Stell Dir vor, es gibt eine Goldblase und keiner geht hin

Die Goldblase kann nicht platzen, denn es gibt keine

Jeff Berwick, The Dollar Vigilante, 14.02.2011

Für Gold hätte man sich kein besseres Drehbuch einfallen lassen können. Es scheint fast so, als würden die US-Regierung und die US-Notenbank alles daran setzen, den US-Dollar zu zerstören und das Land zu Grunde zu richten – und gleichzeitig die meisten westlichen Länder mit sich zu reißen.

Zu Beginn des Goldbullenmarkts im Jahre 2000 hatte niemand von Barack Obama oder Ben Bernanke gehört. Jetzt, 11 Jahre später, haben wir einen offen sozialistisch agierenden lasterhaften Verschwender als US-Präsidenten und einen Hochschulprofessor, der an die wahnwitzigen keynesianischen Theorien glaubt, wie Wirtschaften durch das Drucken von Geld zu retten seien, als Vorsitzenden der US-Notenbank.

Und wir befinden uns bereits 11 Jahre in dem beständigsten Bullenmarkt des Planeten, während kaum jemand überhaupt Gold besitzt.

Die Geldmenge, die aktuell auf US-Geldmarktkonten schlummert, beläuft sich auf USD 2,8 Billionen. Um dies in Relationen zu setzen: Die Geldmenge, die aktuell in börsennotierte Gold-Rohstofffonds investiert ist, liegt unter USD 100 Milliarden.

Mit einer durchschnittlichen Person auf der Straße darüber zu sprechen, ist einfach nur zwecklos. Bevor Gold auf USD 1.000 pro Unze kletterte, besaß überhaupt niemand Gold. Als der Goldpreis die Marke von USD 1.000 übersprang, wurden einige auf Gold aufmerksam, wobei die Mehrheit dieser Gruppe Ihnen erklären wird: „Es ist zu spät, um jetzt noch Gold zu kaufen. Der Zug ist abgefahren.“

Jeder, der auch nur ein paar Blasen erlebt hat, die sich innerhalb der vergangenen Jahrzehnte aufgrund der gigantischen Geldmengeninflation zusammenbrauten, weiß, dass die aktuelle Goldpreisentwicklung nicht den Eindruck macht, als sei hier eine Blase an ihren Höhepunkt gelangt. Ja es sieht noch nicht einmal aus wie eine Blase!

Pets.com war ein Domainname und der Name einer Geschäftsidee, die darin bestand, Menschen im Internet Tier-Accessoires zu verkaufen. 1999 hatte Pets.com eine Marktkapitalisierung in Höhe von USD 300 Millionen und die Menschen bettelten darum, bei der Erstemission der Aktien mit dabei sein zu dürfen. „Es ist die New Economy“, erklärten sie damals.

In 2005 kauften Taxifahrer in Las Vegas gleich 4 oder 5 Häuser als Spekulationsobjekte. „Die Hauspreise gehen niemals runter“, erklärten sie damals.

Gold wird von den meisten Massenmedien jedoch immer noch als „in einer Blase“ befindlich niedergemacht, obwohl der Goldmarkt nach außen hin überhaupt keine erkennbaren Zeichen einer Blase aufweist. Die Massenmedien versäumten es auch völlig, über die Tatsache zu berichten, dass sich die Technologieaktien und der Immobilienmarkt in einer Blase befanden – aber die Goldblase, ja, die haben sie dann doch irgendwie entdecken können!

Schauen wir kurz auf Central Gold Trust. Hierbei handelt es sich um einen Fonds, der ausschließlich physisches Gold hält. Er wird gegenwärtig mit einem Abschlag von 0,3% unter seinem Nettovermögenswert gehandelt. In den meisten Blasen werden die an den Börsen gehandelten Firmen eines brodelnden Sektors gewöhnlich mit riesigen Prämienaufschlägen gehandelt, die zum Nettovermögen dieser Firmen noch obendrauf kommen, ganz sicher aber nicht mit einem Abschlag.

Bloomberg führte jüngst eine Umfrage durch und wollte von 1.000 Bloomberg-Abonnenten wissen, wie sich der Goldpreis innerhalb der nächsten 12 Monate entwickeln würde. 35% erklärten, er würde steigen, 39% er würde sinken, während 24% erklärten, dass es nur zu minimalen Veränderungen käme. Sie fragten auch, ob sich Gold in einer Blase befände. Daraufhin erklärten 52%, dass dies der Fall sei, während 43% dies verneinten und der Rest keine Angaben dazu machte.

Das sind ganz einfach nicht die Zahlen, die man in einer Blase oder in kurz vor dem Platzen einer Blase beobachten kann!

Blasen tendierten dazu, dann zu platzen, wenn mehr als 90% der Bevölkerung der Meinung sind, dass der jeweilige Anlagewert im Preis mit Sicherheit weiter steigt. Wir hatten bereits in unserer Januarausgabe darauf hingewiesen, dass man im Falle einer Blasenbildung bei Gold sicherlich auch nicht davon ausgehen kann, dass die Produzenten eines Vermögenswerts, der sich innerhalb der vergangenen 10 Jahre im Preis dramatisch verteuert hat, derart hinter den Erwartungen zurückbleiben, wie dies seit 2004 der Fall ist.

Das letzte Mal, als Goldaktien im Vergleich zu Gold auf dem jetzigen Niveau gehandelt wurden, war in 2003 – da lag der Goldpreis bei USD 360 pro Feinunze. Seitdem hat sich der Goldpreis mehr als verdreifacht, der Preis von Goldaktien ist aber nicht gestiegen, wie bei einer Blase eigentlich zu erwarten wäre.

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Würde sich Gold in einer Blase befinden, dann müsste man mit Sicherheit auch davon ausgehen, dass die jährliche Goldminenproduktion mittlerweile schon dramatisch angestiegen ist, da die Verteuerung von Gold bereits im Jahre 2000 einsetzte. Die Goldproduktion erreichte ihren Höhepunkt jedoch, als das gelbe Metall in den Jahren 2000 und 2001 zu Niedrigstpreisen gehandelt wurde.

Einige sagen, Gold habe sich bereits in einem Bullenmarkt befunden und nähert sich nun dem Ende dieser Phase. Nun ja, Gold befand sich aber lediglich im Vergleich zum US-Dollar in einem extremen Bullenmarkt. Wenn wir Gold mit anderen Anlageklassen wie Rohöl vergleichen, dann befand sich Gold während des Zeitraums von 2001 bis 2008 sogar in einem Bärenmarkt und begann erst nach der „Finanzkrise“ mit seinem dramatischen Preisanstieg.

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Diese Grafik, in der Gold mit Rohöl verglichen wird, erklärt darüberhinaus auch zahlreiche andere scheinbare Ungereimtheiten. Einer der Gründe, warum die Goldproduktion innerhalb der letzten 10 Jahre nicht zugelegt hat, ist, dass sich Gold im Vergleich zu anderen Vermögenswerten bis 2008 in einem Bärenmarkt befand. Dies erklärt auch, warum Goldaktien während dieses Zeitraums unter den Erwartungen lagen und sich nicht besser entwickelten als Gold.

Vergleicht man Gold mit Kupfer, zeigt sich dasselbe Bild:

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Und schaut man sich die vergangenen Höchststände von Gold und Silber im Jahre 1980 an, so müsste Gold, das am 21.01.1980 einen Höchstand von USD 850 pro Unze erreichte, heutzutage inflationsbereinigt – wir verwenden hier die realistischeren Zahlen zum Verbraucherpreisindex von Shadowstats.com – bis auf USD 7.824 pro Feinunze steigen, um den Höchststand des letzten Goldbullenmarkts zu erreichen.

Legen wir die Shadowstats-Zahlen zum Verbraucherpreisindex zu Grunde, müsste der inflationsbereinigte Silberpreis heute bei USD 455 pro Feinunze liegen, um das Allzeithoch von 1980 in Höhe von USD 49,45 zu erreichen.

Mit anderen Worten: Halten Sie Ihr Gold & Silber. Der Zug hat sich noch nicht einmal in Bewegung gesetzt.

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