Al-Qaeda-Armee übernimmt Kontrolle in Tripolis

Militante Kräfte, die vom Terrorboss Abdelhakim Belhadsch angeführt werden – der bereits in Afghanistan gegen US-Soldaten kämpfte – halten Gaddafis Anlagen in Tripolis besetzt

Paul Joseph Watson, Infowars.com, 29.08.2011

Der leitende Al-Qaeda Kommandeur Abdelhakim Belhadsch und seine 1.000 Mann starke islamistische Kampftruppe haben die Kontrolle über die wichtigsten Festungen Gaddafis in Tripolis erlangt und weigern sich nun, die Macht an den vom Westen gestützten Nationalen Übergangsrat abzutreten, was zu Vorwürfen führte, der von der NATO angeführte Regimewechsel in Libyen habe der Terrorgruppe eine neue Ausgangsbasis für ihre Aktivitäten geschaffen.

Belhadsch ist der Frontmann der Islamistischen Kampfgruppe Libyens (LIFG), die vom US-Außenministerium als Terrororganisation eingestuft wurde. Belhadsch wurde im Jahre 2003 in Malaysia von der CIA aufgegriffen und nach Libyen ausgeliefert, wo Oberst Gaddafi ihn inhaftierte. Belhadsch ist ein glühender Dschihadist, der bereits in Afghanistan gegen US-Truppen kämpfte.

DebkaFile, eine israelische Internetseite die über nachrichtendienstlich relevante Informationen berichtet und das Zeitfenster für den Schlag gegen Tripolis exakt vorhergesagt hatte, meldete, dass Belhadsch und seine Armee aus Terroristenkämpfern die Kontrolle über Gaddafis Anlagen übernommen haben.

„Seine Brigaden waren die maßgeblichen Rebellen-Streitkräfte der Operation vom 23. August, bei der man Gaddafis Herrschaftssitz Bab Al Aziziya stürmte. Am Samstag den 27. August überrannten diese Brigaden den im Süden von Tripolis gelegenen Stadtteil Abu Salim, der von den letzten pro-Gaddafi Kämpfern der Stadt befreit wurde“,

so der Artikel von DebkaFile, in dem darüberhinaus darauf hingewiesen wird, dass sich Belhadsch nun „Kommandeur des Militärrats von Tripolis“ nennt. Laut dem Bericht verwarfen Vertreter der LIFG Forderungen, die Kontrolle über Tripolis an den durch den Westen gestützten Nationalen Übergangsrat abzugeben.

„In Tripolis herrscht das Chaos, Waffen gibt es hin Hülle und Fülle, genauso wie Opfer wechselseitiger Vorwürfe von Gräueltaten. Unsere Quellen bezweifeln, dass der Übergangsrat in nächster Zeit in der Lage sein wird, die Kontrolle von Tripolis oder auch nur die Präsenz vor Ort zu gewährleisten. US-Geheimdienstquellen in Tripolis sehen keinerlei Hinweise, die darauf hindeuten würden, dass der Nationale Übergangsrat in nächster Zeit der Lage sein wird, die islamistischen Brigaden zu überzeugen, die Kontrolle der Stadt oder auch nur die Waffen abzugeben…Regierungsinstitutionen gerieten in die Hände der kämpfenden islamistischen zu Al-Qaeda gehörenden Brigaden, die nun mit Ausrüstung aus Gaddafis Arsenalen bis an die Zähne bewaffnet sind.“

DebkaFile weist ausdrücklich darauf hin, dass Al-Qaedas Anwesenheit inmitten der Rebellen kein vereinzeltes Phänomen ist – so wie uns die NATO gerne glauben machen will – sondern die Mehrheit der Rebellenkämpfer ihre Befehle anstatt vom Nationalen Übergangsrat in Wirklichkeit von Al-Qaeda Kommandeuren wie Belhadsch erhält.

„Die Armeen westlicher NATO-Mitglieder nahmen daher direkt an einem Versuch der extremistischen islamischen Kräfte teil, die arabische Hauptstadt zu erobern und ihren Herrscher zu stürzen“, so der Artikel.

Der Bericht von DebkaFile wird auch durch einen Artikel des Digital Journal untermauert, worin darauf hingewiesen wird, dass Belhadschs

„Ernennung den allgemein wachsenden Einfluss der Islamisten unter den radikalisierten Milizen widerspiegelt. Reporter bemerkten, wie sich eine zunehmende Zahl an Kämpfern Bärte wachsen ließ, deren Beliebtheit und Allgegenwart fortwährend durch Videobilder bezeugt wird.“

Und mittlerweile kommen bereits Unmengen an Meldungen über Gräueltaten der von den Terroristen angeführten Rebellen herein, die mit allem, was man Gaddafi vorwarf, mithalten können. Die Washington Post meldete vergangenen Samstag, dass schwarze Libyer gefoltert und getötet würden und man ihnen die medizinische Versorgung verweigert. Zahlreiche Schwarze, bei denen es sich nicht um Gaddafi-Kämpfer, sondern um zugewanderte Arbeiter handelt, „wurden aufgrund ihrer Hautfarbe unter Waffengewalt aus ihren Häuser, von ihren Arbeitsplätzen und der Straße geholt.“

Die Zeitung Asian Tribune meldete, dass LIFG in der neuen Machtstruktur Libyens eine prominente Rolle spielen soll. Nach der Eroberung von Tripolis wurden hunderte von Terroristen aus libyschen Gefängnissen freigelassen, darunter auch Mitglieder der LIFG. Andere freigelassene Terroristen kämpften in der Vergangenheit im Irak gegen US-Soldaten.

Wie DebkaFile meldete, sind diese Terroristen sind nun an ein Arsenal todbringender Waffen gelangt, „die den Rebellen von britischen und französischen Sondereinsatzkräften gegeben wurden, so eine amerikanische Quelle in leitender Position.“

LIFG ist auch für den Tötungsversuch von Oberst Gaddafi im Jahre 1996 verantwortlich gewesen, der vom britischen Auslandsgeheimdienst MI6 ausgeheckt und finanziert wurde. Der britische Geheimdienst und SAS-Spezialeinsatzkräfte der britischen Armee koordinierten den Vormarsch auf Tripolis.

Wir wiesen in der Vergangenheit bereits darauf hin, dass der Führer der anti-Gaddafi Rebellenarmee, Abdelhakim al Hasidi, schon im März – also nur kurze Zeit nach Ausbruch des Konflikts – eingeräumt hatte, dass zu den Rebellen auch Al-Qaeda Terroristen gehören, die im Irak und Afghanistan US-Soldaten getötet haben.

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