Europa – Epizentrum des Finanzzusammenbruchs

Zahlreiche Finanzmarktexperten rechnen mit einem unmittelbar bevorstehenden Finanzzusammenbruch, der in Europa seinen Ausgang nimmt. Mittlerweile machen sogar erste Spekulationen die Runde, dass Deutschland die Wiedereinführung der DM plant

Michael Snyder, The Economic Collapse, 01.10.2011

In Europa stehen wir mittlerweile so kurz vor einem Finanzzusammenbruch, dass man bereits förmlich hören kann, wie die Blasen platzen. Die gesamten westlichen Regierungen und große Banken rutschen nun immer schneller in die Insolvenz. Bisher ist es den Machthabern gelungen, alle Bälle in der Luft zu halten, indem man mit Unmengen an Rettungsgeldern um sich warf, doch scheint der politische Wille für weitere Rettungsmaßnahmen zusehends zu schwinden.

Die westliche Welt ist aktuell mit einer Schuldenkrise konfrontiert, die in der Geschichte der Menschheit völlig beispiellos ist. Europa macht gerade unglaublich schwierige Zeiten durch, und das nur weil man versucht, Griechenland zu retten, während mittlerweile bereits verschiedene andere, weitaus größere europäische Länder am Rande einer bedeutenden Finanzkrise stehen.

Darüberhinaus gibt es eine wachsende Zahl an großen Finanzinstitutionen der westlichen Welt, die ebenfalls mit Riesenschritten ihrem Tag der Abrechnung entgegeneilen. Das weltweite Finanzsystem besteht aus einem riesigen Meer aus Schulden, und wenn wir an den Punkt gelangen, wo hunderte von Schiffen gleichzeitig untergehen, stellt sich die Frage, wie diese alle gerettet werden sollen.

Die Zitate, die Sie im Folgenden lesen werden, zeigen, dass sich eine ganze Reihe an absoluten Insidern aus Politik und Finanzwirtschaft darüber im Klaren sind, dass die Situation nicht mehr allzu lange unter Kontrolle gehalten werden kann und eine entsetzliche Wirtschaftskrise im Anmarsch ist.

Die tragenden Säulen des weltweiten Finanzsystems sind in Wirklichkeit nichts weiter als ein Berg aus Schulden, Kredithebeln und Risiken – und dieses von uns geschaffene Kartenhaus wird krachend in sich zusammenbrechen. Viele Politiker und Finanzentscheider wissen, was uns bevorsteht, und ab und zu sind sie gegenüber den Medien diesbezüglich sogar ehrlich.

Ich schrieb bereits darüber, dass sich Europa zurzeit am Rande eines Finanzzusammenbruchs befindet. Sollten die Dinge wirklich schlecht laufen, könnte Europa innerhalb von wenigen Wochen in sich zusammenbrechen. Wahrscheinlich dürfte es jedoch ein paar Monate dauern, bis der Balanceakt vorbei ist.

Gegenwärtig können wir dabei zusehen, wie das europäische Bankensystem an seinen Rändern auseinanderfällt. Und da das weltweite Finanzsystem heutzutage so massiv miteinander verwoben ist, dürften die Wellen überall auf der Welt, in den Vereinigten Staaten wie auch in Asien, zu spüren sein, wenn die ersten europäischen Großbanken damit beginnen, in den Abgrund zu stürzen.

Die Finanzkrise des Jahres 2008 stürzte uns in die tiefste Rezession seit der Großen Depression. Die nächste Finanzkrise könnte über das Potenzial verfügen, die Welt noch härter zu treffen. Im Folgenden finden Sie 12 schockierende Zitate von Insidern, die vor dieser entsetzlichen, unmittelbar bevorstehenden Wirtschaftskrise warnen:

1. George Soros: „Die Finanzmärkte steuern die Welt gegenwärtig in Richtung einer weiteren Großen Depression mit unabsehbaren politischen Konsequenzen. Die Behörden, besonders die in Europa, haben die Kontrolle über die Situation verloren.“

2. Der Geschäftsführer von PIMCO Mohammed El-Erian: „Dies sind alles Hinweise auf einen institutionellen Banken-Run auf französische Banken. Sollte er anhalten, würden die Banken keine andere Wahl haben, als ihre Bilanzen auf sehr drastische und ungeordnete Weise zu verkürzen. Die Konteninhaber würden nervös werden und versucht sein, den gewerblichen und institutionellen Kunden durch die Notausgänge zu folgen. Europa würde somit in eine vollumfängliche Bankenkrise gestürzt werden, die die Staatsschuldenfalle nur noch mehr verschlimmerte. Eine weitere wirtschaftliche Rezession sowie eine bedeutende Verschlechterung des Ausblicks für die Weltwirtschaft wären so gut wie sicher.“

3. Attila Szalay-Berzeviczy, Chef der Security Service Abteilung von Italiens größter Bank, UniCredit SpA: „Die einzig noch verbliebene Frage ist, wie viele Tage diese hoffnungslos rückwärtsgewandte Aktion der europäischen Regierungen und der Europäischen Zentralbank die Geister Griechenlands noch am Leben erhalten kann.“

4. Stefan Homburg, Direktor des deutschen Instituts für Öffentliche Finanzen: „Der Euro nähert sich seinem schrecklichen Ende. Ein Zusammenbruch der Währungsunion erscheint nun unvermeidlich.“

5. EU-Parlamentarier Nigel Farage: „Ich glaube, dass dem Finanzsystem das Schlimmste noch bevorsteht, wohlmöglich ein Auslöser, und sollte das passieren, dann steigt der Goldpreis auf eine Zahl, die wir uns gegenwärtig noch nicht einmal vorstellen können.“

6. Carl Weinberg, Chefökonom bei High Frequency Economics: „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir bei unserem Hauptszenario davon aus, dass Griechenland innerhalb der nächsten Wochen die Zahlungsunfähigkeit erklärt.“

7. Goldman Sachs Stratege Alan Brazil: „Wenn man ein Schuldenproblem mit noch mehr Schulden löst, hat man dadurch nicht die zugrunde liegenden Probleme gelöst. In den USA werden mit dem Schuldenwachstum des US-Finanzministeriums die US-Verbraucher finanziert, doch hatte dies nicht genügend Auswirkungen auf das Arbeitsplatzwachstum. Können die USA mit der Entwertung der Weltreservewährung fortfahren?“

8. Juan Somavia, der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation, erklärte jüngst, dass sich die Arbeitslosigkeit in den G20-Ländern bis Ende 2012 „von rund 20 Millionen auf insgesamt 40 Millionen erhöhen“ könnte.

9. Der Chef der Deutschen Bank Josef Ackerman: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass zahlreiche Banken nicht überleben würden, wenn sie die in ihren Bankbilanzen stehenden Staatsschulden den Marktpreisen anpassen müssten.“

10. Alastair Newton, Stratege für Nomura Securities mit Sitz in London: „Wir gehen davon aus, dass die Eurozone kurz davor steht, in eine kritische Phase einzutreten, und die Gefahr irgendeiner Art des Auseinanderbrechens zwischen jetzt und Jahresende höher ist, als zu irgendeinem Zeitpunkt seit Beginn der Krise.“

11. Ann Barnhardt, Chefin von Barnhardt Capital Managment, Inc.: „Es ist vorbei. Es wird keine Erholung mehr geben. Das einzige, was passieren kann, ist ein totaler und vollständiger Zusammenbruch von allem, was wir heute kennen, und die Menschheit beginnt wieder von vorne. Und wenn Sie glauben, dass dieser Zusammenbruch ohne die Hölle eines großen, heißen Krieges vonstatten gehen wird, dann liegen leider sie voll daneben.“

12. Lakshman Achutan von ECRI: „Wenn ich es als eine Rezession bezeichne…dann bedeutet das, dass dieser Prozess damit beginnt, sich selbst zu nähren, was heißt, dass man schreien und zetern kann, wie man will, einen großen Scheck ausstellen kann, und es trotzdem nicht aufzuhalten ist.“

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Ich gehe davon aus, dass das Zentrum der „nächsten Welle“ des Finanzzusammenbruchs in Europa sein wird. Das heißt nun nicht, dass die Vereinigten Staaten ungeschoren davonkommen werden. Fakt ist, dass sich die Vereinigten Staaten noch nicht einmal von der letzten Rezession erholt haben, und es bereits jede Menge Hinweise darauf gibt, dass sich Amerika auf direktem Wege in eine weitere große Rezession befindet. Ein weitflächiger Zusammenbruch in Europa würde den Absturz der USA in eine neue Wirtschaftskrise nur noch beschleunigen.

Ja, und wenn Sie einmal etwas lesen wollen, wo Ihnen die Haare wirklich zu Berge stehen, dann sollten Sie vielleicht auf der Internetseite von Dr. Philippa Malmgren vorbeischauen. Dr. Philippa Malmgren ist die Präsidenten und Gründerin von Principalis Asset Management. Sie ist ein ehemaliges Mitglied von Bushs wirtschaftlichem Beraterstab im Weißen Haus.

Malmgren behauptet, dass Deutschland die Wiedereinführung der Deutschen Mark ernsthaft in Erwägung zieht. Ja Sie behauptet sogar, dass die Deutschen gegenwärtig bereits damit beschäftigt sind, die Währung zu drucken. In einer Liste von Dingen, die wir nach ihrem Dafürhalten in nächster Zeit erleben können, schrieb Sie auch das Folgende: „Die Deutschen geben bekannt, dass sie die Deutsche Mark wieder einführen. Sie haben die neue Währung bereits bestellt und die Drucker gebeten, sich zu beeilen.“

Das ist natürlich eine heftige Behauptung, die hier aufgestellt wird, und man möchte eigentlich meinen, dass jemand, der einst im Weißen Haus gearbeitet hat, so eine Behauptung nicht einfach so aufstellt.

Sollte sich Deutschland dazu entschließen, den Euro zu verlassen, würde es zu einer Implosion der europäischen Einheitswährung kommen, welche wahrhaft historische Dimensionen hätte. Ich habe aber bereits in der Vergangenheit darüber geschrieben, dass es niemanden überraschen sollte, wenn heutzutage über das Ende des Euros gesprochen wird, da der Euro schlichtweg nicht funktioniert.

Der Euro hätte nur dann eine Überlebenschance gehabt, wenn alle Regierungen der Eurozonenländer ihre Schuldenstände sehr niedrig gehalten hätten. Bedauerlicherweise ist das Finanzsystem der westlichen Welt jedoch so ausgelegt, dass sich die Regierungen immer höher verschulden. Die Wahrheit ist, dass der Euro von Anfang an zum Untergang verdammt war.

Der Tag der Abrechnung rückt immer näher. Wir haben bisher in der größten Schuldenblase der Menschheitsgeschichte gelebt, und diese Blase endet gerade. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie die Machthaber mit diesem Sachverhalt umgehen können, doch führen alle diese Wege zu einer noch stärkeren Instabilität der Finanzmärkte.

Am Ende wird sich herausstellen, dass der schuldengetriebene Wohlstand, den die westliche Welt über Jahrzehnte hinweg genossen hat, nichts weiter als eine Illusion war. Schulden sind ein schrecklicher Herr und Meister – sie bringen so gut wie immer mehr Kummer und Leid mit sich, als ursprünglich angenommen wird.

Schulden zu machen ist einfach, aber es kann sich als extrem schwierig erweisen, aus den Schulden wieder herauszukommen, und es gibt keine Möglichkeit, wie sich die westliche Welt der Schuldenspirale einfach so wieder entziehen könnte.

Die einzige Möglichkeit, wie eine riesige Wirtschaftskrise noch ein klein wenig länger hinausgezögert werden könnte, würde in einer weiteren Schuldenschaffung seitens der Machthaber bestehen, doch letztendlich lässt sich ein Schuldenproblem nie durch weitere Schulden lösen.

Die kommenden Jahre werden ein anschauliches Beispiel dafür werden, warum Schulden schlecht sind. Wenn die Dominos zu fallen beginnen, werden wir Zeugen einer Finanz-Lawine werden, welche die Finanzen von Millionen von Menschen auslöschen wird. Sie sollten besser versuchen, dieser Lawine aus dem Weg zu gehen, solange Ihnen noch Zeit dafür bleibt.

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