EZB-Anleihekäufe: Die Vergewaltigung Europas geht weiter

Die Wirtschaften der Eurozone haben sich in ein gigantisches Schneeballsystem verwandelt, das exponentiell steigende Mengen an neuen Schulden benötigt, um vorübergehend vor dem Kollaps bewahrt zu werden

Jeff Nielson, Bullion Bulls Canada, 12.11.2012

Im Sommer letzten Jahres schrieb ich eine vierteilige Artikelserie mit dem Titel „Wirtschaftliche Vergewaltigung Europas fast abgeschlossen“. In diesen Artikeln stellte ich im Detail dar, wie eine europäische Wirtschaft nach der anderen durch eine Kombination aus drei unheilvollen Faktoren ausgelöscht wird.

Durch erbarmungslose Betrügereien und Manipulationen in den europäischen Schuldenmärkten, sadistische „Austeritätsmaßnahmen“ und die sogenannten „Rettungen“ – mit denen die Pleitestaaten nur noch stärker im Schuldensumpf versinken – werden diese Länder von der westliche Banken-Kabale systematisch ausgeplündert.

Der Betrug an den europäischen Schuldenmärkten erfolgt über die Manipulation der Kreditausfallversicherungen. Die Banken-Kabale arbeitet dabei mit den drei großen Kreditratingagenturen und den westlichen Medienoligarchen zusammen.

Die Banker treiben die Kreditausfallversicherungen in die Höhe, indem sie massiv Wetten darauf abschließen, dass ein bestimmtes Euroland die Zahlungsunfähigkeit ausrufen wird. Daraufhin wird umgehend die Propagandamaschinerie in Gang gesetzt und erklärt, dass das „Risiko“ für diesen Schuldenmarkt nun gestiegen sei. Zum Schluss kommen noch die Ratingagenturen hinzu, die die Kreditwürdigkeit des Landes absenken, was die Zinssätze umgehend in die Höhe schnellen lässt.

Und da diese Wirtschaften riesige Schuldenberge aufgetürmt haben, sorgt jeder Zinsanstieg automatisch dafür, dass die Wirtschaften erheblich an Solvenz verlieren, wodurch die Manipulationen dieses Betrüger-Trios zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Die Bankster sind buchstäblich in der Lage, die Zinssätze eines Eurolandes nach Gutdünken auf irgendeinen Prozentsatz hochzuschrauben, und allein schon deshalb ist es mathematisch völlig unmöglich, irgendeines dieser Euroländer „zu retten“, indem man ihm noch mehr Geld leiht.

In dem Moment, wo weitere Rettungsgelder fließen, treiben die Bankster umgehend die Zinssätze in die Höhe, so dass alle Rettungsgelder von den Anleihe-Parasiten mittels höherer Zinszahlungen abgeschöpft werden. Durch all die „Rettungspakete“ wird also lediglich ein riesiger Berg neuer und sinnloser Schulden geschaffen.

Und während aus diesen Wirtschaften mithilfe des Betrugs an den Schuldenmärkten immer größere Teile der Steuereinnahmen abgezogen werden, wirkt die Austerität buchstäblich wie wirtschaftlicher Selbstmord. Wirtschaften, denen ohnehin bereits Kapital fehlt, Austerität aufzuerlegen, ist ungefähr so, als würde ein Arzt seinem magersüchtigen Patienten eine strenge Diät verordnen.

Und die empirischen Beweise sprechen eine klare Sprache: In jedem europäischen Land, das seiner Bevölkerung Austeritätsmaßnahmen auferlegt hat, hat sich die Wirtschaftsabschwächung weiter beschleunigt, während die Haushaltsdefizite immer größer wurden.

Obwohl die Austeritätsmaßnahmen (angeblich) dazu dienen sollen, die Haushaltsdefizite zu reduzieren, sind sie in Wirklichkeit nichts weiter als ein absichtsvoller ökonomischer Selbstmord, um diese Politik weiter aufrecht zu erhalten. Die Austeritätsmaßnahmen dienen ausschließlich dazu, Gelder frei zu machen, die dann als Zinszahlungen an die Anleihe-Parasiten gehen.

Die Euroländer haben überhaupt keine ernstzunehmenden Pläne, um ihre Wirtschaften von der Schuldenlast zu befreien. Außerdem sind die Banker durch ihre Manipulationen an den Schuldenmärkten in der Lage, jeden Plan zu sabotieren (sollte es doch mal einen geben). Und diesen Ländern noch mehr Geld zu leihen, und das dann auch noch „Rettungspaket“ zu nennen, ist ein noch selbstmörderischerer Irrsinn. Alles, was dadurch erreicht wird, ist, dass der Umfang der Schulden – und die Zinszahlungen auf diese Schulden – weiter zunimmt.

Diese systematische Ausplünderung muss zwangsläufig zum vollständigen Bankrott und zur vollständigen Zerstörung jeder dieser Wirtschaften führen, so wie es in Griechenland fast schon erreicht worden ist. Und jetzt wollen diese Finanzfaschisten ihre wirtschaftliche Vergewaltigung weiter beschleunigen und die Schuldenketten, mit denen sie die Regierungen geknebelt haben, noch straffer anziehen.

Das sind die wirklichen Auswirkungen des neuen „unbegrenzten Anleiheaufkaufprogramms“, das von der Europäischen Zentralbank verkündet wurde, denn nun, wo sich der Staub gelegt hat, sehen wir, dass weitere Kredite für diese Länder an verschiedene Auflagen geknüpft sind. Die EZB zielt darauf ab, diesen Ländern die letzen noch verbliebenen Reste ihrer wirtschaftlichen Souveränität zu rauben, und sie will in der Lage sein, den Ländern mit jeder neuen Runde selbstmörderischer Anleiheaufkäufe noch stärkere Austeritätsmaßnahmen aufzudiktieren.

Aus Sicht der Finanzfaschisten stellt sich folgendes „Problem“: Umso stärker sie diese Länder in die Pleite treiben, desto mehr sträuben sich deren verräterische Regierungen dagegen, sich der Vergewaltigung einfach zu ergeben. Das lässt sich aktuell in Griechenland beobachten. Der Grund dafür sind die Massen, die auf den Straßen toben. Das unbegrenzte Anleiheaufkaufprogramm der EZB zielt also in Wirklichkeit darauf ab, dass aktuelle Modell, wo sich die Regierungen freiwillig unterwerfen, durch ein System der aufgezwungen Wirtschaftsvergewaltigung zu ersetzen.

Während Europa im Finanzfaschismus versinkt – und die Europäische Union ist ja nichts weiter als ein Mittel der wirtschaftlichen Versklavung –, hören wir von all diesen verräterischen Regierungen (Frankreich und Deutschland schreien am lautesten), dass eine noch stärke „finanzielle Integration“, also die Aufgabe von Souveränität, nötig sei.

Die Faschisten sind also nicht mehr länger damit zufrieden, dass der „Fuchs den Hühnerstall bewacht“, nein, sie wollen die Hühner jetzt einfach zwingen, im Fuchsbau zu leben. Und das Einzige, wodurch diese absichtsvolle Vernichtung der europäischen Wirtschaften verschleiert wird, ist die Propaganda der westlichen Medienoligarchen. Die Menschen fangen jetzt gerade erst an zu erkennen, wie idiotisch es ist, zuzulassen, dass 90% der westlichen Mainstream-„Nachrichten“ von einer Handvoll Multimilliardäre kontrolliert werden.

Selbst den leidenschaftlichsten Keynesianern gelänge es nicht, die Kreditvergabe an eine hoffnungslos überschuldete Wirtschaft als „Rettungsprogramm“ zu verkaufen. Das ist im Grunde das anschaulichste Beispiel für die Metapher „Öl ins Feuer zu gießen“.

Noch einmal: Es handelt sich hier um simple mathematische Erwägungen. Die einzige Möglichkeit, wie einer stark verschuldeten Ökonomie mittels Krediten geholfen werden könnte, besteht darin, dass diese Wirtschaft umgehend einen ausgeglichen Haushalt ausweist, damit die Kredite konstruktiv für die Schaffung von Wirtschaftswachstum eingesetzt werden können.

Stattdessen können wir beobachten, dass die Finanzoligarchen den hoffnungslos bankrotten Wirtschaften Geld leihen, nur damit sie vorübergehend in der Lage sind, ihre Zinsen zu zahlen – und zwar an genau dieselben Finanzoligarchen. Dadurch haben sich alle europäischen Wirtschaften in ein Schneeballsystem verwandelt, wo nur noch exponentiell steigende Infusionen an neuen Schulden in der Lage sind, einen umgehenden Zusammenbruch zu verhindern.

Das Ziel ist völlig offenkundig – und es ist niederträchtig. Die Finanzoligarchen wissen natürlich, dass ein großer Schuldenerlass, ein sogenanntes Jubeljahr, aufgrund ihres eigenen Missmanagements unumgänglich ist. Die ganzen Nebelkerzen, die uns als „Rettungen“ der Euroländer verkauft werden, dienen in Wirklichkeit dazu, aus diesen Wirtschaften so viel Vermögen als möglich abzuziehen (in Form von Zinszahlungen), bevor die unvermeidliche Pleite da ist.

Und der Betrug der verräterischen europäischen Regierungen ist ebenso offenkundig und nicht minder verachtenswert. Dass sich in den westlichen Wirtschaften ein komplexes Insolvenzrecht entwickelt hat, ist auf eine seit langer Zeit bekannte wirtschaftliche Tatsache zurückzuführen: Hat eine Unternehmung erst einmal den Punkt erreicht hat, wo es bezüglich der Insolvenz kein Zurück mehr gibt, ist es stets das Beste, umgehend den Bankrott auszurufen und eine Restrukturierung einzuleiten, durch die die Unternehmung wieder auf eine finanziell solide Grundlage gestellt wird.

Aber warum bestehen diese verräterischen Regierungen dann darauf, ihre eigenen Wirtschaften zu vernichten? Warum erklären sie auf ihre Schulden, die ja ohnehin nicht zurückgezahlt werden können, nicht einfach die Zahlungsunfähigkeit?

Die Antwort auf diese Frage ist eine weitere Frage: Wer sind eigentlich die einzigen „Verlierer“ (von den Finanzoligarchen mal abgesehen, wenn es zu einer europaweiten Masseninsolvenz kommt?

Richtig, es sind die Politiker dieser verräterischen Regierungen. Obwohl die Ausrufung des Bankrotts der einzige Weg ist, wie diese Wirtschaften wieder gesunden könnten, müssen die meisten Politiker, die zurzeit in den Ämtern sitzen, damit rechnen, ihren Job zu verlieren, sollten die Staaten die Zahlungsunfähigkeit ausrufen, da dies ein nachträgliches Eingeständnis ihrer massiven Unfähigkeit und Verantwortungslosigkeit wäre.

Dann wären die Massen nämlich auf einmal in der Lage, die wirtschaftliche Vergewaltigung Europas als das zu sehen, was sie wirklich ist: Ein paar Finanzoligarchen vernichten systematisch die europäischen Wirtschaften, um (bestenfalls) die Kontrolle über ihre Finanzimperien aufrecht zu erhalten oder (schlimmstenfalls) den Zusammenbruch dieser Papier-Imperien solange als möglich hinauszuzögern. Das schmückende Beiwerk dieser Finanzvernichtung sind ein paar tausend verräterische Politiker, die gewillt sind, an der Zerstörung ihrer eigenen Länder mitzuwirken – schlicht um so zu versuchen, in den Ämtern zu bleiben. Die Wörter „Gier“ und „Verrat“ sind diesbezüglich reine Untertreibungen. Und jetzt raten Sie mal, was Nordamerika bevorsteht, wenn die Finanzoligarchen mit Europa fertig sind!

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