Worauf wir uns einstellen sollten: Krieg, explodierende Benzinpreise & eine weltweite Depression

Selbst wenn ein Nahostkrieg verhindert werden kann, sieht es düster aus

Michael Pento, King World News, 19.08.2012

Die weltweiten Zentralbanken bereiten sich gerade darauf vor, mehr Liquidität ins System zu pumpen, um die negativen Auswirkungen abzumildern, die aus der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines Kriegs zwischen Israel und dem Iran resultieren. Bloomberg meldete, dass der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu dem US-Verteidigungsminister Leon Panetta am 01.08.2012 erklärte, dass die Zeit für eine friedliche Lösung bezüglich des iranischen Atomprogramms „abläuft“.

Die Tel Aviver Zeitung Haaretz meldete am 10.08.2012, dass Netanyahu und der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak zurzeit darüber nachdenken würden, die iranischen Nuklearanlagen noch vor den US-Präsidentschaftswahlen zu bombardieren. Darüber hinaus erklärte Shlomo Brom, ein ehemaliger israelischer Armeekommandeur, dass das Land zurzeit aktiv Maßnahmen zur Verteidigung der Zivilbevölkerung planen würde.

Wie die Zeitung Yedioth Ahronoth am 15.08.2012 meldete, gehören zu diesen Maßnahmen: Die Implementierung eines SMS-Informationssystems, mit dem die Öffentlichkeit vor Raketenangriffen gewarnt wird; die Verteilung von Gasmasken an die Bevölkerung; und Luftschutzbunkerübungen an den Schulen, wenn die Schüler aus den Ferien zurückkommen.

Ein Nahostkrieg würde den Ölpreis in Richtung USD 200 pro Barrel treiben, was umgehend den Beginn einer weltweiten Depression zur Folge hätte.

Die Zentralbanker bereiten sich unterdessen darauf vor, den dadurch entstehenden Druck an der Zapfsäule abzumildern. Bedauerlicherweise besteht ihre Strategie zur Senkung des Ölpreises in einer massiven Abwertung ihrer Währungen, was heißt, dass sie das Problem durch ihre Maßnahmen nur noch weiter verschlimmern werden.

Und selbst wenn ein neuer Nahostkrieg verhindert werden könnte, wird die Weltwirtschaft auch künftig weiter schwächeln, was weitere Zentralbankinterventionen zur Folge haben wird. Die vor wenigen Tagen veröffentlichten regionalen Umfragen bei den US-Produzenten deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaftsaktivitäten zurzeit bedeutend verschlechtern.

Der Index Empire State Manufacturing Survey brach um 13 Punkte ein und erreichte nun erstmals seit Oktober 2011 negative Niveaus. Der Wirtschaftsindex der Fed of Philadelphia lag im August ebenfalls bei -7,1 Punkten und notiert somit bereits den vierten Monat in Folge im negativen Bereich.

Unterdessen melden die S&P 500 Unternehmen minimale Zuwächse bei den Umsätzen der vergangenen zwölf Monate, und es wird damit gerechnet, dass die Umsätze im dritten Quartal auf -0,7% abrutschen werden. Die chinesische Industrieproduktion ist jetzt bereits das siebte Quartal in Folge zurückgegangen, und das japanische Bruttosozialprodukt brach von 5,5% im ersten Quartal dieses Jahres auf nun 1,4% ein.

In Europa ist die Lage sogar noch schlimmer. Das italienische Bruttosozialprodukt fiel die letzten zwölf Monate um 2,5%, während die italienische Staatsverschuldung auf ein Rekordhoch von EUR 2 Billionen kletterte. Das französische Bruttosozialprodukt liegt aktuell bei 0%, und das deutsche Bruttosozialprodukt fiel von 0,5% im ersten Quartal auf 0,3% im zweiten Quartal.

Darüber hinaus setzen die Arbeitslosenraten in den USA wie auch in Europa ihre Anstiege weiter fort. In Portugal stieg die Arbeitslosigkeit auf 15%, womit ein neuer Euro-Ära-Rekord aufgestellt wurde. Die spanische Arbeitslosigkeit ist auf 25% gestiegen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Auftrag, die US-Arbeitslosenrate von 8,3% abzusenken, und die Europäische Zentralbank ist der Auffassung, dass die steigende Zahl an Arbeitslosen in der Eurozone eine deflationäre Bedrohung darstellen würde, was natürlich im Widerspruch zu ihrem Auftrag steht, für stabile Preise zu sorgen.

Die europäischen und US-amerikanischen Aktienmärkte sind aufgrund der Versprechungen gestiegen, dass es zu weiteren Lockerungsmaßnahmen der Zentralbanken kommen würde, während die Renditen der europäischen Staatsanleihen in Erwartung weiterer EZB-Käufe gesunken sind. Der EZB-Chef Mario Draghi hat „Hilfe“ zugesichert und plant, den Europäischen Stabilitätsmechanismus mit einer Banklizenz auszustatten, damit der Fonds die Staatsschulden insolventer Länder aufkaufen kann. Und der Präsident der Federal Reserve of Boston, Eric Rosengren, drängt die US-Notenbank, ein beispielloses Geldruckprogramm aufzulegen.

Die steigende Wahrscheinlichkeit eines Irankriegs und die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Europa und den USA haben dafür gesorgt, dass die Zentralbanken die Investoren nun auf eine weitere Runde an Gelddruckmaßnahmen einstellen. Für die Fed und die EZB ist es langsam an der Zeit, entweder ihre Drohungen wahr zu machen oder einfach nichts zu tun und dabei zuzuschauen, wie die Aktienpreise einbrechen und die europäischen Anleiherenditen in die Höhe schießen.

Sollten die Zentralbanken einen Anschlag auf ihre Währungen durchführen, würden der Goldpreis und die Energiepreise meines Erachtens drastisch steigen. In diesem Fall dürften sich Edelmetall- und Energieaktien am besten entwickeln. Sollte der September jedoch wider Erwarten ohne irgendwelche Maßnahmen der EZB und der Fed verstreichen, würde ich mit einem bedeutenden Rückgang aller weltweiten Märkte und speziell der Rohstoffpreise rechnen.

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