Staatsschuldenkrise: Sozialisten werden westliche Industrieländer vernichten

Martin Armstrong, Armstrongeconomics.com, 24.02.2013

Der französische Sozialist und Abgeordnete Yann Galut ist stellvertretender Vorsitzender der neuen Kommission für Steuerflüchtlinge. Er erklärte gegenüber der Presse, dass er beabsichtigt, sich Franzosen, die das Land verlassen haben, und ihre Vermögenswerte vorzunehmen, ganz egal wo sie zurzeit leben.

Ich schreibe gerade an einem Buch, das hoffentlich bis Ende dieses Jahres fertig sein wird. Darin führe ich den Kollaps jeder historisch erfassten Regierungsform auf. Der große gemeinsame Nenner ist das finanzpolitische Missmanagement, das zum Selbstmord der Staaten führt.

Die Goldbugs hassen mich, weil ich darauf hinweise, dass all das Gerede bezüglich der Hyperinflation Unsinn ist, da die Hyperinflation immer nur in Randwirtschaften zu beobachten ist, die über keinen Schuldenmarkt verfügen. Das ist auch der Grund, warum es in Staaten wie Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg oder Zimbabwe eine Hyperinflation gab – sie konnten keine Schulden verkaufen.

Das Hyperinflations-Szenario legt aber zu Grunde, dass die Regierung versucht, ihre Forderungen zu bedienen, anstatt die Wirtschaft zu attackieren, so wie sie es historisch gesehen normalerweise tut – und die Franzosen führen diesen Weg der Selbstvernichtung zurzeit an.

Es gibt eine weit größere Gefahr als die, die seitens der Goldbugs gepredigt wird. Ich habe in der Vergangenheit bereits darüber berichtet, dass Maximinus I. (235 bis 238 n. Chr.) verschiedene Maßnahmen gegen das römische Volk eingeleitet hatte, die den Zusammenbruch des gesamten Geldsystems in Gang setzten.

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Maximinus tat genau das, was zurzeit alle westlichen Regierungen in Lichtgeschwindigkeit umsetzen wollen: Er brauchte so händeringend Geld, um an der Macht zu bleiben, dass er das gesamte Vermögen im Römischen Reich zum Staatsbesitz erklärte! Er schuf ein Netzwerk aus Spitzeln und zahlte all jenen Belohnungen, die die Leute verrieten, die ihr Vermögen horteten und vor dem Staat versteckten.

Um an der Macht zu bleiben, verdoppelte Maximinus den Sold des römischen Heers, um sich so die Loyalität der Legionäre zu sichern. Ja, er beschlagnahmte sogar die Verzierungen der öffentlichen Plätze und Tempel. Was immer die Religion auch an Vermögen besaß – er beschlagnahmte es.

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Der römische Senat erklärte ihn zum Staatsfeind und ernannte sogar einen Gegenkaiser, um das Römische Reich gegen etwas zu verteidigen, das mit heutigen Worten wohl als bürokratische Rebellion bezeichnet werden könnte. Am Ende waren es die nichtfinanzierten Pensionen des Römischen Heers, die Rom vernichteten.

In einem verzweifelten Versuch, an der Macht zu bleiben, wurde es dem Heer erlaubt, alle Städte zu plündern, die sich den Forderungen des Kaisers widersetzten. Es gab keine fremden Länder mehr, die noch hätten erobert werden können, weshalb sie sich nun gegen ihre eigenen Bürger wandten.

Die Maßnahmen, die Maximinus ergriffen hatte, sind ähnlich denen, die sich auch in Ayn Rands Buch „Der Streik“ wiederfinden. Ja was passiert denn, wenn man die Reichen attackiert? Die Investitionen kollabieren, das Kapital wird gehortet und die Geldumlaufgeschwindigkeit implodiert. Und die Arbeitslosigkeit explodiert – denn warum soll jemand investieren, wenn er wie ein Tier gejagt wird!

Die Regierungsvertreter sollten Franciscos Rede in „Der Streik“ so oft lesen, bis sie es geschnallt haben. Wenn wir die Weltwirtschaft nicht komplett restrukturieren, wird am Ende nichts mehr davon übrig sein. Was wir zurzeit beobachten können, ist überhaupt nicht tragfähig. Sorry – bevor das Ganze vorbei ist, werden Sie noch beten, dass die Hyperinflation einsetzt.

Die erste Maßnahme, die Maximinus ergriff, ist genau das, was der sozialistische Abgeordnete Yann Gault mit der neuen Kommission für Steuerflüchtlinge tun will. Anstatt Reformen durchzuführen und sich anzuschauen, wie der Marxismus und seine westliche Version namens Sozialismus alles vernichten, wofür wir jemals gekämpft haben – Freiheit für alle –, werden sie die Zivilisation ausmerzen – und dieses Mal wird am Ende nichts mehr davon übrig bleiben.

Selbst Gold gerät in Gefahr, weil die Regierungen jetzt auf geschichtlich beispiellose Art die Untergrundwirtschaft attackieren. Durch den technologischen Fortschritt sind dem Antichristen – der dafür sorgt, das nichts ohne die Zahl des Biestes verkauft wird – Tür und Tor geöffnet worden. Aber vielleicht ist das Biest in Wirklichkeit bloß die Regierung.

Die Regierungen versuchen zurzeit, alle Käufe und Verkäufe auszumerzen, bei denen sie nicht ihr Stück vom Kuchen abbekommen. Sie wollen jeden in elektronisches Geld zwingen, um die Untergrundwirtschaft auszumerzen.

Galut hat es auf die in der Schweiz lebenden Franzosen abgesehen. Er behauptet, dass dort jedes Jahr zwischen EUR 30 Milliarden und EUR 80 Milliarden zu holen seien, und versprach der Schweiz 30% des Geldes, sollten die Schweizer kooperieren und Jagd auf die Franzosen machen. In der Schweiz gibt es rund 5.500 Pauschalbesteuerte, darunter befanden sich in 2010 auch einige Franzosen. Das Einzige, was die Franzosen sehen, ist, dass diese 5.445 Pauschalbesteuerten nur CHF 668 Millionen an Steuern zahlten – die Besteuerung erfolgt also nicht nach dem realen Vermögen, sondern nach den Ausgaben.

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Die wirklichen Probleme werden unterdessen überhaupt nicht adressiert. Selbst wenn die Regierungen den allerletzten Cent einkassieren würden – ja wie soll das System auch nur ein Jahr überleben? Damit vernichten sie alles, was zum Aufstieg der Zivilisation führte, denn die Summe des Ganzen war mehr als ihre einzelnen Bestandteile. Jetzt ist es zu einer Last geworden, und es ist keinerlei Erholung in Sicht. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, warum es bei unserem Modell für Krieg und Bürgerunruhen in 2014 zu einer Trendwende kommt …

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