Warum die US-Notenbank ihre Gelddruckmaßnahmen nicht aussetzen wird

Michael Pento, King World News, 24.02.2013

Ich erkläre bereits seit Anfang des Jahres 2009, dass jedwede künftige „Erholung“ der Aktienmärkte und der Wirtschaft ausschließlich von den enormen Staatsausgaben und der Schuldenmonetisierung der Federal Reserve herrühren wird. Die logische Schlussfolgerung daraus ist, dass es zu einem Crash der Wirtschaft und des Aktienmarkts käme, sollte letztlich doch finanzpolitische und geldpolitische Austerität einkehren.

Ein weiterer Beweis dieser Tatsache war die Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls der Januarsitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) letzte Woche. Das Protokoll zeigte, dass die Fed-Gouverneure über die Risiken weiterer Aufkaufprogramme diskutierten und die Frage aufgeworfen wurde, ob diese zusätzlichen Aufkäufe für die QE-Ausstiegsstrategie ein Problem seien.

Es war dann auch völlig unerheblich, dass die Fed keine umgehenden Maßnahmen ergriffen hat – allein der Gedanke daran, dass die Fed eines Tages, wenn unsere heute noch nicht geborenen Enkelkinder leben, das Gelddrucken beenden und die Zinsen erhöhen muss, war schon ausreichend, um die Rohstoff- und Aktienmärkte auf Talfahrt zu schicken.

Und es ist auch kein Zufall, dass die Rohstoff- und Aktienmärkte genau an dem Tag einbrachen, als die FOMC-Protokolle veröffentlicht wurden. Das passiert nämlich jedes Mal, wenn die Investoren befürchten, dass wir zur wirtschaftlichen Realität zurückkehren könnten. Zum Beispiel ist der Junior Gold Miners ETF (GDXJ) allein am Mittwoch um über 5% gefallen, während der NASDAQ Composite Index um 1,5% zurückging.

Das veranschaulicht deutlich, dass die Fed schlicht nicht begreift oder nicht begreifen will, dass der Heilungsprozess der Wirtschaft – also der für nachhaltiges Wirtschaftswachstum unabdingbare Abbau von Schulden und Inflation – durch ihre massive Monetisierung von Staatsschulden ab 2009 einfach unterbrochen wurde.

Die US-Notenbank und die US-Regierung halten die Vermögenspreise und den Konsum zurzeit also auf künstlich hohen Niveaus – und vermitteln dadurch die vorübergehende Illusion, dass sich die Aktienmärkte und die Wirtschaft erholen würden.

Daher sorgt jeder Hinweis, dass diese Aktivitäten zurückgefahren werden könnten, für das Einsetzen des notwendigen Fremdkapitalabbauprozesses. Mit anderen Worten: Es kommt zu einer Depression, bei der die Geldversorgung, die Schuldenniveaus und die Vermögenspreise dramatisch fallen.

Ein solcher wirtschaftlicher Ausgang ist für Washington und die US-Notenbank politisch aber völlig undenkbar. Nichtsdestotrotz ist es genau das, was uns auf der anderen Seite der staatlichen Zinssatz- und Geldmengenmanipulationen erwartet.

Daher hat die US-Notenbank unter Ben Bernanke in Wirklichkeit keinen echten Mechanismus, mit dem sie die Zentralbankbilanz reduzieren oder die Zinssätze anheben könnte, ohne nicht gleichzeitig für ein Beben an den Aktienmärkten und in der Wirtschaft zu sorgen.

Würde die Fed ihre geldpolitischen Lockerungsprogramme jetzt aussetzen, wäre eine der bedeutendsten Folgen, dass der US-Dollar gegenüber den Währungen der wichtigsten US-Handelspartner in die Höhe schießen würde.

Ein steigender Leitzins und eine schrumpfende Zentralbankbilanz wären das genaue Gegenteil von dem, was die Bank von England, die Europäische Zentralbank und die Bank von Japan gerade tun. Die Keynesianer, die zurzeit in der US-Regierung am Ruder sitzen, fürchten aber nichts mehr als eine schnell aufwertende Währung, weil sie der Auffassung sind, dass dadurch den Exporten der Garaus gemacht und das Bruttoinlandsprodukt gemeinsam mit den Aktienmärkten crashen würde.

Die Wahrheit ist aber, dass eine starke und steigende Währung langfristig gesehen absolut essentiell ist, um Preisstabilität, niedrige Steuern, niedrige Zinssätze und ein gesundes BIP-Wachstum zu gewährleisten. Kurzfristig gesehen liegt die US-Regierung mit ihrer Annahme aber richtig, dass ein stark steigender Dollar bei den meisten Märkten einen Absturz zur Folge hätte. Das durften wir ja bereits im Herbst des Jahres 2008 mitverfolgen.

Zwischen August 2008 und März 2009 schoss der US-Dollar-Index von 74,5 Punkten auf 89 Punkte, was dafür sorgte, dass der S&P 500 um 50% einbrach! Und dieselbe Dynamik ist auch heute noch intakt, da steigende Vermögens- und Aktienpreise nach wie vor unabdingbar sind, um die US-Wirtschaft über Wasser zu halten.

All der Hype bezüglich eines unmittelbar bevorstehenden Ausstiegs der Fed ist reines Gerede. Die aktuelle Geldpolitik der Fed wird nicht nur noch sehr lange Zeit weiter anhalten, sondern es besteht überdies auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank die aktuellen Schuldenmonetisierungsmaßnahmen sogar noch erheblich ausweiten wird, anstatt sie zurückzufahren.

Als Investor sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es für die US-Notenbank keine leichte Ausstiegsstrategie mehr gibt – das Einzige, was sie jetzt noch tun kann, ist bezüglich des Ausstiegs zu bluffen. Aber Bluffen allein wird nicht ausreichend, um den US-Dollar und die US-Wirtschaft langfristig zu retten. Und genau das ist auch der Grund, warum der Abverkauf bei Gold an sein Ende gelangen wird.

Weitere Artikel zu diesem Thema