Korrekturen am Silbermarkt: Billig kaufen und halten!

3 Dinge, die man vom jüngsten Silber-Abverkauf lernen kann

Dr. Jeffrey Lewis, Silver-Coin-Investor.com, 02.06.2011

Die Korrektur bei Silber von fast USD 50 pro Unze auf USD 34 pro Unze ist dann doch recht wild ausgefallen. Es war diese Art von Marktbewegung, bei der die Investoren kaum die Möglichkeit haben, entsprechend zu reagieren.

Investoren, die sich die Zeit genommen haben, um herauszufinden, was vor einem Monat am Silbermarkt tatsächlich passierte, dürften dabei wohl auf drei Sachverhalte gestoßen sein, welche maßgeblichen Einfluss auf die Aktivität des Silbermarkts haben:

1. Das dynamische Gold/Silber-Verhältnis

Während Silber seit Jahrzehnten, in einigen Weltgegenden sogar seit Jahrhunderten – zumindest offiziell – nicht mehr an Gold gekoppelt ist, sorgen die Marktakteure dennoch dafür, dass es eine inoffizielle Bindung zwischen beiden Edelmetallen gibt. Während der jüngsten Korrektur am Silbermarkt brach Silber um 33% ein, Gold notierte jedoch praktisch unverändert und musste von seinem Kurshoch bis zum Kurstiefpunkt gerade einmal 7% abgeben.

Das Gold/Silber-Verhältnis liegt nun moderat bei 40:1. Natürlich spricht einiges dafür, dass es langfristig zu einer weiteren Abkopplung zugunsten des weißen Metalls kommen wird, da Silber seine Zugewinne aufgrund der Industrienachfrage weiter ausbauen dürfte, kurzfristig wiegen die Irrationalitäten des Marktes jedoch genauso schwer wie alle anderen preisbeeinflussenden Aspekte.

2. Der Papiersilbermarkt ist immer noch von Bedeutung

Die Korrektur des Silberpreises wurde durch verschiedene bedeutsame Ereignisse ausgelöst. Zunächst einmal kam es zu einem zunehmenden Investmentinteresse im Papiersilbermarkt – also auf Märkten, wo Silber zwar gekauft und verkauft, jedoch nicht wirklich in physischer Form gehandelt wird. Bevor die Korrektur einsetzte, kam dann noch eine Minipanik hinzu, wo die Investoren ihre Shorts glattgestellten.

Und die Preise bei Ihrem örtlichen Edelmetallhändler werden ja immer noch durch den Kassapreis bestimmt, der wiederum zunächst einmal von der Rohstoffbörse Comex vorgegeben wird. Und dann haben wir natürlich auch noch die institutionellen Investoren, die bei den meisten Preisen für Kapriolen sorgen.

3. Die Silberproduzenten spielen ebenfalls eine Rolle

Wall Street – wo es größtenteils darum geht, wer cleverer ist und die Nase vorn hat – ist immer noch auf der Jagd nach Geldgewinnen, während der Aspekt des Vermögensschutzes nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Während der Silberkorrektur tauschten die Händler das Metall – oder zumindest die angeblich künftigen Lieferungen aus den Silber-Kontrakten – gegen Silberminenaktien ein, die im Endeffekt für Geldgewinne sorgen und nicht für physisches Silber als solches. Diejenigen, die Silber abverkauften, um stattdessen in Silberminen zu gehen, halfen dabei, die relativ schwache Bewertung bei den Silberminen etwas zu verbessern. Nicht das physische Silber selbst, sondern die Silberminen sind es, welche an Wall Street künftig für Geldgewinne sorgen werden.

Wenn man diese drei Realitäten des Silbermarkts verinnerlicht hat, dann verfügt man als Investor eigentlich auch über die Abgeklärtheit, um zu wissen, dass aus diesen drei Lehren nirgends hervorgeht, dass es sich bei Silber um ein schlechtes Investment handelt.

In Wirklichkeit ist Silber ein ausgezeichnetes Investment für all jene, die auch über die Liquidität verfügen, die Irrationalität des Marktes auszusitzen.

Der Markt wird auch mittelfristig vom Cash beherrscht werden, da Geld heutzutage immer noch Teil unseres Alltags ist. Im Gegensatz dazu wird Silber noch nicht bei Ihrem Gemüsehändler vor Ort akzeptiert, und auch Wall Street schätzt den modernen durch nichts gedeckten Dollar immer noch höher als den Bestandteil, der dem Dollar historisch gesehen Wert verliehen hatte.

Investoren sollten solche Gelegenheiten nutzen, um kurzfristige Korrekturen in Einstiegspunkte für langfristige Investments zu verwandeln. Der Silberbullenmarkt wird erst vorbei sein, wenn die Staatshaushalte ausgeglichen sind, die Zinsen steigen und die Industrieproduzenten einen Ersatz für das weiße Metall gefunden haben, das eines der nützlichsten der Menschheit heute bekannten chemischen Elemente darstellt.

Die geringe Menge verfügbaren physischen Silbers – was es in der Finanzwelt und in der Industrie ja gerade so attraktiv macht – arbeitet bedauerlicherweise gegen die Markteinsteiger. Doch egal: Langfristig gesehen funktionieren alle Märkte effektiv und normal, und das bedeutet auch, dass es bei physischem Silber zu substantiellen Wertsteigerungen kommen wird.

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