Zeal Intelligence: US-Dollar zündet Gold-Rakete

Gold ist zurzeit so überverkauft wie seit Januar 2009 nicht mehr, und wir wissen ja alle, was danach geschah: Das gelbe Metall konnte seinen Preis innerhalb von weniger als drei Jahren von USD 800 pro Unze auf USD 1.900 pro Unze mehr als verdoppeln

Adam Hamilton, Zeal LLC, 13.01.2012

Nachdem Gold im Sommer 2011 auf sein jüngstes Allzeithoch kletterte, kam es zu einer heftigen Korrektur. Dieser Abverkauf – der einsetzte, als das Metall aufgrund einer unglaublichen Euphorie massiv überkauft war – wurde durch den erstarkenden US-Dollar noch zusätzlich beschleunigt. Mittlerweile ist aber der US-Dollar überkauft und mindestens so beliebt, wie es Gold im Sommer 2011 war. Die Zeit für einen Dollar-Abverkauf scheint also gekommen, was Gold aller Vorausschau nach ordentliche Zuwächse bescheren dürfte.

Denkt man über die Rolle des US-Dollars als Goldpreistreiber nach, kommen bei den Langzeit-Goldinvestoren und Spekulanten auf einmal wieder jede Menge eingestaubter Erinnerungen hoch. Ein Goldbullenmarkt weist drei Phasen auf, und die Goldpreisentwicklung zu Beginn des 21. Jahrhunderts konnte praktisch vollumfänglich auf die Entwertung des US-Dollars zurückgeführt werden. Gold bewegte sich entgegengesetzt zum US-Dollar, bis dann ab Mitte 2005 die zweite Phase des säkularen Goldbullenmarkts einsetzte, was zur Folge hatte, dass die weltweite Nachfrage von nun an zum entscheidenden Preistreiber wurde.

Gold hatte sich von seiner Dollar-Bindung befreien können und fing damit an, in allen Währungen gleichzeitig Zugewinne zu verbuchen. Und während ich mich bei meinen früheren Analysen zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts auf den überwältigenden Einfluss des US-Dollars bei der Goldpreisentwicklung konzentrierte, trat in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts zunehmend die weltweite Goldnachfrage in den Vordergrund. Wenn wir uns jetzt also erneut mit der alten negativen Korrelation zwischen Gold und dem US-Dollar beschäftigen, fühlt sich dies in der Tat ziemlich komisch an, ganz egal, wie passend dieser Ansatz auch sein mag.

Aber die Charts lügen nicht. Innerhalb der letzten sechs Monate hat der Dollar erneut seine Rolle als vorherrschender Goldpreistreiber zurückerlangt. In der nachfolgenden Grafik, die den Goldpreis und den US-Dollar-Index (USDX) ausweist, schauen wir uns diese neubelebte Beziehung etwas genauer an. Der USDX ist ein wichtiger Indikator, der den Dollar einem vom Euro dominierten Währungskorb aus einer Handvoll Währungen gegenüberstellt.

Im Verlauf des ersten Halbjahrs 2011 machte Gold im Rahmen eines Bullenmarkt-Aufwärtsschubs einen ordentlichen Satz nach oben, während der USDX einbrach. Und obschon ein schwächerer Dollar bei den Gold-Zugewinnen mit Sicherheit eine Rolle spielte, war dieser Einfluss jedoch bestenfalls zweitrangig.

Gold kletterte von einem Allzeithoch zum nächsten, da die weltweite Nachfrage schneller anstieg als die weltweite Goldproduktion. Der Dollar spielte dabei keine große Rolle, genauso, wie es inmitten der zweiten Phase des Goldbullenmarkts eigentlich auch zu erwarten wäre. Bis Ende April 2011 sank der Dollar auf stark überverkaufte Niveaus, so dass eine bedeutende Bärenmarkt-Rally fällig war, um die Stimmung wieder etwas auszugleichen, worauf ich zu jener Zeit auch hinwies.

Und genauso war es dann auch: Der angstbeladene Dollar hob ab, während Gold auf diesen Wertanstieg nur schwach und kurzfristig reagierte. Im Juli 2011 führten die Ängste, dass Obamas verschwenderische Haushaltspolitik zur ersten Zahlungsunfähigkeit in der Geschichte der USA führen würden, zu einem massiven Anstieg der Goldnachfrage – eine für die Sommermonate recht ungewöhnliche Entwicklung, da die Edelmetalle in dieser Zeit normalerweise im Stimmungstief vor sich hindümpeln.

Interessant ist auch, dass, obwohl Gold aufgrund der US-Schuldenkrise im Juli und August nach oben schoss, der Dollar nicht weiter entwertete. Stattdessen durchlief er eine Seitwärtsbewegung, während die Goldinvestmentnachfrage maßgeblich durch die Zukunftsaussichten des Dollars getrieben wurde.

Die Stärke und Beliebtheit des gelben Metalls artete am Ende sogar in eine Art von Mini-Wahn aus. Gold schoss viel zu schnell viel zu stark nach oben, so dass eine Korrektur überfällig wurde. Ich warnte davor, dass Gold überverkauft ist und eine heftige unmittelbar bevorstehende Korrektur fällig sei, und zwar genau einen Handelstag bevor der Goldpreis im August 2011 seinen Höchstpreis erreichte. Hat Sie Ihr Berater zu jener Zeit davor gewarnt und Ihnen geraten, hoch zu verkaufen?

Danach setzte eine heftige Talfahrt ein, da die Händler viel zu gierig geworden und alle unmittelbaren Kaufinteressenten bereits im Markt waren. Da bleiben am Ende nur noch Verkäufer übrig. Aber nachdem das Metall innerhalb von zwei Tagen eine Korrektur von 6,9% durchmachte, zog der Preis bis Ende August wieder an.

Und daraufhin passierte etwas ziemliches Verrücktes, was die Stimmung grundsätzlich änderte und dafür sorgte, dass der USDX erstmals zündete, was in der oben stehenden Grafik mit einem roten Schatten hinterlegt wurde.

Während sich der September dem Ende neigte, veröffentlichte das US-Arbeitsministerium den Monatsbericht zu den Arbeitslosenzahlen, aus dem hervorging, dass innerhalb von vier Wochen null Arbeitsplätze geschaffen wurden. Das heizte die Rezessionsängste erneut an, was sich bis Ende September in eine Mini-Panik verwandelte.

Infolgedessen kam es an den Aktien- und Rohstoffmärkten zu einem dramatischen Einbruch auf neue Korrekturtiefs. Und wenn Investoren und Spekulanten Angst vor einer weltweiten Rezession haben und die Märkte fallen, gehen sie in Richtung sicherer Häfen. Und der US-Dollar und die US-Staatsanleihen beherrschten die Liste dieser auf Sicherheit ausgerichteten Trades.

Auf den ersten Blick ist das natürlich unlogisch. Wenn die US-Wirtschaft droht, in eine Rezession abzutauchen, ist das dann nicht auch eine schlechte Meldung für den US-Dollar?

Ja natürlich – aber da es an den Aktienmärkten und besonders an den Rohstoffmärkten im September zu heftigen Abverkäufen kam, konnte der US-Dollar auf ein paar bedeutende Vorzüge verweisen. Zunächst einmal ist der Dollarmarkt groß und liquide genug, um ohne Weiteres jedwede Menge einströmenden Kapitals in sich aufzunehmen können. Darüber hinaus ist der Dollar – obschon er sich inmitten eines säkularen Bärenmarkts befindet – kurzfristig durchaus in der Lage, seinen Wert zu halten. Im Grunde würde die Kaufkraft des US-Dollars ja wachsen, wenn Aktien und Rohstoffe im Preis fallen, wodurch man sein Kapital erhalten würde.

Der USDX schoss dann auch innerhalb von weniger als fünf Wochen um erstaunliche 7,9% in die Höhe, und das angesichts all der Rezessionsängste! Für eine große Währung, die sich gewöhnlich eher mit dem Temperament eines Gletschers zu bewegen pflegt, ist das in der Tat eine gigantische Aufwertung.

Und was geschah mit Gold, während der US-Dollar massiv im Preis zulegen konnte? Wie in der oben stehenden Grafik deutlich zu sehen ist, hat es den Goldpreis buchstäblich zerlegt. Im Verlauf dieser Dollar-Rally kam es zu einem 7,5%igen Preisrutsch bei Gold – wir haben es hier also praktisch mit einer perfekten negativen Korrelation zwischen dem Goldpreis und dem Wert des US-Dollars zu tun gehabt! Der starke Dollar verängstigte die Gold-Futures-Händler und sorgte dafür, dass sie sich auf den Abverkauf zurückzogen.

Anfang Oktober veröffentlichte das US-Arbeitsministerium dann ihre revidierten Arbeitslosenzahlen. Diese wurden erheblich nachkorrigiert, und zwar so stark, dass von den schlechten Arbeitsmarktzahlen des Vormonats praktisch nichts mehr übrig geblieben war. Am Ende lagen die tatsächlichen Arbeitsmarktzahlen sogar noch über den ursprünglichen Erwartungen der Experten. All der Wirbel und die Rezessionsängste im September waren also völlig unbegründet.

Das sorgte für eine Monsterrally an den Aktienmärkten. Der wichtigste US-Aktienmarkt-Index, der weit gefasste S&P 500, explodierte im Oktober um 10,8%, und konnte somit den besten Monat der letzten zwei Jahrzehnte verbuchen!

Seit der Aktienmarktpanik hat der Status des US-Dollars als sicherer Hafen dafür gesorgt, dass es eine negative Korrelation zwischen der Währung und den US-Aktienmärkten gibt. Diesen Trend zu verinnerlichen, ist für Investoren und Spekulanten von entscheidender Bedeutung, was auch der Grund dafür ist, warum ich in der Vergangenheit so viel darüber geschrieben habe.

Fallende Aktienmärkte verschrecken das Kapital, so dass es Zuflucht im US-Dollar sucht, wo es kurzfristig kaum Wertverluste gibt. Aber in dem Augenblick, wo an den Aktienmärkten wieder eine bedeutende Rally einsetzt, geht ein Großteil dieses Fluchtkapitals erneut aus dem US-Dollar in Richtung Aktien. Wenn die Aktienmärkte eine Rally hinlegen, kommt es beim Dollar also zu Einbrüchen.

Trotz des Umstandes, dass Gold bis Anfang Oktober seinen 200-Tage-Schnitt immer noch nicht nach unten hin durchbrochen hatte – was ich im August als sehr wahrscheinliches Kursziel für das Metall ausrief – setzte es erneut zu einer Rally an.

Der schwächere Dollar half den Futures-Händlern, ihr Vertrauen in Gold wiederzugewinnen, weshalb die Investments wieder an Fahrt aufnahmen. Gold stieg sogar dann noch im Preis, als die zweite Phase der Dollar-Rally Ende Oktober bereits gezündet hatte, was sich vornehmlich durch die anhaltenden Ängste im Hinblick auf Europa begründete.

Die Vertrauenskrise in Europa sorgte Ende Oktober dafür, dass die Investorennachfrage bei den Staatsschulden-Auktionen der einzelnen Euro-Länder zurückging. Die Länder sahen sich dadurch natürlich dazu gezwungen, ihre Anleihen zu niedrigeren Preisen zu verkaufen, was die Renditen nach oben trieb. Die höheren Renditen warfen bei den Händlern wiederum die Frage auf, ob Europa überhaupt in der Lage sei, die aktuelle Struktur beizubehalten, oder zersplittern würde. Den Euro haute es aufgrund dessen natürlich richtig um. Und da der Euro im USDX mit gigantischen 58,6% gewichtet wird, schoss der Dollar in die Höhe.

Und auch hier haben wir wieder dasselbe Spiel: Kurz nachdem die zweite Dollar-Rally an Fahrt aufgenommen hatte, zeigte Gold zunächst Schwächen und begann dann zu fallen. Der USDX schoss innerhalb von sieben Wochen um 7,4% in die Höhe, was die Futures-Händler am Goldmarkt zu Abverkäufen veranlasste, mit der Folge, dass der Goldpreis im selben Zeitraum um 9,7% einbrach.

Und genau am selben Tag, als der USDX Mitte Dezember seinen Höhepunkt erreichte, sank Gold dann schließlich unter seine 200-Tage-Linie, was mein ursprüngliches Korrekturziel gewesen war. Ganz egal, wie heiß ein Bullenmarkt auch sein mag – regelmäßige Korrekturen sind gesund und notwendig, um die Stimmungslage wieder ins rechte Lot zu rücken.

Und während Gold so oder so eine Korrektur durchlaufen musste, sollte hier noch einmal festgehalten werden, dass der überwiegende Teil der gesamten Goldpreiskorrektur während der zwei bedeutenden Dollar-Rallys stattfand. Diese Tatsache ist den großen, technisch-orientierten Händlern, die gemeinsam enorme Kapitalsummen kontrollieren, natürlich nicht entgangen.

Wenn der USDX das nächste Mal kippt und wieder zu fallen beginnt, werden sie das als starkes Signal erachten, aggressiv Gold zu kaufen. Und da der US-Dollar aufgrund seines massiven Anstiegs aktuell praktisch so stark überkauft ist wie Gold Ende August, ist beim Dollar nun ebenfalls eine Korrektur fällig, die beim Goldpreis für einen Aufwärtsschub sorgen wird!

Das Konzept, dass Finanzwerte überkauft und überverkauft sind, gehört zu den wichtigsten Trading-Werkzeugen. Ein überkaufter Wert ist, einfach gesagt, zu schnell zu stark gestiegen, als dass seine Kursentwicklung nachhaltig wäre, wohingegen ein überverkaufter Wert zu schnell zu stark gesunken ist, als dass das Kursniveau nachhaltig wäre.

Will man zu niedrigen Kursniveaus kaufen, muss man also nach überverkauften Preisen Ausschau halten, die das Ende exzessiver Abverkäufe anzeigen, und will man teuer verkaufen, muss man auf überkaufte Preise achten, die durch von die Gier getragene Anstiege zustande kommen.

Meine Lieblingsmethode, um zu ermitteln, wie weit und schnell sich ein Preis bewegt, ist mein eigenes Relativitäts-Trading-System. Mit diesem simplen und dennoch unglaublich profitablen Werkzeug betrachte ich die Preise als einen Quotienten ihrer 200-Tage-Linie. Der 200-Tage-Schnitt ist in der Tat die ideale, sich langsam entwickelnde Basislinie, um Preisextreme zu ermitteln.

In säkularen Trendmärkten neigt dieser Quotient – den man errechnet, indem man den Preis durch seine 200-Tage-Linie teilt – dazu, sich in einer horizontal verlaufenden Handelsspanne zu bewegen, was es besonnen agierenden Investoren möglich macht, Kapital daraus zu schlagen.

Die nächsten zwei Charts muss man im Zusammenhang sehen. Der relative USDX und der relative Goldpreis drücken in prozentual miteinander vergleichbaren Werten aus, wie überkauft oder überverkauft diese beiden in Wettbewerb stehenden Währungen sind. Die in den Charts ausgewiesene relative Handelsspanne erfasst einen Zeitraum von fünf Jahren (2007 bis 2011).

Betrachtet man die beiden Grafiken gemeinsam, deuten sie darauf hin, dass dem gelben Metall in den kommenden Monaten eine außerordentlich positive Entwicklung bevorsteht. Was wir hier gerade sehen, dürfte ein bedeutender neuer Aufwärtstrend bei Gold sein.

Fangen wir mit Gold an: Das Metall ist weit unter seine 200-Tage-Linie abgerutscht. Dividiert man die blaue Linie (Goldpreis) durch die schwarze Linie (200-Tage-Schnitt), erhält man die rote Linie. Die rote Linie weist die prozentuale Handelsspanne aus, wobei der 200-Tage-Schnitt horizontal entlang der Marke 1,00 verläuft.

Gold neigt dazu, bei 1,05 x seiner 200-Tage-Linie zu liegen, wenn es über überverkauft ist (dem Zeitpunkt, um es günstig zu kaufen), und bei 1,25 x seiner 200-Tage-Linie, wenn es überkauft ist (dem Zeitpunkt, um es zu verkaufen). Und wie Sie sehen, weist der relative Goldpreis aus, dass das gelbe Metall in jüngster Zeit massiv in den überverkauften Bereich abgesunken ist!

Die jüngste Goldkorrektur setzte bei überkauften Niveaus in der Nähe von 1,25 x seiner 200-Tage-Linie ein. Dieses Preisniveau von Gold ist einer der Hauptgründe gewesen, warum ich Ende August, als das Metall nahe seiner Höchststände notierte, vor einer unmittelbar bevorstehenden Korrektur warnte. Aber die Korrektur endete nicht einfach bloß im normalen überverkauften Bereich nahe 1,05 x seiner 200-Tage-Linie, sondern brach Ende Dezember aufgrund der schlechten Stimmung am Markt direkt weiter nach unten durch.

Bis Gold wieder Boden unter die Füße bekam, war sein Preis auf 0,954 x seiner 200-Tage-Linie abgerutscht, und war damit so überverkauft wie seit Januar 2009 nicht mehr! Zu jener Zeit wurde der Abverkauf durch eine Panik an den Aktienmärkten angeheizt.

Und es ist in der Tat erstaunlich, welch atemberaubende Preisbewegung das gelbe Metall seit der Aktienmarktpanik 2008/2009 hingelegt hat. Nachdem der massive Abverkauf stattgefunden hatte, kletterte Gold innerhalb von weniger als drei Jahren souverän von rund USD 800 pro Unze auf fast USD 1.900 pro Unze.

Die aktuelle Situation von Gold ist an sich schon als unglaublich positiv zu bewerten –durch den Zustand des US-Dollars wird jedoch noch richtig Öl ins Feuer gegossen. Der USDX ist mittlerweile genauso überkauft, wie Gold überverkauft ist; der US-Dollar ist so überkauft wie seit Juni 2010 nicht mehr!

Preisniveaus, die über 1,05 x des 200-Tage-Schnitts des US-Dollars liegen, haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder als nicht nachhaltig herausgestellt. Als der Dollar vor anderthalb Jahren das letzte Mal in einen massiv überkauften Bereich notierte, setzte sein Einbruch ein, während der Euro stark im Wert zulegte. Und auch für den US-Dollar gilt, dass eine derart überschießende Euphorie nicht ewig anhalten kann.

Die jüngsten Schübe, die den US-Dollar auf diese extrem überkauften Niveaus jagten, wurden durch eine Kombination aus Euroschwäche und Schwäche der US-Aktienmärkte angeheizt. Aber genau dasselbe, was sich bei irrationalen Euro-Panik im Frühjahr 2010 abspielte, die bald darauf einer massiven Euro-Rally wich, dürfte sich nun auch bei der jüngsten Euro-Panik wiederholen.

Die Situation in Europa ist bei Weitem nicht so schlimm, wie dies seitens der Finanzmedien kolportiert wird, und es lassen sich im Hinblick auf die Wiederherstellung des Vertrauens in die europäischen Staatschulden und die europäische Einheitswährung zurzeit in der Tat Fortschritte ausmachen.

Und auch die US-Aktienmärkte haben sich wieder wunderbar erholt und sind erst jüngst bedeutend über ihre 200-Tage-Linie nach oben hin ausgebrochen, was bestätigt, dass hier ein neuer Aufwärtsschub einsetzt. Steigende Aktienmärkte und eine erneute Umkehrbewegung weg von den sicherheitsorientierten Trades sorgen dafür, dass das Kapital wieder aus seinen Verstecken gelockt wird.

Dieser Dollar-Exodus wird logischerweise erneut zu niedrigeren Dollarniveaus führen. Und während die Futures-Händler zurzeit noch vorsichtig agieren und den US-Dollar als einen maßgeblichen Goldpreistreiber erachten, dürfte ein fallender Dollar mit Sicherheit zu bedeutenden Zuwächsen beim Handel mit Gold-Futures führen.

Können Sie sich für Gold eine positivere Situation vorstellen? Gold ist überverkauft und wird gerade nahe bedeutender Tiefs verhöhnt und verspottet, während der US-Dollar, der sich nahe bedeutender Höchststände befindet, überkauft ist und von allen geliebt wird.

Die Umkehrbewegung bei Gold ist bereits im Gang, und beim USDX steht die Trendwende unmittelbar bevor. Wenn der Abverkauf des Dollars einsetzt und es im Rahmen seines Bärenmarkts zum nächsten Kursrutsch kommt, wird das der Goldpreisentwicklung in der Tat Auftrieb verleihen und den Aufwärtstrend des gelben Metalls zusätzlich beschleunigen.

Die jetzige Ausgangssituation verheißt jede Menge Spaß und erinnert mich sehr stark an die frühen Jahre des säkularen Goldbullenmarkts, wo der Wert des Dollars die bestimmende Größe der Goldpreisentwicklung war.

Für Trader ist es von entscheidender Bedeutung, die Märkte im Zusammenhang zu sehen und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten im Auge zu behalten. Der Dollar beeinflusst den Goldpreis, während die Aktienmärkte und der Euro Einfluss auf den Dollar nehmen. Betrachtet man diese Märkte isoliert, kann man leicht den Blick für das große Ganze verlieren.

Ein vernünftiger und ganzheitlich orientierter Ansatz, bei dem man sich das Zusammenspiel der Kapitalflüsse genauer anschaut, ist es, der zu den wirklich guten Trades führt. Auf diese Art stößt man auf Chancen und Möglichkeit und kann Fallen vermeiden, was durch eine eingeengte Perspektive, die sich nur auf einzelne Märkte konzentriert, nicht möglich ist. Überdies lassen sich so bedeutende Preishochs und Bodenbildungen ausmachen …

Das Entscheidende ist, dass die jüngste Goldpreiskorrektur durch eine Reihe bedeutender Anstiege des US-Dollars verstärkt und beschleunigt wurde. Dies trug dazu bei, dass Gold in einen massiv überverkauften Bereich stürzte, während der Dollar auf stark überkaufte Niveaus schoss. Doch die extrem negative Stimmung im Hinblick auf Gold ist genausowenig nachhaltig, wie es die extrem positive Stimmung bezüglich des US-Dollars ist. Die notwendige Umkehr beider Extreme ist für die Goldpreisentwicklung der nächsten Monate als außerordentlich positiv zu bewerten.

Und obwohl es sich bei der Tatsache, dass ein Abverkauf des überkauften Dollars dazu beitragen kann, Gold in die Höhe zu jagen, um eine alte Binsenweisheit handelt, dürfte die sich daraus nun ergebende Kaufgelegenheit nicht minder beeindruckend sein, als es zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Fall war.

Während Gold wieder an Fahrt aufnimmt, wird mehr und mehr Kapital in den Markt zurückfließen, und auch die allseits gehassten Gold-Aktien, von denen viele vergangenes Jahr auf lächerlich niedrige Niveaus gehämmert wurden, dürften aller Vorausschau nach eine massive Rally hinlegen, wenn der der US-Dollar das gelbe Metall wieder einmal in die Höhe treibt.

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