Silberknappheit: Kassapreis spiegelt Investmentnachfrage nicht wider

So günstig und so selten: Aus Teilen Arabiens, der USA und Australien kommen erste Meldungen über eine Verknappung bei physischem Silber herein

Peter Cooper, Arabian Money, 06.10.2011

In den vergangenen zwei Wochen haben uns einige unserer Leser geschrieben und ihre Verwunderung über die aktuellen Silberpreise zum Ausdruck gebracht, da dort, wo sie leben, die Nachfrage nach dem Metall so hoch ist, dass die Läger bereits leer sind. Nehmen wir diesen Kommentar:

„Ich kaufe gewöhnlich in einem Geschäft in al-Chubar in Saudi-Arabien. Seit vier Wochen erklärt man mir nun, dass sie kein Silber mehr haben. Ich finde in Saudi-Arabien mittlerweile überhaupt niemanden mehr, der noch Silber verkauft. Ich fragte, wo sie ihr Silber herbekommen, und alle sagten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Problem ist, dass sie nur 1kg-Barren haben … trotzdem kann ich keinen Anbieter finden.

Die Läger sind leer

Also kommen Sie besser nicht nach Saudi-Arabien. Laut unseren Informationen sind die oben erwähnten 1kg-Barren – über die wir bereits vergangenen Monat berichteten und die hier im Video zu sehen sind – allesamt ausverkauft sind. Auch von großen privaten Edelmetallhändlern in Texas und Australien erhielten wir Rückmeldungen über niedrige Lagerbestände oder sogar leere Läger.

Nun, was normalerweise passieren würde, wenn eine Verknappung bei einem Rohstoff eintritt, ist, dass der Preis steigen würde, um die Verkäufer zu ermutigen, etwas mehr auf den Markt zu werfen. Das passiert gegenwärtig aber nicht, da der Silberpreis durch die Edelmetallbanken, vermutlich auf Anweisung der US-Notenbank Federal Reserve, mithilfe von Comex-Futures künstlich unten gehalten wird. Ja warum sollte angesichts dessen jemand billig verkaufen, falls er zufällig Silber besitzt!

Irgendwo muss es dann aber knallen – und zwar eher beim Preis für physisches Silber als beim Kassapreis an der Comex. Wenn man heutzutage noch Silber auftreiben kann, muss man dafür auf den Kassapreis einen ziemlich hohen Aufschlag zahlen. Doch den sollte man auch zahlen, da der aktuelle Preis im Vergleich zu dem Preis, auf den Silber noch klettern wird, wahrscheinlich immer noch ein Schnäppchen sein dürfte.

Die Wahrheit ist doch, dass Silber ein seltenes Metall ist, und zwar noch seltener als Gold. Die Silberreserven wurden im Vergleich zu den Goldreserven massiv dezimiert, da Silber aufgrund seines industriellen Einsatzes aufgebraucht wird. Aufgrund der Tatsache, dass der Silberpreis solange mithilfe von Marktmanipulationen unten gehalten wurde, verringerten sich die Silberbestände im Laufe der Jahre zusehends. Aber warum erfolgten diese Marktmanipulationen?

Preisfestsetzungen bei Silber

Die Marktmanipulationen reichen bis zum letzten Silber-Boom Ende der 70er Jahre zurück, der in dem spektakulären Preisanstieg auf USD 50 pro Unze im Januar 1980 seinen Höhepunkt fand. Seitdem erachten die Zentralbanken die Drückung der Gold- und Silberpreise als Teil ihres Krieges gegen die Inflation. Und obwohl sie diesen Krieg unzweifelhaft verloren haben, hält die Gold- und Silberpreisdrückung weiter an.

Heute, 31 Jahre später, liegt Silber immer noch unter seinem einstigen Allzeithoch, und das obwohl sich die globale Geldmenge während dieses Zeitraums versiebenfacht hat. So gesehen müsste Silber eigentlich bereits bei USD 350 pro Unze liegen und nicht bei USD 30 pro Unze, wie es gegenwärtig der Fall ist.

Wie dem auch sei, der Silberpreis verfügt nun über das Potenzial, einen sensationellen Anstieg hinzulegen, der noch weit über den in den ersten Monaten dieses Jahres verzeichneten Anstieg von USD 30 auf USD 50 pro Unze hinausgehen könnte. Diejenigen, denen es zu den gegenwärtigen Preisen gelingt, physisches Silber zu kaufen, dürften reich belohnt werden, und zwar recht bald und nicht erst in 31 Jahren!

Arabian Money hält weiter an Silber als dem besten Tipp für 2011 fest. Wir gehen davon aus, dass es noch vor Ende dieses Jahres zu einer bedeutenden Kurserholung kommen wird.

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