Ausverkauf vorm Banken-Crash: Kurssturz bei Gold und Silber

Echtes Geld – physisches Gold & Silber – ist so günstig wie seit langem nicht mehr. Papiergeldsparern, die ihr Portfolio noch nicht mit den ältesten Wertspeichern der Welt vor einem Banken-Crash abgesichert haben, dürften die jüngsten Preiskorrekturen im säkularen Edelmetallbullenmarkt günstige Einstiegsmöglichkeiten bieten. Wie viel Zeit für günstige Edelmetallkäufe noch bleibt ist indes fraglich: Marktbeobachter rechnen mit einem unmittelbar bevorstehenden Banken-Crash und europaweiten Bankenschließungen

Propagandafront.de, 26.09.2011

Seit Donnerstag dem 22.09.2011 werden die ältesten Währungen nach unten gehämmert, als seien alle Finanzprobleme der westlichen Banken und Regierungen gelöst und als stünde der säkulare Edelmetallbullenmarkt vor dem Aus.

Gold, das am Donnerstag zwischenzeitlich noch mit über USD 1.800 pro Unze gehandelt wurde, brach innerhalb von 4 Handelstagen um 15% ein und verbilligte sich zwischenzeitlich auf bis zu USD 1.532 pro Unze. Silber stürzte atemberaubende 34% in die Tiefe und verbilligte sich von rund USD 40 pro Unze kurzzeitig auf USD 26,05 pro Unze.

Goldanleger, die zu Beginn dieses Jahres investierten, sind zurzeit mit rund 14% im Plus, wohingegen Sparer, die sich zu Anfang dieses Jahres für Silber entschieden hatten, bisher Verluste von 5% verzeichnen mussten. Im Jahresvergleich liegt Silber immer noch vor Gold. Silber verteuerte sich innerhalb der vergangenen 24 Monate um 28%, während das gelbe Metall immerhin einen Gewinn von 24% ausweist.

Der Investmentstratege Michael Pento erklärte am 25.09.2011 im Interview mit Eric King bezüglich der aktuellen Entwicklungen am Edelmetallmarkt:

„Es gibt zwei Gründe, warum der Goldmarkt, ja der gesamte Rohstoffsektor vergangene Woche plattgemacht wurde. Zunächst einmal ist es dem obersten Geldfälscher, Ben Bernanke, gelungen, den Goldmarkt zu enttäuschen, indem er sich dafür entschied, die Anleihekäufe am langen Ende der Renditekurve zu sterilisieren. Und da diese Aufkäufe durch die Verkäufe kurzlaufender Schuldscheine ausgeglichen werden, wird Bernanke die Geldmenge nicht ausweiten oder die Währung noch mehr verwässern…

Der Goldmarkt hatte jedoch damit gerechnet, dass sich die FED während ihres zweitägigen Treffens für weitere Lockerungsmaßnahmen…entscheiden wird…Die gute Nachricht ist aber, dass Gold gerade von ein paar sehr schwachen Händen zu einer weitgefächerten Gruppe starker Besitzer übergeht. Am Ende wird dies den Goldpreisen zugute kommen. Langfristig sollte dieser jüngste Ausverkauf als Möglichkeit für Investoren gesehen werden, eine größere Position aufzubauen.“

Pento weist auf einen für den Edelmetallbullenmarkt entscheidenden Sachverhalt. Aufgrund der hohen Volatilität werden die „schwachen Hände“ also all jene Marktteilnehmer, die mit Fremdkapital spekulieren, Papiergold und Papiersilber halten und auf die schnelle Rendite aus sind – regelmäßig vom Edelmetallbullen aus dem Sattel geworfen.

Goldpreisentwicklung in US-Dollar - Zum Vergrößern anklicken.

Bei den „starken Händen“ handelt es sich hingegen um langfristige Halter von physischen Edelmetallen, von denen eine Vielzahl aktuell auf beträchtlichen prozentualen Zugewinnen sitzt und dennoch überhaupt nicht gewillt ist, diese Kernpositionen aufzulösen.

Pento erklärt darüberhinaus, dass sich nun gute Einstiegsmöglichkeiten für Käufe und Nachkäufe bieten. Der Edelmetallexperte Ben Davies empfahl Sparern und Anlegern im Mai dieses Jahres, „sich noch einmal zu vergegenwärtigen, dass man in einem säkularen Bullenmarkt bei Korrekturen von mehr als 20% kaufen sollte.“

Silberpreisentwicklung in USD - Zum Vergrößern anklicken.

Zahlreiche Experten befürchten, dass die seit 2007 anhaltende Finanzkrise nun wieder einen neuen Höhepunkt erreichen könnte. Anhand der Entwicklungen an den Finanzmärkten – wie den in den vergangenen Wochen einbrechenden Bankaktien – lässt sich ablesen, dass die Marktteilnehmer mit einem Zusammenbruch einer oder mehrerer Großbanken rechnen.

Sparer und Investoren, die bereits in Gold und Silber investiert sind, brauchen um den Erhalt ihres Vermögens nicht zu fürchten, sollte eine westliche Großbank den „Lehman machen“, da es im Gegensatz zu den unzähligen Billionen an Finanzpapieren und den Billiarden an Finanzderivaten, die in der Welt zirkulieren, vor Totalverlust geschützt ist, wie die Geschichte eindrucksvoll bewiesen hat.

Der Edelmetallinvestor und Analyst James Turk erklärte gegenüber King World News am 25.09.2011, dass die aktuell dominierende Volatilität an den Finanz- und Edelmetallmärkten nach seinem Dafürhalten auf einen unmittelbar bevorstehenden Bankencrash und Bankfeiertage in Europa deutet:

„Denken sie einmal darüber nach, was hier in Europa gerade vor sich geht…Überall auf dem Kontinent haben wir aktuell riesige Bank-Runs. Es gibt eine Dollar-Knappheit, die Terminkurse für den Euro und den Dollar spielen verrückt, die Swap-Rates spielen komplett verrückt und die Terminkurse für Gold spielen verrückt.

Ich erkläre [das Chaos an den Märkten] manchmal gerne mit einem Kreisel. Bevor der Kreisel zum Halten kommt, wackelt er unglaublich stark. Und genau diese Schwingungen haben wir jetzt im Finanzsystem, und ich glaube, es wird kippen und eine [Groß-]Bank wird infolgedessen zusammenbrechen. In dieser Art von Umfeld will man keine Ausfallrisiken. Mann will physisches [Edel-]Metall besitzen. Man will handfeste Güter besitzen…

Ja, ich glaube, dass…[Bankfeiertage beiderseits des Atlantiks] eine reale Möglichkeit sind…Das System ist am Ende und es gibt keinerlei Richtungsimpulse von der Regierung, wie dies zu beheben sei. Wir bekommen nun also diese völlig außer Kontrolle geratenden Märkte und warten auf irgendeine Art von Auflösung. Die Tatsache, dass sie [die Zentralplaner] versuchen, dieses kaputte System weiter am Laufen zu halten, schafft all die Volatilität am Markt. Es fühlt sich in weiten Teilen wie 2008 an, wie die Tage vor [dem Zusammenbruch von] Lehman, und ich denke wir werden hier wahrscheinlich einen weiteren Lehman sehen…“

Bedeutende Korrekturen am Silbermarkt seit 2001 - Zum Vergrößern anklicken.

Warten wir ab, wie weit die Korrekturbewegung noch reichen wird. Vom 15.07.2008 bis 24.10.2008 machte Silber eine Preiskorrektur in Höhe von 54% durch. Anleger, die so schlau waren, Anfang Juli 2008 zu kaufen, konnten mit dem weißen Metall bis heute Zugewinne von 125% verbuchen. Bei Gold waren es im selben Zeitraum immerhin 95%. Der CRB-Rohstoffindex und der DAX sind im Vergleich dazu um 28% bzw. 18% eingebrochen.

Die Halter von physischen Edelmetallen brauchen einen langen Atem und Nerven wie Drahtseile, um sich beim Edelmetallbullen im Sattel halten zu können. Anleger, die diese Eigenschaften nicht mitbringen, sich aber aus verständlichen Gründen dennoch für physisches Gold und Silber entscheiden, sollten die Metalle besser ein paar Meter tiefer vergraben und sich nur alle 18 Monate über die Preisentwicklung informieren, bevor sie sich zu Kurzschlusshandlungen hinreißen lassen und den Sirenen der Massenmedien erliegen, die bereits seit einem Goldpreis von USD 500 pro Unze propagieren, dass der Edelmetallbullenmarkt – der noch viele Jahre vor sich haben dürfte – vorbei sei.

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