Finanzkrise: FED rettete internationale Großbanken mit Geheimkrediten in Höhe von USD 1,2 Billionen

Die internationale Bankenmafia erhielt von der US-Notenbank während der Finanzkrise 2008 gigantische geheime Steuerzahler-Rettungspakete. Fast die Hälfte der Empfänger dieser verdeckten Finanzhilfen waren europäische Banken. Als Sicherheiten wurden Anleihen mit „Junk“-Rating und Aktien hinterlegt

Charles Scaliger, The New American, 24.08.2011

Seit der Gründung der Federal Reserve vor fast 100 Jahren besitzt die US-Notenbank den Nimbus des Geheimnisvollen und wurde im Verlaufe der Zeit sogar noch undurchschaubarer. Und als dann im Jahre 2008 die US-Wirtschaft implodierte, agierte die Federal Reserve ebenfalls wieder hinter den Kulissen und verteilte an eine ganze Reihe abstürzender Finanzinstitutionen gigantische Summen an Rettungsgeldern.

Diese Direktkredite gingen an die allergrößten Banken, eine Gruppe, die vom ehemaligen Mitarbeiter des US-Justizministeriums Robert Litan auch als „Aristokratie des amerikanischen Finanzwesens“ bezeichnet wurde. Der Umfang und die Details dieser Rettungspakete wurden streng geheim gehalten und traten erst jetzt an die Öffentlichkeit.

Für die Veröffentlichung der Daten bedurfte es einer Anfrage auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes, Monate der Rechtsstreitigkeiten und sogar eines Gesetzgebungsakts des US-Kongresses – aber am Ende erhielten die hartnäckigen Journalisten von Bloomberg News die Daten dann doch.

Nachdem die Reporter von Bloomberg die Daten geprüft hatten, kamen sie zu dem Schluss, dass die FED – einseitig und ohne jedwede Kontrolle durch den Kongress – mehr als USD 1,2 Billionen an Steuerzahlergeldern verteilt hatte. Das sind rund USD 500 Milliarden mehr als das separate, heiß umstrittene USD 700 Milliarden-Rettungspaket, das zur selben Zeit durch den Kongress gepeitscht wurde und über das überall in den Medien berichtet wurde.

Man braucht sich daher nicht zu wundern, dass eine Firma wie Morgan Stanley, von der während der Krise in 2008 jeder annahm, dass sie nach dem Niedergang von Lehman Brothers die nächste Bank sein würde, die in die Pleite abrutscht, am 29.09.2008 plötzlich verkünden konnte, dass sie über „starke Kapital- und Liquiditätspositionen“ verfügt.

Die Märkte seufzten erleichtert und Morgan Stanley konnte sich über Wasser halten. Was Morgan Stanley jedoch nicht verriet, war die Tatsache, dass die Bank von der Federal Reserve über USD 107 Milliarden erhalten hatte – eine Zahl, die laut der Bloomberg-Autoren Bradley Keoun und Phil Kuntz

„die Quelle praktisch allen frei verfügbaren Geldes bei Morgan Stanley war, so die Kreditvergabedaten und Dokumente, die nun nach mehr als zwei Jahren von der Untersuchungskommission zur Finanzkrise veröffentlicht wurden…Der Betrag entsprach fast dem Dreifachen des Gesamtgewinns der Firma innerhalb des vergangenen Jahrzehnts.“

Während Morgan Stanley das größte FED-Rettungspaket erhielt, bekamen andere Bank-Giganten nicht minder atemberaubende Summen. Bank of America erhielt USD 91,4 Milliarden und bei Citigroup waren es USD 99,5 Milliarden. Und die Großzügigkeit der FED blieb nicht allein auf amerikanische Banken beschränkt.

Der seit langem gehegte und immer wieder öffentlich seitens des Kongressabgeordneten Ron Paul und anderer Feinde der US-Notenbank vorgebrachte Verdacht, bei den Kreditnehmern der FED würde es sich um ausländische Banken handeln, hat sich mittlerweile als völlig richtig herausgestellt.

Bloomberg kam zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte der größten Kreditnehmer europäische Banken wie die Royal Bank of Scotland (USD 84,5 Milliarden), die Schweizerische UBS AG (USD 77,2 Milliarden), die deutsche Hypo Real Estate Holding AG (USD 28,7 Milliarden oder rund USD 21 Millionen pro Mitarbeiter), Londons Barclay´s Plc (USD 64,9 Milliarden) und die Deutsche Bank (USD 66 Milliarden) gewesen sind. Andere europäische Unternehmen, die von der Freizügigkeit der US-Notenbank profitierten, waren die größte belgische Bank, Dexia SA, und Societe Generale SA aus Frankreich.

Die Federal Reserve versuchte mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln diese und viele andere Rettungsprogramme geheim zu halten und behauptete, dass die Bekanntgabe der Geldempfänger das öffentliche Vertrauen in die Bankinstitutionen zerstören und Gerüchte heraufbeschwören würde, dass diese Banken pleite seien. Keoun und Kuntz schreiben dazu:

„Vertreter der FED behaupteten mehr als zwei Jahre lang, dass die Bekanntgabe der Identitäten der Kreditnehmer und der Kreditvergabebedingungen die Banken stigmatisieren, den Aktienpreisen schaden oder zu einem Bank-Run der Kunden führen würde. Vergangenes Jahr bat eine Gruppe der größten Banken den obersten US-Gerichtshof wenigstens einige der Kredite der FED geheim zu halten. Im März dieses Jahres wurde eine Berufungsanhörung abgelehnt und die Zentralbank musste die Daten in einem bisher beispiellosen Vorgang veröffentlichen.

Die 29.346 Seiten starke Dokumentation, an die man mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes gelangte, sowie andere Informationen aus Datenbanken der FED über 21.000 Transaktionen verdeutlichen das erste Mal überhaupt, wie massiv die weltgrößten Banken von der US-Zentralbank abhängig gewesen sind, um die Deckungslücken bei ihren Geldbeständen auszugleichen. Selbst Firmen, die in Presse- oder Umsatzmeldungen vorgaben, über jede Menge Geldreserven zu verfügen, erhielten insgeheim Gelder von der FED, um dem Stigma der Schwäche zu entkommen.“

Und als ob die Vergabe derart riesiger Summen an Steuerzahlergeldern an inländische und ausländische Banken nicht bereits für genug Entrüstung sorgen würde, hat die Federal Reserve bei ihren eigenen Kreditvergabestandards zusätzlich auch noch die Qualität der zu hinterlegenden Sicherheiten dramatisch abgesenkt. Im Endeffekt ist es den Finanzinstitutionen jetzt erlaubt, ihren Wertpapiermüll als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Keoun und Kuntz schreiben:

„Normalerweise akzeptiert die Zentralbank nur Anleihen, die über die höchste Bonitätsnote verfügen, wie beispielsweise US-Staatsanleihen. Ab Ende 2008 akzeptierte sie auch ´Junk`-Anleihen, die keine Investmentqualität hatten. Sie nahm sogar Aktien als Sicherheit entgegen, die ja im Falle einer Liquidation immer als erstes ausgelöscht werden.

Morgan Stanley lieh sich während eines FED-Programms im September 2008 USD 61,3 Milliarden und hinterlegte dafür Sicherheiten in Höhe von USD 66,5 Milliarden, so Dokumente der FED. Zu den hinterlegten Sicherheiten gehörten USD 21,5 Milliarden an Aktien, USD 6,68 Milliarden an Anleihen mit Junk-Rating und USD 19,5 Milliarden an Vermögenswerten mit ´unbekanntem Rating`, so die Dokumente. Rund 25% der hinterlegten Sicherheiten waren aus dem Ausland.“

Unklar bleibt, wie viel dieser USD 1,2 Billionen bisher zurückgezahlt worden sind und welcher Anteil der Rettungsgelder überhaupt entsprechend besichert wurde. Doch eine Lektion, die man aus diesem bisher noch nie dagewesenen Blick hinter die Kulissen auf die Machenschaften der FED zweifellos ziehen kann, ist, dass das internationale Bankenkartell, das fest mit den Zentralbanken verwoben ist – die über die Macht verfügen, das notwendige Geld zu drucken, um Finanzkatastrophen wie den Crash von 2008 zu übertünchen – keinerlei Skrupel hat, die Gelder anderer aufs Spiel zu setzen.

Wir haben es hier mit der ultimativen Form moralischer Verwerflichkeit zu tun, wo der gesamte Finanzsektor systematisch vor den Konsequenzen seiner eigenen Verfehlungen bewahrt wird.

Diese „zu groß, um zu scheitern“-Mentalität erstreckt sich nicht nur auf Institutionen, die faktisch Amerikas Finanz-Aristokratie bilden, sondern geht weit darüber hinaus und erstreckt sich bedauerlicherweise auch auf die europäischen Alliierten, deren Interessen mit denen von Wall Street so verwoben sind, dass unsere eigene Regierung willens ist, amerikanische Steuerzahler für Banker in London, Paris und Brüssel in Haftung zu nehmen.

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