Die Austeritätsmaßnahmen der westlichen Industrieländer sind nichts weiter als eine nette Showeinlage. Die Politiker werden sich immer für den Weg des geringsten Widerstands entscheiden: Die Enteignung über die Druckerpresse

Michael Pento, King World News, 11.11.2012

Spanien möchte, dass die EZB die spanischen Kreditkosten senkt, aber ohne die damit einhergehenden Schmerzen. Mario Draghi hat bereits zugesichert, die Staatsanleihen des Landes zu kaufen, aber nur, wenn der Premierminister Mariano Rajoy eine förmliche Bitte an den europäischen Rettungsfonds richtet und sich den Fiskalauflagen der EZB unterwirft, wodurch die Defizite des Landes beträchtlich verringert würden.

Am 06.11.2012 erklärte Rajoy, dass er zunächst einmal wissen müsse, um wie viel Prozentpunkte die EZB die spanischen Anleiherenditen absenken würde, bevor sein Land um Hilfe bittet und den damit einhergehenden Konditionen zustimmt.

Und nun zeigt auch Europas letzte Wirtschaftsbastion – Deutschland – erste Anzeichen, dass sie vor der Rezession des europäischen Kontinents einknickt. Die deutschen Exporte, Auftragseingänge bei der Fertigungsbranche und die Industrieproduktion lagen allesamt unter den Septemberprognosen.

Deutschland muss sich entscheiden, ob es aus der Währungsunion auch eine Fiskalunion machen will. Es scheint jedoch so zu sein, als wolle Deutschland einerseits den Euro, aber andererseits nicht für die Kreditkosten seiner südlichen Nachbarn aufkommen – und wer könnte es dem Land verdenken. Europa ist aber dringend darauf angewiesen, seine finanz- und geldpolitischen Probleme unter Kontrolle zu bringen – nur würde man dies tun, würde dies den europäischen Märkten und Wirtschaften erheblich schaden.

Solche Entscheidungen werden also nur aus der Verzweiflung heraus und in den seltensten Fällen freiwillig getroffen. Vielleicht sind die Politiker ja bereit, der Realität ins Auge zu blicken, nachdem Mario Draghi einen inflationären Zusammenbruch vom Zaun gerissen hat.

Und wenn wir uns den USA zuwenden, stellen wir fest, dass die US-amerikanischen Märkte und die US-Wirtschaft zurzeit am Abgrund wandeln. Der S&P 500 wird aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14:1 gehandelt, was sehr nahe an seinem Langzeitschnitt liegt. Das Problem ist nur, dass die Fundamentaldaten ein derart optimistisches Preisniveau überhaupt nicht stützen.

Die US-Unternehmen haben zurzeit überhaupt keine Umsatz- oder Gewinnzuwächse und die Weltwirtschaft flirtet unterdessen mit der Rezession. Hier kommt noch hinzu, dass die USA im Januar mit ihrer eigenen Version von Austerität konfrontiert sein werden. Die im Januar automatisch einsetzenden Steuererhöhungen und Ausgabeneinsparungen würden das Haushaltsdefizit der US-Regierung in 2013 um hunderte Milliarden Dollar absenken, wodurch die ohnehin bereits blutleere US-Wirtschaft in eine deflationäre Depression abstürzen würde.

Und da die US-Notenbank Federal Reserve in diesem Fall fast USD 600 Milliarden weniger Schulden monetisieren müsste, würde die Wachstumsrate der US-Geldmenge zurückgehen, was die Vermögenspreise und die meisten Märkte auf Talfahrt schicken würde.

Ich kann hier nicht deutlich genug herausstreichen, dass das Einzige, was eine Goldpreisexplosion noch verhindert, der Umstand ist, dass die US-Regierung zurzeit noch vorgibt, sich um die staatlichen Zuwendungen, die Haushaltsdefizite und die Schulden Sorgen zu machen und die Probleme angehen zu wollen. Wenn die USA erst einmal damit aufhören, so zu tun, als würden sie sich über die Schulden und Haushaltsdefizite Sorgen machen, werden die Rohstoffpreise – speziell der Goldpreis – massiv steigen.

Wenn die Industrieländer abermals der Philosophie erliegen, dass es bedeutend leichter ist, auch in Zukunft einfach weiter Kredite aufzunehmen und Geld auszugeben, wird es bei den Märkten der Schwellenländer zu einer riesigen Erholungsrally kommen. Bedauerlicherweise wird der dadurch letztlich einsetzende Zusammenbruch des staatlichen Papiergelds und der Schulden nur noch bedeutend schlimmer ausfallen.