Geo-Engineering: Was um Himmels Willen sprühen die?

Michael J. Murphy, Countercurrents.org, 03.03.2010

Was würden Sie sagen, wenn man Ihnen mitteilt, dass Flugzeuge regelmäßig giftige Schwebstoffe in den Lüften über jeder großen Stadt der Welt versprühen? Genau das behauptet eine Gruppe von Demonstranten, die vor dem jährlich stattfindenden Treffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS) demonstrierten, das dieses Jahr vom 18. bis 22.02. in San Diego stattfand. Im Konferenzzentrum selbst, sah die Sache jedoch ganz anders aus. Die Wissenschaftler fanden sich ein um die „Plausibilität“ der Einführung von verschiedenen weltweiten Geo-Engineering Kampagnen zu besprechen, alles unter dem Vorwand, die Erde hätte ein durch den Menschen verursachtes Erderwärmungsproblem, das zum Teil dadurch gelöst werden könne, indem man Aluminiumpartikel und andere Stoffe in den Himmel sprüht um dadurch die Sonne zu blockieren. Als diese Wissenschaftler befragt wurden, ob derartige Programme bereits existieren, sagten sie, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt keine derartigen Programme, bei denen Sprays ausgebracht werden, eingeleitet worden seien. Ein bisschen verwirrt? Warum würden sich vor dem Treffen Demonstranten einfinden, wenn die Wissenschaftler lediglich die Möglichkeiten der Einführung dieser Programme erörtern? Könnte es sein, dass eine dieser beiden Gruppen einem Trugschluss erlegen ist?

Mauro Oliveira, der Webmaster von der Internetseite Geoengineeringwatch, war einer dieser Protestler. Er behauptete, dass die Programme des Stratosphärischen Sprüh-Geo-Engineerings (SAG), auch Chemtrails genannt, bereits auf der ganzen Welt weite Verbreitung gefunden haben. Als Beweis führt Oliveira Zeugen auf der ganzen Welt an, die behaupten, es gäbe ein massives Besprühen mit Schwebstoffpartikeln und dies komme fast jeden Tag über fast jeder Stadt vor. Dann erklärte er den Unterschied zwischen einem Kondensstreifen und einem Chemtrail (Chemiestreifen). Er sagte, wenn ein Flugzeug in einer bestimmten Höhe fliegt, hinterlässt es manchmal einen sichtbaren Streifen mit kondensiertem Wasserdampf am Ende des Flugzeugs. Das nennt man einen Kondensstreifen. Kondensstreifen sind normal und verschwinden nach ein paar Sekunden wieder. Sie ähneln stark dem Ausatmen bei kaltem Wetter. Was als dicker weißer Streifen zu sehen ist, der über Stunden am Himmel hängt, nennt man einen Chemtrail. Die SAG-Linien werden in der oberen Atmosphäre ausgebraucht, gehen danach auseinander und bilden dann etwas, was wie Wolken aussieht. Die Partikel aus diesen Sprays fallen dann später zu Boden, wo sie in unsere Böden und das Wasser eindringen und auch eingeatmet werden können.

Eine weitere Gruppe von Demonstranten brachte eine Anreise von über 10 Stunden von einem kleinen County mit dem Namen Shasta, einer Gemeinde im Norden Kaliforniens, hinter sich. Sie begannen sich Sorgen über SAG zu machen, als Viele aus ihrer Gemeinde damit anfingen, nicht nur dramatische Veränderungen am Himmel, sondern auch auf dem Boden auszumachen. Bäume starben ab, das Gras wuchs nicht mehr und viele Farmer hatten Schwierigkeiten auf ihren Farmen irgendetwas zum Wachsen zu bringen. Die Krise war dann der Auslöser für Wissenschaftler der Gemeinde Maßnahmen zu ergreifen und den Boden zu untersuchen. Die Ergebnisse waren schockierend. Man fand Aluminium, Barium und andere Stoffe in Konzentrationen, die tausende Male höher waren als normale Grenzwerte. Solch hohe Mengen führen zu ungesunden PH-Werten im Boden und können für Systeme ökologischen Lebens tödlich sein. Diese schockierenden Ergebnisse führten zu weiteren Untersuchungen und Proben des Shasta-Sees und dem Zufluss des Sees, dem Pit-Flussarm. Man fand dabei das 4.160-fache der maximal für Trinkwasser in Kalifornien zulässigen Aluminiumkontamination. Kreuzgeprüfte wissenschaftliche Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass an die Umwelt abgegebenes Aluminium, das mittlerweile überall auf der Welt in riesigen Mengen im Regen anzutreffen ist, extrem schädlich für die Flora und somit für das Ökosystem ist. Ironischerweise handelt es sich hierbei um dieselbe Substanz, die von den Wissenschaftlern auf dem Treffen in Gesprächen zur Einführung verschiedener „künftiger“ Programme zum Ausbringen in der Luft in Erwägung gezogen wurde.

Eine große Zahl weiterer Protestler entwickelten Interesse an SAG, nachdem sie bei sich brennende Augen, Migräne, Angstzustände, Herzrasen, Bluthochdruck und andere Gesundheitsprobleme feststellten, wenn, wie sie behaupteten, an diesen Tagen Schwebstoffe am Himmel waren. Deborah Whitman, Gründerin und Präsidentin der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation „Environmental Voices“ und Produzentin der Dokumentation „Sky Lines“, sind diese Symptome nicht fremd. Sie wurde wegen, wie sie es nennt, „massiven Sprühtagen“ über 51-mal ins Krankenhaus eingeliefert. Whitman hat ihr Leben der Hilfe all jenen Menschen gewidmet, die behaupten wegen des Sprühens am Himmel die gleichen Probleme zu haben und erhält als Reaktion auf ihre Internetseite und den Dokumentarfilm von überall aus den USA Anrufe. Die von ihr empfohlenen Gesundheitstipps können auf der Internetseite von Environmental Voices gefunden werden. Andere Hinweise, welche möglicherweise die Behauptungen, SAG stehe mit Gesundheitsproblemen in Zusammenhang, belegen, sind die Todesrate wegen Atemwegerkrankungen – die innerhalb der letzten 5 Jahre von Platz 5 der häufigsten Todesarten auf Platz 3 kletterte – und die Tatsache, dass Alzheimer und andere Krankheiten ,die mit Aluminium in Verbindung gebracht werden, überall auf der Erde kontinuierlich in astronomischen Raten angestiegen sind, seitdem das Sprühen angeblich anfing.

Zu dem AAAS-Treffen waren einige der weltweit führenden Geo-Ingenieure eingeladen. Mit Jahren an Bildung und noch mehr Erfahrung in ihren jeweiligen Bereichen betrachteten die Wissenschaftler die Geo-Engineering Themen aus zahlreichen Blickwinkeln. Die Themen der Arbeitskreise reichten von der Wirksamkeit des Geo-Engineering bis hin zu möglichen Problemen, sogar das Thema der Ethik wurde dabei angerissen. Laut dem unabhängigen Journalisten Stewart Howe aus Los Angeles, schienen alle Wissenschaftler nach einer Lösung für das Ausschau zu halten, was sie als Problem erachteten: Die Erderwärmung. Howe merkte an, dass die Wissenschaftler den Eindruck machten das Für und Wider von SAG sorgfältig zu erwägen, als sie mögliche Kampagnen vorstellten um die Theorie der menschlich verursachten Erderwärmung anzugehen. Wegen den möglichen Risiken von SAG, zu denen Dürren, Ozonabbau, weniger Sonnenenergie, Einwirkungen auf das Wettergeschehen, die militärische Verwendung dieser Technologie und verschiedene weitere umweltschädigende Einflüsse gehören, plädierten viele der Wissenschaftler eigentlich für alternative Methoden das Thema anzugehen. Howe sagte: „Nachdem ich die Ausbringung der Sprays seit Jahren beobachtet habe, war ich über den Diskurs der Wissenschaftler sehr überrascht.“ Er führte weiter aus, dass er glaubt, die meisten Wissenschaftler, die an dem Treffen teilnahmen, hätten überhaupt keine Ahnung von irgendwelchen aktuellen SAG-Projekten. Als einer der führenden Geo-Ingenieure, Ken Caldiera, zu gegenwärtig stattfindenden SAG-Operationen befragt wurde, antwortete er, dass er nichts über derzeit stattfindende Sprühoperationen wisse. Als er aufgefordert wurde die anhaltenden Streifen hinter den Flugzeugen zu erklären, erwiderte er, dass es sich hierbei ganz einfach um Kondensstreifen von Jets handelt.

David Keith, ein weiterer führender Wissenschaftler und Experte auf dem Feld des Geo-Engineering, besprach fundierte Untersuchungen, die durchgeführt wurden um mögliche Risiken wie auch Vorteile zu prognostizieren, die mit dem Geo-Engineering in Verbindung gebracht werden. Zu einigen der Vorteile zählen ein kühlerer Planet, die Reduzierung von abschmelzendem Meeresseis und eine Minimierung ansteigender Meeresspiegel. Keith besprach, welche Schwebestoffe beim Aussprühen am wirksamsten seien um die genannten Ziele des SAG-Programms zu erreichen. Er führte weiter aus, dass zunächst Schwefel in Erwägung gezogen wurde, Aluminium jedoch wirksamer sei und verwendet werden kann, indem man der Stratosphäre jährlich zwischen zehn- und zwanzig Millionen Megatonnen hinzufügt. Als er zu den auf die Gesundheit bezogenen Untersuchungen befragt wurde, die durchgeführt worden sind um mögliche Risiken des Ausbringens dieser Partikel in die Luft zu prognostizieren, sagte er, dass zahlreiche Studien dazu abgeschlossen worden seien und es nur wenige Hinweise auf Risiken gäbe. Als er jedoch speziell nach der Verwendung von Aluminium als Schwebstoff befragt wurde, sagte er: „Wir haben noch nichts ernsthaftes zu Aluminium gemacht, es könnte also etwas Schreckliches auftauen, was wir morgen entdecken werden und worauf wir noch nicht geachtet haben.“ Nach dem Treffen würdigte Keith die Sorgen der Protestler indem er draußen, wo sie standen, ein Gespräch mit ihnen über das SAG-Programm anfing. Als er mit den Sorgen des Einsatzes von SAG durch die Gruppe von Demonstranten konfrontiert wurde, sagte er, dass er ähnliche Ansichten teile und gegen jeglichen Einsatz sei, bevor ordentliche Forschungsarbeiten dazu noch nicht abgeschlossen seien um den möglichen Risiken des Ausbringens von Schwebepartikeln auf den Grund zu gehen. Er sagte auch, dass er nichts über aktuelle SAG-Programme wisse, er jedoch gewillt ist sich jeden wissenschaftlichen Beweis, der ihm vorgelegt wird, anzuschauen.

Während sich der Himmel auf der Welt weiterhin verändert, gibt es starke Beweise, die darauf hindeuten, dass gegenwärtig massive Sprühoperationen im Gange sind. Könnte es sein, dass die wissenschaftlichen Daten und Studien ohne das Wissen der daran beteiligten Spitzenwissenschaftler verwendet worden sind um vorschnell und vollumfänglich SAG-Programme einzuleiten? Wenn dem so sein sollte, stellt sich die Frage, welche Art von ethischen Erwägungen wir in der Zukunft von der Gemeinde der Geo-Ingenieure erwarten können. Es ist schwer zu glauben, dass die seltsamen weißen Linien am Himmel, die überall auf der Welt gesehen wurden und deren toxische Bestandteile man im Boden, Wasser und in der Luft fand, von einer Quelle stammen, die mit all dem nichts zu tun hat. Wir, die Bevölkerung, müssen gemeinsam mit den Wissenschaftlern nicht alleine die Herausforderungen angehen die mit SAG in umweltschutztechnischer und gesundheitlicher Hinsicht in Zusammenhang stehen, sondern auch die zahlreichen weltweiten Behauptungen über den gegenwärtigen Einsatz. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir uns über das Thema informieren und uns einbringen um die Wahrheit dieses mutmaßlichen Verbrechens gegen Natur und Mensch aufzudecken. Die Zukunft unseres Planeten hängt davon ab. Das die Sorgen über dieses Thema weltweit weiter zunehmen, kann man hierzu zusätzliche Informationen in Meet-Up-Groups und auf verschiedenen Internetseiten über Chemtrails und Geo-Engineering finden.

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