Papiervermögen und Fiatwährungen verlieren gegenüber Gold weiter an Wert

Silber und Rohstoffe konnten sich innerhalb der vergangenen 12 Monate gegenüber Gold, der ältesten und stabilsten Währung der Welt, behaupten oder sogar zulegen. Papierwährungen, Aktien und Anleihen setzen ihre Talfahrt jedoch weiter fort und sorgen bei den Investoren trotz scheinbarer nomineller „Zugewinne“ für herbe Kaufkraftverluste

Charles Vollum, Casey Research, 17.06.2011

Weltweit manipulieren die Zentralbanken ihre Fiatwährungen, was bei den Vermögenswerten und Rohstoffen Preisverzerrungen zur Folge hat. Will man erfolgreich investieren, muss man als Investor jedoch eine Vorstellung davon haben, was all die Dinge kosten und was sie tatsächlich wert sind. Und die Verwendung von Gold, der ältesten und stabilsten Währung der Welt, ist ein guter Weg, um sich diesbezüglich einen Überblick zu verschaffen.

Im Folgenden finden Sie verschiedene Vermögenswerte und Währungen, die in Gramm oder Milligramm Gold ausgepreist wurden. Hierfür sind die Notierungen vom 10.06.2011 zu Grunde gelegt worden.

Währungen

Der Monat Mai war für alle Währungen ein schwieriger Monat. Der Euro und der japanische Yen erzielten am 24.05. bzw. 25.05. neue Rekordtiefststände, während der US-Dollar am 06.06. auf ein neues Allzeittief absank. Seitdem kämpfen die Währungen darum, verlorenen Boden wiedergutzumachen. Vergangene Woche konnte der stark belastete Euro die meisten Zugewinne verbuchen. An zweiter Stelle lag der japanische Yen. Im Jahresvergleich haben alle Währungen bedeutende Verluste zu verzeichnen, wobei der US-Dollar im Vergleich zu den anderen Währungen mit einem Verlust von 20% bedeutend schlechter abschnitt.

US-Staatsanleihen

US-Staatsanleihen sind die vergangenen 8 Jahre ein entsetzliches Investment gewesen. Seit 2002 hat der börsennotierte Fond SHY real über 76% seines Wertes eingebüßt, und das obwohl auf Dollarbasis der Anschein erweckt wird, als hätte er um 29% zugelegt. Der börsennotierte Fonds TLT für langfristige US-Staatsanleihen entwickelte sich genauso miserabel und ist seit 2002 um 70% eingebrochen, obwohl auf Dollarbasis „Zugewinne“ in Höhe von 66% vorgegaukelt werden. Die Staatsanleihen folgten der Kursentwicklung des US-Dollars und verzeichneten im Jahresvergleich einen Wertverlust von 19%.

Aktienindizes

In den vergangenen 10 Jahren sind die bedeutendsten Aktienindizes allesamt im Wert gefallen. Beispielsweise erreichte der Dow Jones im Jahre 1999 mit rund 1.400 Gramm Gold sein Allzeithoch. Seitdem hat er über 80% seines Werts eingebüßt. In den letzten zwei Jahren haben die wichtigsten Indizes mehr oder weniger eine Seitwärtsbewegung hingelegt, nachdem sie sich zuvor von ihren Tiefstständen im März 2009 wieder etwas erholt hatten. Genau wie bei den Anleihen sind die Indizes aufgrund der Entwertung der Währungen nominell zwar gestiegen, doch stehen die Investoren jetzt real mit Kaufkraftverlusten und riesigen Steuerverbindlichkeiten da.

Rohstoffe

Silber hat sich sehr gut entwickelt, und zwar nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch gegenüber Gold. Am 18.02.2011 ging Silber überzeugend über der langfristigen Widerstandsmarke von 0,7 Gramm Gold aus dem Handel. Danach kam es zu einem schnellen Preisschub auf das Niveau von 1 Gramm Gold, ein Preis, der zuletzt Anfang der 80er Jahre gesehen wurde, dem wiederum ein Rücksetzer auf 0,7 Gramm Gold folgte.

Aktuell gibt es ja jede Menge Sorgen bezüglich der steigenden Rohstoffpreise. Doch obwohl die Rohstoffe im Jahresvergleich eine starke Entwicklung hinlegten, haben sich viele lediglich von ihren Tiefständen erholt.

So liegt langfristige Stützungsmarke von Rohöl beispielsweise bei rund 1 Gramm Gold pro Barrel. Und obwohl sich Öl aktuell wieder bis auf ein Niveau von 2 Gramm pro Barrel erholen konnte, wurde der Rohstoff in 2008 noch mit über 4,9 Gramm pro Barrel gehandelt.

Kaffee ist ein weiteres Beispiel. Im Mai 2010 wurde Kaffee mit 34 Milligramm pro Pfund (ca. 450 Gramm) gehandelt, kostet aktuell 54 Milligramm pro Pfund, notierte aber 1997 noch mit über 230 Milligramm pro Pfund.

Zu Beginn des Jahres 2010 kostete Baumwolle weniger als 20 Milligramm pro Pfund. Aktuell liegt der Preis bei fast 30 Milligramm pro Pfund. Der 30-Jahresdurchschnitt liegt jedoch bei 53,2 Milligramm pro Pfund (also 74% höher), während das Rekordhoch von Baumwolle mit 250 Milligramm pro Pfund rund 8 Mal höher ist als das gegenwärtige Preisniveau.

Preisverzerrungen am Beispiel der Aktie von Boeing

In einem Artikel von MarketWatch, der die Performance der 30 im Dow Jones verzeichneten Aktien zum Gegenstand hatte, wurde darauf hingewiesen, dass Boeing die Aktie gewesen ist, die sich in 2011 bisher am besten entwickelt hat. Am 10.05.2011 kletterte Boeing auf ein neues 52-Wochenhoch und konnte dieses Jahr Zugewinne von 22,5% verzeichnen. Die Boeing-Aktie liegt in der Nähe des Preishochs, das vor drei Jahren erzielt wurde (alles auf Dollarbasis natürlich).

In der nachfolgenden Grafik sehen Sie die tatsächlich Wertentwicklung von Boeing: Anstatt dass Boeing ein 52-Wochenhoch erzielte, lag die Aktie vielmehr 10,1% unter ihrem 52-Wochenhoch von Juli 2010. Auch lagen die Zugewinne in 2011 nicht bei 22,5%, sondern in Wirklichkeit bei 14,2%. Und anstatt dass sich die Aktie in der Nähe des vor drei Jahren erzielten Preises befindet, notiert sie in Wirklichkeit 40% tiefer. Und von den 30 Aktien, die im Dow Jones Industrial gelistet sind, war Boeing noch diejenige, die sich am besten entwickelt hat!

Natürlich ist man so nicht in der Lage, in Erfahrung zu bringen, ob Boeing bei den jetzigen Preisen ein Schnäppchen ist oder nicht. Will man sich hierzu ein Urteil bilden, muss man die zugrunde liegenden Fundamentaldaten einer eingehenden Prüfung unterziehen. Das Beispiel zeigt jedoch sehr anschaulich, dass die konventionellen Medien aufgrund der Dollarauspreisung bezüglich der Fragestellung, ob etwas wirklich teuer oder preiswert ist, völlig falsche Vorstellungen in die Welt setzen.

Lassen Sie sich nicht von dem irreführenden Blödsinn staatlicher Währungen an der Nase herumführen! Wesentlich sinnvoller ist es, mithilfe von Gold die wirkliche Wertentwicklung von Investments im Auge zu behalten.

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