Gold & Silber: Neues Jahr, neues Glück

Der Schulden-Crash der westlichen Länder rückt unaufhaltsam näher. Die westlichen Eliten wollen einen Zusammenbruch der Schuldenblase mit aller Macht verhindern und scheinen in der Tat noch einige Pfeile im Köcher zu haben. Ob die in 2012 anstehenden Ereignisse einen maßgeblich positiven Einfluss auf die Gold- und Silberpreisentwicklung haben werden, darüber sind sich die Beobachter uneins

Propagandafront.de, 01.01.2012

2011 war für Gold- und Silberanleger eine wilde Berg- und Talfahrt mit gemischten Ergebnissen. Während Goldinvestoren noch mit einem blauen Auge davon kamen – Gold konnte in 2011 einen Zugewinn in Höhe von 10% verbuchen – bleibt Silberinvestoren nur der Trost, dass sich Silber innerhalb der letzten 24 Monate um 59% verteuert hat, denn das vergangene Jahr war für das weiße Metall mit Verlusten in Höhe von 11% weniger angenehm.

Doch was bringt das neue Jahr für Gold und Silber? Die EU-Führer scheinen entschlossen, den Euro mit allen Mitteln am Leben zu erhalten, und auch die US-Amerikaner machen nicht den Eindruck, als dass sie ihren Status als führende Finanzmacht kampflos aufgeben werden.

Man kann also davon ausgehen, dass auch in den kommenden zwölf Monaten jede Menge neuen Papiergelds gedruckt wird, um den Euro, die Euroländer, die europäischen Banken und das US-Finanzsystem weiter über Wasser zu halten.

Nehmen wir das Ende Dezember 2011 eingeleitete „längerfristige Refinanzierungsgeschäft“ (LTRO) der Europäischen Zentralbank, wo die Banken dreijährige Kredite in Gesamthöhe von EUR 489 Milliarden zu einem lächerlichen Zinssatz von 1% erhalten.

Bob Chapman vom International Forecaster schrieb dazu am 31.12.2011, dass die Banken diese Gelder innerhalb der kommenden 36 Monate kräftig hebeln würden und sich diese Entwicklung schon bald in den Edelmetallpreisen widerspiegeln wird:

„Sofern kein Geld aus dem System abgezogen wird, könnte alleine schon diese Geld- und Kreditschaffung innerhalb der kommenden drei Jahren ausreichend sein, um den Euro zu vernichten. Vom Umfang her übersteigen diese Gelder die von der Fed und der Bank of England geschaffenen Gelder bei Weitem …

Es wird nicht allzu lange dauern, bis Gold und Silber auf diese gigantische Remonetisierung reagieren. Die Erkenntnis dürfte sich schon zu Beginn des neuen Jahres an den Märkten durchsetzen.

Manipulation hin oder her – die Preise werden steigen, speziell wenn man sich die aktuell niedrigen Preisniveaus anschaut. Angesichts der gegenwärtigen Preise sollten Investoren Gold- und Silbermünzen, Anlagebarren und Minentitel nachkaufen, da die Edelmetalle, speziell jedoch die Minenwerte massive Rückschläge verzeichnen mussten.“

Der Finanzmarktanalyst Rick Ackerman lieferte vor wenigen Tagen verschiedene Prognosen für das Jahr 2012. Ackerman geht davon aus, dass sich der Goldpreis bis Ende 2012 kräftig erholen wird, ist bezüglich des Ausblicks für Silber jedoch skeptisch:

„Die europäischen Kreditkosten drohen, über die Marke von 7% zu explodieren, was die PIIGS-Länder in den Bankrott treibt (was man aber nicht so nennen wird). Man wird den Sturz des Euros bei USD 1,08 aufhalten können …

Gold wird eine heftige Preisrally hinlegen, nachdem es im Januar bis auf USD 1.445 pro Unze absinkt. Der daraufhin einsetzende Kaufrausch wird Gold in die Nähe von USD 2.000 pro Unze katapultieren. Silber wird sich relativ schlecht schlagen und zunächst auf USD 18,35 pro Unze absinken, bevor es sich wieder im unteren 30-Dollarbereich einpegelt.“

Der renommierte Finanz- und Edelmetallexperte Martin A. Armstrong geht davon aus, dass die Goldpreisentwicklung mittelfristig schwach ausfallen könnte – und zwar solange, bis die Staatsanleihen in Europa, Japan und den USA keine Abnehmer mehr finden. Armstrong schrieb am 27.12.2011:

„Unter den Analysten, die langfristig von einem steigenden Goldpreis ausgehen, bin ich wohlmöglich der einzige, der bezüglich des kurzfristigen Goldpreisausblicks pessimistisch gestimmt ist.

Oftmals stellt es sich als sehr schwierig heraus, den Menschen all den Unsinn, der rund um Gold verbreitet wird und nichts weiter als Unsinn ist, zu erklären. Das beginnt bei den Ausführungen rund um Fiatgeld und reicht bis zu den Prognosen, dass wir zurzeit auf dem Weg in die Hyperinflation seien…

Im Folgenden werde ich noch einmal ausführen, warum es gegenwärtig keine Inflation gibt, und das obwohl die US-Notenbank fast USD 3 Billionen an elastischem Geld geschaffen hat: Wenn man fast USD 60 Billionen an Schulden hat – von den Derivaten und nichtfinanzierten Verbindlichkeiten mal ganz abgesehen – dann fällt die Kontraktion bedeutend größer aus, als die von der Fed geschaffenen USD 3 Billionen.

Durch den Fremdkapitalabbau haben sich mindestens USD 15 Billionen in Luft aufgelöst … Die Versuche, mit der ersten und zweiten Runde der quantitativen Lockerung die Wirtschaft anzukurbeln, sind gescheitert, genausowenig konnte dadurch Inflation geschaffen werden. Wir leiden gegenwärtig also unter einer Deflation, und diese Phase ist noch nicht vorbei.

Im extremsten Fall könnte Gold sogar einbrechen und den Höchststand von 1980 in Höhe von USD 875 pro Unze testen, sollte der Goldpreis ein Quartal unter USD 1.113 pro Unze aus dem Handel gehen. Das würde die echte Rally wahrscheinlich in das Zeitfenster 2015 bis 2020 verlagern.

… Doch wann wird Gold steigen? Gold wird steigen, wenn die neuen Anleiheemissionen in den USA keine Abnehmer mehr finden. Die entscheidenden Dinge, die wir im Auge behalten müssen, sind Europa und Japan.“

Am 28.12.2011 schrieb Armstrong, dass die Elitisten alles in ihrer Macht stehende tun werden, um das Schuldenspiel, das auch die Grundlage ihrer Macht und Profite darstellt, weiter aufrecht zu erhalten:

„Dieselben Leute, gegen die ich mich in New York zur Wehr gesetzt habe, sind gerade damit beschäftigt, alles zu vernichten. Sie kontrollieren die Regierung und tun alles in ihrer Macht stehende, dass die Schuldenblase weiter ausgedehnt wird. Und während man alle Probleme ohne Weiteres innerhalb von 30 Tagen oder noch schneller lösen könnte, würden sie das nie zulassen. Sie würden jeden ermorden, der es wagt, dieses fortwährende Schuldensystem zu beenden, bei dem die Schulden immer wieder neu übergerollt werden, ohne das dabei die Absicht bestünde, sie jemals wieder zurückzuzahlen. Diese New Yorker Investmentbanker sind unser Untergang … Sie spielen gerade mit Feuer und riskieren dabei, alles zu vernichten.“

Armstrong hält den Zusammenbruch der Eurozone für unvermeidlich. Laut seinen Quellen deutet jedoch einiges darauf hin, dass die Deutschen letztendlich versuchen werden, die Währungszone mithilfe von Monetisierungsmaßahmen zusammenzuhalten. Am 27.12.2011 schrieb er diesbezüglich:

„Alleine Spanien und Italien werden in 2012 rund EUR 600 Milliarden an öffentlichen Schulden überrollen. Die Zinsen sind heute bereits bedeutend höher. Während der Jahre 2012 und 2015 werden die Schulden exponentiell ansteigen und die Kosten dieser monolithischen Regierungen werden schlicht explodieren …

Wir bekommen es nun mit einem anhaltenden Wirtschaftsrückgang, steigenden Preisen, einer wesentlich aggressiveren Besteuerung und bedeutend aggressiveren Maßnahmen zur Steuereintreibung zu tun. Die Wirtschaftsprognosen sind Schwachsinn – wir stehen am Rande einer katastrophalen Schuldenkrise, die im Sommer 2012 richtig an Fahrt gewinnen dürfte.

Trotz der politischen Aussagen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Auseinanderbrechens der Eurozone bei null liegt, sehen die Märkte das anders. Das Kapital preist zurzeit das Auseinanderbrechen des Euros ein und wettet darauf, dass die gekauften deutschen Schulden bei der Rückkehr zur Deutschen Mark mit übertragen werden.

Unsere politischen Kontakte versichern uns, dass Deutschland einknicken wird, und wenn es darum geht, sich zwischen der Rettung des Euros und Austerität zu entscheiden, wird Ersteres obsiegen. Das bedeutet Monetisierung – Inflation! … Es gibt einige Hürden, die auf dem Weg zur Inflation bewältigt werden müssen, der EZB müssen nämlich dieselben Befugnisse wie die Federal Reserve eingeräumt werden …

Der Zusammenbruch des Euros ist unvermeidlich, da die Regierungen die strukturellen Fehler nicht angehen, sondern lediglich die Maßnahmen zur Unterdrückung der Menschen ausbauen werden – so als würde man, indem man sich jeden Euro einverleibt, 60 Jahre an fiskalischen Missmanagement irgendwie wieder gerade biegen können.“

Der politische Analyst und Geostratege Joel Skousen schließt sich der Auffassung von Armstrong an, dass die Eliten ihre Schuldenblase noch eine Weile aufrecht erhalten werden. Skousen schrieb vor wenigen Tagen:

„Die einzige Frage ist, wie es enden wird und wie schnell das Ende eintritt. Das Establishment weigert sich immer noch anzuerkennen, dass wir uns in einer fatalen Situation befinden und die Freimarktanalysten sagen den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Geldsystems voraus.

Gerald Celente erklärt überall im Talk-Radio, dass uns wirtschaftliches Kriegsrecht und die Schließung des Bankensystems bevorstünde. Um es ganz deutlich zu sagen: Das wäre nur möglich, wenn die Strippenzieher die Geldschaffung beenden und den Banken sagen, dass sie schließen sollen.

Das System muss nicht so schnell in sich zusammenbrechen. Am Ende wir es das, aber die Regierung hat noch viel mehr Macht, um zu inflationieren und Institutionen zu retten, als sich Konservative vorstellen können. Ich sehe keine Hinweise darauf, dass die Regierung die Dinge zusammenbrechen lassen wird.

Sie bauschen den Zusammenbruch Europas auf, aber nur um die Leute dazu zu bringen, ihre neuen Vorschläge zur Erweiterung der EU zu akzeptieren – Vorschläge, die darauf abzielen, die EU gegenüber den Regionalregierungen mit Befugnissen auszustatten. Der Dollar und der Euro werden zurzeit stärker als gewöhnlich inflationiert, aber dieses Spiel kann noch eine ganze Weile aufrecht erhalten werden, bevor wir die Hyperinflation erreichen.“

Skousen rechnet damit, dass die Elitisten den Niedergang des westlichen Finanzsystems bis mindestens 2015 strecken können. Laut seiner Einschätzung sind die angloamerikanischen Globalisten darauf aus, zwischen 2015 und 2023 einen Dritten Weltkrieg gegen China und Russland loszutreten, der vor allem mit Atomwaffen geführt werden wird. Seine Handlungsempfehlungen sind dementsprechend.

Aber natürlich sind nicht alle Marktbeobachter bezüglich ihrer kurzfristigen Edelmetallprognosen so pessimistisch gestimmt wie Armstrong. Viele schließen sich eher der eingangs aufgeführten Auffassung von Chapman an. Der renommierte Finanzmarktanalyst Richard Russel schrieb zum Jahresausklang:

„Der Jahresendkurs bei Gold [1.566,80 pro Unze] markiert nun das elfte Jahr in Folge, wo Gold mit Zugewinnen aus dem Handel geht. Das ist meines Wissens der längste Bullenmarkt aller Zeiten, bei dem der Jahresendkurs jedes Jahr über dem des Vorjahres lag. Dieser fabelhafte Bullenmarkt wird nicht sang- und klanglos zu Ende gehen. Ich bin immer noch der Meinung, dass der Höhepunkt des Bullenmarkts noch vor uns liegt. Wir beobachten hier gerade Finanzmarktgeschichte.

Mir fällt der Frust bei der Anti-Gold-Meute auf. Zwölf Jahre an Preisanstiegen zu verpassen, ist für jeden Investor Grund genug, auf sich selbst wütend zu sein. Ich schätze mal, dass 99% der Amerikaner nie am Goldbullenmarkt teilgenommen haben. Die Goldhasser sind daher stinksauer …

Der Goldpessimismus wächst. ´Market Vane´s Bullish Consensus` brach auf 56% ein, das ist der niedrigste Stand der letzten Jahre. Gold fiel sechs Tage in Folge und ist jetzt massiv überverkauft. Das könnte die finale und durchaus notwendige Säuberung für die letztendlich bevorstehende Preisexplosion sein.“

Der Finanzmarktanalyst und China-Experte Stephen Leeb ist bezüglich der Edelmetallpreisentwicklung in 2012 ebenfalls außerordentlich optimistisch gestimmt. Im Gespräch mit King World News sagte er am 30.12.2011:

„Mein Preisziel für Gold für Ende 2012 ist, dass es irgendwo zwischen USD 2.500 und USD 3.000 pro Unze liegen wird. Anders gesagt, ist die aktuelle Korrektur völlig belanglos. Hier kommt die Gummiband-Analogie zum Tragen. Für jeden Dollar, um den der Goldpreis zurückgeht, kann man bei der Umkehrbewegung nach oben einen Dollar drauf packen. Für Investoren ist es wichtig, dass sie sich jetzt nicht aus den Positionen treiben lassen. Wenn man Geld übrig hat, ist das jetzt eine großartige Kaufgelegenheit.

Blicken wir auf Silber – ja Silber ist sogar noch besser. Die Chinesen haben nun damit angefangen, Silber zu horten, was jüngst in einer Bekanntmachung ein wenig versteckt kommuniziert wurde. Sie werden definitiv kein Silber exportieren. China wird gemäß seiner jüngsten Verlautbarung nicht eine Unze Silber exportieren. Müsste ich ein Preisziel für Silber angeben, dann würde ich sagen, dass es Ende 2012 – und das ist extrem konservativ – bei USD 60 pro Unze liegen wird. Silber wird auf alle Fälle neue Höchststände verbuchen.“

Egon von Greyerz, Gründer der schweizerischen Firma Matterhorn Asset Management, geht davon aus, dass der Goldpreis in 2012 auf bis zu USD 5.000 pro Unze klettern könnte. Gegenüber King World News sagte er am 29.12.2011:

„Gold ist dieses Jahr gegenüber allen Währungen gestiegen und 2012 wird ein weiteres fantastisches Jahr werden. Ich könnte mir vorstellen, dass die ersten drei bis fünf Monate recht dramatisch ausfallen werden.

Wie Sie wissen, ist der weltweite Finanzierungsbedarf atemberaubend. Wir sprechen hier von Billionen, wenn wir den Finanzierungsbedarf der Staaten, Unternehmen und Banken zusammenfassen. Dieser Finanzierungsbedarf ist so hoch, dass sie garnicht anders können, als mit dem Gelddrucken zu beginnen …

Aktuell sind schon verdeckte Maßnahmen im Gange. Die EZB druckt insgeheim Geld, und die Fed tut genau dasselbe. Meines Erachtens wird das aber schon bald ganz offiziell stattfinden, und die Beträge werden bedeutend höher sein, als alles, was wir bisher sahen …

Ich wäre nicht überrascht, zu sehen, wenn Gold um ein paar tausend Dollar zulegt und nächstes Jahr, na sagen wir, zwischen USD 3.000 und USD 5.000 pro Unze liegen wird. Ich erachte das als nächsten Schritt, und im Grunde wird diese Auffassung durch alle Daten gestützt.“

Ganz egal, wie sich Gold und Silber in den kommenden zwölf Monaten auch entwickeln wird, Fakt ist, dass die beiden Edelmetalle in den vergangenen paar tausend Jahren der Vermögensspeicher schlecht hin gewesen sind – ein Mittel zum Vermögenserhalt, das zuverlässig vor Totalverlust und politischen Instabilitäten schützte.

Sparer und Anleger, die physisches Gold und Silber akkumulieren, wissen, wie beruhigend es ist, in Zeiten der Unsicherheit, wo das Ausfallrisiko von Finanztiteln immer stärker in den Vordergrund tritt, Hartgeld im Bestand zu haben. Dass sich Gold und Silber nebenbei auch noch in einem säkularen Bullenmarkt befinden, der offenkundig noch lange nicht am Ende ist, ist für Viele, die sich den glänzenden und sicheren Häfen zuwenden, da nur noch das Sahnehäubchen obendrauf.

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