Neustart: Der Währungsschnitt kommt, aber eine Gold-Konfiskation ist wenig wahrscheinlich

Robert Fitzwilson, King World News, 04.12.2012

Es gab in den letzten paar Wochen eine ganze Reihe von Kommentaren rund um das Thema der direkten staatlichen Beschlagnahme von Gold und Silber, so wie es bei Gold bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts unter der Roosevelt-Administration der Fall war. Und wir kennen natürlich auch die Berichte über die Gold- und Silberpreisdrückung in den Papiermärkten.

Wenn jemand an einer Konfiskation interessiert ist, dann besteht der erste Schritt nicht darin, einfach nur das zu wiederholen, was in einer früheren Ära schon einmal stattfand, sondern darin, herauszufinden, welche Dinge am wertvollsten sind, also wo sich eine Konfiskation am ehesten lohnt. Der Wert der von Privatpersonen gehaltenen Edelmetalle ist im Vergleich zu den anderen Realvermögenswerten wie Arbeit, Industrien, Immobilien und Rohstoffe aber einfach nur lächerlich.

Man kann sich angesichts der anderen riesigen Vermögenswerte, die leichte Beute sind, nur schwer vorstellen, dass die Menschen, die über die Macht verfügen, Gold und Silber zu beschlagnahmen, auch nur im Ansatz über eine Edelmetallkonfiskation nachdenken würden.

Das größte Ziel der Konfiskation sind natürlich die Arbeitskraft und die angehäufte Arbeitskraft, die sich beispielsweise in den Rentenkassen wiederfindet. Und bezüglich der direkten Konfiskation der Arbeitskraft ist hier anzumerken, dass diese bereits seit sehr langer Zeit Gang und Gebe ist. Dafür brauchen Sie lediglich einen Blick auf Ihre nächste Gehaltsabrechnung zu werfen. Von Ihrem Gehalt werden zunächst einmal eine ganze Reihe von Steuern und Abgaben abgezogen. Und wenn Sie Ihr Gehalt für Ihre Arbeit dann endlich in den Händen halten und sich dafür Konsumgüter kaufen, müssen Sie abermals Umsatzsteuer und andere Abgaben entrichten.

Und am Ende des Lebens verlieren viele Menschen durch die Erbschaftssteuer zusätzlich noch einen beträchtlichen Teil ihres bis dahin angehäuften Vermögens. Es wäre buchstäblich eine Tortur, all die Beträge, die man während seines Arbeitslebens behalten darf, den Beträgen gegenüberzustellen, die einem weggenommen werden. Der Steuer- und Abgabesatz dürfte weit über 50% liegen – wahrscheinlich dürfte die Besteuerung jedoch näher an der Marke von 100% liegen. Der Steuersatz eines Sklaven lag auch bei 100% – also abzüglich der Nahrungsmittel und der Unterkunft, die er erhalten hat. Sind wir heute bereits an diesem Punkt angelangt?

Ein weiterer riesiger Bereich, der für eine Konfiskation prädestiniert ist, ist der Energiesektor. Jedes Mal, wenn Sie in den Vereinigten Staaten tanken, müssen Sie zwischen USD 0,30 und USD 0,70 pro Gallone an direkten Steuern abführen, die weder an den Tankstellenbesitzer noch an die Benzinlieferanten gehen. Und wer Energieproduzent ist, bezahlt wahrscheinlich auf jeder Ebene der Produktionskette gepfefferte Unternehmenssteuern und andere Steuern. In 2011 wurden allein in den USA 134 Milliarden Gallonen Benzin verbraucht.

Das Drucken von Fiatgeld ist natürlich das Mutterschiff staatlicher Konfiskation. Jeder gedruckte US-Dollar ist eine Forderung gegenüber Realvermögenswerten und Arbeit. Es ist eine unspezifische Forderung. Alle werden bestohlen. Und nun stehen auch die Vermögenswerte zum Aufbau von Rentenersparnissen, so die Gerüchte, kurz davor, beschlagnahmt zu werden. Diese Form gespeicherter Arbeit beläuft sich auf Billionen US-Dollars. Gegenwärtig werden verschiedene Pläne ausgeheckt, die alle Arten von Pensionsvermögen, öffentliches wie privates, betreffen.

Kehren wir noch einmal zu Gold und Silber zurück: Am Edelmetallmarkt findet bereits eine massive Konfiskation statt. Ein Effekt der Gold- und Silberpreisdrückung ist, dass die Gold- und Silberminen gezwungen sind, ihre Produkte weit unter ihrem intrinsischen Wert zu verkaufen. Sicher, sie könnten dem Markt die Metalle auch vorenthalten, aber sie brauchen arbeitendes Kapital, außer sie wollen mit dem Risiko leben, ihre Minen schließen zu müssen.

Zur selben Zeit sind die Produktionskosten der Edelmetallminen aufgrund der steigenden Energiepreise und des Mangels an geeignetem Fachpersonal dramatisch angestiegen. Die Profitabilität dieser Minen ist viel geringer, als sie es eigentlich sein müsste – und das wird letztlich zu einer schlimmen physischen Angebotsverknappung bei Gold und Silber führen.

Und für die Edelmetallminen ist die Lage heute eine ganz andere als in den 70er Jahren. Die Länder, in denen diese Minenunternehmen heute produzieren, agieren im Hinblick auf die Besteuerung der Edelmetallproduktion viel gewitzter und komplexer als früher, wo sie sich noch mit relativ kleinen Schmiergeldern und dem Vorteil, dass vor Ort Arbeitsplätze geschaffen werden, zufrieden gaben. Das ist auch eine Form der Konfiskation – und zwar von Privateigentum und Arbeit.

Also, warum sollte sich heute überhaupt jemand darum scheren, dem 1% der Bevölkerung, das Gold und Silber besitzt, ihre Edelmetalle wegzunehmen? Bei diesen privat gehaltenen Edelmetallbeständen handelt es sich im Vergleich zu den Vermögenswerten, die sich die Regierungen wie oben beschrieben aneignen, schlicht einem Rundungsfehler!

Es stellt sich jedoch die Frage, warum Gold und Silber dann überhaupt künstlich unten gehalten werden? Der Aufbau von Goldbeständen braucht seine Zeit und die Länder wollen es zu möglichst niedrigen Preisen akkumulieren. Indien und China sind zwei neue mächtige Nachfragequellen. China ist von besonderer Bedeutung, wenn man bedenkt, welch riesige Mengen an Fiatgeld, US-Staatsanleihen usw. das Land zurzeit hält. Der prozentuale Anteil von Gold an den chinesischen Devisenreserven ist ein Staatsgeheimnis, aber sie fangen hier im Grunde von winzigen Niveaus aus an.

Wir können uns vorstellen, dass es ein Treffen der weltweiten Machthaber gegeben hat, bei dem China darauf bestand, dass es eine Phase von mehreren Jahren gibt, wo die Edelmetallpreise auf einem relativ zahmen Niveau gehalten werden, so dass sie in der Lage sind, ihre auf Fiatgeld basierenden Währungsreserven gegen Gold und Silber einzutauschen.

Dadurch wäre China in der Lage, physische Goldreserven zu erwerben, um gegenüber dem Westen aufzuholen oder zumindest eine prozentuale Parität zu erreichen. Es wäre eine Nebenvereinbarung, um den Preis vorübergehend im Zaum zu halten. Von einer derartigen Vereinbarung ist uns zwar nichts bekannt, doch wäre eine solche Regelung zumindest eine plausible Erklärung für die Gold- und Silberpreisdrückung.

Überdies sollten wir hier uns noch einmal vergegenwärtigen, dass Roosevelt zum Zeitpunkt der Goldkonfiskation in den USA natürlich wusste, dass er den Dollar abwerten würde. Er wollte nicht, dass die daraus erwachsenden Vorteile in Richtung der Goldhalter gehen. Er musste das Gold zunächst einmal beschlagnahmen und erst dann konnte er den Goldpreis anheben und den Dollar dadurch automatisch auch abwerten. Diese Gewinne wollte die Regierung selbst einstreichen.

Und dasselbe könnte auch heute gelten: Jeder weiß, dass der echte Preis von Gold und Silber in Wirklichkeit viele Größenordnungen über dem aktuellen Niveau liegt. Die Preisdrückung wird solange anhalten, bis die Mächtigen sich genug Edelmetalle beschafft und so viel als möglich davon beschlagnahmt haben – und dann kommt der Währungsneustart. Billionen an Vermögen werden dann von den Haltern von Papiervermögenswerten in Richtung der Organisationen fließen, die Gold, Silber und Energievermögenswerte halten.

Und das ist auch der Grund dafür, warum die Frage des „Wann“ so schwer zu beantworten ist. Es handelt sich ja nicht um einen Zeitraum, sondern vielmehr um einen Zeitpunkt, wo die Entscheidungsträger an den Schaltstellen der Macht zu dem Entschluss gelangen, dass es nun an der Zeit ist, eine neue Währung zu implementieren. Vor ein paar Jahren wurde mit dem „Amero“ ja sogar schon mal ein möglicher Name für eine solche Währung ausgerufen. Und wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, wird es zu einer kataklysmischen Neuordnung des Geldsystems kommen.

Anleger sollten genau das tun, was die Mächtigen tun, nämlich physisches Gold und Silber kaufen. Es könnte durchaus sein, dass uns dies in nicht allzu ferner Zukunft nicht mehr möglich sein wird.

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