Zusammenbruchskrise: Wir werden belogen … die europäischen Eliten stecken in der Falle

King World News, 29.06.2012

Der Milliardär Eric Sprott gab King World News heute ein außerordentlich interessantes Interview, und es ist mit Sicherheit nicht die Art von Interview, wie man es in den Massenmedien findet. Sprott erklärte King World News unter anderem: „… also bisher gingen wir ja davon aus, dass die 99% ein Problem haben, aber ich garantiere Ihnen, dass es heute das 1% ist, das hier das große Problem hat, speziell in Europa.“

Im Folgenden finden Sie, was der Vorsitzende von Sprott Asset Management im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen zu sagen hat:

„Bei der heutigen Rally [zum Aufhübschen der Quartalsergebnisse] steigen die Märkte, obwohl es überhaupt keine [europäische Rettungs-]Vereinbarung gibt, aber die Märkte steigen, weil die Zentralplaner wollen, dass sie steigen. Die Fundamentaldaten der Märkte verschlechtern sich Tag für Tag. Es gibt immer mehr Warnhinweise, dass die Einzelhandelsverkäufe einbrechen.

Es gibt keine Möglichkeit, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Wir haben ja schon eine Nullzinspolitik und nun sprechen sie bereits über eine Negativzinspolitik. Wir haben keinen Spielraum, um die Märkte wiederzubeleben, da wir bereits massive Defizite haben. Also ich sehe hier keine Möglichkeit, wie man die Welt noch länger vor dieser Abschwächung bewahren könnte.

Ich gehe davon aus, dass der Markt aufgrund des zweiten Quartals und – noch wichtiger – der Prognosen für das dritte Quartal ordentlich unter Druck geraten dürfte, denn wenn die veröffentlicht werden, werden sie meines Erachtens nicht besonders gut aussehen. Die Fundamentaldaten geben das einfach nicht her.

Wir sind alle auf all diese Statistiken zum Arbeitsplatzwachstum in den Vereinigten Staaten hereingefallen. Im Grunde sind die Arbeitslosen-Neuanmeldungen fortwährend gestiegen, aber jede Woche wird darüber berichtet, dass sie fallen. Tatsache ist aber, dass sie steigen. Und jetzt kommen die richtigen Entlassungen. Wall Street wird Leute entlassen müssen. Es gibt keine Geschäftsaktivitäten – keine Börsengänge, Unternehmensfusionen und Aufkäufe.

Also bisher gingen wir ja davon aus, dass die 99% ein Problem haben, aber ich garantiere Ihnen, dass es heute das 1% ist, das hier das große Problem hat, speziell in Europa. Und sie sollten auch Angst haben.

In Europa finden gerade Bank-Runs statt. Wenn man sich mal die Zeit nimmt und die Bilanz einer europäischen Bank oder eines europäischen Landes anschaut, dann gelangt man automatisch zu der Schlussfolgerung, dass sie nicht in der Lage sein werden, ihre Verbindlichkeiten zu bedienen. Das sind simple Schlussfolgerungen, zu denen man gelangt.

Genauso war es für mich auch in 2007 ein Leichtes zu sagen, dass die folgenden Firmen pleite sind: General Motors, Fannie Mae, Freddie Mac, Citigroup. Dafür braucht man nur einen Blick auf die Bilanz zu werfen. Da geht nichts mehr. Das ist schon über den Minsky-Moment hinaus – und die meisten Länder befinden sich heute in dieser Situation. Die ganze Zeit über wird einfach nur immer mehr Geld gedruckt.

Ja und dann werde ich gefragt, ob es eine Lösung für das Problem gibt. Es gibt keine Lösung für das Problem. Es gibt Sachen, die können ganz einfach passieren. Es gibt den Zahlungsausfall, der kann kommen, es gibt die Hyperinflation, die kann auch kommen – aber nichts von dem kann als Problemlösung bezeichnet werden. Es wird aber eins von beidem oder beides gleichzeitig passieren.

Die Leute liegen also völlig richtig, wenn sie Angst um ihre Geldmarktinstrumente haben, sei es nun Geld auf einem Bankkonto oder eine Anleihe. Wenn sie nur ein wenig Gespür hätten, würden sie physisches Gold und/oder Silber kaufen. Das ist die einzige Möglichkeit, seine Kaufkraft zu schützen.

Bill Gross [der Chef des weltgrößten Anleihen-Investors] beschwerte sich in seinem Juni-Rundbrief über die Finanzrepression von 1,64% Zinsen für eine 10-jährige US-Staatsanleihe und kam zu dem Schluss, dass die Menschen darüber nachdenken sollten, Gold zu besitzen.

Umso schneller wir diese Finanzkrise lösen und die Zentralplaner aus dem Goldmarkt bekommen, desto eher wird Gold auf den Preis klettern, der angemessen ist. Gold müsste eigentlich viel höher notieren, als dies aktuell der Fall ist, da die Währungen nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt sind …

[Ich rechne mit] einer anhaltenden Ansteckung und diversen Maßnahmen, um Zeit zu gewinnen, was ja nun bereits seit geraumer Zeit getan wird. Doch es wird der Tag kommen, an dem wir auf einmal alle begreifen, dass die Schulden nicht zurückgezahlt werden können. Mann muss sich also von den Papiervermögenswerten trennen und physisches Gold und physisches Silber besitzen.

Das System bricht gerade in sich zusammen, aber die Zentralbanker wollen uns alle glauben machen, dass alles in Ordnung sei. Sie belügen uns einfach. ´Wir haben eine Vereinbarung.` Nein, sie haben überhaupt keine Vereinbarung. ´Wir haben einen Rettungsplan für die spanischen Banken.` Nein, sie haben keinen Rettungsplan für die spanischen Banken. Sie haben keinen Plan, sondern behaupten einfach, sie hätten einen Plan. Es gibt keinen Plan.

Ja sicher, vielleicht kaufen sie gerade Bankaktien, nur damit es so aussieht, als hätten sie tatsächlich einen Plan, aber es gibt keinen Plan, keinen formellen und abgestimmten Plan. Das ist alles nur heiße Luft.“

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