Monster-Crash: Zuerst der Pleite-Euro und dann die USA

Ja wie wahrscheinlich ist es denn, dass Deutschland den Pleite-Euro mit USD 3 Billionen stützen wird? Nach der Eurozone kommen die USA an die Reihe, wo die Bundesregierung wie auch die einzelnen Bundesstaaten hoffnungslos überschuldet sind. In den nächsten 20 Jahren gehen in den USA täglich 10.000 sogenannte „Baby-Boomer“ in Rente und hoffen allen Ernstes auf die Auszahlung ihrer Pensionspläne – ein Monster-Crash der Sonderklasse

Bob Chapman, The International Forecaster, 28.03.2012

Am 21.09.2011 gab die US-Notenbank Federal Reserve bekannt, dass sie „Operation Twist“ einleitet, mit dem Ziel, die Renditen für langlaufende US-Staatsanleihen abzusenken. Sieben Monate später können wir attestieren, dass dieses Ziel verfehlt worden ist. Die Rendite für US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit ist von 1,88% auf 2,3% gestiegen und die Rendite für die 30-jährigen Papiere stieg von 3,03% auf 3,41%.

Die Aktion wurde von Hedge Fonds und Staatsfonds vereitelt, die die Papiere unterdessen abverkauften, was zur Folge hatte, dass die Rendite für kurzlaufende US-Staatsanleihen leicht und für langlaufende Papiere bedeutend stärker gestiegen ist. Die Frage, die sich stellt, ist: Was hat die Fed dieses enttäuschende Ergebnis gekostet? Und war es überhaupt das Ziel von Operation Twist, die Renditen abzusenken? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren, weil die Fed ihre Machenschaften so gut als möglich im Verborgenen hält und niemand irgendetwas erfahren darf.

Das Resultat von Operation Twist mag vielleicht nicht besonders wichtig erscheinen, Fakt ist aber, dass es sich bei US-Staatsanleihen um die Grundfeste des weltweiten Geldsystems handelt. Sollten die Renditen auf diese Papiere weiter steigen, wie dies aktuell der Fall ist, würde sich die Fed gezwungen sehen, die dritte Runde der quantitativen Lockerung einzuleiten, was nach unserem Dafürhalten ohnehin unvermeidlich ist.

Und die anderen Länder spielen auch nicht mehr mit, was wir an den Zahlen von Januar und Februar dieses Jahres sehen können, wo US-Banken mehr US-Staatsanleihen kauften als in ganz 2011. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, werden die Banken buchstäblich dazu gezwungen sein, Kredite zu vergeben, was zu einer leichten Wirtschaftserholung und einer Zunahme der Inflation führen würde. Aber genau das wollen die Banken nun gerade nicht. Sie sind an der Sicherheit der niedrig verzinsten US-Staatsanleihen interessiert, weshalb sie auch immer noch USD 2 Billionen dieser Papiere halten.

Durch eine wirtschaftliche Erholung wäre beim US-Aktienmarkt in der Tat ein Aufwärtstrend denkbar, aber das bleibt erst einmal abzuwarten. Die jüngsten Daten deuten jedenfalls darauf hin, dass die allgemeine Öffentlichkeit zurzeit nicht in Aktien investiert ist. Wir sind der Auffassung, dass die Bevölkerung ebenfalls nicht an eine Erholung glaubt. Viele hören alternative Radiosender und beziehen ihre Nachrichten aus dem Internet, wo über die massiven Marktmanipulationen der US-Regierung und der US-Notenbank berichtet wird. Man kann keine Gewinne einfahren, wenn man nicht begreift, was hier gespielt wird.

Über die Sanktionen gegen den Iran haben wir ja bereits im Radio und im International Forecaster berichtet. Wir waren mit die ersten, die begriffen hatten, dass es sich hierbei wohl um die dümmste Aktion in der Geschichte handelt. Die Elitisten haben sich dieses Mal gleich in beide Beine geschossen. Das SWIFT-System ist sehr wichtig, da darüber praktisch alle US-Dollar-Transaktionen abgewickelt werden. Andere aus diesem System auszuschließen ist einfach nur idiotisch. Die mit US-Dollars arbeitenden Marktteilnehmer können etwas Ähnliches wie den SWIFT-Code ins Leben rufen oder andere Front-Organisationen vorschieben. Bei Öl-Lieferungen ist die Umgehung von SWIFT sogar noch einfacher.

Die schwachbrüstige Antwort der USA wird sein, dass sie einen Teil ihrer strategischen Ölreserven verkaufen werden, um den Preis zu drücken. Das sind aber nichts weiter als Nebelkerzen.

Nun ist es kein Geheimnis, dass die einzelnen US-Gemeinden zurzeit mit massiven Problemen zu kämpfen haben. Die kommunalen Rentensparpläne und die der Unternehmen sind massiv unterfinanziert, und es wird kaum etwas getan, um hier gegenzusteuern. 1983 verfügten noch 62% aller Amerikaner über Rentenpläne. Heute liegt diese Zahl bei 17%. Es handelt sich aber immer noch um eine riesige Gruppe künftiger Rentenbezieher, von denen die Mehrzahl nicht das zurückerhalten wird, was sie eingezahlt hat, und einige werden sogar alles verlieren.

Der Grund, warum die US-Gemeinden hier scheiterten, ist vornehmlich darauf zurückzuführen, dass die Alters- und Gesundheitsvorsorge nie ordentlich finanziert worden ist, die Investmentergebnisse einfach nur entsetzlich ausfielen, während überall völlige Unfähigkeit vorherrscht. Und die Manager der privaten Rentenfonds können kaum bessere Ergebnisse vorweisen. Wir nennen das „die Renten-Zeitbombe“, die nun zündet – spät aber tödlich.

Das Entsetzliche bei all dem ist, dass die Altersvorsorge, mit der der Einzelne rechnet, am Ende, wenn sie gebraucht wird, garnicht da sein dürfte. Es könnte durchaus sein, dass man später nicht mehr in der Lage sein wird, sein Geld vom Rententräger ausgezahlt zu bekommen, wodurch man all seine Kontrolle über seine Ersparnisse verliert. Die meisten Amerikaner sind hinsichtlich dieser Tatsachen völlig blind, und haben daher privat fürs Alter kaum etwas weggepackt. Wir sprechen hier von einer Summe von knapp USD 7 Billionen.

Innerhalb der nächsten 20 Jahre werden in den USA täglich 10.000 der sogenannten Baby-Boomer in Rente gehen – das ist eine Krise spektakulären Ausmaßes. Einige werden staatliche Zuzahlungen oder ihre Rente vollständig von der staatlichen Rentenversicherung erhalten, vielleicht aber auch überhaupt nichts. So, und jetzt wissen Sie auch, warum Sie in Gold und Silbermünzen, in Edelmetallbarren und Edelmetallminenaktien investieren müssen. Das ist Ihr einziger Schutz.

Sollte der Dow Jones erneut auf die Marke von 6.550 Punkten stürzen, wie es ja erst vor wenigen Jahren der Fall gewesen ist, würden sich die Verluste der Rentenfonds am Aktienmarkt auf 50% belaufen. Der Gesamtbetrag der unterfinanzierten Renten- und Krankenkassenleistungen beläuft sich alleine bei den einzelnen US-Bundesstaaten und US-Gemeinden auf USD 4,4 Billionen. Wir gehen mal davon aus, dass Sie begriffen haben, was hier los ist.

Wenn wir auf Spanien blicken, dann müssen wir bedauerlicherweise feststellen, dass sich der Einbruch der Immobilienpreise dort immer weiter beschleunigt, eine Entwicklung, mit der seit geraumer Zeit bereits gerechnet wurde. Die Spanier hatten ja auf steigende Immobilienpreise gehofft, was sie jedoch als Wunschdenken herausstellte.

Die spanische Wirtschaft ist nun von einer Depression erfasst worden. Die spanische Arbeitslosigkeit beläuft sich zurzeit auf 23%, während die Jugendarbeitslosigkeit bei rund 50% liegt. In Spanien regiert jetzt Austerität – dadurch ist die Saat der Revolution gelegt worden. Die Polizeireaktionen auf die Demonstrationen fielen brutal aus. Wenn man nach einer gewaltsamen Revolution trachtet, dann ist das ganz genau der Weg, den man beschreiten sollte. Während die Depression weiter Fuß fasst, wird die Unzufriedenheit immer stärker zunehmen.

Die spanischen Banken, die sich hauptsächlich im Besitz von Nicht-Insidern befinden, sind hoffnungslose Fälle und warten auf neue Rettungspakete, für die natürlich der Steuerzahler aufkommt. Wir sprechen hier übrigens vom schnellsten Absturz des Immobilienmarkts in der Geschichte. Die Preise für spanische Häuser fielen im vierten Quartal 2011 im Jahresvergleich um 11,2%. Im dritten Quartal 2011 lag der Preiseinbruch bei 7,4%. Diese Art von Absturz gleicht dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts nach der Kreditkrise des Jahres 2008.

Die Banken, die zurzeit Immobilienbestände und geplatzte Kredite der Bau- und Immobilienbranche in Höhe von USD 520 Milliarden halten, sind mehr als pleite. Es handelt sich hier um einen monströsen Schuldenstand, zu dem ja noch mindestens weitere USD 745 Milliarden an Staatsverschuldung hinzukommen. Es sieht also nicht besonders gut aus.

Aktuell wird davon ausgegangen, dass sich die spanische Neuverschuldung in 2011 auf 4,8% des Bruttosozialprodukts belaufen wird. Normalerweise darf die Neuverschuldung aber nicht über 3% liegen. Die Schulden im Privatsektor, vornehmlich Schulden der Banken, belaufen sich auf über 200% des BSP.

Dank der Ereignisse in Griechenland wissen wir, dass, sollte die neue spanische Regierung die Ausgaben zu stark senken, sich die Depression weiter verschlimmern wird, während die Steuereinnahmen zurückgehen und die Kosten für die Arbeitslosen steigen. Die Renditen spanischer Staatsanleihen sind sogar stärker gestiegen als die Italiens, was das Ganze noch trostloser macht. Und genauso wie bei Griechenland, Portugal, Italien und Irland gehen wir auch bei Spanien davon aus, dass es schon recht bald die Staatspleite verkünden muss.

Der spanische Regierungspräsident Mariano Rajoy erklärte jüngst, dass er mehr Zeit braucht, um Spaniens Probleme zu lösen. Seine Aufgabe ist es, die Europäische Zentralbank und die Euroländer dazu zu bringen, das Land nicht zu stark in die Enge zu treiben, da es sonst zu einer Bankenkrise kommt. In diesem Fall würde Spanien einfach in die Pleite abrutschen, genau wie der Rest der schwachen Euroländer.

Es ist offenkundig, dass es sich bei den neueren Politikern, die zurzeit auf der politischen Bühne Europas erscheinen, nicht mehr Sozialisten im europäischen Sinne handelt. Sie neigen eher dazu, sich in der politischen Mitte zu verorten und nur bei bestimmten Themen sozialistische Standpunkte zu vertreten. Die Verlockungen der Weltregierung scheinen auf sie nicht so stark zu wirken – zumindest bisher.

Die Europäer lehnen den Euro ab, ja vielleicht sogar die Europäische Union als Ganzes. Die Eurozone und die EU wurden nur deshalb geschaffen, um Deutschland davon abzuhalten, sich die Welt Untertan zu machen. Und obwohl die entsprechenden Bündnisse nicht funktionierten, sind sie immer noch in Kraft.

Das Scheitern dieser Konstrukte gibt Rajoy die Möglichkeit, das System in Frage zu stellen. Überdies scheint er Deutschland Rückendeckung zu geben, damit die Deutschen später ebenfalls in der Lage sind, die Eurozone und vielleicht sogar die EU zu verlassen. Wir halten es kaum für wahrscheinlich, dass die Deutschen für die Eurozone USD 3 Billionen an Rettungsgeldern bereitstellen werden.

Von der Schweiz hört man kaum etwas, was wohl damit zusammenhängen dürfte, dass sie nicht im Euro-Verbund und auch kein EU-Land ist und der Schweizer Franken immer noch als Nationalwährung genutzt wird. Die Schweizer sind eine Exportnation und auf ihre Ausfuhren angewiesen. Im vierten Quartal 2011 fielen die Schweizer Ausfuhren aufgrund der starken Währung um 6,8% – im Ergebnis macht sich die Schweiz nun auf, in die Rezession und gleichzeitig in die Deflation abzurutschen.

Solange die Euro-Krise anhält, wird sich auch die Flucht der Euro-Halter in den Schweizer Franken weiter fortsetzen. Die Schweizer Zentralbank hat den Franken bisher bei EUR 1,20 gehalten, und es bleibt abzuwarten, wie lange diese Strategie noch durchgehalten werden kann.

Die Schweizer und Deutschen müssen sich schon mit der Stärke ihrer eigenen Wirtschaften arrangieren, da sich daran nichts ändern wird. Die Hinweise deuten jedenfalls darauf hin, dass die Schweiz schon bald in eine Rezession abtauchen könnte, wobei Deutschland ihr dicht auf den Fersen ist, außer die Banken fangen wieder damit an, den Unternehmen Kredite bereitzustellen.

In der Schweiz steigt die Arbeitslosigkeit, während die Einzelhandelsumsätze zurückgehen. Selbst die Exporte in die Eurozone gingen um 4,2% zurück, da Investitionen ausbleiben. Wie wir gesagt haben, solange die Banken nicht damit anfangen, Kredite bereitzustellen, wird es überhaupt keine Erholung geben. Die fallenden Beschäftigungszahlen und der Einzelhandel treiben die Schweiz in Richtung Deflation. Das ist kein gutes Zeichen, da die Schweiz zum Auslöser werden könnte, der Europa und den Rest der Welt in die Deflation und vielleicht sogar in die Depression treibt.

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