Silber: Preisexplosion in 2012 wäre keine Überraschung

Silber ist wohlmöglich einer der unterbewertetsten Rohstoffe des Planeten. Angesichts der Fundamentaldaten von Silber, der hochexplosiven Stimmung des globalen Finanzsystems und des sich weiter intensivierenden Staatsschuldendebakels der westlichen Industrieländer wäre es keine Überraschung, wenn der Silberpreis in 2012 erneut durch die Decke schießt

Propagandafront.de, 02.12.2011

Silber verteuerte sich in 2010 um atemberaubende 77%, während Gold im vergangenen Jahr immerhin noch Kurszuwächse von 27% verbuchen konnte. Das weiße Metall wird zurzeit mit rund USD 33 pro Unze gehandelt, hat sich also im bisherigen Jahresverlauf nur um wenige Prozentpunkte verteuert, wohingegen Gold dieses Jahr abermals erhebliche Zugewinne verbuchen konnte.

Die Frage, ob Silber gegenüber Gold in 2012 wieder an Boden gut machen wird, beantworten zahlreiche Beobachter mit einem Ja. Sie gehen davon aus, dass das weiße Metall im kommenden Jahr erneut bedeutende Preiszuwächse verzeichnen könnte – was für niemanden, der auch nur flüchtig die Finanzmeldungen der letzten Wochen überflogen hat, eine echte Überraschung darstellen dürfte.

Silber ist berüchtigt dafür, dass es wesentlich schwankungsfreudiger ist als Gold und den Silbersparern und -investoren daher, sozusagen kostenfrei obendrauf, jede Menge spannende Unterhaltung bietet. Aber das Potenzial spektakulärer Kursschwankungen erstreckt sich nicht nur auf atemberaubende Preiseinbrüche sondern auch auf nicht minder eindrucksvolle Aufwärtsbewegungen. Der Silber-Analyst David Morgan erklärte bezüglich dieser Dynamik:

„Kein Fieber fällt so heftig aus wie das Goldfieber – aber es fällt auch keine Panik so heftig aus wie die Silber-Panik. Was ich damit sagen will, ist, dass Silber, wenn es abgeht, Gold in den Schatten stellt …

Wie stark wird der Silberpreis steigen? Keine Ahnung. Ich weiß, dass es an einem Tag im Jahre 1980 die Marke von USD 50 pro Unze erreicht hat, aber zu dieser Zeit gab es viermal so viel physisches Investmentsilber wie heute. Als Silber im Jahre 1980 auf USD 50 pro Unze kletterte, war im Vergleich zu heute gerade einmal ein Fünftel aller Menschen in der Lage, Silber überhaupt kaufen zu können. Heute ist es ein globaler Markt, man kann es China, Russland, Amerika und in Mexiko kaufen …

Alles basiert auf Vertrauen, und wenn man dieses Vertrauen verliert, dann muss man sich Dingen zuwenden, denen man vertraut – und das ist es ja, worum es bei Edelmetallen eigentlich geht. Es ist überhaupt kein Problem, einer Sache Vertrauen zu schenken, die ihren Wert im Grunde seit Menschengedenken unter Beweis gestellt hat.“

Silber hat sich seit seinem Preistief von USD 4,02 pro Unze im Jahre 2002 bis heute um 1.100% verteuert. Im Verlauf des aktuellen Silberbullenmarkts hat das weiße Metall bisher vier spektakuläre Preiskorrekturen hingelegt. Im Schnitt kam es bei diesen vier Korrekturen auf Wochenbasis zu Kurseinbußen in Höhe von 41%. Die diesjährige Korrektur beläuft sich auf 38%.

Zum Vergrößern anklicken.

Viele Beobachter wie beispielsweise James Turk oder John Embry halten Silber daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt für ein echtes Schnäppchen und weisen darauf hin, dass nun jederzeit eine Kursrally einsetzen kann und sogar eine Preisverdopplung innerhalb weniger Monate möglich scheint. Der altgediente Silberexperte Ted Butler schrieb am Mittwoch, dass Silber im Vergleich zu Gold aktuell „lächerlich“ günstig ist:

„Die jüngste Underperformance von Silber im Vergleich zu Gold und anderen Rohstoffen ist ein weiterer Grund, Silber als unterbewertet zu erachten. Und obwohl die relative Preisschwäche für viele Investoren ein Grund ist, vom Silberkauf abzusehen, ist diese Reaktion in einem Markt wie dem Silbermarkt, der bereits nach unten manipuliert wurde, inkorrekt. Eine objektive Analyse der relativen Preisbewegung von Silber zu Gold in 2011 müsste dies eigentlich auch verdeutlichen.

Silber und Gold haben mehr Gemeinsamkeiten als andere Rohstoffe, weshalb sie sich ideal miteinander vergleichen lassen. Während ich diese Zeilen schreibe, konnte Gold im bisherigen Jahresverlauf um USD 325 pro Unze (23%) zulegen, während sich Silber um USD 2 (6,5%) verteuerte. (Ja hier muss eingeräumt werden, dass Silber Gold während anderer Zeiträume massiv in den Schatten gestellt hat.)

Da es zurzeit 3 Milliarden Unzen physischen Anlagegolds gibt (5 Milliarden Unzen insgesamt), ist der Wert dieses Anlagegoldes dieses Jahr um fast USD 1 Billion auf über USD 5,2 Billionen gestiegen. Der Gesamtwert der 1 Milliarde Unzen Silber, die es auf dem Planeten gibt, ist um USD 2 Milliarden auf USD 33 Milliarden gestiegen. Mit anderen Worten: Alleine der Wertzuwachs des weltweiten Anlagegolds fiel dieses Jahr 30 Mal höher aus, als der Wertzuwachs von physischem Silber. Das ist etwas, worüber Sie vielleicht einen Augenblick nachdenken sollten.

Worauf ich hinaus will, ist, dass sich die Investmentvorzüge von Gold und Silber nicht so stark unterscheiden, als dass sie eine derartige Differenz beim Metallwert rechtfertigen würden. Beides sind Edelmetalle, die von den weltweiten Investoren in Zeiten wirtschaftlicher Spannungen und des Vertrauensverlust geschätzt werden.

Das der Dollarwert von Gold fast 175-mal höher ist als der Dollarwert von Silber, ist einfach nur lächerlich. Um das hier klarzustellen: Ich will damit nicht sagen, dass Gold auf lächerlich hohen Preisniveaus liegt, ich will damit sagen, dass Silber im Vergleich zu Gold lächerlich niedrig notiert. Es ist absurd, dass eine Goldpreisbewegung in Höhe von USD 10 pro Unze dem Gesamtwert der weltweiten Silberbestände entspricht.

Diese Absurdität, dieses Ungleichgewicht des Werts von Silber im Vergleich zu Gold wird von den weltweiten Investoren zurzeit noch nicht wahrgenommen – ja selbst die großen und cleveren Hedge-Fonds-Verwalter sind noch nicht darauf gestoßen. Doch wenn das erst einmal begriffen wird, werden diese Investoren in den Markt stürmen, um Silber zu kaufen. Daher lässt sich auch unzweideutig festhalten: Umso stärker der Preisanstiege bei Gold ausfällt, desto besser ist es für Silber. Ein hoher Goldpreis ist der beste Freund des Silberinvestors.“

Der Silberkurs entwickelt sich in Zeiten mit hoher Inflation meist besonders gut. Ob die Zentralbanker und Politiker der westlichen Welt einen deflationären Kollaps riskieren oder mit ihrer bisherigen Strategie fortfahren, mithilfe des Gelddruckens die Probleme der Zombiebanken und Pleitestaaten so gut es geht zu übertünchen, bleibt abzuwarten.

Silberpreis 2011 in US-Dollar. Zum Vergrößern anklicken.

Die Erklärung der US-Notenbank von dieser Woche, die weltweiten Märkte mit aus dem nichts gedruckten Dollars zu fluten, deutet jedoch eher darauf hin, dass die Politik des billigen Geldes auch in 2012 weiter anhalten wird und der Abwärtswettlauf der Papierwährungen erneut an Fahrt aufnehmen dürfte.

Der britische EU-Parlamentarier Nigel Farage erklärte am 02.12.2011 im Hinblick auf die unter Führung der US-Notenbank orchestrierte Intervention der westlichen Zentralbanken, dass aktuell wohl ein paar Großbanken „am Rande des Zusammenbruchs“ stehen:

„Ich glaube, die Tatsache, dass die Zentralbanken über Nacht gemeinsam auf koordinierte Art agiert haben, sagt einem, dass die Lage wahrscheinlich bedeutend schlimmer ist, als irgendjemand von uns weiß. Ich denke, dass es ein paar sehr, sehr bedeutende Banken gibt, die am Rande des Zusammenbruchs stehen.“

Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit der europäischen und nordamerikanischen Politiker, das Staatsschuldendebakel unter Kontrolle zu bekommen, geht zusehends zurück, weshalb sich künftig immer mehr Menschen sicheren Häfen wie Gold und Silber zuwenden dürften.

Selbst wenn Silber in 2012 keine erheblichen Zugewinne verbuchen sollte, handelt es sich bei diesem Metall immer noch um das in der Geschichte der Menschheit am meisten verwendete Geldmetall, das die Sparer über Jahrtausende hinweg vor Totalverlust schützte.

Wer in dieser Phase physisches Silber erwirbt, kann sich nach der massiven diesjährigen Korrektur zumindest sicher sein, dass eine Vielzahl der Papiersilber-Spekulanten aus dem Silbermarkt verschwunden ist, wie aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht. James Turk erklärte diesbezüglich vor wenigen Tagen im Gespräch mit Eric King:

„Während einer großen Korrektur, wie wir sie nun erlebt haben, werden eine Menge schwacher Hände aus dem Markt geworfen. Wir wissen, dass das passiert ist, weil es aus den Veränderungen beim offenen Interesse [des Silberpapiermarkts] hervorgeht und auch aufgrund des geringeren Handelsvolumens in jüngster Zeit. Das Entscheidende ist, dass der Markt jetzt von den starken Händen dominiert wird. Die auf fallende Kurse spekulierenden Marktteilnehmer hatten die vergangenen sechs Monate ihren Spaß gehabt, aber jetzt ist es an der Zeit, dass die andere Seite zum Zuge kommt. Stellen Sie sich auf bedeutend höhere Preis ein.“

Weitere Artikel zu diesem Thema