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2013 – das Jahr des Goldbullen?

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Adam Brochert, Gold vs. Paper, 06.01.2013

Für die meisten Goldbullen war 2012 nicht sonderlich lustig. Dass der S&P 500 das gelbe Metall ausgestochen hat und die Goldaktien während der ersten Jahreshälfte zu Boden gehämmert wurden, war ausreichend, um eine selbstmörderische Stimmung zu schaffen, von der sich der Edelmetallsektor nach einer erneuten, länger anhaltenden Korrektur bisher kaum erholen konnte.

Doch während es zahlreiche Prognosen gibt, wo das Ende des Edelmetallbullenmarkts vorhergesagt wird – von denselben Leuten, die während des gesamten Goldbullenmarkts falsch lagen und ihn komplett verpassten –, nimmt das Risiko im Edelmetallsektor gegenwärtig immer stärker ab.

Im großen Ganzen hat sich nichts geändert, und es wird sich in nächster Zeit auch nichts ändern: Wir haben es im Westen mit einem bedeutenden säkularen Rückgang des Privatsektors zu tun, der durch die Regierungen und Zentralbankster mit aus dem nichts geschaffenen Geldeinheiten bekämpft wird. Jetzt ist ganz bestimmt nicht die Zeit, um Papiervermögenswerte wie normale Aktien gegenüber Gold zu präferieren.

Mein Trade des Jahres 2013 ist derselbe Trade, der bei mir auch im August 2012 ganz oben auf der Liste stand – nämlich auf einen Anstieg des Gold/Dow-Verhältnisses zu setzen (bzw. das Dow/Gold-Verhältnis zu shorten).

Das säkulare S&P 500/Gold-Verhältnis zeigt, dass die Zeit der Paperbugs bei der aktuellen Korrektur jetzt abgelaufen ist:

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[Es ist immer möglich, dass es in den Märkten „dieses Mal anders ist“, aber der 200-Wochen-Schnitt war bisher – gemeinsam mit dem Bollinger-Band – die entscheidende Widerstandsmarke gewesen. Das S&P 500/Gold-Verhältnis notiert zum jetzigen Zeitpunkt an beiden Linien, genauso wie es auch Mitte 2005 (eingekreist) der Fall war. Das letzte Mal fiel der Einbruch recht dramatisch aus. Nicht minder heftig waren die Rückgänge von der oberen Linie des Bollinger-Bands (mit Pfeilen markiert), bei denen der 200-Wochen-Schnitt keine Rolle spielte und einfach durchbrochen wurde. Interessant ist auch, dass sich das Bollinger Band nun bedeutet verengt hat, was vor wichtigen Kursänderungen öfters beobachtet werden kann.]

Natürlich liefert uns solch ein Verhältnis-Chart keinerlei Informationen über die nominellen Preise der Vermögenswerte – nichtsdestotrotz zeigt uns der Chart, dass das glänzende Stück Metall, das keine Dividenden zahlt und über keine Wachstumsaussichten verfügt, die Zauberer von Wall Street auch in den kommenden Jahren ausstechen dürfte. Daran sollte man denken, wenn sich Warren Buffett bezüglich des gelben Metalls wieder einmal ratlos zeigt. Warren hätte lieber auf seinen Vater, den US-Kongressabgeordneten Howard Buffett, hören sollen, der sagte:

„Ich warne Sie, dass beide Parteien gegen die Wiedereinführung von Gold kämpfen werden – obwohl sie es nach außen hin vielleicht sogar befürworten. Wenn Sie nicht gewillt sind, Ihre Kinder und Ihr Land einer galoppierenden Inflation, dem Krieg und der Versklavung zu opfern, sollten Sie diese Sache unterstützten. Wenn die menschliche Freiheit in Amerika überleben soll, müssen wir den Kampf um die Wiedereinführung soliden Geldes gewinnen.“

Nun ja, ich interessiere mich nicht für Politik, da ich fest davon überzeugt bin, dass die Politiker lediglich ihre Rollen spielen und exakt das Gegenteil von dem tun, was richtig wäre, ungeachtet der Partei, der sie angehören, oder des politischen Programms, das sie vorgeben zu vertreten. Und ich glaube nicht, dass die Probleme unserer Welt mit einem Goldstandard gelöst werden können, da das Problem die staatliche Kontrolle über das Geld ist, nicht die Art des Geldsystems, die sie den Massen aufzwingen.

In den meisten Ländern steht es den Menschen zurzeit frei, in Form von Gold anstatt in Papierwährungen zu sparen – und das ist das Entscheidende für Pragmatisten wie mich. Nimmt man die Geschichte als Leitfaden, dann dürfte Howard Buffett aber in der Tat richtiger liegen als sein Sohn Warren.

Wie dem auch sei, Gold wird im jetzigen Zyklus gegen Warren und seine Paperbug-Lakaien gewinnen, da es dafür ganz einfach an der Zeit ist. Ja, die Marktzyklen existieren, ähnlich wie es auch in der Natur Zyklen gibt, da die Finanzmärkte nichts weiter sind als die Manifestation von menschlichen Gedanken und Gefühlen und es sich bei den Menschen ja ebenfalls um eine Schöpfung der Natur handelt. Was konventionelle Vermögenswerte anbelangt befinden wir uns in einem säkularen Angst- und Unsicherheitszyklus, und davon profitiert Gold.

Wenn wir uns von den philosophischen Betrachtungen nun wieder den taktischen Erwägungen zuwenden, dann erkennen wir, dass es bezüglich Gold und den mit ihm in Zusammenhang stehenden Vermögenswerten jetzt an der Zeit ist, bullisch zu sein. Die mittelfristige Korrektur, bei der der Edelmetallsektor von seinen Hochs von Herbst 2011 wieder absank, fiel bedeutend länger und tiefgreifender aus, als ich vermutet hatte. Aber genau dort stehen wir heute

Mittelfristig betrachtet deutet die aktuelle Lage aber viel eher darauf hin, dass das Ganze einen positiven und nicht negativen Ausgang nehmen wird. Im Folgenden finden Sie den 12-Jahres-Goldpreischart auf Wochenbasis, der verdeutlicht, worauf ich hinauswill:

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[Schaut man auf das große Ganze, dann ist die Sache recht einfach: Wir haben es mit einem Bullenmarkt zu tun, bei dem man während der Kursrückgänge zukaufen sollte. Die langsame Stochastik liegt bei unter 20, was in der Regel nur ein oder zwei Mal pro Jahr zu beobachten ist und eine gute Einstiegsmöglichkeit darstellt, wenn man die täglichen Kursschwankungen ausblendet. Kursrückgänge unter den 50-Wochen-Schnitt stellen ebenfalls eine gute Kaufgelegenheit dar. Den vorangegangenen Korrekturen, die in der Regel 1,5 Jahre dauerten (eingekreist), folgten immer bedeutende Aufwärtsschübe. Warum sollte es dieses Mal anders sein?]

Der angeschlagene Goldminensektor ist ebenfalls überkauft und mittlerweile bereits das dritte Mal innerhalb der letzten zwölf Monate bedeutend unterbewertet. Letzte Woche war bei den Junior-Goldminenaktien ein interessantes Phänomen zu beobachten. Im Folgenden finden Sie den Chart des GLDX ETF auf Wochenbasis als Stellvertreter für Explorationsunternehmen und gering kapitalisierte Goldminenfirmen:

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[Der GLDX fiel während eines Bärenmarkts von Mitte 2011 bis Mitte 2012 um 65%. Bei der bis in den Herbst 2012 reichenden Rally wurde die Abwärtstrendlinie des Bärenmarkts(blaue Linie) nach oben hin durchbrochen. Seit dem Herbsthoch wurde diese Linie immer wieder getestet und es besteht das Potenzial, dass es sich bei ihr nun eher um eine Stützungs- als um eine Widerstandslinie handelt. Trotz all der Sorgen um den Edelmetallsektor ging der GLDX letzte Woche mit einem Plus von 3,5% aus dem Handel und notierte somit ganz knapp über seiner mittelfristigen Abwärtslinie (gestrichelte Linie). Bei dem abermaligen Test des Tiefs von Mitte 2012 war die Stimmung fast so desperat wie damals, und es sieht so aus, als befänden wir uns nun in den frühen Anfängen einer Trendwende.]

Ich bin bezüglich des gesamten Edelmetallsektors nach wie vor extrem bullisch … Man sollte weiterhin an seinen mit Edelmetallen in Zusammenhang stehenden Anlagewerten festhalten. Lassen Sie sich durch die kurz- und mittelfristigen Kursentwicklungen nicht von dem ablenken, was immer noch verspricht, ein säkularer Bullenmarkt für die Geschichtsbücher zu werden. Das Dow/Gold-Verhältnis wird noch auf 2 [aktuell 8] absinken und könnte im Verlauf des aktuellen Zyklus durchaus auch auf 1 einbrechen.

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