Papiergeldschock: Weltweite Wirtschaftskernschmelze historischen Ausmaßes

Eine immer kleiner werdende Arbeiterschaft und ein Rückgang der Produktivitätszuwächse bei gleichzeitigen Gelddruckorgien der westlichen Zentralbanken sind die perfekte Mixtur für den Wirtschaftskollaps. Im jetzigen Wirtschaftsumfeld kann man seine Ersparnisse nur noch durch harte Vermögenswerte schützen

Robert Fitzwilson, King World News, 09.05.2012

Die Zentralbanken haben in der Vergangenheit eine sehr fehlerhafte Politik verfolgt, und bedauerlicherweise dürfte die einzig noch verbliebene Alternative die sein, mit Vollgas weiterzumachen wie bisher.

Mit Gelddrucken das Wirtschaftswachstum ankurbeln zu wollen – und das angesichts einer zurückgehenden und alternden Arbeiterschaft bei gleichzeitig sinkender Produktivität – wird lediglich dazu führen, dass die Nettorenditen der Investoren zurückgehen und die Fiatwährungen exponentiell entwertet werden.

Seit der Gründung unserer Firma, The Portala Group, im Jahre 1979 sind wir der Auffassung, dass der einzig sinnvolle Gradmesser der Rendite, die reale Nettorendite nach Inflation und Steuern ist. Zu jener Zeit lag die Inflation in den USA zwischen 12% und 14%, während der Grenzsteuersatz bei 70% lag. Als Maßgabe für die Nettorendite nach Steuern und Inflation nutzten wir das US-Bruttosozialprodukt. Zu jener Zeit war das US-BSP bereits seit Jahrzehnten im Schnitt um 2,5% pro Jahr gestiegen, weshalb wir diese Zahl auf 3% aufrundeten.

Um eine Nettorendite nach Steuern und Inflation in Höhe von 3% zu erzielen, mussten wir einen Bruttoertrag von rund 35% erwirtschaften. Wir wussten, dass das alljährliche Erreichen eines Bruttoertrags von 35% extrem unwahrscheinlich ist, aber wir gingen davon aus, dass der notwendige Bruttoertrag absinken würde, wenn es bei der Inflation und den Steuern wieder zu Rückgängen kommt.

Auf den nachfolgenden Grafiken sehen Sie die Daten zur Produktivitätsentwicklung im nichtagrarwirtschaftlichen Bereich in den USA seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und die Produktivitätsentwicklung seit 1987 für den Fertigungsbereich.

Produktivitätsentwicklung in den USA von 1947 bis 2011

Das enorme Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg während der Jahre 1947 und 1973 ging mit einem jährlichen Produktivitätsanstieg von rund 3% einher, was ungefähr den jährlichen Zuwächsen des US-BSP entspricht. Während der Rezession von 1973 bis 1979 brach das Produktivitätswachstum ein und sank auf einen Jahresdurchschnitt von 1,1% ab. Ab Anfang der 80er Jahre stieg das Produktivitätswachstum dann fast drei Jahrzehnte sukzessive an und erreichte zwischen 2000 und 2007 im Schnitt 2,5%. Seit 2007 ist diese Zahl wieder auf 2% gesunken.

Die zweite Grafik ist ziemlich erschreckend. Während das Produktivitätswachstum im Fertigungsbereich zwischen 1990 und 2007 dramatisch stieg, ist es seit 2007 um 50% eingebrochen – und dieser Rückgang fand trotz der geringeren Kapitalkosten nach 1980 und der Technologie-Infrastruktur-Investments in Höhe von USD 1 Billion von 1995 bis zum Platzen der Dot.com-Blase statt.

Produktivitätsentwicklung US-Fertigungsbereich 1987 - 2011

Die Daten dieser Charts weisen auf sehr wichtige Aspekte hin: Wenn reales BSP-Wachstum von einer Zunahme der Arbeiterschaft und einer Erhöhung der Produktivität abhängig ist, dann bedeutet das im Umkehrschluss, dass eine abnehmende Arbeiterschaft und ein Rückgang der Produktivitätszuwächse für das Wirtschaftswachstum nur nachteilig sein können.

Und die Leute, die die Druckerpressen kontrollieren, versuchen jetzt, genau diese Trends umzukehren, indem sie immer größere Mengen an Fiatgeld drucken.

Der Grund dafür ist denkbar einfach. Wenn man mehr Geld druckt, als eine wachsende Wirtschaft real braucht, handelt es sich dabei in Wirklichkeit um nichts weiter als eine Steuer. Und seit 1971 war das für die Regierungen in der Tat eine ziemlich lukrative Veranstaltung. Die Regierungen waren so in der Lage, immer größere nominelle Steuerbeträge abzuschöpfen. Diese Gelder konnten dann für Staatsausgaben genommen oder für künftige Programme beiseite gelegt werden – ein Vorgehen, das gut geht, so lange die Wachstumsraten der Wirtschaft derartige Gelddruckmaßnahmen stützen und die Menschen die Verwässerung ihrer Ersparnisse akzeptieren.

Aus Sicht der Regierungen lief alles bestens … bis das Abschöpfen der gegenwärtigen und künftigen Steuern mithilfe des Gelddruckens den Menschen im Jahre 2008 auf einmal zu viel wurde und sie damit anfingen, sich über die Geldwertstabilität Sorgen zu machen.

Durch die verschiedenen Konjunkturmaßnahmen und „Systemrettungen“ wurden gigantische Mengen an künftigen Steuern ausgegeben. Diese Gelder wurden zur Rettung in das Bankensystem verschoben, anstatt sie zur Belebung künftigen Wachstums einzusetzen. Darüber hinaus wurden von den Sparern weitere Steuern abgeschöpft, indem man die Zinsen nach unten zwang.

Und trotz all dieser drastischen Maßnahmen sehen wir immer noch Woche für Woche ein ganzes Sammelsurium an entsetzlichen globalen Wirtschaftsdaten. Das Bankensystem mag vielleicht gerettet worden sein, aber die Weltwirtschaft und die Menschen taumeln. Die „Kur“ hat sich blitzschnell in etwas verwandelt, das noch schlimmer als die eigentliche Krankheit ist.

Wir hören ja ständig, dass wir uns nun an einer entscheidenden „Weggabelung“ befinden oder sich der „Crash in Zeitlupe“ mitverfolgen lässt. Nun ja, genau das können Sie sich in den zwei oben aufgeführten Grafiken im Detail anschauen. Wir haben es mit einem Rückgang des realen BSP bei gleichzeitigem Rückgang der Produktivitätszuwächse zu tun, die nun frontal mit einer völlig außer Kontrolle geratenen Abschöpfung zukünftiger Steuern durch die Regierungen kollidieren.

Das einzige Werkzeug, das den Zentralbanken jetzt noch zur Verfügung steht, ist die Druckerpresse – ohnehin das Einzige, was sie die vergangenen 40 Jahre zum Einsatz brachten. Die Druckerpresse ist sozusagen die DNA der Zentralbanken. Es scheint, als hätten die Zentralbanker von jedwedem alternativen Lösungsansatz noch nie etwas gehört.

Eine weitere wichtige Folge dieser Politik ist, dass die realen Investment-Renditen in Zukunft bedeutend niedriger ausfallen werden, als gemeinhin geglaubt oder gehofft wird. Mit Sicherheit gibt es Leute, die von Verwerfungen in den 80er Jahren und 2008 profitierten, doch die vorliegenden Daten legen nahe, dass die realen Renditen eher im Bereich des historischen Schnitts von 2% bis 4% liegen werden.

Die Politik scheint darauf ausgerichtet zu sein, immer mehr Geld zu drucken, um so ein höheres nominelles BSP zu erzielen und die Aktienpreise zu verteuern – aber dieser Irrsinn fußt buchstäblich auf Treibsand. Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten des Gelddruckens dürfte die Notwendigkeit, die weltweiten Wirtschaften mit aller Macht nach oben zu pushen, für den durchschnittlichen Investor eher zu bedeutend geringeren realen Gewinnen führen.

Hoffnungslosigkeit liegt in der Luft. Die Zentralbanken müssen sich entscheiden, ob sie das Fiatgeld entwerten, oder ein Einbruch der Weltwirtschaft historischen Ausmaßes in Kauf nehmen. Überdies wird die Tatsache, dass die staatlichen Wohlfahrtsprogramme unterfinanziert bzw. nichtfinanziert sind, zu Unruhen und Aufständen führen, sollten die aktuellen Beschäftigungstrends und der wirtschaftliche Niedergang nicht wieder rückgängig gemacht werden. Wir haben hier also ein hartes Stück Arbeit vor uns.

Unterdessen spricht der neue französische Präsident Hollande von einer Rückkehr auf den wirtschaftlichen Wachstumspfad, erklärt aber auch, dass er das Renteneintrittsalter absenken, den Spitzensteuersatz auf 75% anheben und 60.000 neue staatlich finanzierte Lehrer einstellen will.

Eine solche Politik ist in der Geschichte noch nie mit wirtschaftlichem Wachstum in Verbindung gebracht worden. Und da sich Hollande selbst als Sozialist bezeichnet, gehen wir davon aus, dass sich auch künftig nichts Bedeutendes ändern wird. Die Franzosen werden wieder einmal gezwungen sein, sich auf dieselben alten Tricks zurückzuziehen und ihren Teil zur koordinierten weltweiten Währungsentwertung beizutragen.

Gegenwärtig gibt es nur eine Möglichkeit, sein Vermögen zu schützen, und die besteht darin, in reale Vermögenswerte zu investieren, die nicht den Launen und Schwächen der Politiker und Zentralbanker ausgesetzt sind. Bei diesen harten Vermögenswerten handelt es sich um Gold, Silber, Immobilen usw. Ich würde hier auch Edelmetallminenaktien mit hinzurechnen, da diese aktuell so unglaublich unterbewertet sind.

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