkrise hinauszuinflationieren. Für Forbes ist eine solche geldpolitische Ausrichtung von Bedeutung, da die ansonsten daraus erwachsende Instabilität „den Extremisten Tür und Tor offenen würde. Wie wir es auch in China, Russland und im Iran sahen.“

Wir sind der Meinung, dass die Stellungnahme von Forbes unser Argument unterstreicht. Bei unserer Suche nach Medienkommentaren bezüglich der Geldmacht in Ägypten konnten wir nur wenig finden – der Vorschlag von Forbes, ein Währungsgremium einzuführen, wäre jedoch ein bedeutender Schritt.

Das Zentralbankwesen ist ein extrem mächtiger Faktor, wenn es darum geht, ob Ägypten oder ganz allgemein auch andere Entwicklungsländer Erfolg haben oder scheitern. Das angloamerikanische Modell des Zentralbankwesens ist mittlerweile auf dem gesamten Planeten omnipräsent.

Dieses Zentralbankwesen wird durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank gestützt und ist Teil der pyramidalen Macht, an dessen Spitze die geheimniskrämerische Bank für Internationalen Zahlungsausgleich thront. Die Zentralbanken erschaffen das weltweite Vermögen und gestalten das wirtschaftliche Wohlergehen des Planeten.

Diese Struktur ist jedoch bösartig und letztendlich zerstörerisch. Die Zentralbanken schaffen Geld aus dem nichts und kreieren dadurch schreckliche Booms, denen dann der Knall folgt. Die Vereinigten Staaten können eine ganze Menge an Dollars drucken, weil andere Länder Dollar halten müssen, um Öl zu kaufen.

In anderen Ländern ist es jedoch so, dass es bereits zu einer Preisinflation kommt, wenn nur geringe Mengen an Geld zu viel gedruckt werden und dann direkt ins System fließen. Tatsache ist, dass die zerstörerischen Auswirkungen des Zentralbankwesens in Entwicklungsländern direkt auf die enge Verbindung der Zentralbank mit der jeweiligen Wirtschaft zurückzuführen sind.

Ist eine Zentralbank erst einmal installiert worden, ist es für die Elite ein Leichtes, die Geldemission zu kontrollieren. Darüberhinaus verleiht dies den Eliten die Möglichkeit, sich den Rest der wichtigen wirtschaftlichen Vermögenswerte des Landes anzueignen.

Auf diese Art beherrschen winzige elitäre Gruppen die Finanzunternehmen (Banken, Unternehmen und Regierungsunternehmen) in zahlreichen afrikanischen und südamerikanischen Ländern, während 99,9% der Bevölkerung ums Überlegen kämpft.

Mit anderen Worten: Zentralbanken führen zu einem dramatischen Anstieg der gesellschaftlichen Spaltung. Es ist das Zentralbankwesen, das die führende Rolle innerhalb des tragischen dysfunktionalen Weltwirtschaftssystems einnimmt.

Die Bank-Eliten feiern das Zentralbankwesen als eine Macht es Guten, aber hierbei handelt es sich lediglich um ein weiteres vorherrschendes gesellschaftliches Gedankenkonzept der Elite, und zwar um ein grundlegendes.

Untersucht man das System jedoch genauer, dann gibt es nichts, was für das Zentralbankwesen sprechen würde. Die Menschen können den freien Markt nicht durch ihr Urteilsvermögen ersetzen; die Ergebnisse sind immer dieselben: Geldinflation, Preisinflation und ruinöse Zyklen von Booms und platzenden Blasen.

Zentralbanken bedürfen der willkürlichen Festlegung des Geldpreises und der Geldmenge durch die Banker, eine Art der Preisfixierung, die im Laufe der Zeit zu tiefgreifenden wirtschaftlichen Verzerrungen führt.

Es ist kein Zufall, dass sich Ägypten in einem derart schlechten Zustand befindet. Weltweit befinden sich die Zentralbankökonomien der Entwicklungsländer in einem Zustand der Auflösung. Auch in den USA kann dies beobachtet werden, wo die Arbeitslosigkeit über 20% liegt. Japan leidet ebenfalls unter der hohen Arbeitslosigkeit und einem abnehmenden Lebensstandard, Europa auch. Diese Länder leiden alle unter den Nebenwirkungen der Geldschaffung durch das Zentralbankwesen.

Früher hieß es einst, dass der Palast des japanischen Herrschers fast so viel wert sei, wie der gesamte US-Bundesstaat Kalifornien. Die Zeiten sind jetzt vorbei. Das Zentralbankwesen kann zwar durchaus ein Land aus bitterer Armut holen und in kürzester Zeit (innerhalb weniger Jahrzehnte) in etwas verwandeln, was an wirtschaftliches Wohlergehen erinnert – aber genau das Geld, das geschaffen wird, um dieses unechte wirtschaftliche Wohlergehen hervorzurufen, ist es dann auch, welches am Ende die Wirtschaft aushöhlt, verzerrt und dysfunktional zurücklässt. Die Arbeitsplätze verschwinden einfach, der Vermögenseffekt schwächt sich ab. Das wird auch das unausweichliche Schicksal Chinas sein.

Die Elite setzt auf die Erholungseffekte der Geldschaffung. Solange der Knall nicht zu schrecklich ausfällt, ist die Elite auch in der Lage zu reflationieren. In der Zwischenzeit schnürt man einfach Ausgabenpakete. Die keynesianische Wirtschaftsankurbelung ist eine Variante dessen.

Was der Ökonom John Maynard Keynes hier ablieferte, ist nichts weiter als eine schicke Theorie, mit der die Ausgaben gerechtfertigt werden. Ausgaben während einer Phase platzender Blasen sind jedoch lediglich eine Art von Placebo, eine Möglichkeit, die wütenden Arbeiter und Familien zu beschwichtigen, bis die Wirtschaft wieder irgendwie durch die Inumlaufbringung von noch mehr Fiatgeld in Schwung gebracht werden kann.

Dieses Manöver können wir auch bei der Obama-Regierung beobachten, die gerade ein Finanznotfallpaket für Ägypten schnürt. Es wird berichtet, dass dieses Paket hunderte von Millionen US-Dollar schwer sein soll und darauf abzielt, die frischgebackenen neuen Parteien und die „Demokratie“ im Allgemeinen zu unterstützen.

Bei The Daily Bell haben wir unseres Erachtens eine Vielzahl von Beweisen vorgelegt, dass die westlichen Eliten aktiv an diesen farbigen Revolutionen beteiligt sind. Es ist völlig unerheblich, was die schlussendlichen Ziele sind, es ist offenkundig, dass die Anglosphäre ganz grundsätzlich darum bemüht ist, die Kontrolle über die Entwicklungsländer weiter aufrechtzuerhalten.

Innerhalb der elitären Kreise herrscht eindeutig die Auffassung vor, dass die demographisch maßgebliche Jugend in den Entwicklungsländern gemeinsam mit den dort über das Internet zugänglichen soziopolitischen Informationen zwingend eine Destabilisierung hervorrufen muss.

Schlussfolgerung: Umso mehr die Eliten sicherstellen können, dass sich der Prozess auf den politischen Wandel konzentriert und eben nicht gegen die Systeme des Zentralbankwesens richtet, desto erfolgreicher werden die Ergebnisse aus Sicht der Elite ausfallen.

Das ist auch der Grund dafür, warum ein Regimewechsel niemals die erhofften Ergebnisse zeitigt. Ohne fundamentale strukturelle Veränderungen der Wirtschaften sind farbige Revolutionen, sei es nun im Nahen Osten, in Afrika oder sonstwo, zum Scheitern verdammt.

Freiheit muss durch marktwirtschaftliche Wirtschaften gestützt werden. Der Regimewechsel ist ein erster Schritt, die Abschaffung der Fiatgeldherrschaft des Zentralbankwesens ist jedoch ebenso entscheidend.

Weitere Artikel zu diesem Thema