US-Schuldenbombe: Marxismus bis zum Untergang

Hebt der US-Kongress die Schuldenobergrenze nicht an, bricht von heute auf morgen eine vollumfängliche Wirtschaftsdepression aus. Die Staatsverschuldung wird daher weiter in die Höhe schießen

Martin A. Armstrong, Martinarmstrong.org, 15.07.2011

Der Hauptgrund, warum wir dem Untergang geweiht sind, ist, weil die Vertreter der US-Regierung im großen Ganzen nicht begreifen, dass es ein Problem gibt, und die Theorien und Mantras, die man von ihnen bruchstückhaft in der Presse zu hören bekommt, eine Welt beschreiben, die überhaupt nicht mehr existiert.

Die gesamte Theorie des marxistischen Sozialismus besteht darin, dass wir die Reichen und die Konzerne besteuern können, um die Programme der Armen zu bezahlen. Dies setzt jedoch implizit voraus, dass es sich bei der US-Wirtschaft um ein geschlossenes System handelt, so als gäbe es nichts weiter da draußen.

Die Abwanderung von Kapital wird bei dieser Theorie völlig negiert. Darüberhinaus ist sie genauso praktikabel wie die Gesetze zur Geschwindigkeitsbegrenzung oder die Ehebruch-Gesetze in vielen Bundesstaaten Neuenglands, wo der Ehebruch aufgrund puritanischer Moralvorstellungen immer noch einen Straftatbestand darstellt.

Das Kapital verschwindet ganz einfach und nimmt die Beschäftigung gleich mit. Das bestehende Dogma ist also in keinster Weise praktikabel. Ich sag es ja wirklich nur ungern, aber wir haben es heutzutage mit einer globalen Wirtschaft zu tun.

Römische Herrscher versuchten, die Prostitution abzuschaffen, und ordneten an, dass Prostituierte nicht mit Münzen bezahlt werden dürfen, auf denen das Konterfeit des Imperators zu sehen ist. Und was geschah? Es wurden ganz einfach Wertmarken hergestellt, die man kaufen konnte um die Prostituierten damit zu bezahlen, und die Prostituierten tauschten sie dann wieder in echtes Geld um.

Es ist schlichtweg nicht möglich, Gesetze zu erlassen, die der Natur des Menschen widersprechen, und dann auch noch allen Ernstes zu erwarten, dass sie tatsächlich funktionieren würden. Alles, was man dadurch erreicht, ist, dass ein Schwarzmarkt entsteht.

Die Gespräche der Kongressmitglieder sind in eine Sackgasse geraten. Das Problem ist ja noch nicht einmal erfasst worden, was jedwede Hoffnung auf eine Lösung zum reinen Wunschtraum werden lässt. Einig ist man sich einzig darüber, dass sich die Wirtschaft immer noch in Schwierigkeiten befindet.

Die Demokraten bedauern, dass die Wirtschaft nicht genügend angekurbelt wird (Ausgaben), während die Republikaner der Meinung sind, dass wir ein Ausgabenproblem haben, das das Vertrauen in die Regierung zerstört. Und genau deshalb scheint es auch keine Lösung zu geben.

Keine der beiden Seiten hat auch nur im Ansatz damit begonnen, das Problem anzugehen. Was wäre denn, wenn diese ganze planwirtschaftliche Theorie einfach nur von Grund auf völlig falsch ist? Was wäre, wenn es hier überhaupt nicht um ein Ausgabenproblem geht, sondern um ein strukturelles, systemisches Problem?

Es scheint so, als würden wir alle völlig selbstverständlich davon ausgehen, dass es normal ist, sich Geld zu leihen, dass dies die Art ist, wie man an die Dinge herangehen sollte. Und da haben wir exakt das Problem, das über das Potenzial verfügt, die Zivilisation, so wie wir sie kennen, vollständig zu vernichten.

Die Republikaner glauben, es würde sich hier um ein Ausgabenproblem handeln, also sagen sie, dass es nun genug sei, und argumentieren gegen die Anhebung der US-Schuldenobergrenze und stattdessen für Einschnitte bei den Ausgaben. Sie sind jedoch nicht in der Lage, die tatsächlichen Konsequenzen ihrer eigenen Vorschläge zu erfassen.

Wenn wir die Schuldenobergrenze einfrieren würden und damit anfingen, die Ausgaben zu kürzen – so ehrenhaft sich das auch anhören mag – würde dadurch eine Große Depression eingeleitet werden. Warum?

Die Große Depression würde dadurch entstehen, dass die Ausgaben für alle realen Dinge und die 20% aller Privateinkommen, die sich aus Staatsausgaben wie Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und Pensionen zusammensetzen, einfach eingestellt würden. Die Zinszahlungen auf die Staatsschulden würden dann alle anderen Ausgaben verdrängen, da es keinen Zahlungsausfall der US-Regierung geben würde.

Die Demokraten glauben, dass man nur durch zusätzliche Ausgaben irgendwie in der Lage sei, die Wirtschaft anzukurbeln. Sie begreifen jedoch nicht, was passiert, wenn man sich das Geld, anstatt es neu zu schaffen (was in der Theorie inflationär ist), von Ausländern leiht.

Da 40% aller US-Schulden von ausländischen Kreditgebern gehalten werden, würden die Zinszahlungen aus der Wirtschaft in Ausland exportiert werden, was wiederum zu Liquiditätsengpässen und einer Wirtschaftsdepression führen würde, da diese exportierten Gelder mit Sicherheit nicht zur Belebung der Inlandswirtschaft beitragen.

Akkumulierte Zinskosten als Prozentsatz der Gesamtverschuldung der USA

Die Republikaner glauben allen Ernstes, dass die Reduzierung der Ausgaben Vertrauen wiederherstellen und zu einem Wirtschaftsboom führen würde. Dieses Märchen entspringt der Tatsache, dass das zentrale Wesen des aktuellen Systems und dessen eigentliche Funktionsweise nicht hinterfragt wird. Es handelt sich also lediglich um eine nette, wenn auch völlig substanzlose Theorie.

Die Demokraten bedauern, dass die Wirtschaft nicht genügend angekurbelt wird (Ausgaben), und erachten dies als das wirkliche Problem. Sie hinterfragen das Modell fortwährender Geldaufnahme zum Zwecke des Systemerhalts ebenfalls nicht.

Bedauerlicherweise besteht zurzeit keinerlei Hoffnung darauf, dass sich die Parteien zusammensetzen und die Probleme angehen werden. Die Debatte ist einfach noch nicht auf der Stufe angelangt, dass über systemische Reformen gesprochen wird. Solange es noch nicht richtig kracht, ist also lediglich mit weiteren Wirtschaftskrisen zu rechnen.

Wie kann man denn Länder retten, indem man ihnen noch mehr Geld leiht, nur um die Investmentbanker bei Laune zu halten? Wie soll dadurch irgendetwas langfristig gelöst werden? Die Schulden werden weiter steigen. Der seitens der Regierung betriebene Wirtschaftszusammenbruch wird weiter anhalten und die Arbeitslosigkeit befeuern.

Wir sitzen in einem Taxi und der Fahrer hat keinen Führerschein, weil er den Prüfungsfragebogen nicht versteht. Die Schuldenkrise wird also weitergehen, da bisher immer noch keiner begriffen hat, dass es vielleicht das System sein könnte, dass einer dringenden Reform bedarf, da es am Ende ist. Die Investmentbanker werden das jedoch zu verhindern wissen, weil sie die Schulden an alle Länder verkaufen.

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