Finanzcrash: Das Platzen der Finanzblasen macht alles nur noch viel schlimmer

Richard Russel, King World News, 29.11.2012

Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass wir uns in einem bedeutenden Bärenmarkt befinden, der durch die Serie an quantitativen Lockerungsmaßnahmen durch die US-Notenbank Federal Reserve verschleiert wurde und auch heute noch verschleiert wird. Die Theorie von Ben Bernanke ist, dass die Fed nur genügend „Geld“ schaffen muss, damit sich die Deflation und das schwache Wachstum früher oder später wieder in Inflation und höheres Wirtschaftswachstum verwandeln.

Das Problem mit Bernankes Theorie ist aber, dass die Wirtschaftswelt zurzeit in einem riesigen weltweiten Deflationszyklus gefangen ist. Es werden mehr Güter produziert, als konsumiert werden können. Normalerweise würde sich der deflationäre Trend durch einen bedeutenden Bärenmarkt Geltung verschaffen – ein Bärenmarkt, der die schwachen Händen und diejenigen, die es nicht verdienen zu überleben, abschütteln würde. Das würde dazu führen, dass die Aktien so stark im Preis fielen, dass sie wieder großartig bewertet wären.

Die von den weltweiten Zentralbanken verfochtene Theorie ist, dass sie in der Lage sind, die Wirtschaftszyklen des Planeten zu kontrollieren. Was wir hier in Wirklichkeit sehen, ist meines Erachtens aber nichts weiter als eine anscheinend endlose Flut an Fiatwährung, mit der eine Serie von Finanzblasen geschaffen wird, die im Laufe der Zeit platzen werden. Das Platzen dieser verschiedenen Blasen wird dazu führen, dass der Bärenmarkt am Ende bedeutend schlimmer ausfallen wird, als es normalerweise der Fall gewesen wäre. Wie sagte Shakespeare so treffend: „Was für Narren diese Sterblichen doch sind.“

Nach dem Crash von 1929 legte der US-Aktienmarkt eine enorme Erholung hin, die bis Anfang 1930 anhielt. Den meisten heutigen Analysten ist diese Phase der Jahre 1929 und 1930 bestens bekannt, weshalb sich der aktuelle Aktienmarkt natürlich etwas anderes einfallen lassen muss, um die Privatanleger (und die Profis) wieder in den Markt zu locken.

Was der Markt dieses Mal tat, war, eine noch größere und länger anhaltende Erholung zu schaffen. Die Erholung hält bereits bedeutend länger an, als die meisten Experten erwartet haben, und der Dow Jones Industrial Average konnte sich seinem Rekordhoch des Jahres 2007 bis auf 500 Punkte annähern.

Der Bärenmarktrückgang in 2008 und 2009 ging schnell und gewaltsam vonstatten. Ja er war fast schon wieder vorbei, bevor die meisten Anleger überhaupt mitbekommen hatten, was sie eigentlich getroffen hatte. Laut dem Gesetz des Wandels dürfte der nächste Bärenmarktrückgang also genau das Gegenteil von dem sein, was in 2008 und 2009 zu beobachten war. Der nächste Rückgang dürfte langsam und träge vonstattengehen. Die Aktien dürften demnach auf sehr trügerische und beiläufige Art sinken, ohne dass dabei jemand in Panik versetzt wird …

Gold

Scott Minerd, ein Analyst von Investment Rarities, schrieb kürzlich:

„Die Golddeckungsrate, bei der die Goldbestände der Federal Reserve der Gesamtgeldmenge gegenüberstellt werden, liegt zurzeit auf einem Allzeittief von 17%. In Phasen der Desinflation und stabiler Preise neigt dieses Verhältnis dazu, dramatisch abzusinken. Der historische Schnitt für die Golddeckungsrate liegt bei rund 40% … Im 20. Jahrhundert lag die Golddeckungsrate zweimal auf diesem Niveau. Würde dies heutzutage passieren, läge der Wert einer Unze Gold bei über USD 12.000.“

Das sind natürlich alles Spekulationen und Mutmaßungen, da wir nicht mit Sicherheit sagen können, ob die USA überhaupt noch irgendwelches Gold besitzen! Der US-Kongressabgeordnete Ron Paul hatte letzte Woche Donnerstag eine Kongressanhörung einberufen, um die Bundesbeamten zu dem Gesetzentwurf zur Überprüfung aller Goldbestände in Fort Knox, West Point und Denver zu befragen. Die Vertreter des US-Finanzministeriums beteuerten, dass das gesamte Gold noch da sei.

Während der Anhörung legte Paul nahe, dass die Fed über 5% der US-Goldreserven verfügt und überdies das Recht hat, mit anderen Ländern Gold-Swaps durchzuführen, ohne dass davon irgendjemand erfährt. Paul sagte: „Der Kongress hat bezüglich der Aktivitäten dort kaum etwas zu sagen. Sie verheimlichen jede Menge.“

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