Panik an den globalen Finanzmärkten kann jetzt jederzeit ausbrechen

Während die Aktienkurse der westlichen Banken massiv einbrechen und die Renditen für die Staatsanleihen explodieren, wittern die Leerverkäufer und Spekulanten fette Beute. Im Folgenden finden Sie 18 Anzeichen, die darauf hindeuten, dass an den globalen Finanzmärkten nun jederzeit eine neue Finanzpanik ausbrechen kann

Michael Snyder, The Economic Collapse, 19.07.2011

Man kann es förmlich spüren. Die weltweiten Finanzmärkte befinden sich in Aufruhr. Die Bankenaktien werden gerade abgeschlachtet und die Renditen für europäische Staatsanleihen explodieren, während die großen Konzerne bekanntgeben, dass sie Massenentlassungen durchführen wollen.

Das gesamte Weltfinanzsystem scheint gerade mit Riesenschritten auf eine neue große Krise zuzumarschieren.

Könnten wir wohlmöglich eine Wiederholung des Jahres 2008 erleben? Nein, denn sollte es zu einem erneuten Ausbruch der Finanzkrise kommen, dürfte sie dieses Mal bedeutend schlimmer ausfallen als im Jahre 2008.

Mitte 2008 belief sich die US-Staatsverschuldung auf weniger als USD 10 Billionen. Heute sind es bereits über USD 14 Billionen. In 2008 stand auch keines der Eurozonenländer kurz vor dem Finanzkollaps, so wie es heute der Fall ist.

Sollte das Finanzsystem erneut auseinanderbrechen, dürften die weltweiten Regierungen dieses Mal mit Sicherheit nicht mehr in der Lage sein, die massiven Stützungsmaßnahmen vorzunehmen, welche aufgrund der Krise des Jahres 2008 eingeleitet wurden. Und das ist auch der Grund, warum die aktuelle Situation so alarmierend ist.

Und während sich die Hinweise der Schwäche und Instabilität immer weiter mehren, haben die Leerverkäufer und Spekulanten bereits Fährte aufgenommen und wittern fette Beute. Sie können das Geld förmlich riechen.

Damals im Jahre 2008 wurde die Krise durch einen Niedergang der Bankenaktien eingeleitet, und aktuell scheint sich diese Entwicklung zu wiederholen. Die Aktienkurse der Banken, die unter die Kategorie „zu groß, um zu scheitern“ fallen, sind die vergangenen Tage immer weiter eingebrochen.

Natürlich hegen die meisten Menschen nicht besonders viele Sympathien für diese Bankster – doch sollte es zu einer Wiederholung des Krisenjahres 2008 kommen, dann dürften die Banken ihre Kreditvergabe wieder massiv zurückfahren und erneut um riesige Rettungspakete betteln, was für die Wirtschaft mit Sicherheit keine gute Nachricht wäre.

Die Staatschuldenkrise der Eurozonenländer scheint sich nun tagtäglich weiter zu verschlimmern. Die Renditen für die Anleihen der PIIIGS-Länder explodieren gerade, und umso höher die Renditen steigen, desto schlimmer wird die Krise.

Ich hatte ja jüngst bereits darüber berichtet, dass sich an den weltweiten Finanzmärkten zusehends schlechte Stimmung breitzumachen scheint. Der Pessimismus ist allgegenwärtig und breitet sich immer mehr aus.

Die Leerverkäufer und Spekulanten wittern natürlich fette Beute und haben es darauf abgesehen, jedwedes Zeichen der Schwäche beim Schopfe zu packen und auszuschlachten. Die weltweiten Investoren sind extrem nervös.

Was passiert also als nächstes? Mit Sicherheit kann das niemand sagen, Fakt ist jedoch, dass die Situation nicht besonders gut aussieht. Im Folgenden finden Sie 18 Anzeichen, die darauf hindeuten, dass an den Finanzmärkten jederzeit eine vollumfängliche Panik ausbrechen kann:

1. Die Bankaktien hat es schwer erwischt. Beispielsweise fiel die Aktie von Bank of America am Montag um 4% auf USD 9,61 und markierte somit ein 52-Wochentief.

2. Alleine in diesem Jahr ist der Aktienpreis für Bank of America bereits um rund 27% eingebrochen.

3. Bloomberg meldete, dass Bank of Amerika gezwungen sein könnte, die Eigenkapitaldecke um USD 50 Milliarden aufzustocken.

4. Die Aktien von Goldman Sachs und Morgan Stanley notieren zurzeit nahe ihrer Zweijahrestiefststände.

5. Die Aktie von Citigroup sank am Montag um 2,5%.

6. Die Ratingagentur Moody´s warnte jüngst davor, dass sie sich gezwungen sehen könnte, die Bonitätsnoten von Bank of America, Citigroup und Wells Fargo herunterzustufen.

7. Barclays Capital, Goldman Sachs, Bank of America, JPMorgan Chase und Morgan Stanley denken zurzeit allesamt darüber nach, Mitarbeiter zu entlassen oder führen bereits Entlassungen durch.

8. Der stellvertretende Direktor des Internationalen Währungsfonds erklärte, die griechische Schuldenkrise stünde nun „auf des Messers Schneide“.

9. Moody´s stufte die Bonitätsnote Irlands jüngst bis auf Ramschniveau.

10. Die Rendite für die zweijährige portugiesische Staatsanleihe liegt aktuell bei über 20%, während die zweijährige irische Staatsanleihe bereits mit über 23% rentiert und die griechische auf über 35% in die Höhe geschossen ist.

11. Die Aktie von Italiens größter Bank brach am Montag um atemberaubende 6,4% ein.

12. Italienische Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit kletterten am Montag auf den höchsten Stand seit Einführung des Euros.

13. Spanische Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit kletterten am Montag ebenfalls auf den höchsten Stand seit Einführung des Euros.

14. Die Aktie der größten deutschen Bank fiel am Montag um atemberaubende 7% und mussten alleine im Verlaufe dieses Monats bereits Verluste in Höhe von 22% verkraften.

15. Der Chefökonom von Citigroup, William Buiter, sagte voraus, dass es ohne direkte Interventionsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank in ganz Europa zu einer Welle an Staatspleiten kommen würde: „Außer der EZB gibt es nichts, was einer Vielzahl von Staatspleiten noch im Weg stehen würde – das sind die letztverbliebene Optionen, etwas anderes gibt es nicht.“

16. Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern Cisco hat vor wenigen Tagen seine Pläne bekanntgegeben, 16% seiner Mitarbeiter zu entlassen.

17. Das internationale Buchhandelsunternehmen Borders Group teilte mit, dass man alle noch verbliebenen Vermögensbestände liquidieren würde, was nichts anderes heißt, als dass 399 Geschäfte geschlossen und 10.700 Mitarbeiter gefeuert werden.

18. In Krisenzeiten sind die Investoren auf der Suche nach sicheren Häfen, um ihr Geld zu retten. Am Montag passierte der Goldpreis die Marke von USD 1.600 pro Unze.

Das sind definitiv keine gewöhnlichen Zeiten, die wir gegenwärtig durchmachen. Die weltweite Schuldenblase beginnt gerade zu platzen und niemand scheint mit Sicherheit sagen zu können, was als nächstes passiert.

Natürlich werden wir auch in Zukunft erleben, wie die Finanzbehörden auf dem gesamten Planeten alles daran setzen werden, um das System weiter aufrechtzuerhalten. Doch wir haben ja bereits im Jahre 2008 miterlebt, dass die Situation recht schnell außer Kontrolle geraten kann. Anfang 2008 hätten sich nur sehr wenige Menschen vorstellen können, dass die größten Finanzinstitutionen Amerikas bereits Ende 2008 um hunderte Milliarden US-Dollars betteln würden.

Wenn das Vertrauen schwindet, kann das in Windeseile alles auf den Kopf stellen. Für die überwiegende Mehrheit der Ökonomen wäre es jedenfalls unvorstellbar gewesen, dass die zweijährige griechische Staatsanleihe Mitte 2011 mit über 35% rentiert. Doch genau an diesem Punkt befinden wir uns heute.

Das gesamte Weltfinanzsystem ist nichts weiter als ein auf Sand gebautes Kartenhaus. Es ist heute noch anfälliger als zu irgendeinem Zeitpunkt der vergangenen 65 Jahre. Sollten die ersten paar Dominosteine fallen, dürfte dies eine gigantische Kettenreaktion zur Folge haben.

Als man das gegenwärtige Weltfinanzsystem aus der Taufe hob, wurden die Risiken völlig verdrängt und niemand interessierte sich für dessen Sicherheit. Es wurde für gierige Menschen geschaffen, mit dem Ziel, so schnell als möglich riesige Profite einfahren zu können. Die Bankster scheren sich überhaupt nicht um das Wohl der Menschheit. Das einzige, was die Bankster interessiert, ist es, riesige Berge an Gewinnen einstreichen zu können.

Aktuell gibt es zu viele Risiken, zu viele Schulden und zu viel Fremdkapitalfinanzierung an den Finanzmärkten. Normalerweise sollte man meinen, 2008 wäre den weltweiten Finanzbehörden eine eindringliche Warnung gewesen, doch nichts dergleichen. Im Endeffekt wurde seit 2008 so gut wie nichts unternommen, um die Probleme zu lösen.

Die Finanzmeldungen werden Tag für Tag immer schlimmer. Das Finanzsystem kann schlichtweg nicht mehr aufrechterhalten werden. Es ist am Ende. Die Realität ist, dass sich all die Finanzblasen nicht auf immer und ewig weiter aufblähen lassen. Am Ende kommt es zwangsläufig dazu, dass sie platzen.

In den nächsten Wochen sollten Sie die Kurse der Bankenaktien und die Renditen für die europäischen Staatsanleihen auf alle Fälle ganz genau im Auge behalten.

Hoffentlich stabilisiert sich die Lage wieder. Hoffentlich steht uns in nächster Zeit keine Welle von Finanzzusammenbrüchen bevor. Hoffentlich steht das gesamte Weltfinanzsystem nicht kurz vor einem bedeutenden Crash. Doch für den Fall der Fälle dürfte es besser sein, wenn man sich entsprechend darauf vorbereitet.

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