End The Fed: US-Proteste arbeiten sich zum Nervenzentrum des Bankenkartells vor

Die Besetzung Wall Streets wird nun immer mehr zur Besetzung der US-Notenbank: Die bereits seit Monaten landesweit vor den regionalen Ablegern der US-Notenbank demonstrierenden Protestler – über die die Medien sich bisher ausgeschwiegen haben – erhalten jetzt immer stärkeren Zulauf und machen sich die Dynamik der Wall Street Demonstrationen zu Nutze

Raven Clabough, The New American, 07.10.2011

Was für einige vielleicht überraschend sein dürfte, ist die Tatsache, dass zahlreiche Konservative mit den Occupy Wall Street Demonstranten sympathisieren, da sie begriffen haben, welche Motivation hinter diesen Protesten steht: Gestiegene Kosten für Güter des täglichen Bedarfs, Arbeitslosigkeit usw.

Diese Konservativen sind sich jedoch auch im Klaren darüber, dass ein Großteil der Wut der Demonstranten in die falsche Richtung geht. Der wirkliche Feind, sagen sie, sei die US-Notenbank Federal Reserve, was auch der Grund dafür ist, warum die sich diese Konservativen dazu entschlossen haben, das Momentum der Occupy Wall Street Proteste zu nutzen und es in Occupy the Fed Proteste umzuwandeln.

Ein Organisator, der lediglich unter dem Namen „Anonymous A99“ bekannt ist, verkündete die erste dieser Operationen, welche die US-Notenbank zum Ziel haben. Die Ankündigung stammt vom 12. März dieses Jahres und trägt den Titel „Operation Empire State Rebellion“. Darin heißt es, dass die Bewegung beabsichtigt, eine „dezentrale gewaltlose Widerstandsbewegung“ zu sein. Bezüglich der Intentionen der Organisatoren schreibt Anonymous A99:

„In erster Linie beabsichtigen wir, dem globalen Bankenkartell, dessen Zentrum die Federal Reserve, der Internationalen Währungsfonds, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und die Weltbank ist, ein Ende zu bereiten. Wir verlangen, dass die Primary Dealer des Federal Reserve Bankensystems umgehend zerschlagen und wegen der Marktmanipulationen und der Zerstörung der Weltwirtschaft zur Verantwortung gezogen werden.

Als erstes Zeichen des guten Willens verlangen wir den Rücktritt von Ben Bernanke als Vorsitzendem. Bis unsere Forderungen erfüllt sind und die Herrschaft des Rechts wieder hergestellt ist, werden wir uns unaufhörlich in einer gewaltlosen, friedvollen Kampagne des zivilen Ungehorsams engagieren.“

Die Proteste begannen am 14.06.2011 und fanden in über 20 Städten der USA statt, die Massenmedien berichteten jedoch kaum darüber. In einigen Gegenden halten die Proteste seit diesem Zeitpunkt an.

Eine Reihe von Gruppen hat in jüngster Zeit weitere Demonstrationen gegen die Federal Reserve ins Leben gerufen. Einige dieser Gruppen nahmen auch an den Occupy Wall Street Demonstrationen teil.

Ein Anführer der Demonstrationen gegen die Federal Reserve ist Blogger und Radiomoderator Alex Jones. Auf seiner Internetseite, Infowars.com, veröffentlichte er eine Presseerklärung, mit der die Demonstrationen beworben werden. Darin heißt es:

„Die öffentliche Stimmung hat sich gewandelt. Zunächst war sie gegen die Ausrichtung Washingtons und Wall Streets gerichtet – und nun auch gegen die private Federal Reserve Bank, die einen bedeutenden Teil der weltweiten Finanzen kontrolliert oder beeinflusst. Während sich viele Amerikaner noch vor wenigen Jahren über die wahre Natur dieser obskuren Organisation überhaupt nicht im Klaren waren, zeigen jüngste Umfragen, dass die Öffentlichkeit die Federal Reserve Bank mit überwältigender Mehrheit einer Überprüfung unterziehen, ja sogar abschaffen will …

Indem man die Wurzel der tatsächlichen Probleme angeht, können wir versuchen, den rücksichtslosen Mächten des Bankenwesens Einhalt zu gebieten, die unsere Nationen plagen, und damit beginnen, die Republik wiederzuerrichten. Das Federal Reserve Banking System ist an der Wurzel dieses Problems und ein anhaltendes Hemmnis, was die Beendigung der weltweiten Wirtschaftskrise anbelangt, die sich gegenwärtig immer weiter ausweitet.“

Die Federal Reserve musste von einer Vielzahl von Personen und Gruppen harte Kritik einstecken, vornehmlich von Verfechtern der Österreichischen Wirtschaftsschule. Der aktuell um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner kämpfende Kongressabgeordnete Ron Paul war in der Vergangenheit der führende Verfechter der Abschaffung der Federal Reserve und der Wiedererrichtung einer freien Marktwirtschaft.

Ron Paul hat praktisch seine gesamte politische Karriere damit zugebracht, seine Verachtung gegenüber diesem verfassungswidrigen System zum Ausdruck zu bringen. Im Jahre 2002 erklärte Paul im Hinblick auf die Federal Reserve:

„Seit der Schaffung der Federal Reserve sind die Amerikaner der Mittel- und Arbeiterklasse zu Opfern einer Boom-und-Bust-Geldpolitik gemacht worden. Auch haben die meisten Amerikaner aufgrund der inflationären Politik der Federal Reserve unter der immer weiter einbrechenden Kaufkraft gelitten. Das ist eine reale, wenn auch versteckte, Steuer, die man dem amerikanischen Volk auferlegt hat.“

Paul hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Federal Reserve lediglich den Bedürfnissen einiger weniger dient, während sie dem Durschnitts-Amerikaner die negativen Folgen ihres Handelns aufbürdet:

„Die Politik der Federal Reserve schadet dem gewöhnlichen Amerikaner. Sie dient jenen, die sich durch die geldpolitischen Zyklen Vorteile verschaffen können. Die Hauptprofiteure sind diejenigen, die Zugang zu dem künstlich inflationierten Geld und/oder Kredit erhalten, noch bevor sich die inflationären Effekte dieser Politik auf die gesamte Wirtschaft auswirken.

Die Politik der Federal Reserve dient auch den verschwenderischen Politikern, die die inflationierte, durch die Fed geschaffene Währung dazu nutzen, die wahren Kosten des Wohlfahrtsstaats zu verschleiern. Für den Kongress ist es jetzt an der Zeit, die Interessen des amerikanischen Volks über die Lobbyinteressen und ihren eigenen Wunsch nach einer immer weiter ausufernden Regierung zu stellen.“

Paul merkt an, dass es sich bei der Federal Reserve letztendlich um eine verfassungswidrige Organisation handelt, der es gelungen ist, dem Kongress die ihm durch die Verfassung eingeräumten Befugnisse zu entziehen:

„Durch die Abschaffung des Federal Reserve Systems wird der Kongress in die Lage versetzt, seine verfassungsmäßigen Befugnisse über die Geldpolitik wieder zu erlangen. Die Verfassung der Vereinigten Staaten räumt dem Kongress das Recht ein, Geld zu schaffen und den Wert der Währung zu regulieren. Die Verfassung gibt dem Kongress nicht das Recht, diese Kontrolle über die Geldpolitik an eine Zentralbank zu delegieren. Des Weiteren ermächtigt die Verfassung die Bundesregierung mit Sicherheit nicht dazu, den amerikanischen Lebensstandard über eine inflationäre Geldpolitik auszuhöhlen.“

Laut Paul ist es die Politik der Federal Reserve, die die Menschen nun auf die Straße treibt: „Es ist kein Wunder, dass sie jetzt an Wall Street Krach schlagen, weil sie sich darüber im Klaren sind, dass das System gegen den gewöhnlichen Menschen Partei ergriffen hat.“

Die vor der Federal Reserve demonstrierenden Protestler wurden mit Schildern gesehen, mit denen sie sich gegen die zerstörerischen Strategien der Fed und den Vorsitzenden Ben Bernanke aussprechen. Ein Demonstrant hielt ein Schild in die Luft, auf dem Bernanke mit einem muslimischen Umhang zu sehen war. Die Bildunterschrift lautete „Osama Bin Bernanke“.

In Chicago halten sich seit dem 24.09. anti-Fed Demonstranten vor der Federal Reserve Bank auf. Fast ein Dutzend Menschen sitzen dort außerhalb der Federal Reserve und demonstrieren mit Schildern, während neben ihnen Körbe und Pakete voller Lebensmittel stehen. Die Demonstranten behaupten, dass ihnen so viel gespendet wurde, dass sie bereits damit begonnen haben, Essen, das sie nicht benötigen, an Obdachlose zu verschenken.

In Dallas fanden sich hunderte Demonstranten ein, die vom Pike Park zur Federal Reserve Bank von Dallas marschierten und Veränderungen forderten.

Sicher, Ron Pauls Auffassung, dass die Fed die Menschen auf die Straße getrieben hat, ist zum Teil richtig, doch sind die Demonstrationen mittlerweile so umfangreich und weit gefächert, dass es zunehmend schwerer wird, noch genau sagen zu können, wer dahinter steckt und was die dahinter stehende politische Philosophie ist.

Einige Medien berichten darüber, dass die Wall Street Demonstranten „Libertäre“ seien, was zumindest bei jenen stimmen könnte, die ihre Aufmerksamkeit auf die Federal Reserve gerichtet haben.

Beispielsweise befinden sich unter den Occupy Wall Street Demonstranten in New York auch Gewerkschaften und sozialistische Gruppen, die ganz andere Forderungen haben als die Libertären. Zu ihrem Forderungskatalog gehören der Ausbau der Regierung und noch mehr Regulierungen, also Auffassungen, die von libertär ausgerichteten konservativen Demonstranten nicht geteilt werden.

Und Alex Newman von The New American berichtete darüber, dass bei den Occupy Wall Street Protesten auch die Gelder des linksgerichteten Milliardärs George Soros eine gewisse Rolle spielen.

Mit anderen Worten: Die Demonstrationen beinhalten mittlerweile ein weites Spektrum an politischen Philosophien.

Ob die Demonstrationen gegen die Federal Reserve dazu beitragen werden, bedeutende Veränderungen einzuleiten, bleibt abzuwarten. Einige Analysten sind jedoch der Meinung, dass es ein ermutigendes Zeichen ist, zu sehen, wie die Menschen ihre Aufmerksamkeit der Federal Reserve zuwenden und endlich begreifen, welche Verheerungen diese Bank beim amerikanischen Volk angerichtet hat.

Wir haben den Präsident der John Birch Society, John McManus, kontaktiert, der erklärte:

„Sich die Federal Reserve vorzunehmen, ist insofern richtig, als dass es keine verfassungsmäßige Rechtfertigung für deren Existenz gibt und sie über enorm schädliche Befugnisse verfügt. Aber sie wurde vom Kongress geschaffen, und kann daher vom Kongress auch wieder aufgelöst werden. Gegen die Fed zu demonstrieren, indem man auf den Straßen campiert, besonders wenn die Finanzierung derartiger Aktivitäten von Leuten wie George Soros kommt, sollte jedoch als eine kontraproduktive Maßnahme erachtet werden. Diese Demonstrationen scheinen die Aufmerksamkeit und die Wut von den Schaffern der Fed, dem Kongress der Vereinigten Staaten, abzulenken.“