Silber nähert sich der zweiten Phase seines säkularen Bullenmarkts

Silber befindet sich immer noch in Phase 1 seines säkularen Bullenmarkts und ist daher immer noch sehr preiswert

James Turk, FGMR.com, 14.02.2011

Im April des Jahres 2007 schrieb ich über die drei Phasen, die in jedem Bullenmarkt auftreten. Ich führte aus, dass Gold sich dem Ende der ersten Phase annäherte. Gold wurde zu diesem Zeitpunkt mit rund USD 690 pro Feinunze gehandelt und lag somit weit unter seinem einstigen Hoch in Höhe von USD 850 pro Feinunze, das im Januar 1980 erzielt worden war. Ich schrieb damals:

„Es sieht so aus, als würde sich Gold gerade aufmachen, ein neues Allzeithoch zu erklimmen. Wenn das passiert, setzt die zweite Phase ein. Es wird keine umfassende Begeisterung auslösen, dass Gold in der nächsten Phase ist, da dies nicht vor der dritten Phase der Fall sein wird. Aber wenn Gold ein neues Rekordhoch verzeichnet, besonders wenn es in einen vierstelligen Preisbereich durchbricht, werden die Menschen darauf aufmerksam werden.“

Im November 2009 schrieb ich einen Artikel mit dem Titel „Willkommen in Phase Zwei des Goldbullenmarkts“. Das war zwei Monate, bevor Gold die Marke von USD 1.000 pro Unze durchbrach. Ich konzentrierte mich in diesem Artikel auf die Veränderungen der vorherrschenden Auffassungen zu Gold und merkte an, dass der Umgang mit Gold bereits ein völlig anderer war:

„Während der ersten Phase eines Bullenmarkts konzentrieren sich die Medien und der größte Teil der Investoren auf vergangenen Themen, anstatt auf das künftige Entwicklungspotenzial. Im Verlaufe des vergangenen Jahrzehnts konnte man dementsprechend auch all die Gründe hören, warum man Gold nicht besitzen sollte.

Aber es gibt einen bemerkenswerten Unterschied der jetzigen Phase im Vergleich zur ersten Phase. Achten Sie einmal darauf, wie viele Menschen nun über Gold sprechen. Gold, das mit Gleichgültigkeit bedacht wurde – einem Merkmal von Phase 1 – genießt nun zunehmende Aufmerksamkeit.

Aber noch wichtiger ist, dass, anstatt dass Gold nun begrüßt und analysiert würde, um seinen relativen Wert zu ermitteln, die heutige Aufmerksamkeit zum überwiegenden Teil in umfassenden Unglauben und Skeptizismus darüber besteht, dass Gold noch weiter nach oben klettern könnte. Hierbei handelt es sich exakt um die Reaktionen, mit denen man während der zweiten Phase rechnen kann.“

Ich kam zu dem Schluss, dass Gold irgendwann in der Zukunft in Phase 3 eintreten würde, und zwar dann, „wenn Gold nicht mehr länger relativ preiswert ist.“

Silber erwähnte ich in den zwei vorstehenden Artikeln überhaupt nicht. Der Silberbullenmarkt verfügt jedoch ebenfalls über drei Phasen, wobei das weiße Metall gegenwärtig immer noch in der ersten Phase steckt, die im Februar 1991 begann, nachdem der Silberpreis bis auf USD 3,50 pro Feinunze gefallen war.

Der Einbruch in Höhe von 93% seit dem Silberpreishoch von USD 50 im Januar 1980 war erstaunlich. Wie wir anhand der nachfolgenden Grafik sehen können, handelte es sich bei den USD 3,50 pro Feinunze jedoch um das absolute Kurstief. Danach kam es fortwährend zu Preisanstiegen.

Zum Vergrößern anklicken.

Die Grafik zeigt ein riesiges Akkumulationsmuster auf, das durch die grünen Linien dargestellt wird. Es erzählt die Geschichte starker und schwacher Hände – wie sich Silber von den starken Händen in Richtung der schwachen Hände bewegte.

Vom Höhepunkt des Silberpreises von USD 50 pro Unze im Januar 1980 bis zu seinem Tiefststand von USD 3,50 pro Unze im Februar 1991 wurden die schwachen Hände aus dem Silbermarkt hinausgetrieben. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Akkumulation durch die starken Hände – die kauften, weil sie erkannten, dass Silber ein außerordentliches Schnäppchen war – zur vorherrschenden Kraft im Silbermarkt.

Die Kaufkraft der starken Hände war stärker als der Abverkaufsdruck der schwachen Hände, was beim Silberpreis dann auch zu Anstiegen führte. Es handelt sich hier um einen klassischen Vorgang der ersten Phase eines Bullenmarkts – jetzt kommt aber der entscheidende Punkt:

Silber befindet sich immer noch in Phase 1. Silber steigt erst in Phase zwei auf, wenn es die Marke von USD 50 pro Unze überschreitet, genauso wie Gold erst die zweite Phase seines Bullenmarkts erreichte, als das vorausgegangene Hoch von USD 850 pro Unze überwunden wurde.

Ich rechne damit, dass Silber dieses Jahr die Marke von USD 50 pro Unze durchbrechen wird – eine Anschauung, die ich bereits in meinen Ausblick für das Jahr 2011 erwähnte.

Zugegeben, ich war mit meiner Prognose, wann diese zweite Phase bei Silber eintreten würde, ein bisschen voreilig gewesen. Vielleicht bin ich also wieder zu früh dran, wenn ich vorhersage, dass Silber dieses Jahr in die zweite Phase seines Bullenmarkts eintreten wird. Ungeachtet der Genauigkeit meines Timings ist eins jedoch völlig klar: Da Silber sich immer noch in Phase 1 befindet, ist es immer noch sehr preiswert.

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