Schuldenschock: Eurokraten reden sich Krise schön, Deutsche und Schweizer wollen ihr Gold zurück

King World News, 13.03.2012
Der EU-Parlamentarier Nigel Farage im Interview mit King World News

Während Europa händeringend versucht, die Griechenland-Krise zu stabilisieren, erklärte der EU-Abgeordnete Nigel Farage heute gegenüber King World News, dass die europäischen Führer zwar vorgeben würden, dass alles in bester Ordnung sei, sie die Wahrheit in Wirklichkeit aber einfach ignorierten, während um sie herum alles zusammenbricht.

Darüber hinaus sagte Farage, dass die Deutschen und die Schweizer ihr Gold zurückhaben möchten. Im Folgenden werden wir uns aber zunächst erst einmal den Dingen zuwenden, die Farage im Hinblick auf die Griechenland-Krise zu sagen hatte:

„Das war schon ziemlich eigenartig … wir hatten heute Morgen Herrn van Rompuy, den Präsidenten des Europarats, und Barroso, den Kommissionspräsidenten, im Parlament, und es war einfach nur bemerkenswert. Die zwei Reden dieser zwei großen Chefs – beide sagten, alles sei absolut wundervoll. Es gäbe überhaupt keine Schwierigkeiten und die jüngste Griechenland-Vereinbarung sei wunderbar über die Bühne gegangen. Man bräuchte sich also wegen nichts Sorgen zu machen.

Van Rompuy erklärte, die Eurokrise habe nun eine Trendwende erfahren und von jetzt an würde alles wie geschmiert laufen. Es gäbe nichts, worüber man sich sorgen müsse, alles sei in Ordnung. In meiner Antwort darauf machte ich mich dann ein wenig lustig darüber, und deutete an, dass ich hier wohl gerade an einer gigantischen, komödiantischen Farce teilnehmen würde, wo alle versuchen würden zu beteuern, dass die Welt in bester Ordnung sei, während gerade die Decke einstürzt.

Also dort herrscht jedenfalls totale Verblendung und Leugnung. Es gibt zwei Dinge, die sie nicht wahr haben wollen. Erstens hat sich keiner der beiden gewagt, das schmutzige Wort ´Zahlungsunfähigkeit` in den Mund zu nehmen, und das obwohl die privaten Halter griechischer Anleihen miterleben mussten, wie vergangene Woche fast 75% des Werts ihrer Investments vernichtet wurde.

Wir haben also einfach so getan, als sei das nicht passiert und als handele es sich dabei nicht um einen lupenreines Kreditereignis, obwohl wir ja wissen, dass verschiedene Kreditausfallversicherungen schlagend wurden. Wir wissen auch, dass gestern 110 private Anleihehalter, die ihre Anleihen über deutsche Banken hielten, rechtliche Schritte gegen diese Maßnahmen eingeleitet haben.

Und um das alles noch zu toppen, kam dann noch etwas hinzu, wo ich fast lachen musste, nämlich als der deutsche Finanzminister gestern erklärte, dass wir uns jetzt darauf einstellen sollten, dass es ein drittes Rettungspaket geben könnte. Also, was diese Idee betrifft, dass uns die Führer Europas vermitteln wollen, alles wäre in Ordnung – nein, es ist nicht alles in Ordnung!

Man kann ja durchaus behaupten, dass die Europäische Zentralbank die Krise mithilfe der Gelddruckerei für ein paar Wochen abwenden konnte, aber die Fundamentaldaten haben sich keinen Deut verbessert. Der Euro befindet sich in einer tiefen, einer sehr tiefen Krise. Ich sagte van Rompuy dann auch: „Sie sind entschlossen, aber wahnhaft.“

Ja entschlossen sind sie, dieses vollständig gescheiterte Experiment aufrecht und weiter zusammen zu halten, Aber sie wissen auch, dass, sobald sie bei Griechenland klein beigeben, der Zirkus einfach nach Portugal, Spanien und wohlmöglich auch Italien weiterziehen wird.

Es scheint mir, dass sich, ganz egal, wie viel Geld sie sich leihen, wie viel Geld sie sich auch drucken, in den Märkten – genauso wie ich es in den 20 Jahren als Händler in diesen Märkten gelernt habe – am Ende immer die Fundamentaldaten durchsetzen. Dieses Projekt ist in seiner aktuellen Form zum Untergang verdammt.“

Im Hinblick auf die Forderungen aus Deutschland und der Schweiz, dass Gold zu repatriieren, erklärte Farage:

„In der heutigen Zeit sind Gold und Öl die zwei dominierenden Vermögenswerte. Und ich glaube, in gewissem Sinne dominieren sie heute noch mehr, als dies vielleicht jemals der Fall gewesen ist. Der Instinkt von Ländern wie Deutschland und der Schweiz sagt ihnen: Ja, lasst uns so viel Gold als möglich in unser Land und in die Tresore unserer Zentralbanken zurückholen!

Ihr Gefühl sagt ihnen, dass es genau das ist, was eigentlich passieren müsste. Die Frage ist nur, wie sie das anstellen wollen. Wie ist es diplomatisch zu bewerkstelligen? Die Schweiz und Deutschland sind Länder deren Regierungen ein wenig Ahnung von Währungssystemen haben.

Sie kennen die Risiken und sie sehen die Risiken. Die Schweiz, weil sie schlau sind, und die Deutschen, weil sie vor weniger als hundert Jahren den totalen Zusammenbruch ihres Währungssystems mitmachen mussten …

Mit Sicherheit haben wir in den 70er Jahren unser Lektion gelernt, nämlich dass man mit der künstlichen Geldschaffung auch Inflation schafft. Inflation ist eine Geldkrankheit, die von unüberlegt agierenden Zentralbanken und Regierungen verursacht wird.

Und wenn wir uns nun die Geldschaffung anschauen, also dass die Zentralbanken dergestalt Geld drucken, wie sie es gegenwärtig tun, egal ob nun in Europa oder in den USA – ja da reden wir aktuell zwar über Deflation und Abschwünge, doch eine der anderen Sorgen ist, was passiert, wenn wir hier die Kurve gekriegt haben? Welche Art von Inflationsdruck wird durch die Gelddruckerei eigentlich heraufbeschworen? Da hat in Wirklichkeit niemand eine Antwort darauf, aber die Geschichte legt nahe, dass die Antwort nicht allzu schön sein dürfte.“

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