Mission Impossible: Rettung der EU-Pleitestaaten kostet USD 5 Billionen

Die Rettung der PIIGS-Staaten kostet USD 5 Billionen, dafür gibt es den Zusammenbruch des Euros, der Europäischen Union und der Banken gratis obendrauf: Nach weiteren Monetisierungsmaßnahmen kommt der Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Portugal und Irland werden folgen. Neben einer massiven Wirtschaftsabschwächungen und erheblichen Verwerfungen an den Finanzmärkten ist im Besonderen in Deutschland mit Bürgerunruhen zu rechnen

Bob Chapman, The International Forecaster, 01.10.2011

Wir erlebten jüngst, wie die US-Notenbank Federal Reserve ein USD 500 Milliarden schweres Swap-Paket zusammenstellte, um diese Gelder europäischen Banken zur Verfügung zu stellen, die Opfer der Geldmarktfonds und anderer institutioneller Fonds wurden, die ihre Gelder aus Europa abzogen. Diese Dollarkredite kamen angeblich von vier unterschiedlichen Zentralbanken, in Wirklichkeit war die FED aber der einzige Kreditgeber. Lügen, Lügen, nichts als Lügen…

Was die US-Notenbank und das US-Finanzministerium in der Vergangenheit taten, um die Wirtschaft wiederzubeleben, hat nicht funktioniert, und sie wussten auch, dass es nicht funktionieren würde. Die Idee des Ganzen besteht darin, Zeit zu gewinnen. Das ist dasselbe, was gegenwärtig auch in Europa getan wird.

Für alle jene unter Ihnen, denen es entgangen ist, sei gesagt, dass der Bundestag mit einer überwältigenden Mehrheit von 523 zu 85 Stimmen die Erweiterung des europäischen Rettungsfonds EFSF beschlossen hat – und das trotz der Tatsache, dass 75% der Deutschen dagegen waren.

Nach unseren Kalkulationen werden USD 5 Billionen benötigt, um die sechs insolventen Eurozonenländer zu retten. Deutschlands Anteil beliefe sich dabei auf USD 1,3 Billionen. Diese Schuldenkrise wird zu einem Wirtschaftseinbruch führen. Die Geberländer werden gezwungen sein, Geld zu drucken, um ihren Zusagen nachkommen zu können, was im Gegenzug die Inflation anheizen wird.

Im Rahmen dieses Prozesses wird es aller Vorausschau nach zu einer griechischen Staatspleite mit einem Schuldenschnitt von mindestens 50% kommen, vielleicht kommt es sogar zu einem Totalausfall, was den Banken und den partizipierenden Zentralbanken riesige Verluste beschert.

Das ist dann der Zeitpunkt, wo die Griechen die Eurozone verlassen. Irland und Portugal werden dann ebenfalls austreten. Auch andere Länder werden hinzukommen. Dies wird zu einer noch stärkeren Wirtschaftsabschwächung und finanziellen Verwerfungen führen. Es wird auch Bürgerunruhen geben, besonders in Deutschland.

Zu alldem ließe sich noch hinzufügen, dass es insgesamt einer dreimonatigen Zitterpartie der Gesetzgeber des Euroraums bedurfte, um ihren Rettungsfonds zu schaffen und zu überholen – und das alles wahrscheinlich nur, um den Banken mehr Zeit einzuräumen und die Unruhe an den Finanzmärkten weiter anzuheizen.

Und während sich all dies abspielt, hat die EU-Wirtschaft bereits an Fahrt verloren und befindet sich gerade im Sinkflug in die Rezession. Die Marktvolatilität hält weiter an, weshalb Spanien und Italien das Verbot von Leerverkäufen bei ihren Bankenaktien verlängert haben.

Jetzt haben die Banker und Politiker vor, den EFSF mit einem Kredithebel zu versehen, was gegen das deutsche Grundgesetz verstößt. Das griechische Rettungspaket steht kurz davor, implementiert zu werden, was die Banken aus der Schusslinie nehmen und auf Kosten der Steuerzahler rekapitalisieren würde. Es sind dieselben Banken, die all die Probleme überhaupt erst ins Leben gerufen haben. Es sind dieselben Privatkreditoren, die die Wut packt, wenn sie daran denken, dass man von ihnen verlangen könnte, Verluste von über 21% auf ihre griechischen Bestände zu realisieren.

Die Griechen demonstrieren unterdessen Tag für Tag weiter. Die griechische Öffentlichkeit wird mit der aktuellen Regierung nicht kooperieren. PASOK, die Partei, die in Griechenland gegenwärtig an der Macht ist, versucht immer noch, eine Möglichkeit zu finden, wie sie den Taxifahrern ihre Lizenzen wegnehmen kann. Diese Lizenzen sind jede Menge Geld wert, und das Taxigeschäft würde nach den Plänen der Regierung an eine deutsche Firma übergehen.

Vergangene Woche verabschiedete die griechische Regierung ein Gesetz, mit dem die Grundsteuern um mehrere Prozentpunkte erhöht wurden. Das Gesetz soll rückwirkend für das Jahr 2001 in Kraft treten. Die Menschen sind überhaupt nicht in der Lage, diese Steuerlast zu tragen. Das Ergebnis sind permanente Streiks.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, dass es keinen Geheimplan gäbe, um den EU-Rettungsfonds mit einem Kredithebel zu versehen und von USD 595 Milliarden auf USD 2,7 Billionen zu erhöhen. Diese Erhöhung würde – abgesehen davon, dass sie nach deutschem Recht illegal ist – zu einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der solventen Eurozonenländer führen. Sollte es also ein geheimes Konzept geben, das mit Hilfe der US-Notenbank ausgearbeitet wurde, würde dies die Vernichtung des deutschen Grundgesetzes und der deutschen Demokratie bedeuten. Die SPD hat unterdessen die Hinterzimmergespräche und die Geheimniskrämerei verurteilt.

Die tatsächlichen Folgen einer derartigen Vereinbarung wären, dass die deutschen Finanzangelegenheiten unter die Kontrolle des EFSF und letztendlich unter die Kontrolle der europäischen Währungsunion gerieten. Die Deutschen werden hier ausgenommen wie die Weihnachtsgänse. Sie haben bezüglich dieser Hinterzimmergespräche überhaupt keine Ahnung.

Sollte dies erst einmal auffliegen, könnte es zu einem Referendum und einer neuen Verfassung kommen, welche die deutsche Demokratie vernichten würde, um einer Regierung aus Bürokraten den Weg freizumachen, die die EU weiter auf ihre Rolle in der Neuen Weltordnung vorbereitet.

Der Bundestag verfügt gegenwärtig nicht über die Befugnisse, die deutsche Souveränität abzutreten. Der Bundestag ist nicht in der Lage, seine fiskalischen Verantwortlichkeiten abzutreten, um den Elitisten im Bankenwesen entgegenzukommen. Dieses schäbige Verhältnis wird im Volk zu Widerstand führen, der durchaus in einer Revolution enden könnte, sollten die Banker dumm genug sein, diese Thematik weiter voranzureiben.

Die Europäische Union befindet sich jetzt bereits in den Fängen supranationaler Körperschaften, die weder gewählt wurden noch irgendwelche Rechenschaftspflichten haben – außer gegenüber den Bankern. Sie haben sich bereits der Steuern und Ausgaben bemächtigt und wollen ihre Macht nun auf die fiskalischen Angelegenheiten der Länder ausweiten, was zur Vernichtung der Souveränität aller 27 EU-Länder führen wird.

Schäuble lügt. Es gibt eine geheime Vereinbarung. Und wenn das ans Licht kommt, wird es zum Auseinanderbrechen der Eurozone, der Europäischen Union und zum Zusammenbruch der Banken kommen. Der Zusammenbruch der Banken wird ganz einfach vonstatten gehen, da diese heute bereits am Ende sind.

Europa hat keine schöne Zukunft vor sich. Schlaue Europäer schichten ihr Vermögen gegenwärtig in mit Gold und Silber in Zusammenhang stehende Vermögenswerte um. Die US-Notenbank ist nicht in der Lage, Europa auf immer und ewig zu retten. Die europäischen Finanzprobleme werden sich weiter verschärfen, weil sie versuchen, die Banken um jeden Preis zu retten, was definitiv nicht funktionieren wird.

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