Euro-Crash: 17 Hinweise, dass Südeuropa aktuell in einer vollumfänglichen Wirtschaftsdepression versinkt

Michael Snyder, The Economic Collapse, 14.03.2013

Wenn man sich zu stark verschuldet, fangen die Probleme erst richtig an. Das ist eine sehr schmerzliche Lektion, die Südeuropa gegenwärtig lernen muss, und es ist eine Lektion, die auch die USA schon bald lernen werden.

Es ist schlicht nicht möglich, auf immer und ewig weit über seine Verhältnisse zu leben. Sicher, eine Zeit lang ist das möglich, und die Politiker in den USA und Europa spielen auch weiter auf Zeit, damit die Party solange wie möglich anhält – die Wahrheit ist aber, dass die Schulden ein sehr grausamer Herr und Meister sind, und irgendwann kommt der Punkt, wo sie einen einholen.

Und wenn sie einen einholen, sind die Konsequenzen absolut verheerend. Griechenland, Italien, Spanien und Portugal haben versucht, die Wachstumsrate ihrer Staatsschulden zu senken, ja und schauen Sie sich nur an, was mit ihren Wirtschaften passiert ist! In jedem einzelnen Fall schrumpft die Wirtschaftsleistung, explodiert die Arbeitslosigkeit, kommen die Kreditmärkte zum Erliegen und geht die Fertigung zurück.

Und wissen Sie was? Keinem dieser Länder ist es auch nur ansatzweise gelungen, den Staatshaushalt auszugleichen. Sie häufen also sogar noch mehr Schulden an. Stellen Sie sich vor, was Ihnen passieren würde, wenn Sie versuchen würden, mehr Geld auszugeben, als Sie verdient haben.

Ich habe immer gesagt, dass die nächste Welle des Wirtschaftszusammenbruchs in Europa beginnen wird, und genau das sehen wir gerade. Wir sollten Europa daher ganz genau im Auge behalten. Was den Europäern widerfährt, wird schon bald in den USA aufschlagen.

Im Folgenden finden Sie 17 Hinweise, dass in Südeuropa zurzeit eine vollumfängliche Wirtschaftsdepression wütet:

1. Italiens Wirtschaft leidet aktuell unter einer entsetzlichen „Kreditkrise“, die zur Folge hat, dass tausende von Firmen pleitegehen:

„Der Unternehmerverband Confindustria sagt, dass 29% der italienischen Firmen nicht in der Lage sind, für ihre ´Betriebskosten` aufzukommen, und es ihnen an Liquidität mangelt. Zurzeit ist eine ´dritte Phase der Kreditkrise` im Gang, die den Schocks von 2008 bis 2009 und 2011 entspricht.  

In einer Untersuchung der Gruppe heißt es, dass sich die Wirtschaft in einem ´Teufelskreis“ befindet, wo die Banken zu viel Angst hätten, Kredite zu vergeben, was immer mehr Unternehmen in den Abgrund treiben würde. Jeden Tag gehen eintausend Unternehmen pleite.“

2. Die griechische Arbeitslosenrate lag im vierten Quartal 2012 bei 26,4%. Das sind 2,6% mehr als im dritten Quartal 2012 und 5,7% mehr als im vierten Quartal 2011.

3. Die griechische Jugendarbeitslosenquote lag im vierten Quartal 2012 bei 57,8%.

4. Die spanische Arbeitslosenrate ist auf 26% gestiegen.

5. In Spanien kommen auf jede freie Stelle 107 Arbeitslose.

6. Die italienische Arbeitslosenrate liegt derzeit bei 11,7%. Das ist die höchste Arbeitslosenquote, seit Italien den Euro hat.

7. Die italienische Jugendarbeitslosenquote ist auf ein neues Allzeithoch von 38,7% gestiegen.

8. Die Arbeitslosenrate in der Eurozone hat ein neues Allzeithoch von 11,9% erreicht.

9. Die italienische Wirtschaft hat jetzt einen erschreckend schnellen Schrumpfungsprozess eingeleitet:

„Daten der italienischen Statistikbehörde ISTAT zeigen, dass die Wirtschaft des Landes im vierten Quartal 2012 um 0,9% zurückging und das korrigierte Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 2,8% gesunken ist.“

10. Die griechische Wirtschaft geht unterdessen noch schneller zurück als die italienische:

„Griechenland sank auch während des vierten Quartals 2012 tiefer in die Rezession ab. Am Montag veröffentlichte Zahlen zeigen, dass die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr um 5,7% geschrumpft ist.“

11. Alles in allem ist die griechische Wirtschaft seit 2008 bereits um über 20% geschrumpft.

12. Abgesehen von Deutschland geht die Fertigungsaktivität überall in Europa zurück:

„Das Marktforschungsunternehmen Markit sagte, dass sein Index zur britischen Fertigungsaktivität –50 Punkte sind die Grenze zwischen Wachstum und Rückgang – von 50,5 Punkten im Januar auf 47,9 Punkte im Februar gesunken ist. Großbritannien steht damit am Rand der dritten Rezession innerhalb von fünf Jahren, nachdem die Wirtschaft im letzten Quartal 2012 um 0,3% zurückgegangen ist.

Chris Williamson, der Chefökonom von Markit, sagte: ´Das ist ein bedeutender Rückschlag für die Hoffnungen, dass die britische Wirtschaft im ersten Quartal zu Wachstum zurückkehren und eine Triple-Dip-Rezession vermeiden kann.`

Der Fertigungsindex der Eurozone liegt ebenfalls bei 47,9 Punkten. Deutschland erreichte 50,3 Punkte, aber Spanien lag bei 46,8 Punkten, Italien bei 45,8 Punkten und Frankreich bei 43,9 Punkten.“

13. Der Prozentsatz fauler Kredite italienischer Banken ist auf 12,2% gestiegen. In 2007 lag diese Zahl bei gerade einmal 4,5%.

14. Die europaweiten Bankeinlagen sind im Januar beträchtlich zurückgegangen.

15. Die Ausfallrate von Unternehmensanleihen ist überall in Südeuropa in die Höhe geschossen:

„S&P sagte, dass die Ausfallrate für italienische Anleihen geringerer Qualität von 5,7% in 2012 auf aktuell 9,5% gestiegen ist, da die Banken vor Ort die Kreditvergabe einstellen. In Spanien war es noch schlimmer, dort verdoppelte sie sich auf 14,3%.

Die Ausfallrate in Frankreich schoss von 0,8% auf 8,7%, das ist der jüngste Schlag einer Reihe schlechter Meldungen aus Frankreich, wo nun die verzögerten Auswirkungen von Steuererhöhungen, fiskalischen Sparmaßnahmen und einem starken Euro wüten.“

16. Lars Feld, ein wichtiger Wirtschaftsberater der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, sagte jüngst im Hinblick auf die Lage der italienischen Wirtschaft: „Damit ist die Tragfähigkeit der italienischen Staatsfinanzen erneut in Frage gestellt. Die Euro-Krise wird daher in Kürze mit aller Macht zurückgekehrt sein.“

17. Die Lage in Griechenland hat sich so stark verschlimmert, dass die griechische Regierung jetzt plant, 28 staatliche Gebäude zu veräußern, wozu unter anderem auch das Athener Polizeihauptquartier gehört.

Einer der wenigen europäischen Politiker, die wirklich begreifen, was sich in Europa zurzeit abspielt, ist Nigel Farage. Ein Video seiner jüngsten Rede finden Sie hier [deutsche Übersetzung hier]. Farage ist der Auffassung, dass „die Eurozone wirtschaftlich eine absolute Katastrophe gewesen ist“ und der Währungsunion das Schlimmste erst noch bevorsteht.

Die meisten Menschen glauben, die Eurozone sei „gerettet“ worden, aber das hat nicht einmal ansatzweise etwas mit der Realität zu tun.

Fakt ist, dass ein Auseinanderbrechen der Eurozone mit jedem Tag wahrscheinlicher wird.

Und, wer verlässt den Euro als erstes?

Nun ja, unter den deutschen Politikern war jüngst Gegrummel zu vernehmen, dass Griechenland das erste Land ist, das aus der Eurozone austreten sollte. Das Folgende stammt von einem Reuters-Artikel:

„Griechenland bleibt ungeachtet einer Beruhigung seiner wirtschaftlichen und politischen Krise nach wie vor das größte Risiko für die Eurozone und könnte immer noch gezwungen sein, die Einheitswährung zu verlassen, so ein leitender konservativer Verbündeter von Kanzlerin Angela Merkel.“

Es könnte aber auch sein, dass Deutschland das erste Land ist, das sich dazu entschließt, den Euro zu verlassen. Fakt ist, dass zurzeit eine neue deutsche Partei entsteht, die fest entschlossen ist, Deutschland aus dem Euro herauszulösen. Das Folgende stammt aus einem jüngst veröffentlichten Artikel von Ambrose Evans-Pritchard:

„Eine neue Partei, die von Ökonomen, Juristen und christdemokratischen Rebellen angeführt wird und diese Woche ihren Auftakt hatte, fordert die Auflösung der Währungsunion, bevor noch mehr Schaden angerichtet werden kann.

´Schluss mit diesem Euro!`, ist der erste Satz, der auf der Internetseite der Alternative für Deutschland (AfD) zu lesen ist. ´Die Einführung des Euro hat sich als eine fatale Fehlentscheidung erwiesen, die unser aller Wohlstand bedroht. Die Altparteien sind verkrustet und verbraucht. Beharrlich weigern sie sich, ihren Fehler einzugestehen und zu korrigieren.`

Sie schlagen eine Abkehr Deutschlands von der Europäischen Währungsunion und eine Rückkehr zur D-Mark vor, oder eine Währungsalleingang mit den Niederländern, Österreichern, Finnen und anderen gleichgesinnten Ländern vor. Die Franzosen gehören nicht dazu. Die Grenze verläuft entlang der antiken Linie, die die latinischen von den germanischen Stämmen trennte.“

Wie auch immer das Ganze ausgehen wird, die Wahrheit ist, dass es in Europa mit Sicherheit noch viel interessanter werden wird.

Keine Schuldenblase hielt für immer. Das lernen die Europäer gerade, und die USA sind ihnen dicht auf den Fersen.

Doch fürs Erste glauben die meisten Amerikaner, dass alles in Ordnung sei, da der Dow Jones ein Rekordhoch nach dem anderen erzielt.

Nun ja, genießen Sie diese kleine Blase schuldenbefeuerter falscher Prosperität, solange es Ihnen noch möglich ist, denn sie wird nicht sonderlich lange anhalten.

Wir werden schon bald wachgerüttelt werden, und für all jene, die nicht darauf vorbereitet sind, wird es extrem schmerzhaft werden.

Weitere Artikel zu diesem Thema