Finanz-Crash & Bankenschließungen: Warum man sein Geld besser von der Bank holen sollte

Zusammenbruchskrise: Die Krise bei MF Global ist systemisch – mit einem Einzelfall hat das nichts zu tun. Der Westen wird schlicht in sich zusammenbrechen. Die finanzielle Vorherrschaft der USA dürfte schon bald Geschichte sein. Keine Nation konnte den Status, die Weltreservewährung zu besitzen und das Weltfinanzzentrum zu stellen, über einen längeren Zeitraum halten. Korruption und Arroganz waren die Fallstricke, die den Gesellschaften am Ende immer in die Quere kamen

Martin A. Armstrong, Martinarmstrong.org, 12.12.2012

Ich habe jede Menge E-Mails erhalten, worin ich gefragt werden, was man nun nach dem Desaster von MF Global mit seinem Geld machen soll. Ehrlich gesagt, ist diese Frage recht schwer zu beantworten. Diese Mätzchen, wo die Wertpapierhändler mit dem Geld anderer Leute zocken, müssen ein Ende haben.

Die New Yorker Presse wird die Wahrheit nicht ans Licht bringen, da ihre größten Werbekunden genau jene Firmen sind, die diesen Unfug treiben. Hedge-Fonds haben Verluste eingefahren, ja sogar Lesern aus Singapur wurden die Konten eingefroren, obwohl sie bei MF Global lediglich US-Staatsanleihen im Depot hatten.

Will man den Schaden, der durch die Pleite von MF Global angerichtet wurde, ins rechte Verhältnis setzen, dann muss man sagen, dass er bereits 1.000 Mal größer ist als Madoff – und das ist noch eine konservative Einschätzung.

Die USA haben über die entsprechenden Finanzmärkte verfügt, die es ihnen ermöglichten, das Finanzzentrum der Welt zu sein. Ich habe die ganze Zeit davor gewarnt, dass sich die USA in einem Prozess befinden, wo sie diese heiß begehrte Krone – die Weltreservewährung und das Finanzzentrum der Welt zu stellen – verlieren.

Die USA eroberten sich diese Krone 1914 von Großbritannien. Die Briten stahlen sie 1689 von den Holländern, indem sie William III. von Oranien-Nassau auf den Thron setzten. Die Niederländer holten sich die Krone von den Deutschen, und die Deutschen hatten sie zuvor den Italienern aus den Händen gerissen.

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Zurzeit steigt Asien auf. Der Immobilienmarkt boomt dort immer noch bedeutend stärker als in den USA. Die Titel „Weltreservewährung“ und „Finanzzentrum der Welt“ sind keine dauerhaft verbleibenden Titel, sondern eher eine Art Wanderpokal. Und sie gehen immer aufgrund von Korruption und Arroganz verloren.

Ich könnte mich auf die Spitze des New Yorker Empire State Building stellen und die New Yorker mit den lautesten Lautsprechersystemen davor warnen, dass sie sich gerade ihr eigenes Grab schaufeln, ein Grab, das groß genug ist, um die gesamte Welt darin zu versenken – das würde niemanden interessieren! Sie würden garnicht zuhören, sondern stattdessen würden sie sagen, dass es sich bei mir um einen verrückten Spinner handelt.

Fakt ist, dass alle Gesellschaften selbstverschuldet Zugrunde gehen. Es ist sinnlos zu versuchen, sie zu warnen. Sie werden einen höchstens noch einsperren oder ermorden, nur um die strahlende Krone behalten zu dürfen. Wie ich oben jedoch zeigte, war niemand in der Lage, diese Krone zu behalten, da sie stets aufgrund von Arroganz und Korruption verloren ging.

Der Westen wird schlichtweg in sich zusammenbrechen – und zwar genau zur rechten Zeit. Die europäischen Politiker sind noch nicht einmal dazu fähig, auch nur die einfachsten Probleme richtig anzugehen, denn dadurch würden sie letztlich ihre eigene Macht verlieren. Und Washington wird in New York ganz bestimmt nicht aufräumen, da sich Washington im Besitz New Yorks befindet. So sieht´s aus.

Wir müssen ganz einfach akzeptieren, dass es dieses Mal kein „sie lebten glücklich bis ans Ende“ à la Hollywood geben wird. Manchmal enden Ehen auch mit Scheidungen – und Politik und Wirtschaft hätten von Beginn an keinen Bund miteinander eingehen dürfen.

Die Gesetzgeber der USA setzen sich aus viel zu vielen Vollidioten und Verrätern zusammen, die hemmungslos in die Schatulle langen, ohne an ihre Nachkommen zu denken. Heute haben wir ja Geld – nach uns die Sintflut. Das ist immer das Denken New Yorks gewesen.

Wenn man eine Bank ausraubt und das geraubte Geld dann einem Freund gibt, wird halt auf den Freund Jagd gemacht. Aber warum soll das im Falle der Banken bei den Gegenparteien anders sein, warum sollen sie von dieser Regelung ausgenommen sein?

Die Krise bei MF-Global ist systemisch – mit einem Einzelfall hat das nichts zu tun.

Und wie gehen wir nun mit einer derartigen Krise um? Nun ja, das ist der Grund, warum ich die ganze Zeit davor gewarnt habe, dass wir uns tatsächlich am Rande eines Abgrunds befinden könnten, der dem Untergang des Römischen Reichs ähnelt – einem durch die Inflation verursachten Währungs-Kollaps, wo das Vertrauen in die Banken schwindet und sich die Menschen dazu gezwungen sehen, ihr Vermögen in der Erde zu vergraben, weil es die einzig verbliebene Möglichkeit ist, die noch Schutz bietet.

Der heilige Hieronymus hatte ja darauf hingewiesen, dass, als Rom fiel, alle immer noch darüber lachten! New York würde mich eher umbringen, als mir zuzuhören, weshalb jede Hoffnung darauf, dass wir ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen bekämen, einfach nur absurd ist. Der Untergang ist unvermeidlich.

Im Folgenden finden Sie eine E-Mail mit Fragen, die zurzeit so oder so ähnlich von einer Vielzahl von Lesern an mich gerichtet werden:

„ … ich bin ein kanadischer Investor und halte verschiedene Vermögenswerte (Gold und Silberminen), (Edelmetall-)Anlagefonds, einen (Edelmetall-)Hedge-Fonds und einen kanadischen Pensionssparplan.

Ich mache mir sehr große Sorgen darüber, dass es im Investmentgeschäft allen Anschein nach so etwas wie eine Lizenz zum Stehlen gibt. Der jüngste Zusammenbruch von MF Global hatte laut dem kanadischen Investoren-Sicherungsfonds keine Auswirkungen auf kanadische Konten. Jüngst habe ich daran gedacht, all mein Geld vollständig aus der Investmentbranche abzuziehen und ausschließlich in physisches Gold und physisches Silber zu gehen, um alle Ausfallrisiken auszuschließen.

Es scheint, als sei es praktisch unmöglich, sich vor den Machenschaften der Anlage- und Hedge-Fonds zu schützen, wie man bei MF Global beobachten konnte. Sind separat gehaltene Wertpapiere in Zertifikat-Form eine sichere Möglichkeit, Papierwerte zu halten oder gibt es hier auch Machenschaften, durch welche ich diese ebenfalls verlieren könnte?

Die kanadischen Pensionssparpläne scheinen mir völlig suspekt, auch wegen der Weiterbeleihung und anderen Ausfallrisiken, von einer möglichen Regierungsbeschlagnahme, massiver Besteuerung und Ähnlichem mal ganz abgesehen.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass Sie mir hier keine Investmentberatung geben werden. Mein Problem ist aber, dass es nicht möglich ist, von irgendwem, der das System kennt, Ratschläge zu bekommen. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die sich mit dem weltweiten Handel und dem Innenleben der Korruption so gut auskennen, wie Sie …“

Heutzutage all sein Geld zu vergraben, ist unrealistisch. Man muss darauf bestehen, dass jeder Wertpapierhändler, mit dem man Geschäfte macht, garantiert, dass die Vermögenswerte nicht am Repo-Markt platziert, an die Dritte weiterverliehen oder für eigene illegale Handelsgeschäfte genutzt werden!

Dasselbe gilt für Hedge-Fonds. All jene, die in Hedge-Fonds investieren, sollten darauf bestehen, dass der Hedge-Fonds bei seinen Geschäften mit den Banken und Wertpapierhändlern die Einhaltung derselben Vertragskonditionen einfordert und selbst keine Vermögenswerte an diese Institutionen weiterverleiht.

Wenn man Aktien und/oder andere Wertpapiere hält und keine Kredite hat, diese Papiere also nicht als Sicherheit hinterlegt sind, sollten man sie diese Wertpapiere als Zertifikat aushändigen lassen.

Wenn jeder damit anfängt, bei einer Depot- und Kontoeröffnung derartige Maßnahmen zu ergreifen, wird die Branche mit Selbstregulierungsmaßnahmen beginnen. Die staatlichen Regulierungsbehörden sind wertlos –weder führen sie Überprüfungen durch, noch waren sie je in der Lage, irgendetwas zu verhindern. Sie sollten allesamt geschlossen und durch eine neue Behörde ersetzt werden, und zwar mit einem völlig neuen Mitarbeiterstab, da die alten wieder dieselben Methoden einführen dürften.

Aufgrund der Staatsschuldenkrise könnte es in Zukunft zu Bankenschließungen kommen, so wie dies unter US-Präsident Roosevelt der Fall gewesen ist. Für den Fall aller Fälle sollte man daher versuchen, Bargeld für sechs Monate außerhalb des Bankensystems zu halten.

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