Wahlkampfhilfe: US-Notenbank wird Wiederwahl Obamas unterstützen – mit allen Mitteln

Die US-Notenbank wird in den kommenden Monaten nichts unversucht lassen, um die Wiederwahl Obamas sicherzustellen. Die Mehrheit aller US-amerikanischen Haushalte ist mittlerweile auf staatliche Direkthilfen angewiesen und wünscht, dass der Wohlfahrtsstaat in seiner jetzigen Form nie zu Ende geht

Bob Chapman, The International Forecaster, 11.02.2012

2012 wird ein schwieriges Jahr, aber es wird nicht so entsetzlich, wie ursprünglich angenommen. Der Vernichtungsprozess wird, wie üblich, mithilfe von Geld und Kredit übertüncht. Wir haben ja bereits gesehen, wie die US-Notenbank Federal Reserve der Europäischen Zentralbank einen Kredit in Höhe von USD 1 Billion zur Verfügung stellte. Ferner hat die Fed bereits eingeräumt, dass die dritte Runde der quantitativen Lockerung gerade in Arbeit ist.

Die europäischen Banken haben sich in jüngster Zeit USD 3,2 Billionen geliehen, und sie werden recht bald zu der Erkenntnis gelangen, dass sie eine weitere Billion brauchen. Diese Kreditaufnahmen sind äußerst besorgniserregend und ein klarer Hinweis darauf, dass zurzeit 523 europäische Banken in ernsten Schwierigkeiten stecken.

Anfang Dezember hatten wir darauf hingewiesen, dass wir die BSP-Schätzungen für 2012 korrigieren werden. Bereits Ende Dezember war uns dank des Fed-Kredits an die EZB klar, dass sich das Spiel dramatisch verändert hatte. Wir gehen daher davon aus, dass sich die einst prognostizierten Einbrüche beim US-BSP von -1% bis -0,5% in ein Wachstum in Höhe von 1,5% bis 2% verwandeln werden.

Überdies rechnen wir damit, dass ein Teil der europäischen Gelder in Richtung US-Staatsanleihen geht, um die Besicherung weiterer EZB-Kredite und die Einleitung von QE3 sicherzustellen. Die dritte Runde der quantitativen Lockerung wird sich nach unserem Dafürhalten auf rund USD 800 Milliarden belaufen. Nimmt man hier noch mögliche Gelder in Höhe von USD 300 Milliarden seitens europäischer Banken hinzu, kommt man auf USD 1,1 Billionen. Das dürfte ausreichend sein, um den US-Markt bis weit ins Jahr 2013 hinüberzuretten.

Die Elitisten haben sich entschieden, welchen Weg sie einschlagen werden, namentlich das System solange mit Geld und Kredit vollzupumpen, bis keine weitere Liquidität mehr aufgenommen werden kann und die Hyperinflation einsetzt. Dem wird durch unzählige Billionen US-Dollars an Kredit, der aus dem Nichts geschaffenen wurde, die dritte Runde der quantitativen Lockerung und wer weiß wie vielen noch kommenden Lockerungsmaßnahmen der Weg bereitet.

Sie werden sich vielleicht fragen, wie lange die Fed 80% aller US-Staatsanleihen aufkaufen kann? Die Antwort ist: Praktisch ewig, zumindest solange, bis das ganze zusammenkracht.

Mit der aktuellen Politik ist eine echte Erholung jedenfalls nicht möglich. Das Einzige, was sich damit bewerkstelligen lässt, ist eine schwankungsfreudige Seitwärtsbewegung, die es der Finanzbranche erlaubt, sich zu bereichern, während die Wirtschaft auf der Stelle tritt. Die US-Wirtschaft befindet sich gerade in einem Versklavungsprozess. Man verliert seine Arbeit, sein Eigenheim, sein Auto und muss auf einmal um Nahrungsmittel und ein Obdach kämpfen.

Der US-Arbeitsmarkt zeigt keinerlei Verbesserungen, in Wirklichkeit verschlechtert sich die Lage weiter. Und selbst jene, die noch Arbeit finden, bekommen dafür zwischen USD 10 und USD 15 pro Stunde, anstatt der bisher üblichen USD 15 bis USD 30, da die Arbeitsplätze dank der Freihandelsabkommen und der Globalisierung weiter ins Ausland verlagert werden.

Hier wird absichtsvoll auf dem US-Arbeiter herumgetrampelt, während man ihm eine immer höhere Inflation aufzwingt und die systemrelevanten Banken immer größer werden. Ja stellen Sie sich vor, mittlerweile spricht man sogar schon von systemrelevanten Managern. Ja, Privatpersonen, die fernab von Recht und Gesetz unter Immunität arbeiten sollen.

Einen Vorgeschmack erhalten wir gerade in Europa, wo die Finanzminister unter dem neuen ESM-Rettungsfonds im rechtsfreien Raum agieren sollen. Sie erhalten Immunität. In Zukunft werden Sie noch viel mehr derartiger Entwicklungen mitverfolgen dürfen.

In den USA liegt die Kreditkartennutzung laut aktuellen Meldungen wieder nahe jüngster Höchststände. Obwohl die US-Bürger kein Geld haben, das sie ausgeben könnten, machen sie einfach neue Schulden. Die Lehren aus 2008 sind komplett in den Wind geblasen worden. Der US-Verbrauch übersteigt die Inlandsproduktion bei Weitem und die Schulden werden nie wieder zurückgezahlt werden.

Die US-Verbraucher haben sich also keinen Deut geändert – sie machen einfach weiter Schulden. Die großen Gewinner sind die Banker gewesen, also die der Großbanken. Aufgrund der Kreditkartennutzung konnten die systemrelevanten Banken fast 40% wachsen. Wir sprechen hier von denselben US-amerikanischen Banken, die heute mit einem Kredithebel von 13:1 arbeiten, wo 9:1 eigentlich normal wäre.

Auch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass die direkte US-Staatsverschuldung während der vergangenen vier Jahren von USD 10 Billionen auf USD 15 Billionen angestiegen ist – ein Schuldenstand, der von den US-Bürger überhaupt nicht bedient werden kann.

Mittlerweile gibt es bereits einzelne US-Bundesstaaten, die der Bundesregierung Kredite zurückzahlen müssen, mit denen sie die verlängerten Arbeitslosengeldzahlungen ihrer Bürger finanzierten. Es ist offenkundig, dass diese Bundesstaaten wiederum eigene Anleihen ausgegeben haben, um die Gelder wieder zurückzuzahlen. Auf diese Art wird die Verantwortung einfach weiter in die Zukunft verlagert.

Das ist die Mentalität des heutigen Amerikas. Die Öffentlichkeit versteht die Schuldenproblematik überhaupt nicht und will sie auch garnicht kennen bzw. schert sich überhaupt nicht darum. Die Amerikaner begreifen nicht, dass Auslandsprofite in Höhe von USD 1 Billion überall Arbeitsplätze schaffen – nur nicht in Amerika. Die besten Firmen Amerikas werden von Ausländern aufgekauft, und mit diesen Firmen verschwinden auch die amerikanischen Arbeitsplätze.

Die USA haben alleine in den vergangenen 12 Jahren aufgrund der Auslagerung 450.000 Unternehmen verloren. Während dieses Zeitraums wurden 12 Millionen gut bezahlte amerikanische Arbeitsplätze vernichtet. Die USA und die Kultur des Landes werden in der Luft zerrissen. Bei neu geschaffenen Arbeitsplätzen und rund 10 Millionen Teilzeitjobs, wo man rund 34 Stunden pro Woche arbeitet, werden üblicherweise geringere Gehälter gezahlt. Was muss eigentlich passieren, dass die Leute begreifen, dass hier einiges richtig schief läuft?

Wir gehen davon aus, dass die Kreditaufnahme der US-Haushalte weiterhin monatlich um 3% bis 10% zulegen wird. Die Öffentlichkeit glaubt der Regierungspropaganda, dass sich die USA zurzeit in einer Wirtschaftserholung befinden würden. Wir glauben das zwar nicht, aber die Schulden werden sich dennoch weiter auftürmen. Es ist aber ein noch schlimmerer Aspekt im Spiel, nämlich dass einige vielleicht der Auffassung sind, gar keine andere Wahl zu haben, als sich weiter zu verschulden.

Ein weiterer sehr beunruhigender Aspekt ist der erhebliche Anstieg bei der Beleihung von US-Rentensparplänen, da die Älteren nach Überlebensmöglichkeiten Ausschau halten und ihre Ersparnisse durch die Inflation und praktisch nicht vorhandene Renditen bereits dezimiert wurden.

Wie Sie wissen, geht es bei der dritten Runde der quantitativen Lockerung darum, die Bilanzen der Banken von ihren Giftmüllpapieren zu befreien und weitere USD 800 Milliarden zur Verfügung zu stellen, damit man den Wünschen der Fed nachkommen kann. Wir sagten diesen Prozess bereits vor Monaten voraus.

Die Fed pumpt gerade Billionen an US-Dollars in europäische wie auch US-amerikanische Banken – ein Versuch, dass Finanzsystem zu retten. All dieser alte Hypothekengiftmüll wird dann auf einmal der amerikanischen Öffentlichkeit gehören. Auf diese Art ist die Fed in der Lage, dieses Jahres fast USD 3 Billionen an Staatsanleihen überzurollen.

Alles, was dieses Jahr im Finanzbereich getan wird, zielt darauf ab, die Wiederwahl des amtierenden US-Präsidenten sicherzustellen. Der aussichtsreichste republikanische Präsidentschaftskandidat, Mitt Romney, erhält 93% seiner Spenden von der Bankenbranche, Wall Street und transnationalen Konglomeraten. Die Amerikaner verfügen also kaum über eine echte Entscheidungsalternative.

Unter Obama sind die direkten staatlichen Zuwendungen der US-Regierung um über ein Drittel angewachsen. Mittlerweile erhalten fast 50% aller Haushalte auf die eine oder andere Art direkte Hilfen seitens der Bundesregierung. Zwei Drittel aller US-Bundesausgaben gehen an Privatpersonen. Das ist mal ein ordentlicher Wohlfahrtsstaat – der mit einem Haushaltsdefizit in Höhe von USD 1,2 Billionen einhergeht.

Eigentlich möchte man meinen, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat über beste Wahlchancen verfügen müsste – eine Auffassung, der wir uns nicht anschließen, weil die Amerikaner den Wohlfahrtsstaat lieben und das nehmen werden, was sie kriegen können, das gilt im Besonderem für die Älteren, wo das noch verständlich ist. Die Bürger wollen, dass der Wohlfahrtsstaat auf immer und ewig bestehen bleibt.

Unterdessen hat sich die reale Beschäftigungszahl in den USA in 2011 überhaupt nicht verändert. Die offizielle US-Arbeitslosenrate U3 ist lächerlich. U6 liegt bei 15,1% und die reale Arbeitslosigkeit liegt bei 22,5%. Die Gehälter wachsen praktisch überhaupt nicht, das Einzige, was steigt, ist die Inflation. In 2011 haben die Hälfte aller US-Arbeitnehmer gerade einmal USD 26.000 verdient.

Die hinter der Regierung stehenden Strippenzieher versuchen alles, um die Wiederwahl von Barack Obama sicherzustellen. Sollten sie dabei scheitern, wäre das nicht besonders tragisch, da sie auch den Präsidentschaftsanwärter der Republikaner in der Tasche haben, was sich genauso vom überwiegenden Teil des US-Kongresses sagen lässt.

Die Aktien und Anleihen liegen zurzeit auf neuen Zwischenhochs, was die Chancen Obamas auf seine Wiederwahl ebenfalls erhöht. Das ist einzig auf die massive Geld- und Kreditschaffung zurückzuführen. Im Ergebnis könnte Obama am Ende sogar über 55% aller Wählerstimmen einfahren. Die Mehrheit der US-Bürger will garnicht, dass der Wohlfahrtsstaat endet.

Und ganz egal, wie lächerlich die offizielle Arbeitslosenrate U3 mit ihren 8,4% auch sein mag, sie könnte bis November dieses Jahres sogar auf 7% bis 7,4% absinken. Das würde die Chancen Obamas auf seine Wiederwahl ebenfalls erhöhen. Nur wenige werden sich fragen, wie derartige Zahlen eigentlich zustande kommen. Sie werden die fingierten Zahlen einfach schlucken.

Zurzeit gibt es 4,8 Millionen Amerikaner, die die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bereits aufgegeben haben. Wir garantieren ihnen, dass sie jede Regierungszuwendung einkassieren, die ihnen über den Weg läuft. Insgesamt gibt es 24 Millionen US-Bürger ohne Arbeit, die genau dasselbe tun.

Wenn man die U6-Arbeitslosigkeit um ihre Manipulationen bereinigt, kommt man auf eine reale Arbeitslosigkeit in Höhe von 22,5%. Die Gehälter sind um magere 2% oder weniger gestiegen. Unterdessen liegen die offizielle Inflation bei 2,8% und die reale Inflation bei 11,5%. Letztere Zahl verdeutlicht den massiven Kaufkraftverlust, den der durchschnittliche Amerikaner zu erleiden hat. Und während all diese Entwicklungen vonstatten gehen, konnten die US-amerikanischen Konzerne mit Entlassungs- und Gewinnrekorden aufwarten. Die Kluft zwischen Vermögenden und Armen geht immer weiter auseinander.

Der amtierende US-Präsident kann sich darauf verlassen, dass ihm die Fed bis November weitere Unterstützung zukommen lassen wird. Alles, was seine Chancen auf Wiederwahl auch nur im Entferntesten erhöhen könnte, wird auch getan werden.

Sollten die Amerikaner Ron Paul nicht zum US-Präsidenten wählen, können sie damit rechnen, dass es weitergeht wie bisher – solange, bis von der einstigen Freiheit nichts mehr geblieben ist. Es ist traurig, einer einst so großen Nation derartiges attestieren zu müssen. Die Amerikaner haben immer noch die Möglichkeit, das Blatt zu wenden. Es liegt an ihnen, ob sie den Elitisten Einhalt gebieten.

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