Finanz-Crash: Wie man das bevorstehende Chaos an den Finanzmärkten überlebt

Robert Fitzwilson, King World News, 30.08.2012

In unserem letzten Bericht hatten wir uns die Charakteristika einer Finanzblase anhand einer Technologieaktie, namentlich Cisco, angeschaut, und wir sind der Frage auf den Grund gegangen, welche Markstimmungen für die Preisentwicklung dieses Aktienwerts ausschlaggebend gewesen sind.

Wir sind der Meinung, dass es sogar noch interessanter wäre, sich einmal das gesamte Spektrum der Vermögensklassen anzuschauen und zu ermitteln, welche Werte sich von 1978 bis 1980 am besten entwickelt haben.

Der vorgenannte Zeitraum scheint aus vielerlei Gründen der abschließende Höhepunkt einer Phase gewesen zu sein, die sich ab dem Ende der 60er Jahre zu entwickeln begann und Anfang 1980 endete. Die nachfolgende Tabelle weist die nominellen wie auch inflationsbereinigten Renditen verschiedener Vermögenswerte während dieses Zeitraums aus.

Wichtig ist, sich nicht nur die nominelle Wertentwicklung anzuschauen, sondern auch die realen, inflationsbereinigten Renditen. Dies könnte uns nämlich Hinweise darauf liefern, wie sich die aktuelle Situation entwickeln wird und wie die Performance von stark diversifizierten Portfolios damals tatsächlich ausfiel.

Und am wichtigsten: Welche Vermögensklasse hat die Aufgabe des Vermögenserhalts am besten gemeistert – ein Ziel, das in diesen chaotischen und wohlmöglich katastrophalen Märkten ja von uns allen angestrebt wird.

Nun ja, die letzte Frage lässt sich natürlich leicht beantworten. Gold war während dieser Phase der eindeutige Gewinner und konnte nominell wie auch inflationsbereinigt atemberaubende Zugewinne verbuchen. Das ist besonders erstaunlich, wenn man bedenkt, dass auch noch andere sehr starke Mitbewerber im Rennen waren.

Im Gegensatz zu heute hat man Ende der 70er Jahre aber einen Anstieg der Zinsen zugelassen. Wenn man kurzlaufende US-Staatsschulden (T-Bills) besaß, bestand zumindest die Aussicht darauf, der Inflation ein Schnippchen zu schlagen. Vor Steuern lag man mit T-Bills bei plus minus Null. In Wirklichkeit fuhr man jedoch Verluste ein, da man auf die Gewinne noch Steuern zu entrichten hatte, die sich je nach Einkommenssteuerklasse auf bis zu 70% beliefen.

Für all jene, die festverzinsliche langlaufende Wertpapiere hielten, war diese Phase einfach nur verheerend. Die oben stehende Tabelle weist zwar nur die Wertentwicklung für US-Staatsanleihen mit 30-jähriger Laufzeit aus, aber die finanzielle Verwüstung erstreckte sich im Grunde über alle festverzinslichen Wertpapiere. Festverzinsliche Wertpapiere mit langer Laufzeit waren die schlechteste Vermögensklasse von allen … mit einem jährlichen Verlust von rund 16%, bei dem einen einfach nur schlecht werden kann.

Aktien entwickelten sich relativ gut, selbst inflationsbereinigt. Wachstumsstarke Technologieunternehmen und internationale Aktienfirmen wiesen ordentliche Renditen aus. Immobilienaktien – hier anhand eines weit gefassten Indexes verschiedenster Immobilienfonds gemessen – bescherten dem Anleger ebenfalls vermögenssteigernde Renditen, obwohl diese Vermögenswerte natürlich nicht in derselben Liga spielten wie Gold.

Die zweite Frage ist, wie gut sich stark diversifizierte Portfolios während der Jahre 1978 bis 1980 entwickelt haben. In Wahrheit nicht besonders gut. Wenn wir uns die Durchschnittsrendite anschauen (alle Vermögenswerte wurden gleich gewichtet), stellen wir fest, dass die Wertentwicklung breit gestreuter Portfolios zwar relativ gut ausfiel, nichtsdestotrotz weit unter den Gewinnen lag, die all jene erzielten, die aufs richtige Pferd, also Gold, gesetzt hatten.

Die Finanzberater haben zu einer 60:40-Aufteilung geraten; 60% der Ersparnisse sollten in Aktien und 40% in festverzinsliche langlaufende Wertpapiere investiert werden. Das mag während des 30-jährigen historischen Rückgangs der Zinssätze, wo diese beiden Vermögensklassen nur eine geringe Korrelation aufwiesen, ja noch angemessen gewesen sein – diese Aufteilung scheint aber keineswegs ratsam, wenn die Kursentwicklung derart gleichförmig verläuft, wie es 2008 der Fall war.

Wenn sie die Zinssätze wieder steigen lassen, wird es erneut zu einer Phase wie der Ende der 70er Jahre kommen, wo 40% des Portfolios (festverzinsliche Wertpapiere) verheerende Verluste verbuchen mussten. Und auch die meisten Arten von Aktien – wenn man hier mal von den mit Edelmetallen in Zusammenhang stehenden Aktienwerten absieht – werden bei dem Ziel, eine überdurchschnittliche Performance zu erreichen und das Vermögen zu schützen, zur Last werden.

Wie sich das Ganze kurzfristig entwickeln wird, ist schwer zu sagen. Die weltweiten Märkte werden von einer Vielzahl gewichtiger Faktoren beeinflusst. Zu diesen Faktoren gehören beispielsweise die Zentralbankinterventionen bei den Zinssätzen und der Hochfrequenzhandel. Die Geschichte legt jedoch nahe, dass die Märkte letztlich überleben werden …

In den kommenden Jahren dürften die Märkte von einer erheblichen Volatilität geprägt sein. Als Investor muss man immer die Geschichte im Blick haben, aber auch eine Gesamtstrategie verfolgen. Wir gehen davon aus, dass die Investoren, die massiv in reale Vermögenswerte und kurzlaufende festverzinsliche Wertpapiere investiert sind, am besten darauf vorbereitet sind, um sich auf die kommenden Ereignisse entsprechend einzustellen.

Energie, Edelmetalle, hochqualitative Edelmetallminen und Nahrungsmittel sind die Bereiche, auf die man sich – basierend auf unserem jetzigen Kenntnisstand – konzentrieren sollte. Aktien könnten ebenfalls einen erheblichen Auftrieb erfahren, selbst ausgehend von den aktuellen Preisniveaus, sollten die bedeutendsten weltweiten Länder koordinierte Gelddruckmaßnahmen durchführen.

Sollten sich die Regierungen und Zentralbanken für diesen Weg entscheiden, dürfte dies jedoch auch sicherstellen, dass Gold wieder einmal zu dem Vermögenswert avanciert, der sich am besten entwickelt und den besten Vermögensschutz bietet.

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