Gold ist Geld: Was der Iran bereits weiß und andere Länder noch lernen werden

Dank der westlichen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zieht sich das Land gemeinsam mit seinen wichtigsten Handelspartnern auf immer ungewöhnlicher Geschäftspraktiken zurück. Ein Teil der iranischen Nahrungsmittelimporte wird bereits über Gold abgewickelt – eine Entwicklung, die mit dazu beiträgt, dass das gelbe Metall seinen Vorstoß ins Zentrum des Geldsystems weiter fortsetzt

Andrey Dashkov & Louis James, Casey Research, 28.02.2012

Die weltweiten Wirtschaftskrisen signalisieren, dass das aktuelle System nicht so funktioniert, wie man es eigentlich erhofft hat, und einer Überholung bedarf. Und gerade was das Geldsystem anbelangt, kann das Hinterfragen einzelner Währungen schnell Zweifel darüber aufkommen lassen, ob das heute noch bevorzugte Tauschmedium auch in Zukunft gefragt sein wird.

Die großflächigen wirtschaftlichen Verwerfungen, die zurzeit überall auf dem Planeten mitverfolgt werden können, haben bei einigen Beobachtern und Marktteilnehmern dafür gesorgt, die Rolle von Gold zu überdenken – was mittlerweile schon soweit reicht, dass dem gelben Metall nun wieder vergessen geglaubte wirtschaftliche Aufgaben zu teil werden.

Vor einem Monat sorgten die Gerüchte, dass Indien die Öllieferungen des von Sanktionen geplagten Irans in Gold bezahlen würde, für Schockwellen an den Märkten. Schließlich ist das keine kleine Sache, weder prinzipiell noch vom Umfang her. Indien ist der größte Abnehmer iranischen Öls. 22% der iranischen Ölexporte (USD 12 Milliarden pro Jahr) werden allein nach Indien ausgeführt. An zweiter Stelle liegt China, das 13% aller iranischen Ölexporte aufkauft, gefolgt von Japan mit rund 10%.

All diese Länder haben im Hinblick auf ihre iranischen Ölimporte zurzeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da die westlichen Länder aufgrund von Ängsten vor dem iranischen Atomprogramm Sanktionen gegen das Land verhängt haben.

Dann behauptete die israelische Nachrichtenseite DEBKAfile, über Exklusivinformationen zu verfügen, dass Indien und der Iran die Sanktionen umgehen wollen, indem die iranischen Ölexporte einfach in Gold bezahlt werden. Die indische Regierung weigerte sich, eine Stellungnahme abzugeben, was die Spekulationen weiter anheizte.

Oberflächlich betrachtet, scheint eine solche Vereinbarung eine großartige Methode zu sein, da die Geschäfte mithilfe eines wertstabilen Mediums abgewickelt werden könnten: Der iranische Rial wird außerhalb der Landesgrenzen kaum genutzt und die dem Gold innewohnende Anonymität würde sich vortrefflich dazu eignen, zu vermeiden, unnötig die Aufmerksamkeit der globalen Gemeinschaft auf sich zu lenken. Ironischerweise war es aber dann genau die Tatsache, dass die Transaktionen in Gold durchgeführt werden sollen, die für so viel Aufregung sorgte.

Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass das Ganze nichts weiter als ein Gerücht war. Nichtsdestotrotz haben der Iran und Indien vereinbart, taktisch enger zusammenzuarbeiten. Indien wird einen Teil seiner Ölimporte aus dem Iran in seiner eigenen Landeswährung bezahlen und der Iran wird diese Gelder dann dazu nutzen, Importe zu finanzieren.

Die Bezahlung mit Gold ist für die Iraner und ihre Handelspartner aber immer noch nicht vom Tisch. Die von den USA initiierten Sanktionen waren bisher erfolgreich – zumindest konnte eine Reihe internationaler Institutionen dazu gebracht werden, den „Pariastaat“ zu meiden.

Reuters meldete, dass der Iran selbst bei der Einfuhr der wichtigsten Grundnahrungsmittel für seine 74 Millionen Menschen mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Im Iran kam es zu drastischen Preisanstiegen. Und während die am 02.03.2012 stattfindenden Parlamentswahlen immer näher rücken, ergreift die iranische Regierung zusehends drastischere Maßnahmen, um die Grundbedürfnisse ihrer Bürger zu befriedigen.

Einer dieser unkonventionellen Lösungsansätze besteht darin, Gold gegen Nahrungsmittel zu tauschen:

„´Der Getreidehandel wird zurzeit mit physischem Gold und mithilfe anderer Tauschgeschäfte abgewickelt,` so ein europäischer Getreidehändler, der anonym bleiben wollte … ´Einige der größten Handelshäuser sind daran beteiligt.` Ein anderer Händler sagte: ´Da die Getreidelieferungen so groß sind, ist der Tausch bzw. die Bezahlung mit Gold die schnellste Option.`“

Wenn man mit Gold anstatt mit Fiatwährungen handelt, ist kein gewöhnliches „Bargeld“ im Spiel. Dadurch könnte durchaus der Eindruck entstehen, dass überhaupt kein Tauschmedium verwendet wird, was jedoch ein Missverständnis ist: Gold ist das älteste Tauschmedium in der Geschichte der Menschheit.

Solange die Sanktionen gegen den Iran in Kraft bleiben und dafür sorgen, dass die iranische Regierung nur eingeschränkten Zugang zu den internationalen Währungsmärkten hat, wird Gold logischerweise auch eine der Möglichkeiten darstellen, Zahlungen abzuwickeln.

Die aktuell zurückgehenden Ölexporte nach Japan, dem drittgrößten Importeur iranischen Öls, werden die iranische Wirtschaft zusätzlich schwächen und die ins Land einströmende Menge an Fremdwährungen weiter reduzieren. Aufgrund des Mangels an Devisenreserven könnte der Iran auch in Zukunft dazu gezwungen sein, seine Goldreserven zur Begleichung seiner internationalen Verbindlichkeiten einzusetzen. Öl scheint als Alternative ebenfalls in Frage zu kommen, obwohl es natürlich nicht so bequem ist wie Gold.

Die iranische Wirtschaft befindet sich gegenwärtig in einer Krise, und Dank dem mangelnden Vertrauen in den iranischen Rial ziehen sich die politischen Führer des Landes und ihre Handelspartner nun zusehends auf außergewöhnliche Maßnahmen zurück. Die Situation würde sich noch bedeutend stärker eintrüben, wenn sich das Land im Kriegszustand befände.

Und obwohl es zum gegenwärtigen Zeitpunkt natürlich reine Spekulation ist, stellt sich die Frage, was mit dem Goldpreis geschehen würde, wenn ein Teil der iranischen Goldreserven in Höhe von 29 Millionen Unzen im internationalen Handel zum Tauschmedium avancierte, und nicht nur als „Tauschobjekt“ angesehen wird, wie es zurzeit noch der Fall ist.

Eine derartige Entwicklung würde über das Potenzial verfügen, den Goldmarkt grundlegend zu verändern, und zwar nicht nur wegen des krisengeplagten Irans selbst, sondern weil dadurch auch anderen Ländern die Tür aufgestoßen würde und sie dem Beispiel des Irans folgen könnten. Der Goldpreis würde hierauf aller Vorausschau nach sehr positiv reagieren.

Obschon dieses Szenario möglich scheint, dürfte ein solcher Paradigmenwechsel jedoch noch eine ganze Weile auf sich warten lassen: In den vergangenen paar Jahren wurden auf Goldbasis praktisch keine nennenswerten Geschäfte abgewickelt, und die Anonymität des gelben Metalls macht es schwierig, diesbezüglich überhaupt fündig zu werden.

Das unterstreicht aber nur die Tatsache, dass Gold in extremen Notlagen als Geld fungiert. Wenn sich die Wirtschaft in einer Situation höchster Anspannung befindet, ist es immer das Gold, das alle anderen Tauschmedien überdauert. Das Beispiel des Irans zeigt, dass selbst Regierungen – die Herren und Meister der Zentralbanken – dazu gezwungen sind, sich auf die älteste Form von Geld zurückzuziehen, wenn entsprechender Druck da ist.

Womit wir wieder bei der altbekannten Weisheit wären, dass es sich bei Gold in guten wie auch schlechten Zeiten um einen der besten Vermögenswerte handelt. Einerseits ist Gold in der Lage, in einem inflationären, prosperierenden Wirtschaftsumfeld im Preis zuzulegen, andererseits ist es aber auch in schlechten Zeiten als Tauschmittel geeignet. Gold ist nicht nur ein Versicherungsschutz … Gold ist Geld.

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