EU-Parlamentarier fordert sofortiges Aufbrechen der Eurozone

Nigel Farage, UKIP.org, 22.05.2012
Rede des EU-Abgeordneten Nigel Farage im EU-Parlament

Präsident, wir befinden uns inmitten einer wirtschaftlichen und zunehmend humanitären Krise und trotzdem ist der Kommissionspräsident Barroso nicht hier. Ja auch Herman van Rompuy ist nicht da.

Nicht dass das einen Unterschied machen würde, denn sie sind ja ohnehin nicht bereit, irgendeiner Debatte oder irgendeinem Argument Gehör zu schenken. Sie sind darauf aus, ihren politischen Traum der Vereinigten Staaten von Europa weiter voranzutreiben. Sie sind bereit, einen gesamten Kontinent wirtschaftlichen Selbstmord begehen zu lassen.

Und für morgen Abend hat Herr van Rompuy ein weiteres Treffen anberaumt, auf dem er seine Strategie für Wachstum und Arbeitsplätze vorstellen wird. Gewählte Vertreter des Europäischen Parlaments, Vertreter der Völker Europas der Linken wie auch der Rechten – wir haben das alles doch schon gehört! Erinnern Sie sich, wie der Euro Wachstum und Arbeitsplätze schaffen sollte, und jetzt vernichtet er aktiv beides.

Die uns zurzeit angebotene Lösung ist, weiter zu machen wie bisher. Ich würde sagen, dass die Medizin den Patienten umbringt und eine Erhöhung der Dosis reiner Wahnsinn ist.

Und hören Sie nicht auf jene, die Ihnen erklären, dass die einzige Alternative für Griechenland darin bestünde, im Euro zu bleiben! Jeder pusht das. David Cameron und all die anderen politischen Führer sagen, dass wir Griechenland im Euro halten müssen, da der Himmel einstürzen würde, sollte es den Euro verlassen.

Nein, das wird er nicht! Es wird ein paar schwierige Wochen geben und danach wird sich die Sache wieder beruhigen. Es wird einen Tourismus-Boom geben, die Investitionen werden wieder beginnen, nach Griechenland zurückzukehren, in Griechenland wird erneut die Innovation Einzug halten, da die Leute damit beginnen werden, Produkte zu fertigen, um die teuren Importe zu schlagen.

Außerhalb der Eurozone dürfte Griechenland sogar eine Inspiration für Spanien, Portugal und viele weitere Länder sein. Wir müssen anerkennen, dass hier ein schrecklicher Fehler begangen wurde. Wir müssen den Entschluss fassen, das wieder gerade zu biegen. Wir müssen den Menschen Hoffnung geben, weil da draußen gegenwärtig die absolute Hoffnungslosigkeit herrscht.

Wir können uns ja alle noch an Dimitris Christoulas, den 77-jährigen früheren Apotheker, erinnern, der sich vor dem griechischen Parlament erschossen hat. Aber er ist nur einer in einer immer größer werdenden humanitären Katastrophe.

In Italien und Griechenland gibt es riesige Anstiege bei den Selbstmordraten, besonders unter den Menschen, die kleine Unternehmen betreiben und keinen Ausweg aus dem Problem sehen. Die Kinder werden in zunehmender Zahl einfach vor den Kirchentüren zurückgelassen, weil die Menschen es sich nicht mehr leisten können, sie zu versorgen.

Unsere Führer sind zu hartherzig, um zuzuhören und sich darum zu scheren. Sie können etwas dagegen tun! Sie können sich erheben und sagen – und ich weiß aus meinen Gesprächen mit Ihnen, dass viele von Ihnen mir zustimmen und sagen, dass ich Recht habe – dass wir den Euro aufbrechen müssen! Wir müssen die Demokratie wiederherstellen! Wir müssen die Menschenwürde wiederherstellen! Wir müssen die Herren Barroso und van Rompuy ignorieren, sie haben bereits unter Beweis gestellt, dass sie daneben liegen. Wir müssen den Menschen Hoffnung geben!

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