19 Warnhinweise, dass der Welt eine neue Finanzkatastrophe bevorsteht

Michael Snyder, The American Dream, 10.07.2012

Die weltweiten politischen Führer haben praktisch alles versucht, was man sich vorstellen kann – und dennoch kommen wir der globalen Finanzkatastrophe unvermeidlich Schritt für Schritt näher. Es gab „Konjunkturpakete“, quantitative Lockerungsmaßnahmen, Anleiheaufkäufe, Zinssenkungen, Notfall-Gipfel, Rettungspakete für Banken, Rettungspakete für ganze Nationen und „Operation Twist“. Kurzum: Es kam zu beispiellosen staatlichen Interventionen und es wurden riesige Berge neuer Staatsschulden angehäuft, und trotzdem scheint sich die Weltwirtschaft nicht zu erholen.

In Wirklichkeit scheint es sogar so zu sein, als würden wir uns nun in Windeseile dem zweiten Abschwung der „Double-Dip“-Rezession annähern, und bedauerlicherweise gehen zahlreiche Marktbeobachter davon aus, dass der nächste Abschwung eher wie eine vollumfängliche Wirtschaftsdepression aussehen wird.

Überall auf der Welt warnen Spitzenökonomen, dass wir es jetzt mit einer beispiellosen Schulden- und Solvenzkrise zu tun bekommen werden, die eine Finanzkatastrophe auslösen wird. Die Eurozone versinkt in einem Meer aus Schulden, die USA versinken in einem Meer aus Schulden und die weltweiten Großbanken versinken in einem Meer aus Schulden.

Die weltweiten Regierungsbehörden haben versucht, das System irgendwie zusammenzuhalten, so dass es weiterlaufen kann – aber der unglaubliche Schaden, der durch all diese Schulden angerichtet worden ist, tritt nun offen zutage. Die weltweite Schuldenblase, die das wirtschaftliche Wohlergehen der westlichen Welt über mehrere Jahrzehnte hinweg angeheizt hat, steht jetzt kurz vor dem Platzen, und wenn das passiert, wird das damit einhergehende Chaos einfach nur entsetzlich sein.

Im Folgenden finden Sie 19 Warnhinweise zur bevorstehenden weltweiten Finanzkatastrophe:

1. Nouriel Roubini sagt, dass wir uns mit Riesenschritten einer neuen Finanzkrise nähern, die sogar noch schlimmer ausfallen wird als die des Jahres 2008:

„Schlimmer, weil wir genauso wie in 2008 eine Wirtschafts- und Finanzkrise haben werden, aber uns im Gegensatz zu 2008 nun auch noch die politischen Werkzeuge ausgegangen sind. In 2008 konnte man die Zinsen senken; QE1 und QE2 machen; finanzpolitische Konjunkturmaßnahmen einleiten; die Banken stützen, mit einer Brandmauer versehen und sie und alle anderen mit Garantien ausstatten.

Gegenwärtig wird die quantitative Lockerung immer wirkungsloser, weil wir es mit Solvenz- und nicht mit Liquiditätsproblemen zu tun haben. Die Haushaltsdefizite der Regierungen sind bereits derart groß, und die Banken können auch nicht mehr gerettet werden, da es (1.) politischen Widerstand dagegen gibt; und (2.) die Regierungen so gut wie pleite sind – sie können sich noch nicht einmal selber retten, von den Banken ganz zu schweigen. Das Problem ist, dass uns die politischen Häschen ausgehen, die man noch aus dem Hut zaubern könnte.“

2. John Embry:

„Die Lage ist beispiellos. Noch nie hat sich die Welt in einer solchen Situation befunden. Das Resultat ist, dass jeder, der hier die Ruhe bewahrt und erklärt, dass das alles nichts Ungewöhnliches sei, mit seiner Einschätzung voll daneben liegt und angesichts des uns bevorstehenden Chaos einfach nur geschockt sein wird.“

3. Jim Rogers: „Nur weil man jetzt über eine Möglichkeit verfügt, ihnen [den Banken] sogar noch mehr Geld zu leihen, hat man das Problem nicht gelöst, sondern man macht das Problem nur noch schlimmer.“

4. Der prominente spanische Politiker Felipe González: „Wir befinden uns in einer absoluten Ausnahmesituation – in der schlimmste Krise, die jeder von uns bisher durchgemacht hat.“

5. Der Führer der britischen Unabhängigkeitspartei Nigel Farage gegenüber dem EU-Parlament:

„Sie wissen, dass diese [jüngste Rettungs-]Vereinbarung die Lage schlechter und nicht besser macht. Dem spanischen Bankensystem werden EUR 100 Milliarden bereitgestellt, und 20% dieses Geldes muss von Italien bereitgestellt werden. Und unter der Vereinbarung müssen die Italiener den spanischen Banken das Geld zu 3% leihen – um es aber selber zu bekommen, müssen sie es am Markt für 7% leihen. Das ist einfach nur genial, oder! Das ist wirklich brillant!

Was wir mit diesem Rettungspaket also in Wirklichkeit tun, ist, andere Länder wie Italien in eine Situation zu treiben, wo sie selber eines Rettungspakets bedürfen.

Darüber hinaus erhöhen wir die spanische Staatsverschuldung dadurch um weitere 10%, und ich sage Ihnen, jeder Bankanalyst wird Ihnen sagen, dass die EUR 100 Milliarden das spanische Bankenproblem nicht lösen werden, da es wohl eher EUR 400 Milliarden sein müssten.

Und da Griechenland nun kurz davor steht, aus der Eurozone auszutreten, ist das entscheidende Problem doch, dass, sollte Griechenland den Euro erst einmal verlassen haben, die EZB, die Europäische Zentralbank, pleite ist. Die EZB ist dann erledigt.

Die EZB hält EUR 444 Milliarden an Risiken der geretteten Länder, und um das wieder gerade zu biegen, wird man bei Irland, Spanien, Portugal, Griechenland und Italien Nachschusszahlungen anfordern müssen. Das hätten Sie sich auch nicht besser ausdenken können oder!“

6. Peter Praet, Chefökonom der Europäischen Zentralbank: „Die Eurozonenkrise ist jetzt wesentlich tiefgreifender und grundlegender als zu irgendeinem Zeitpunkt seit Lehman.“

7. Graham Summers:

„Angela Merkel möchte nächstes Jahr wiedergewählt werden. Es ist völlig undenkbar, dass Merkel dabei zusehen wird, wie die EU Deutschland in den Schuldenstrudel zieht. Sie erklärte sogar: ´Keine Eurobonds, solange ich lebe.`

Das ist nicht bloß leere Rhetorik. Das ist eine Tatsache. Deutschland hat es in den vergangenen 30 Tagen dutzende Male klargemacht: Keine Eurobonds und kein europaweiter Bankeinlagensicherungsfonds.

Der Grund dafür ist denkbar einfach: Eurobonds wie auch ein EU-Einlagensicherungsfonds stürzen Deutschland in die Pleite. Deutschland wankt bereits am Rande der Insolvenz. Würde Deutschland neben dem Geld, das es bereits ausgegeben hat, um die EU über Wasser zu halten, nun auch noch Eurobonds oder eine wie auch immer geartete Garantie des EU-Bankensystems zulassen, würde die EU Deutschland schlicht zu Fall bringen.

Die deutsche Wirtschaft schwächelt bereits. Die meisten Deutschen haben die Nase voll vom Euro. Merkel würde lieber sterben, als ihr Land in ein weiteres Griechenland zu verwandeln – was durch die Schaffung von Eurobonds oder eines EU-Einlagensicherungsfonds jedoch besiegelt würde.

Kurzum: Deutschland hat ebenfalls kein Geld mehr. Zur Rettung der EU bleibt also … niemand mehr!“

8. Peter Schiff:

„Ich glaube, dass wir uns immer noch in einer Depression befinden. Ich bin der Meinung, dass sie uns noch mehrere Jahre begleiten wird. Es könnten fünf oder zehn Jahre sein; es könnte noch länger dauern, das hängt davon ab, wie lange es braucht, bis wir uns unsere Fehler eingestehen, so dass wir damit anfangen können, sie rückgängig zu machen.“

9. Der New York Times Kolumnist Paul Krugman:

„Es gibt eine Vielzahl hässlicher Kräfte, die zurzeit in unseren Gesellschaften auf beiden Seiten des Atlantiks wüten, da unsere Wirtschaftspolitik ein solch kläglicher Reinfall gewesen ist; da wir uns geweigert haben, aus den Lehren der Geschichte zu lernen. In 30 Jahren werden wir wohl auf heute zurückblicken und sagen: ´Das ist der Zeitpunkt, wo alles zusammenbrach`. Und mit ´alles` meine ich nicht nur die Wirtschaft.“

10. Die IWF-Direktorin Christine Lagarde: „In den vergangenen paar Monaten ist der weltweite Ausblick für Europa, die Vereinigten Staaten und weite Teile der Schwellenmärkte immer besorgniserregender geworden.“

11. Andrew Kenningham, leitender Ökonom bei Capital Economics:

„Da das Risiko des Auseinanderbrechens der Eurozone in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich steigen wird und die Geldpolitik zunehmend wirkungsloser zu sein scheint, könnte sich die Lage noch bedeutend verschlechtern, bevor wieder Besserung in Sicht ist.“

12. Zero Hedge: „Aktuell berichten 80% der Welt von einem Rückgang der Industrieproduktion.“

13. Lakshman Achuthan, Gründungsmitglied des Economic Cycle Research Institute:

„Letzten Dezember sagten wir, dass das erste Quartal 2012 der wahrscheinlichste Zeitpunkt für den Beginn der Rezession sein würde, und wenn nicht dann Mitte 2012. Ja, das kann ich heute nur bestätigen.

Mit anderen Worten: Ich glaube, dass wir uns bereits in einer Rezession befinden. Und wie ich damals erklärte, kommt es äußerst selten vor, dass man, wenn man in eine Rezession eintritt, vorher bereits weiß, dass man in eine Rezession eintritt. Um aufzuwachen, bedarf es oftmals eines echten Hammers. Bei der letzten Rezession brauchte es Lehman, um die Leute wachzurütteln, und bei der Rezession davor, brauchte es 9/11.

Wenn man sich die aktuellen Daten so anschaut, dann sieht man, dass die Industrieproduktion seit ihrem Hoch im April wieder gesunken ist. Die Fertigungszahlen und die Verkaufszahlen bei den Produktionsgütern – die viel weiter gefasst sind als die Einzelhandelszahlen – gehen bereits seit Dezember zurück. Das Wachstum bei den Realeinkommen, das während einer Rezession nicht zwingend zurückgehen muss, liegt bereits seit mehreren Monaten im negativen Bereich.“

14. Priya Misra, Chefin der Strategieabteilung für Zinsentwicklung bei Bank of America Merrill Lynch: „Die Weltwirtschaft befindet sich jetzt inmitten einer synchronen Abschwächung, was durch die jüngste Welle schwacher Wirtschaftsdaten nur noch bestätigt worden ist.“

15. Chris Williamson, Chefökonom bei Markit:

„Es ist völlig klar, dass sich die Unternehmen gegenwärtig auf schlimmere Dinge vorbereiten und die Zahl ihrer Mitarbeiter wie auch ihre Bestände an Rohmaterialien so schnell zurückfahren wie die vergangenen zweieinhalb Jahre nicht mehr.“

16. Howard Archer, Chefökonom bei IHS Global Insight:

„Da es wahrscheinlich ist, dass die Eurozone im zweiten Quartal eine erhebliche Schrumpfung des BSP hinnehmen musste, und angesichts der Gefahren einer weiteren Schrumpfung im dritten Quartal und vor dem Hintergrund, dass die Zuversicht der Unternehmen in der Eurozone ganz allgemein niedrig und anfällig ist, besteht eine Hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Arbeitslosenrate der Eurozone in den kommenden Monaten bedeutend steigen wird.“

17. Karl Denninger:

„Wenn wir die Defizitausgaben [in den USA] einfach weiter aufrechterhalten, dann wird dadurch schlicht die Kaufkraft des Durchschnittsbürgers entwertet, und das alles aufgrund des infantilen Versuchs, die Menschen ruhig zu stellen und zu verhindern, dass die Finanziers, die für diese Katastrophe verantwortlich sind – darunter auch Bernanke, Greenspan, Paulson, Geithner, Obama und George W. Bush – zur Rechenschaft gezogen werden.

Dieser Versuch ist aber schon rein mathematisch zum Scheitern verdammt, da sich das mittlere Haushaltseinkommen nicht von der Stelle gerührt hat, was bedeutet, dass wir zurzeit immer größere Teile der US-Bevölkerung in staatliche Wohlfahrtsprogramme wie die Lebensmittelmarkenzuweisung und in Richtung anderer Almosenzahlungen verschieben, während die steuerzahlende produktive Bevölkerung immer weiter abnimmt.

Das ist genau die Art, wie Griechenland und Spanien abschmierten, und wir sind die nächsten, außer wir hören jetzt mit diesem Schwachsinn auf …

Die Arithmetik ist ein Biest. Ich habe wiederholt darauf hingewiesen, dass exponentielles Wachstum langfristig völlig unhaltbar ist. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man nun will, dass es funktioniert oder nicht. Umso länger man vorgibt, dass es irgendeine Möglichkeit gibt, diese Ziele zu erreichen, desto schlimmer geht das Ganze aus, wenn man feststellt, dass man falsch lag.“

18. LEAP/E2020:

„Der Schock im Herbst 2008 wird, verglichen mit dem, was dem Planeten in ein paar Monaten widerfahren wird, wie ein kleiner Sommersturm anmuten.

Fakt ist, dass LEAP/E2020 seit dem Beginn der weltweiten systemischen Krise in 2006 nicht mehr solch eine chronologische Konvergenz von derart explosiven und fundamentalen Faktoren (Wirtschaft, Finanzen, geopolitisch …) gesehen hat wie heute. Logisch, dass wir daher nun im Rahmen unserer Bemühungen, regelmäßig einen ´Krisen-Wetterbericht` zu veröffentlichen, gegenüber unseren Lesern ´Alarmstufe Rot` kommunizieren müssen, da die bevorstehenden Ereignisse, die sich gerade daran machen, das Weltsystem im September/Oktober durchzuschütteln, in diese Kategorie fallen.“

19. Steve Quayle’s anonyme Quelle aus dem internationalen Bankwesen:

„Der Anleihemarkt ist erledigt, und wir wissen alle, dass es im Anleihemarkt eine Blase gibt. Der Gnadenstoß wird die Blase nicht zum Platzen bringen, sondern dafür sorgen, dass sie mit der Kraft von tausend Sonnen explodiert. Amerika wird von einem Augenblick zum nächsten erledigt sein! Das sind die zwei Ereignisse, vor denen ich gewarnt habe; die das Leben auf dem Planeten, so wie wir es kennen, beenden werden. Ihr Geld wird wertlos und Ihr Land zum Stillstand gekommen sein – kein Geld, keine Nahrungsmittel, keine essentiellen Dienstleistungen …“

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