Explosionsgefahr: Silberpreis kann jederzeit durch die Decke schießen

Der Silberpreis kletterte diese Woche auf ein neues Zwischenhoch und war so teuer, wie seit Mitte Mai nicht mehr. Experten rechnen für die nächsten Monate mit einer Preisexplosion

Propagandafront.de, 17.07.2011

Silber ging diese Woche mit USD 39,27 pro Unze aus dem Handel. Der Silberpreis notierte damit nur marginal unter seinem neuen Zwischenhoch von Donnerstag dieser Woche, wo der Preis kurzzeitig bis auf USD 39,35 pro Unze kletterte. Seit Anfang dieses Monats konnte das weiße Metall bereits Zugewinne in Höhe von 16% verzeichnen.

Edelmetallexperten gehen davon aus, dass es bei Silber in den nächsten Monaten zu massiven Preissteigerungen kommen könnte. So erklärte Bill Murphy diese Woche im Gespräch mit Goldseek-Radio, dass Silber, nun wo die Feinunze bereits wieder über die wichtige Marke von USD 38 geklettert ist, in Windeseile auf USD 70 jagen könnte:

„Jetzt wird jeder begreifen, dass Gold und Silber komplett durchdrehen werden. Mann muss sie haben, man braucht mehr davon. Die Chinesen wollen sie, die Russen wollen sie, die Inder wollen sie. Denen ist egal, was Bernanke sagt. Sie wissen, dass es sich hierbei um Geld handelt. Sie wissen, das Gold und Silber besser sind, als die abwertenden Währungen Europas und der Vereinigten Staaten.

Uns steht ein richtiges Feuerwerk bevor. Sie halten Gold unten…während seines gesamten Anstiegs ist Gold ist jeden Tag gedrückt worden. Sie wollen nicht, dass es um mehr als einen bestimmten Prozentsatz steigt…Hier ist eine richtige Explosion in der Mache.

Und nun kommen auch all unsere Schuldenprobleme auf uns zu. In Europa wird überhaupt nichts besser werden. Die gesamte Welt geht jetzt in Richtung Gold und Silber. Silber wird komplett ausflippen. Bevor man sich versieht, wird es bei USD 70 liegen. Hier gibt es aktuell unglaubliche Möglichkeiten…und es ist jetzt an der Zeit, dieser Entwicklung Aufmerksamkeit zu schenken…“

Auf die Frage, was dem Silberpreis besonderen Aufwärtsdruck verleihen könnte, sagt Murphy:

„Im Grunde genommen hat JP Morgan zu wenig Silber, sie können nicht ausliefern. Daher gab es auch die orchestrierten Überfälle mit den Börsen…doch das Silber geht aus. Sie haben es nicht. Das offene Interesse an der COMEX ist sehr niedrig. Durch die Erhöhung der Hinterlegungspflichten haben sie jede Menge Leute aus dem Markt geworfen, und jetzt haben wir mit USD 38 eine Schwelle erreicht, wo Silber völlig durchdrehen kann. Morgan kann [seine Shorts nicht decken], ohne dass der Preis dadurch auf, sagen wir, USD 70 getrieben wird…“

J.P. Morgan Chase & Co. auf Silberbasis - Zum Vergrößern anklicken.

Doch Bill Murphy ist nicht der einzige, der davon ausgeht, dass am Silbermarkt die nächste Aufwärtsphase eingeleitet wurde. Der Edelmetallanalyst Clive Maund ist der Auffassung, dass sich die fortwährenden Gelddruckmaßnahmen der US-Notenbank Federal Reserve zur Verhinderung eines weltweiten Systemzusammenbruchs künftig in der Entwicklung des Silberpreises widerspiegeln würden, und merkte dazu am 14.07.2011 an:

„Der gestrige…Ausbruch über seinen 50-Tage-Schnitt stellt den Abschluss der vorübergehenden Konsolidierungsphase und den Beginn des nächsten bedeutenden Aufwärtstrends bei Silber dar. Alle Faktoren deuten nun darauf hin, dass sich in den kommenden Monaten ein bedeutender Aufwärtstrend entwickeln wird, der Silber ohne weiteres zu neuen Rekordhochs treiben dürfte.

Im Grunde genommen ist der gestrige Ausbruch auf die Erkenntnis in den Märkten zurückzuführen, dass die quantitative Lockerung (QE) weitergehen wird – ob man sie nun QE nennt oder nicht – ja, dass sie in der Tat sogar weitergehen muss, da jedweder Versuch, in der jetzigen späten Phase auf die Bremse zu treten, zu einem weltweiten systemischen Kollaps führen würde.

Am Ende wird dies zwangsläufig zu einer Hyperinflation führen, was Gold und Silber auf Preisniveaus jagen wird, die viele heute schlichtweg als Märchengeschichten abtun würden. Wir hatten bereits zu Beginn dieses Jahres einen Vorgeschmack des uns bevorstehenden Anstiegs der Edelmetallpreise bekommen, bevor mächtige Interessen sich dazu entschlossen, dass es an der Zeit sei, den kleinen Leuten den Gar auszumachen, indem sie wiederholt und innerhalb kürzester Zeit die Hinterlegungspflichten erhöhten…“

In der Tat konnte im Verlaufe der ersten Jahreshälfte 2011 eine bemerkenswerte Preisrally beobachtet werden. Mitte Februar kostete die Feinunze Silber noch unter USD 28 und schoss dann bis Ende April auf über USD 48, da zahlreiche Papiersilberinvestoren auf Gewinnmitnahmen hofften und versuchten, irgendwie auf den Silberzug mit aufspringen zu können.

Silber im Vergleich: 13.07.2010 - 15.07.2011 - Zum Vergrößern anklicken.

Der Silbermarkt ist jedoch einer der volatilsten und manipuliertesten Märkte überhaupt, weshalb zahlreiche Experten empfehlen, das Metall physisch zu halten, anstatt das Risiko von Papierderivaten in Kauf zu nehmen und sich von Investmentbankern, die mit den Börsen unter einer Decke stecken, am Papiermarkt übers Ohr hauen zu lassen.

DAX auf Silberbasis - Zum Vergrößern anklicken.

Aufgrund der wilden Natur des Silberbullens müssen die Anleger Nerven aus Stahl besitzen und über die Fähigkeit verfügen, auch hohe Schwankungen aussitzen zu können, da sie ansonsten einfach aus dem Markt gefegt werden.

Der renommierte Edelmetallanalyst James Turk erklärte diese Woche im Gespräch mit Goldseek-Radio, dass die Aussichten für Silber mittelfristig nicht besser sein könnten. Er rechnet damit, dass das Gold/Silber-Verhältnis, das aktuell bei 40 liegt, seinen langfristigen Abwärtstrend fortsetzen und auf 20:1 absinken wird:

„Gold und Silber gehen nur sehr selten in Backwardation, also dass der Kassapreis höher ist als ihr Future-Preis. Normalerweise ist es immer genau andersrum. Doch seit Januar kostet Silber im Jahre 2015 weniger als der Kassapreis, was wirklich bemerkenswert ist. Ich glaube nicht, dass das überhaupt schon einmal vorgekommen ist, zumindest ist das gemäß meiner Analyse der Geldgeschichte bisher noch nicht der Fall gewesen.

Und das sagt mir, dass die vorhandene Menge physischen Silbers einfach nur extrem begrenzt ist, und ich glaube, dass es einzelne Beweise dafür gibt, die genau darauf hindeuten. Die Münzprägeanstalten arbeiten gerade im Hochbetrieb, kommen jedoch nicht an zusätzliches Silber heran, um noch mehr Münzen zu prägen und die Nachfrage zu bedienen. Meine Firma GoldMoney verzeichnet aktuell massive physische Käufe.

Und die Tatsache, dass sich der Silberpreis in den vergangenen 12 Monaten so gut entwickelt hat, sagt mir, dass die Leute begreifen, wie unterbewertet Silber ist. Aber Gold ist genauso unterbewertet. Ich gehe davon aus, dass Gold und Silber steigen werden, wobei Silber in Zukunft aller Vorausschau nach stärker steigen wird als Gold.

Mit anderen Worten: Das Gold/Silber-Verhältnis, das aktuell im 40er Bereich liegt, wird seinen langfristigen Abwärtstrend fortsetzen, so dass 20 Unzen Silber irgendwann in der Zukunft 1 Unze Gold entsprechen werden.“

Bei einem Gold/Silber-Verhältnis von 20:1 läge Silber schon heute bei USD 80 pro Unze, ohne dass der Goldpreis dafür weiter zulegen müsste.

Gold/Silber-Verhältnis - Zum Vergrößern anklicken.

Die kommenden Wochen und Monate dürften also recht spannend werden, vor allem angesichts der Tatsache, dass James Turk mit seiner erstaunlichen Prognose – dass wir dieses Jahr eine seltene Sommerrally am Goldmarkt sehen würden, so wie sie letztmalig 1982 aufgrund der Staatspleite Mexikos beobachtet werden konnte – zumindest bisher völlig richtig lag.

CCI-Rohstoffindex auf Silberbasis - Zum Vergrößern anklicken.

Der Währungskrieg, in Wirklichkeit ein globaler Abwärtswettlauf der Fiatwährungen, ist bereits voll im Gange, und Gold und Silber nehmen in zunehmendem Maße ihre jahrtausendealte Funktion als einzig echte Währungen wieder ein.

Und obwohl gegenwärtig immer mehr Sparer zu der Erkenntnis gelangen, dass das Inflationsmonster ihre Papiergeldrücklagen verschlingt, sind sie dennoch verunsichert, wie sie sich verhalten sollen, und fragen sich, ob es tatsächlich ratsam ist, in Edelmetalle zu investieren. In einem Artikel mit dem Titel „Stell dir vor, es ist eine Blase und keiner geht hin“ wird dieses Phänomen von Jeff Berwick aufgegriffen:

„Mit einer gewöhnlichen Person auf der Straße darüber zu sprechen, ist einfach nur zwecklos. Bevor Gold auf USD 1.000 pro Unze kletterte, besaß überhaupt niemand Gold. Als der Goldpreis die Marke von USD 1.000 übersprang, wurden einige auf Gold aufmerksam, wobei die Mehrheit dieser Gruppe Ihnen erklären wird: ´Es ist zu spät, um jetzt noch Gold zu kaufen. Der Zug ist abgefahren.`

Ja, der Zug ist abgefahren. Nur stellt sich die Frage, ob es sich dabei um den Gold- und Silberzug handelt, oder nicht vielmehr um die Fiatgeld-Dampflock, die buchstäblich auf dem letzten Loch pfeift und dem Abgrund entgegen rast.

Die überwältigende Mehrheit der Papiergeldsparer schaut immer noch ungläubig dabei zu, wie sich die Fiatgeld-Dampflock mit ihren hart erarbeiteten Ersparnissen im Schlepptender rasend schnell ihrem Endziel nähert. Viele von ihnen werden wohl erst dann aufwachen, wenn der Zug das von den Zentralbanken geschmierte Gleis bereits verlassen hat und die fortwährende Abwertung der Papiergeldwährungen in den freien Fall übergeht.

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